Sonnenfilter Selbstbau

Michi nova

Neues Mitglied
Hallo,
ich möchte mir mit dem 3D-Drucker einen Sonnenfilter für meinen Skywatcher Quattro 200 drucken. Die Baader-Folie ist allerdings nur 200 mm breit, die Teleskopöffnung jedoch 235 mm. D.h. Ich hätte am Rand rundherum eine Obstruktion von mindestens 3 cm, wenn ich die Folie sicher verkleben will. Ist das ein großes Problem oder soll ich dann doch lieber das Geld für eine größere Folie ausgeben und den Verschnitt in Kauf nehmen?
Danke schon mal für eure Tipps!
Michael
 
Die Sonne ist doch hell genug. Und ein paar mm weniger, werden dir jetzt nicht das Bild vollkommen ruinieren ;).
Ich würde Obstruktion in Kauf nehmen und so drucken und die Folie nachher einkleben, dass alles gut "dicht" ist.
 
Ist das Druckmaterial auch hitzefest genug? Schließlich scheint ja die Sonne senkrecht auf das Material. Gerade die letzten Tage ließen Dinge, die in der Sonne lagen, so richtig heiß werden. Ich baue Sonnenfilter immer aus lackierter Pappe. Die kann man in Richtung der Sonne auch weiß lackieren.
Grüße
Dietrich
etwa so:
IMG_20240405_155606.jpg

hier für eine Sonnenfisternis bei Sonnenuntergang, deshalb Front nicht weiß
 
Zuletzt bearbeitet:
Früher oder später kann man den "Verschnitt" immer gut gebrauchen, für Sofi-Brillen oder das Fernglas. Weggeworfen habe ich immer nur Fitzelchen :cool:
Grüße Frank
 
Hallo Dietrich, ja, das Filament ist UV- und Hitzebeständig. Der Plan ist, die Sonnenseite weiß zu drucken und die rückwärtige Seite schwarz. Außerdem kann der Drucker 320 mm im Durchmesser drucken, sodass ich ordentlich „Dachüberstand“ bekomme. Das sollte also alles funktionieren.
 
Hallo,
eine weisse Abdeckung vorne drauf ist auch bei meinen Filterhaltern hilfreich. Bei der Lösung werden die als Wärmeschutz draufgeklickt.

Grüße Rainer
 

Anhänge

  • IMG_9267.jpeg
    IMG_9267.jpeg
    215,2 KB · Aufrufe: 92
  • IMG_9266.jpeg
    IMG_9266.jpeg
    301,5 KB · Aufrufe: 89
Ja, wenn die Sonne den Kleber nicht aufweicht kann es klappen. Aber ich bin immer noch dafür eine professionell hergestellten Filter zu verwenden.
Gruß Wolfgang
 
Was spricht gegen normales doppelseitiges Klebeband, wie in der Anleitung empfohlen?

Wobei ich mir bei 3D-gedruckten Haltern den vorderen Ring meistens spare, die Folie reflektiert ja selbst schon, und ein Kunststoff- oder Metallring wie hier (ein Cokin P Filter Adapter Ring mit passendem Objektivgewinde, darauf eine Lage AstroSoalr-Folie) ist stabil genug. Bei Karton ist der vordere Ring für die Stabilität schon wichtiger. Oder habt ihr schwarze Folien?

IMG_5534.JPG


Beste Grüße,
Alex
 
Ja, der Kleber kann nicht halten, die Folie fliegt weg, du merkst es nicht, und guckst trotzdem in die Sonne. Du glaubst es nicht und guckst noch mit dem anderen Auge in die Sonne. Nun bist du blind! Kann passieren. Is mir noch nicht passiert. Kann ich nur warnen vor. Nichts selbstgebautes verwenden!
NICHTS
Grüße
Dietrich
 
Okay, wenn man die vordere Scheibe auch an dem Ring befestigt, bringt das etwas mehr Sicherheit. Spricht dafür, die Folie von innen in den Halter zu kleben.

Mit Klebeband hatte ich aber auch noch nie Probleme. Auch in der Anleitung wird nur der Filterhalter auf den Ring geklebt, was ich gerne mit Klebelaschen unterstütze.

Aber ich will keinen davon abhalten, was fertiges zu kaufen :) Man sollte schon wissen, was man macht.

Clear skies,
Alex
 
Hallo

Mein selbst gebastelter Baader Folie Sonnenfilter, zu erst die Ringe und Rand aus hart Karton geschnitten,
verklebt Silikon und Pattex, Folie eingearbeitet, 2 bis 3 mal mit Panzer Klebeband Schwarz verklebt.
erwähnte das schon im Frühjahr 2026.

Manfred
 

Anhänge

  • IMG_0528.JPG
    IMG_0528.JPG
    197,9 KB · Aufrufe: 56
  • IMG_0530.JPG
    IMG_0530.JPG
    250,8 KB · Aufrufe: 46
An die Selbsthersteller:Warum wollt ihr unbedingt einen Sonnenfilter selbst basteln? Bei so einem sensiblen Objekt wie unsere Sonne ist doch Vorsicht oberstes Gebot. Wegen paar Euronen mein Augenlicht in Gefahr bringen, würde mir niemals einfallen!!
Gruß Wolfgang
 
Vor Jahren gab es mal in irgendeiner Astrozeitschrift einen Artikel über einen Selbstbausonnenfilter, ich glaube für ein C11. Der Autor stand aufgrund der großen Öffnung vor dem gleichen Problem. Gelöst wurde es, indem ein Filter mit sieben kleineren Öffnungen, ähnlich meiner Skizze gebaut wurde.

Aufgrund der Tatsache, dass die zentrale Obstruktion ausgespart werden kann und die Sonnenhelligkeit keine extremen Öffnungen erfordert, wurde alles so ausgelegt, dass eine DIN-A-4 Sonnenfilterfolie gut gereicht hatte, alle sieben Löcher spannungsfrei und mit genügend Überstand zu bedeken. Die Folie wurde dabei zwischen zwei verschraubten Scheiben gehalten und zusätzlich auf einer Seite verklebt.

Allerdings, wie schon geschrieben wurde, sind Sonnenfilter immer mit größtmöglicher Genauigkeit und Sorgfalt zu bauen. Nutzung immer auf eigenes Risiko.

Gruß Carsten
 

Anhänge

  • 20260705_210354.jpg
    20260705_210354.jpg
    272,2 KB · Aufrufe: 49
Hier mal ein Bilder meiner (PETG) gedruckten ERF Halterung. Der ERF wird spannungsfrei gehalten und das funktioniert prima.
PXL_20260705_194652773.RAW-01.COVER~2.jpg

Nicht alles selbstgebaute ist 'gebastelt' und ich habe keine Bedenken eine solche Lösung zu verwenden. Auch Halter für Filterfolien zur Beobachtung im Weißlicht kann man, meiner Meinung nach, konstruktiv sicher gestalten. Die käuflichen Halter sind ja nun auch keine Raketenwissenschaft. Zumal man dann auch absolut passgenaue Halter für das eingene Instrument bauen kann.

Viele Grüße
Michael
 
Hallo Wolfgang,

warum denn kein Eigenbau? Die Filterfolie ist die selbe...

Die ersten Sonnenfilter hatte ich zur SoFi '99 gebastelt, da gab es schlicht noch keine vernünftigen fertigen Folienfilter. Für das Vereins-C8 hatten wir vor 2004 mal eine ähnliche Lösung wie in Carstens Beitrag versucht, allerdings nur mit zwei Filterlöchern. Das Ergebnis war dann im Prinzip eine Scheinerblende, mit ganz komischen Effekten in der Abbildungsqualität. Mag sein, dass das neben dem Fokus auch jede Dejustage der Optik gezeigt hatte, jedenfalls hatten wir das Projekt ganz schnell begraben. Heute haben wir für das C8 einen temperaturkompensierten ASTF-Sonnenfilter. Eine Temperaturkompensation kann ich nicht selber bauen, sie lohnt sich aber bei langen Sessions und höherer Vergrößerung definitv. Das sind auch die kommerziellen Filter, mit denen ich die besten Erfahrungen gemacht habe. Einen einfachen, nicht temperaturkompensierten ASSF habe ich bei mir privat in der Sammlung – der passt aber halt nur für ein Teleskop und ein Spektiv. Aber mein Fuhrpark ist größer...

Im Verein hatten wir in den 90ern diesen kommerzielle Filter für einen 9/1000-Refraktor gekauft: Ein einfacher schwarzer Ring, in den die Filterfolie eingeklebt ist – sogar schön locker.
Vixen_Sonnenfilter.jpg

Damit das gut hält, war immer eine Rolle Isolierband im Teleskopkoffer, um ihn auf dem Teleskop zu sichern – gerne auch mit mehr Lagen als auf dem Foto. Den Filter hatten wir dann ersetzt, als das Bild nach drei Stunden matschig wurde. Ein paar Tage später war das Bild aber wieder okay – ich vermute, dass sich die Fassung doch so weit erwärmt hatte, dass es zu Spannungen kam, und sich die Folie so sehr gespannt hatte, das die Bildqualität einbrach. Ich bin mir nicht sicher, ob ich im Bild noch die erste Fassung fotografiert hatte, oder schon den Nachfolger. Mittlerweile ist an dem Teleskop ein Herschelkeil, und der Folienfilter ist Geschichte.

Der nächste kommerzielle Filter, den ich habe, war beim Bresser Messier 90/500 dabei. Auch der hat eine sehr schmale Fassung (1 cm tief), die von einer Gummilippe innen in der Taukappe vom Teleskop gehalten wird. Bei der Konstruktion ist mir immer ein wenig mulmig, und ich greife auch gerne zum Isolierband, um das zu sichern. (Dass die schwarze Folie von dem Filter in der Schärfe den Folien von Baader und Intercon unterlegen ist, macht es nicht besser).
IMG_5536.JPG

Dann lieber ein Eigenbaufilter mit deutlich längerem Kragen, der sturmsicher über die Taukappe geschoben wird, oder sowas wie die ASTF/ASSF-Fassungen mit langen Gummistiften und bei Bedarf auch Klettsicherung.

Da ich aber schon einiges an Sonnenfiltern gebastelt habe, habe ich da auch wenig Bedenken, was eigenes zu machen – vor allem, wenn es um die gesamte Sonne geht; für hohe Vergrößerungen kommt dann entweder ein kommerzieller Filter mit Temperaturausgleich her, oder ein Herschelkeil.

Aber die Eigenbauten ermöglichen halt auch andere, spezielle Lösungen. So einen oben gezeigten fest verschraubten Filter, bei dem die Folie auf einen Cokin-P-Adapter geklebt ist, verwende ich nicht nur für die Kamera (die man öfter mal aus der Hand legt, was mit Aufsteckfiltern problematischer ist), sondern auch für mein Leitrohr, wenn ich die Sonne über längere Zeit fotografiere. In die Taukappe habe ich ein Gewinde geklebt, in das der Filter geschraubt wird. Da kann ich das Gerät auch unbeaufsichtigt auf meinem Balkon stehen lassen (wo keine Leute hinkommen!), ohne mir Sorgen über Windstöße machen zu müssen.

Außerdem habe ich mal einen optischen Winkelsucher (ganz wichtig – bei Geradeinblick würde man sonst doch direkt in die Sonne schauen, wenn man das Auge zum Okular führt; bei 90°-Einblick besteht das Risiko nicht) fest mit Folie ausgestattet:
Sonnensucher.jpg


Oder, für die SoFi: Ein Sonnenfilter für mein Teleobjektiv, basierend auf einer Schutzkappe für Zielfernrohre. Das größte Modell passt satt auf mein MFT-Teleobjektiv. So kann ich den Filter während der partiellen Phase auf der Kamera haben und ihn zur Totalität einfach aufklappen, ohne mir Gedanken zu machen, wo ich ihn ablege und danach wiederfinde.
Klappfilter.jpg

Klar: Bei einer Systemkamera riskiere ich im schlimmsten Fall den Sensor; für ein Fernglas würde ich das eher nicht machen, oder nur mit zusätzlichem Verschluss.

Ebenfalls für die Sofi: Ein automatisierter Sonnenfilter, der (hoffentlich) pünktlich zur Totalität hochklappt, damit ich mich nicht um die Kamera kümmern muss.
SoFi-Kamera.jpg


Solange man weiß was man tut, den Filter vor jedem Einsatz überprüft (gilt auch für kommerzielle Filter)nund sorgfältig arbeitet, ist ein Eigenbau kein Problem. Ein fertig gefasster Filter sieht dagegen besser aus als einer aus Karton, ist stabiler und ermöglicht ggf. über längere Zeit hinweg hohe Vergrößerung.

Isolierband, um einen Aufsteckfilter zu sichern, habe ich gerade bei öffentlichen Veranstaltungen immer dabei. Aber von der Fassung gelöst hat sich bei mir noch kein Filter.

Ach ja: Dass kommerzielle Sonnenfilter nicht unbedingt was taugen, zeigen die Einschraubfilter für das Okular, die von den freundlichen Chinesen noch immer ohne jegliche Anleitung und Warnhinweise auf den gängige Marktplätzen verkauft werden. Den hatte ich hier mal am 80/910-Refraktor getestet: Okularsonnenfilter – wirklich für die Tonne! | Kerste.de Hat keine fünf Minuten überlebt. Da kann man wirklich nur sagen, nimm einen Hammer, hau drauf und wirf ihn danach weg.

Beste Grüße,
Alex
 
Meine erste Sonnenfinsternis habe ich noch mit einer berusten Glasscheibe beobachtet, im Februar 1961. Andere Mitschüler benutzten Röntgenfilme. Wir haben es ohne Schaden überstanden. Ein frühes Teleskop hatte einen Okularsonnenfilter. Den habe ich vorsätzlich geknackt. Was nicht schlimm war, denn zum Teleskop gab es auch einen soliden Projektionsschirm.
Seit es die Baader-Sonnenfolie gibt, habe ich Sonnenfilter selbst gebaut. Ich habe die Folie als Meterware gekauft um auch meinen 10Zöller damit auszurüsten. Gerade habe ich einen Filter für mein 600mm-Teleobjektiv gebaut, für die kommende Sonnenfinsternis.
Aber jetzt bin ich im Zweifel, ob ich ihn verwenden werde. Ich kann die Sonnenfinsternis auch mit einem H alpha-Teleskop beobachten.
Grüße
Dietrich
 
Wer sagt denn sowas? Die OD5 ist doch sogar explizit für die visuelle Beobachtung geeignet...
Hi!

Genauer gesagt, z.B. auf https://www.baader-planetarium.com/...olie-5-0-eco-size-20x29-100x50-117x117cm.html :
Geeignet für visuelle Sonnenbeobachtung (nur mit zusätzlicher Optik) sowie Sonnenfotografie
1999 war die Unterscheidung noch kein Thema, mangels DIN-Normen. Da hatte ich aus der Astrosolar-Folie auch eine Brille gemacht, die sogar dunkler war als die normale SoFi-Brille. Kein Problem.

Mittlerweile gibt es eine neue EN ISO 12312-2:2015 über die direkte Beobachtung der Sonne mit dem bloßen Auge, daher war die ND5.0 auf einmal nur noch in Kombination mit Optiken zertifiziert. Die Norm gilt aber nur für das bloße Auge. Ist also eher ein rechtliches Problem als ein reales.

Jetzt gibt es eine AstroSolar® ClearWhite Safety Folie OD 5.1, die auch die neue visuelle Norm erfüllt, da sie nochmal minimal weniger Licht durchlässt (sie reduziert statt um 99,999% um 99,9992%). Aus der darf man dann auch ganz normgerechte SoFi-Brillen basteln und vor das bloße Auge halten. Der einzige Nachteil ist dann nur, dass die Rückseite spiegelt – beim geschlossenen Teleskop stört das nicht, bei einer seitlich offenen SoFi-Brille sieht man dann ggf. auch sein Auge spiegeln. Die besseren SoFi-Brillen sind daher auf der Rückseite schwarz.

Beste GRüße,
Alex
 
Wie gesagt, das Filtermaterial ist ja das selbe. Der Eigenbau betrifft nur die Fassung, und da habe ich genug fertige Modelle gesehen, die mir suspekt sind (und in anderen Bereichen meine schlechten Erfahrungen mit Fachwerkstätten gemacht, aber vielleicht bin ich mittlerweile zu alt und zynisch). Beim Eigenbau hat man nicht den Kostendruck, und das ganze ist weniger eine Blackbox – man lernt beim Selberbauen mehr, von daher ist ein Kartonfilter auch lehrreicher als ein 3D-Druck :) Dann hat man noch mehr ein Gefühl dafür, was schief gehen kann.

Aber Vorsicht und Aufmerksamkeit ist auch bei fertigen Filtern nötig; immer auf festen Sitz achten und die Folie vor dem Gebrauch auf Beschädigungen überprüfen.

Clear Skies,
Alex
 
Letztlich muss man sich mit der Lösung wohl fühlen und wenn man dabei kein gutes Gefühl hat, verzichtet man halt auf den Eigenbau und greift zur kommerziellen Lösung. Dafür gibt es diese ja.

Aber bitte verzichtet doch darauf Eigenskonstruktionen despektierlich als 'gebastel' abzutun. Die, in meinem Augen, abwertende Formulierung wird dem Aufwand den einige hier treiben nicht gerecht.

Viele Grüße
Michael
 
Arrrgghh :mad: Das ist weder hilfreich noch ein sinnvoller Beitrag. Jeder normaldenkende Mensch weiß hoffentlich, dass es hier nicht darum geht, das Filtermaterial selber zu bauen, sondern um die Fassung.
 
Zurück
Oben