Test eines schnellen Newton am künstlichen Stern (Ein Stern Test)??

heinrichl

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Hallo zusammen,
ich habe mit meinem schnellen f4 Newton einen ein Stern Test am künstlichen Stern gemacht, um die zuvor durchgeführte Laserkollimation zu überprüfen. Normaler Weise ist für schnelle Newtons ein ein Stern Test am realen Stern empfohlen (Abstandsformel für ein Stern Test); ich habe es aus Zeitnot am künstlichen Stern gemacht, weil ich berufstätig bin. Ich komme auch so schon immer nur sehr langsam voran. Für den empfohlenen Test an einem realen Stern wären wegen Wetter und anderen Verpflichtungen wieder weitere Wochen verstrichen.

Es hat eigentlich ganz gut geklappt, aber ein paar Sachen sind merkwürdig. Deshalb habe ich einige Fragen (siehe unten).

Material:
- f4 Newton 200 mm (SKW Quadro)
- Twist Lock
- Sharpstar 0,95 MPPC Komakorrektor (Arbeitsabstand 55 mm)
- MFT Systemkamera
- Künstlicher Stern auf Stativ

So bin ich vorgegangen:
- Den künstlichen Stern in 10m Entfernung auf einem kleinen Stativ platziert
- Das mittelgroße Loch aktiviert (Der Stern hat mehrere Lochgrößen für unterschiedliche Helligkeiten)
- Das Teleskop auf den künstlichen Stern ausgerichtet, sodass der Stern genau in der Bildmittel erscheint
- Die Kamerasensor mit Spacern auf 55 mm Abstand zum Komakorrektor gebracht (auf 1 mm genau)
- Den Okularauszug halb ausgefahren
- Den Komakorrektor mit Kamera bei Licht soweit aus dem 2" Twist Lock herausgezogen, dass das Bild scharf geworden ist, dann den Twist Lock fest gezogen
- Feinfokuskorrektur mit dem Okularauszug
- Bild im Fokus bei Licht gemacht (1. Bild unten)
- Bild im Fokus bei Dunkelheit gemacht, mit 3 Blenden Unterbelichtung bei Gegenlicht (2. Bild unten)
- Nun den Okularauszug schrittweise ausgefahren (Bildreihe extrafokal unten)
- Den Okularauszug erneut zum Fokuspunkt gebracht und den Okularauszug dann schrittweise eingefahren (Bildreihe intrafokal unten)

Bilder

1000004487.jpg

Bild 1: Künstlicher Stern auf Stativ in 10m Abstand bei Licht (im Fokus). Durch Newton Teleskop hindurch fotografiert. (Der Komakorrektor machts möglich?)


1000004488.jpg


Bild 2: Künstlicher Stern in 10m Abstand im Dunkeln (im Fokus)



Bildreihe extrafokal:

1000004493.jpg

1000004494.jpg

1000004495.jpg



Bildreihe intrafokal:

1000004498.jpg

1000004499.jpg

1000004500.jpg



Fragen:
- Warum konnte ich überhaupt auf 10m scharfstellen? Ein Newton ist ja normaler Weise fix auf unendlich eingestellt. Wegen dem Komakorrektor im Strahlengang?
- Habe ich den ein Stern Test grundsätzlich richtig durchgeführt? Es sind kaum Ringe entstanden! Warum bildet der defokussierte Stern einen Donut und keinen vollen Bildkreis?
- Ist der Newton korrekt kollimiert?
- Gibt es weiteres Optimierungspotential? Insbesondere, woher kommt die dunkle Mitte der Spikes und deren schlechte Farbreinheit im Fokus (Bild 2)? Arbeitsabstand zum Komakorrektor zu ungenau?
- Wie aussagekräftig ist der Test eines schnellen Newton an einem künstlichen Stern in 10m Entfernung?
- Ggf. Interpretation der Einstern-Bilder. Habe ich einen besseren oder einen schlechteren SKW Quadro Spiegel erwischt?

Gruß und Dank
 
Hallo Heinrich,

für einen wirklich aussagekräftigen Sterntest ist der Abstand zum künstlichen Stern zu gering.
Nach Suiter's Empfehlung sollte für einen 8-Zoll f/4-Newton der Abstand mindestens 67m betragen. Dann ist der Fehler, der dadurch eingeführt wird, dass der Stern nicht im Unendlichen ist, bei ca. 1/8 Wellenlänge Überkorrektur. Je geringer der Abstand k. Stern-Spiegel, desto größer die Überkorrektur.

Ciao Werner
 
Hallo Werner, danke für die Rückmeldung.

Nach Suiter's Empfehlung sollte für einen 8-Zoll f/4-Newton der Abstand mindestens 67m betragen. Dann ist der Fehler, der dadurch eingeführt wird, dass der Stern nicht im Unendlichen ist, bei ca. 1/8 Wellenlänge Überkorrektur.

Ok, der Abstand ist nach Suiter's Formel zu gering, um auf lambda/8 zu testen. Kann man die Suiter Formel, in der lambda eine Variable ist, auch nach lambda umstellen und das lambda-krit ausrechnen, das man mit 10m Entfernung gerade noch testen kann?

Die vollständige Suiter Formel steht u.a. hier drin: Abstand künstlicher Stern?

Das bei gegebener Entfernung maximal testbare lambda könnte ich nämlich 10 Mal besser interpretieren!

Und es entspricht auch viel besser der Testrealität einer räumlich begrenzten Wohnung, Keller oder Garage. Man kauft sich ja gerade deshalb einen künstlichen Stern, um Wetter unabhängig zu sein, aber gerade nicht um den künstlichen Stern beim Nachbarn in den Kirschbaum hängen zu müssen und dann den Newton bei Norddeutschen Shidwetter im Garten einzuweichen ...


für einen wirklich aussagekräftigen Sterntest ...

Bedeutet das im Umkehrschluss, dass man falsche Kollimation/ Verkippung bei 10 m Abstand noch sehr guterkennen kann? Eine Verkippung wäre ja viel kleiner als lambda/4, lambda/2, lambda/1, ...?

Gruß
 
Zuletzt bearbeitet:
Falls der Komakorrektor ein zweilinser ist würde ich den weglassen da er selbst auf der Achse eine sphärische Aberration einführt.
Du wirst bei so kurzem Abstand den Auszug weit herausgefahren haben. Dabei kann es passieren, dass der Fangspiegel zu klein wird. ( Der Schwarze Schatten im Bild kommt vom Fangspiegel)
Das Herausziehen von Korrektor und Kam könnte bereits zu ungenau sein...die Geschichte könnte durchhängen und dadurch die Kollimation beeinflussen.
Felix
.
Felix
 
Hallo Heinrich,

Ok, der Abstand ist nach Suiter's Formel zu gering, um auf lambda/8 zu testen. Kann man die Suiter Formel, in der lambda eine Variable ist, auch nach lambda umstellen und das lambda-krit ausrechnen, das man mit 10m Entfernung gerade noch testen kann?

die durch den zu geringen Abstand extrem sichtbare Überkorrektur wird Dir in dem Beugungsmuster die evtl. noch auftretenden, schwächeren Fehler überdecken. Eine sinnvolle Qualitätbeurteilung der Optik kann ich mir so nicht vorstellen. Deswegen gibt's ja den Mindestabstand.

Es mag schon sein, dass Dir die "Testrealität" mit einem künstlichen Stern in der für eine aussagekräftige Beurteilung nötigen Distanz nicht zusagt, allerdings ist dieser Test immerhin noch wetterunabhängiger und einfacher durchzuführen wie ein richtiger star-test und wesentlich unaufweniger und kostengünstiger, wie die normalen "in-house" Testverfahren (interferometrische Tests, etc.).
Als künstlicher Stern taugt übrigens auch die Licht-Reflexion von einer entsprechend stark gekrümmten, spiegelnden Oberfläche.

Ciao Werner
 
Hallo, danke für Antwort.

Du wirst bei so kurzem Abstand den Auszug weit herausgefahren haben. Dabei kann es passieren, dass der Fangspiegel zu klein wird. ( Der Schwarze Schatten im Bild kommt vom Fangspiegel)

Der Quattro Originalauszug hat einen mechanischen Hub/ maximalen Verstellweg von 40 mm. Den habe ich eingangs mittig auf 20 mm ausgefahren und für den notwendigen Restweg den Komakorrektor aus dem Twist Lock gezogen (siehe oben, so bin ich vorgegangen).

Es war genauso wie Du sagst, da bewegte sich beim Fokus erstmal sehr wenig, weil insgesamt weit ausgezogen war. (Ein Quattro hat ca. 70 bis 80 mm Backfokus.) Die letzte Bild extrafokal entspricht + 20 mm vom Fokuspunkt. Das letzte Bild intrafokal entspricht - 20 mm vom Fokuspunkt.


Das Herausziehen von Korrektor und Kam könnte bereits zu ungenau sein...die Geschichte könnte durchhängen und dadurch die Kollimation beeinflussen.
Felix

Ja, könnte es. Aber davon sieht man nix. Die Interferenzringe sind - für meine Augen - komplett symmetrisch.


Falls der Komakorrektor ein zweilinser ist würde ich den weglassen da er selbst auf der Achse eine sphärische Aberration einführt.

Der Sharpstar 0,95x MPPC Komakorrektor ist ein 3 linsiger Komakorrektor. Er hat ein modernes modifiziertes Wynnie-Design. (Vgl. TS-Optics Newton Koma Korrektor 0.95x Maxfield 3-Elemen) Ich glaube nicht, dass er viel sphärische Aberration macht. Es ist zwar ein mittelpreisiges Chinamodell. Aber das Design ist sehr modern. Von der gleichen Firma gibt es auch Sharpstar 3" Komakorrektoren für 1000 Euro und mehr.

Käme ich ohne den Komakorrektor denn auf 10 m Entfernung immer noch in den Fokus?


Es mag schon sein, dass Dir die "Testrealität" mit einem künstlichen Stern in der für eine aussagekräftige Beurteilung nötigen Distanz nicht zusagt,

Nach der vollständigen Suiter Formel im Thread

Abstand künstlicher Stern?

gibt es eben nicht nur eine Abstands-Testrealität, sondern mehrere. Also jeweils andere notwendige Abstände für z.B.
- Lambda/16
- Lambda/8
- Lambda/4
- ...

Deshalb lautet die zentrale Frage:
Kann mir ein ein Stern Test eines 200 mm f4 Newton auf 10 m Entfernung noch brauchbar Fehlkollimation/ Verkippung anzeigen? Ja oder Nein?

Das ist ja der erstrangige Hauptzweck des Tests. Die Qualitätsbeurteilung ("aussagekräftige Beurteilung") des Spiegel ist ja eher nachrangig, neudenglisch "nice to have".
 
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Ich habe den Test nun nochmal ohne Komakorrektor und mit einem großem Linsenobjektiv Pentacon 5,6 500 mm wiederholt. Dabei bin ich zu folgenden Ergebnissen gekommen

- Ich konnte den Quattro auch ohne Komakorrektor auf 10 m scharf stellen. Das war allerdings nicht einfach, ich musste sehr weit ausziehen. Meine China-Spacerrohre waren dafür nicht verwindungs-steif genug. Ich musste einen dickwandigen TS-Optiks Projektionsadapter verwenden.
- Die defokussierten Bildergebnisse waren nahezu identisch.
- Aber die 2 Fokusbilder des künstlichen Sterns (Bild 1 und Bild 2) waren weniger scharf (was zu erwarten war).
- Auch der Einstern Test des 88mm 5,6 Linsenobjektivs hat auf 10 m ähnlich wenig Interferenzringe erzeugt. Ich habe es auch noch auf f/8 und f/11 abgeblendet. Das hat das defokussierte Bild des Sterns verkleinert, aber nicht deutlich mehr Interferenzringe erzeugt.

Ich folgere daraus folgendes.

Wenn die Entfernung zum künstlichen Stern abnimmt,

- muss man den Okularauszug weit ausfahren, um in den Fokus zu kommen.
- nimmt die Fokussierungsempfindlichkeit ab. Man muss vergleichsweise viele Abstands-Millimiter verändern, um zu defokussieren.
- nimmt die Abschaltung des Sekundärspiegels im Defokus zu.
- bilden sich weniger Interferenzringe und sie sind auch schwächer ausgeprägt.
- sinkt die maximal mögliche lambda Auflösung (nach der vollständigen, unvereinfachten Suiter Formel), die Qualitätsbeurteilungsfähigkeit des Einstern Tests nimmt ab.


Kann mir ein ein Stern Test eines 200 mm f4 Newton auf 10 m Entfernung noch brauchbar Fehlkollimation/ Verkippung anzeigen? Ja oder Nein?

Ja, kann er trotzdem noch!

Denn bei einer Fehlkollimation/ Verkippung der Spiegel ist auch der zentrale Sekundärspiegelschatten im defokussierten Bild dezentriert. (Vgl. sterntest_justage )

Wenn es wenig und schwach ausgeprägte Interferenzringe gibt, kann man eine Verkippung eventuell nicht gleich so schön mit bloßem Auge erkennen. Dann muss man den Zentralschatten im Defokus-Foto unter Umständen explizit ausmessen. Aber es geht.
Gruß

P. S.: Es wäre nett, wenn jemand mit mathematischer Begabung die vollständige, unvereinfachte Suiter nach lambda-krit umstellen könnte. Dann wüssten wir, welche lambda Qualität wir bei einem gegebenen Abstand von x Metern mit einem künstlichem Stern testen können. Denn ein Einstern Test am realen Stern hat sehr wahrscheinlich auch Ungenauigkeitsfehler aus Guiding und Luftunruhe drin!
 
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Ich habe das Einsternbild nun nachgemessen.

Obwohl ich mir beim Laserkollimieren sehr viel Mühe gegeben hatte, ist der Spiegelschatten leicht dezentriert. Ich hatte mir extra eine waagerechte Rollbahn für den Justierlaser gebastelt und diesen zunächst mit einem wasserwaage-waagerechten Karopapier an der Wand justiert. Für den zweiten Kollimationsanlauf hatte ich mir dann extra den Skywatcher 1,25" Twistlock-Okularhalter für 50 Euro bestellt. Das ist einer der wenigen echten Twistlock-Okularhalter, wo der 1,25"-Kollimationslaser von allen Seiten gleichzeitig mit einem Plastikring eingequetscht wird. (Die billigen Einschrauben-, Zweischrauben- und Messingringokularhalter verkippten für das Laserkollimieren viel zu stark.) Damit war ich beim liegenden Tubus und mit senkrechtem Okularauszug am Ende dann zu einem sehr gutem Laserkollimation Ergebnis gekommen. Der Laserpunkt blieb beim Drehen des Justierlasers innerhalb des ersten Zielscheibenrings des Justierlasers. (Irgendwo hier im Forum gibt es einen Thread von mir dazu, gerade nicht wieder gefunden.)

Dass der Sekundärspiegelschatten durch leichte Dezentrierung nun trotzdem eine leichte Verkippung der Spiegel anzeigt, führe ich auf die neue Lage des Teleskops und den als wackelig bekannten Original-Skywatcher Okularauszug zurück. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass die Verkippung noch innerhalb der akzeptablen Toleranz ist. Denn das Bild bei Licht an durch den Tubus hindurch auf den künstlichen Stern war ziemlich scharf. (Bild 1 oben. Das Forumbild gibt nicht die komplette Schärfe des Bilds wieder. Die hochgeladen Bilder werden zum Speicherplatz sparen in eine höhere JPEG Kompression umgewandelt.) Auch das Resümee in sterntest_justage deutet an, dass der Einsterntest ziemlich sensibel auf Verkippungen reagiert und man mit einer kleinen Verkippung trotzdem noch gute Fotos machen kann. "Nicht mit Trockenübungen ewig lange von richtigen Sternfotos abhalten lassen." Das finde ich ziemlich beruhigend.


Darüber hinaus würde ich aber auch gerne die Qualität dieses Teleskops und eventuell weiterer Teleskope/ Fotobjektive testen können, wofür ich nach Werners Suiter- Formel Bechnung 67 Meter Abstand bräuchte, um auf lambda/8 testen zu können (die beugungsfrei Schwelle für Teleskope). Wie rechnet man die Formel eigentlich? Ich bin mathematisch nicht so begabt. :sleep:

Ich glaube auch nicht, dass der künstliche Stern in meinem Garten gut funktionieren würde. Denn da leuchten zwei Straßenlaternen rein. Es sind zwar modernere LED Strahlenlaternen, die nur wenig Licht direkt nach oben abstrahlen (Gott sei Dank), aber auf 1 m Höhe ist der Garten alles andere als dunkel. Ich hatte mit dem künstlichen Stern auf der kleinsten Lochstufe schon in der abgedunkelten Wohnung Probleme. Durch die Türspalte und die Rolladen kam noch so viel Licht rein, dass die Kamera bei 5 Sekunden Belichtungszeit noch genug Licht auf dem blanken Metallgehäuse des künstlichen Sterns gefunden hatte. Der Lichtkontrast zwischen dem künstlichen Stern und der Umgebungshelligkeit war nicht groß genug.

Daher die Frage: Könnte ich anstatt des künstlichen Sterns auch ein wesentlich helleres Fahrrad-Batterierücklicht mit einer einzigen LED in 67 m Entfernung aufstellen?

Die Leuchtfläche der LED beträgt 1,0 mm x 0,6 mm. Den Reflektor schraube ich natürlich ab. Ich habe dieses Ein-LED Licht schon erfolgreich dazu benutzt, um die Brennweite von Linsen empirisch nachzunessen. Irgendwo gibt es auch eine Formel, wie groß der Lichtkreis in 67 m maximal sein darf, damit er noch als Punktlichtquelle für einen Einstern Test akzeptabel ist.
Gruß
 
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Hallo Heinrich,

ich hab' das hier nicht weiter verfolgt. Aus dem "Drüberlesen" nur kurz eine Anmerkung zur Größe der Lichtquelle laut Suiter:

Für eine 8-Zoll-Optik mit der Öffnungszahl 4 darf die Lichtquelle für den Test maximal 0,23mm groß sein (Abstand wie oben: 67m).

Eine größere Lichtquelle läßt sich mit einem hochwertigen Mikroskopobjektiv auch entspechend "verkleineren" (keine unendlich-Optik und für Auflicht ohne Deckglas gerechnet).

Ciao Werner
 
Hallo Heinrich,

ich habe jetzt nicht alles oben gelesen, jedoch künstliche Sterne hat man auch am Tage mehr als genug. Man braucht nur die Sonne. Dann gibt es z.B. jede Menge Reflexe des Sonnenlichts an Antennenmasten, Kaminblechen, Wassertropfen, etc., oder auch Astlöcher mit durchscheinendem Licht sind geeignet. Sollte halt in der entsprechenden Enfernung sein, was bei ca. 70 m nicht allzu schwierig sein sollte. Am besten natürlich eine Wegstrecke mit möglichst wenig Bebauung um Turbulenzen zu vermeiden.

P.S.: Noch ein Hinweis zum Fangspiegelschatten: Bei einem F4 Newton und korrekter Offseteinstellung kann der Schatten aus geometrischen Gründen extra/intrafokal niemals zentrisch erscheinen. Wird oftmals falsch verstanden. ;) Könnte bei deinen Fotos oben passen.

Viele Grüße
Werner
 
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Noch ein Hinweis zum Fangspiegelschatten: Bei einem F4 Newton und korrekter Offseteinstellung kann der Schatten aus geometrischen Gründen extra/intrafokal niemals zentrisch erscheinen. Wird oftmals falsch verstanden. ;)

Das macht für mich sofort Sinn. Wenn der Sekundärspiegel bei einem schnellen Newton um das Offset dezentriert sitzt, wird auch der Schatten des Sekundärspiegels im Defokus nicht vollkommen zentriert sein. Dann ist es für den Test eines schnellen Newtons auf Kollimation/ Verkippung wohl zwingend, dass man immer ein extra-fokal Bild und ein intra-fokal Bild macht? Denn sonst würde man bei einer Nachkollimation durch den Offset des Spiegels ja fehlgeleitet!

Noch eine Zusatzfrage zum Test auf Kollimation/Verkippung. Wenn ich nur auf Verkippung testen will, ist es dann cleverer nur moderat zu defokussieren, sodass die Kanten der Ringe und die Interferenzen an der Spinne noch nahezu scharf sind? Das war bei mir durch die Fokussierungsunempfindlichkeit bei weit ausgefahrenen Okularauszug/ vielen Zusatzspacerrohren zwangsweise so.

Denn wenn ich versuche den Sekundärspiegelschatten in einem klassisches Einstern Bild mit standardmäßig stärkerer Defokussierung,

z.B. in diesem hier von den Spezialisten,

so auf Dezentrierung zu messen, wie in meinem Einstern Bild, dann bereitet mir das Nachmessen wegen der unscharfen, verwaschenen Kanten große Probleme!


künstliche Sterne hat man auch am Tage mehr als genug. Man braucht nur die Sonne. Dann gibt es z.B. jede Menge Reflexe des Sonnenlichts an Antennenmasten, Kaminblechen, Wassertropfen, etc., oder auch Astlöcher mit durchscheinendem Licht sind geeignet. Sollte halt in der entsprechenden Enfernung sein, was bei ca. 70 m nicht allzu schwierig sein sollte. Am besten natürlich eine Wegstrecke mit möglichst wenig Bebauung um Turbulenzen zu vermeiden.

Sorry, ich verstehe nicht, wie ich in Sonnenreflexionen an Antennenmasten, Kaminblechen, Astlöchern usw. eine Punktlichtquelle von maximal 0,23 mm Durchmesser finden kann. :unsure: In Wassertropfen vermutlich schon, aber wenn es viele Wassertropfen an Bäumen gibt, setzt sich die hohe Luftfeuchtigkeit auch schnell auf der Optik ab. "The sky is sucking all the heat of my telescope!" :sick:
Gruß
 
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Hallo Heinrich,

Sorry, ich verstehe nicht, wie ich in Sonnenreflexionen an Antennenmasten, Kaminblechen, Astlöchern usw. eine Punktlichtquelle von maximal 0,23 mm Durchmesser finden kann.

doch, es funktioniert schon. Ich hatte es weiter oben ebenfalls schon erwähnt:

Als künstlicher Stern taugt übrigens auch die Licht-Reflexion von einer entsprechend stark gekrümmten, spiegelnden Oberfläche.

Du brauchst eine spiegelnde Oberfläche mit einem entsprechend kleinen Krümmungradius.

Für den Fall der obigen 8-Zoll f/4-Optik wäre dazu eine spiegelnde Sphäre mit ca. 60mm-Durchmesser oder kleiner notwenig, die von der Sonne beschienen wird.

Ciao Werner
 
Hallo Heinrich,

es gibt definitiv bei genauerem Hinsehen unglaublich viele Möglichkeiten, am Tage Kunststerne in den unglaublichsten Situationen zu finden. Man muss mit dem Fernrohr einfach sehr aufmerksam etwas durch die Gegend streifen und man wird leicht fündig. Wassertropfen finden sich auch nach Nebel oder Regen ebenso wie geeignete Schneekristalle. An gekrümmten in der Sonne spiegelnden Flächen hat man regelmäßig geeignete Reflexe.

Auch Türme mit roten oder andersfarbigen Leuchten sind geeignet wenn man genau auf die Glühfäden im Fernrohr schaut.
Des nachts würde ich den Polarstern einstellen. Der ist sehr gutmütig, da er sich kaum von der Stelle bewegt.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo

Völlig ohne Aussage, zeigt keine Beugungsringe, Loch viel zu groß für den Abstand, man würde es auch mit max. vergrößerndem Okular betrachten, wobei die Korrektur ja für unendlich nicht erreicht wird.
Interessanter ist die Komafigur zu den 4 Ecken hin, sollte ringsum gleich stark sein, dann ist wenigstens richtig justiert.

Gruß Frank
 
Danke für die Anregungen zum Auffinden von künstlichen Sternen in der Umgebung.

Du brauchst eine spiegelnde Oberfläche mit einem entsprechend kleinen Krümmungradius (...) mit ca. 60mm-Durchmesser oder kleiner, die von der Sonne beschienen wird.

Ich werde Mal in der Straße rumfragen, ob die Nachbarn nicht Lust haben im Sommer die kleinen Weihnachtskugeln raus zu hängen. Die würden genau passen. :ROFLMAO: :ROFLMAO:


Hallo Frank!

Völlig ohne Aussage, zeigt keine Beugungsringe, Loch viel zu groß für den Abstand (...)

Ja, die starke Defokussierung mit vielen Beugungsringen, das ist der klassische Einsterntest der visuellen Astronomie. Wenn die Interferenzringe symmetrisch erscheinen, wenn mit bloßem Auge also keine Asymmetrie auffällt, dann ist die Kollimation OK. So weit, sind wir uns einig.

Wenn ich den künstlichen Besserwisser aber nach einer normativen Schritt für Schritt Anleitung für die Feinkollimation des HS Frage, dann sagt er mir, ich soll nur leicht defokussieren, den FS-Schatten scharf stellen und diesen in der Mitte zentrieren!!

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Feineinstellung per Sternkollimation Schritt für Schritt (Nach der groben Laser-Kollimation)​

  1. Lass das Teleskop auskühlen und wähle einen hellen Stern hoch am Himmel, möglichst weit weg vom Horizont.
  2. Verwende eine eher hohe Vergrößerung oder beim Kamerabetrieb die Live-Ansicht mit Zoom, damit das Sternbild gut erkennbar ist.
  3. Zentriere den Stern exakt im Sichtfeld. Das ist wichtig, weil ein Stern am Rand auch dann dejustiert wirken kann, wenn das Teleskop korrekt eingestellt ist.
  4. Stelle leicht unscharf, bis ein sauberes Donut- oder Ringbild sichtbar ist; nicht zu stark unscharf stellen, sonst gehen die Details verloren.
  5. Beobachte den Schatten des Fangspiegels im unscharfen Sternbild.
  6. Justiere nur die Kollimationsschrauben des Hauptspiegels in sehr kleinen Schritten, bis der Schatten mittig sitzt und die Ringe konzentrisch sind.
  7. Zentriere den Stern nach jeder Korrektur erneut, weil er sich beim Verstellen leicht aus der Mitte bewegt.
  8. Wenn das Bild auf beiden Seiten des Fokus symmetrisch aussieht, mache eine letzte Kontrolle bei etwas geringerer Unschärfe. Wenn es dann noch immer zentriert ist, bist du fertig.

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Es gibt also mindestens zwei Varianten, wie man den Sterntest machen kann. Man kann auch einfach den scharfen FS-Schatten zentrieren!


Für die von Werner vollkommen richtig angesprochene natürliche Dezentralität des FS-Schattens aus dem FS-Shift
Noch ein Hinweis zum Fangspiegelschatten: Bei einem F4 Newton und korrekter Offseteinstellung kann der Schatten aus geometrischen Gründen extra/intrafokal niemals zentrisch erscheinen.

habe ich bis jetzt jedoch nirgends eine Anleitung mit einer angemessene Behandlung gefunden. Dieses Problem tritt bei Ausrichtung an Interferenzringen anstatt am FS-Schatten auch genau gleich auf.

Bei meinen scharfen Donuts (siehe oben) war der FS Schatten extrafokal nach links verschoben, aber intrafokal nach rechts verschoben. (Und beide ganz leicht nach oben.) Deshalb vermute ich nun, dass mein Newton schon recht gut kollimiert ist.

Zur Qualitätsbeurteilung des Spiegels müsste ich dann aber noch den klassischen Einstern Test mit der starken Defokussierung machen. Das geht aus dem scharfen Donut nicht hervor, d'accord.
 
Hallo Heinrich,

Für die von Werner vollkommen richtig angesprochene natürliche Dezentralität des FS-Schattens aus dem FS-Shift


habe ich bis jetzt jedoch nirgends eine Anleitung mit einer angemessene Behandlung gefunden. Dieses Problem tritt bei Ausrichtung an Interferenzringen anstatt am FS-Schatten auch genau gleich auf.

Seltsam, derartige Darstellungen sollten sich wohl an vielen Stellen/Abhandlungen finden lassen. Zumindest im Suiter gibt es eindeutige Abbildungen und Beschreibungen zum Offset. Hab jetzt nur nicht die genaue Seitenzahl im Kopf. :giggle:

Viele Grüße
Werner
 
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