So, ... hier nun meine " Bericht "
Der Beobachtungsabend „Nehmen, wie es kommt“
Ganz nach dem Motto „nehmen, wie es kommt“ habe ich den gestrigen Abend gestaltet. Je nach Sichtbedingungen wurde meine Beobachtung flexibel angepasst ,sowohl technisch als auch optisch und natürlich unter den gegebenen Möglichkeiten einer Stadt- bzw. Balkonbeobachtung.
Meine Berichte sind alle eher allgemeiner Natur. Es geht mir nicht um wissenschaftliche Exaktheit bis auf die zweite Nachkommastelle, oder extreme Beobachtungen, sondern um persönliches Erleben und Erkenntnisgewinn im Hobby.
Spektroskopische Beobachtung
Zunächst wurde „elektronisch“ beobachtet, spektroskopisch mit einer StarAdventurer-Montierung, Notebook und Guiding-Kamera.
Setup :
190 mm Brennweite
50 mm Öffnung
1280 Pixel CMOS Guiding-Kamera
Beobachtet wurden nacheinander – soweit es meine eingeschränkte Position zuließ die " Klassikersterne " :
Rigel
Beteigeuze
Sirius
Alle drei Sterne wurden spektroskopisch erfasst.
Dafür habe ich eine eigene Software entwickelt, die mir live das Spektrum als Diagramm darstellt. Sowohl Intensitätsverlauf als auch sichtbare Spektrallinien werden erfasst. Es handelt sich um ein reines DIY-Projekt. Ziel ist nicht wissenschaftliche Auswertung, sondern das Verständnis von Hardware, Software und Beobachtungsmöglichkeiten im Hobbybereich. Genau dieser eigene Erkenntnisgewinn macht für mich den Reiz in meinem Hobby aus.
Alles immer am besten ohne viel Aufwand. So macht alles es besonders Spaß ...
Visuelle Beobachtung
Anschließend wurde klassisch „von Hand“, visuell beobachtet.
Schweres Manfrotto-Kurbelstativ mit ebenso massiver Gabelmontierung, auch hier, bequem im Sitzen. Eine dauerhaft entspannte Beobachtungsposition ist mir extrem wichtig.
Eine parallaktische GoTo-Montierung besitze ich zwar ebenfalls, nutze sie aber nur rein fotografisch. Für die visuelle Beobachtung auf dem Balkon ist mir der Einblick damit einfach zu unbequem.
Visuell zum Einsatz kam :
Skywatcher ED 72/420 mm
TMB-Nachbauokulare: 9 mm, 6 mm, 4 mm
Die Okulare bilden für mein Empfinden sehr gut ab. Im Zentrum perfekt, zum Rand nur geringe und kaum auffällige Verzeichnung.
Beobachtet wurde zunächst der Orionnebel , Messier 42 im Orion.
Für viele vielleicht " langweilig ", für mich jede Saison immer wieder neu und toll.
Folgende Infos dazu :
4 mm (105x, AP 0,7 mm)
Perfekt, um die Trapezsterne und feine Kontraste im Nebel zu erkennen.
6 mm
Ebenfalls sehr schöne Beobachtung, jedoch ohne merklich „schärfere“ Abbildung im Vergleich zu 4mm.
9 mm
Sehr angenehm, da deutlich weniger Nachführarbeit per Hand nötig. Das Trapez war jedoch nicht komplett so präsent wie bei höherer Vergrößerung.
Dann war Jupiter in " Reichweite "
Also für mich und in meiner Sichtmöglichkeit beobachtbar.
Mit dem 4-mm-Okular war das Bild für mich perfekt.
Monde, Wolkenbänder und sogar an den Polen jeweils dunklere Bereiche im Kontrast zu den Zwischenräumen der Wolkenbänder waren gut erkennbar. Mit diesen Details habe ich mich lange beschäftigt. Wie in jeder Jupitersaison bin ich immer wideer aufs Neue begeistert.
Der kleine Skywatcher ED bildet für mein Empfinden hervorragend ab. Leider wird diese Optik, obwohl ich sie seit vielen Jahren besitze, oft unterschätzt oder schlechtgeredet. Aber das soll hier nicht weiter Thema sein.
Mondaufhellung ... also nun der Blickrichtungswechsel nach Westen.
Mit zunehmender Mondhelligkeit wurde es mir in diesem Himmelsbereich zu hell. Also habe ich dem Mond im wahrsten Sinne des Wortes den Rücken gekehrt und meinen Blick weiter nach Westen gerichtet.
Messier 45 Die Plejaden ...
Mit einem 2" - 26-mm-Okular betrachtet, was soll man sagen, einfach klasse. Nach eingehender " begutachtung " ging es weiter zu
h + χ Persei ...
Hier kam ein 2"-15-mm-NoName-Okular ( angeblich 80° Gesichtsfeld ) zum Einsatz.
Das Doppelsternhaufen-Paar passte wunderbar ins Gesichtsfeld. Ob es tatsächlich 80° sind, ist für mich nebensächlich, Entscheidend ist die optische Wirkung also was ich sehe und wie ich es empfinde. Diese Empfindung war mehr als prima. Aber auch mit 26 mm war diese Beobachtung, eines echten Klassiker's eine klasse "Abend Endbeobachtung " !
Abschluss
Insgesamt waren inzwischen sicher zwei bis drei Stunden vergangen. Hoch im Norden endete also mein, bzw. der Astro-Abend.
Ich höre grundsätzlich mit einem Erfolgserlebnis auf, egal wie spektakulär oder unspektakulär es objektiv sein mag. Das ist mir wichtig, um mit Freude in den nächsten Beobachtungsabend zu starten.
Nach einer langen Durststrecke durch schlechtes Wetter war es besonders schön, endlich wieder beobachten zu können. Ein großer Vorteil der kleinen Ausrüstung und des Balkons : Alles war schnell und unkompliziert wieder im Wohnzimmer verstaut. Die Spektren der Sterne ermöglichen mir heute ( da auch gespeichert ) eine erneute " Beobachtung und Auswertung ".
Ausblick
Sollte es heute wieder klar sein, kommt eine weitere Beobachtungvariante / Ausrüstung zum Einsatz. Vorgesehen ist eine rein visuelle
90°-Binokulare-Tischmontierungsbeobachtung via Videoneiger mit 50mm / 242 mm ED Spaßoptik von Mond, Jupiter und Orionnebel. Alles bei ähnlicher Brennweite, aber halt kleinerer Öffnung.
Also, schau’n wir mal
Grüße an alle
Marco