iReckyy
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Hallo,
hier der Bericht meiner letzten Beobachtungsnacht. Neben ein paar hartnäckigen HII-Gebieten und Planetarischen Nebeln standen diesmal auch Objekt-Vergleiche im Laufe der Nacht sowie entspanntes Beobachten im Vordergrund. Ich zähle mich visuell immer noch als Einsteiger. Als Aufsuch-Hilfe diente Stellarium am Handy.
Rahmenbedingungen, Equipment & Beobachtungs-Setup
Die Objekte & Aufsuchgeschichten
1. Dämmerung & Dauerbrenner: M13, M27 & M31
Fazit
Ein rundum perfekter Beobachtungsabend! Der Drehhocker und die Karton-Lösung für die Gartenleuchte haben den Beobachtungskomfort enorm gesteigert. Visuell war der OIII-Aha-Effekt am Schleiernebel und die Kontrastentwicklung an M31 über die Stunden hinweg ein echtes Highlight. Außerdem die Erstsichtung von M33. Ich denke damit ist das Maximum aus dem Garten heraus erreicht.
Viele Grüße
Dennis
hier der Bericht meiner letzten Beobachtungsnacht. Neben ein paar hartnäckigen HII-Gebieten und Planetarischen Nebeln standen diesmal auch Objekt-Vergleiche im Laufe der Nacht sowie entspanntes Beobachten im Vordergrund. Ich zähle mich visuell immer noch als Einsteiger. Als Aufsuch-Hilfe diente Stellarium am Handy.
Rahmenbedingungen, Equipment & Beobachtungs-Setup- Teleskop: Skywatcher Skyliner Flextube 250p (10" f4.7 Dobson)
- Okulare: ES 24 mm (82°), Baader Morpheus 17,5 mm, ES 11 mm, ES 6,7 mm (das 4,7 mm blieb diesmal ungenutzt)
- Filter: 2" Astronomik OIII, 2" Astronomik UHC
- Zusatzoptik: 9x63 Fernglas
- Komfort & Umfeld: Ein höhenverstellbarer Drehhocker sorgte für entspanntes Einblicken. Das zuletzt störende Solar-Gartenlicht hatte ich diesmal einfach mit einem Karton abgedeckt – der Gewinn an Dunkeladaption war sofort spürbar! Dazu herrschten herrlich angenehme Sommertemperaturen, sodass man ohne dicke Klamotten oder Mütze draußen sitzen konnte. Rasen leicht feucht, Luft trocken und klar, geschätzt Bortle 5.
Die Objekte & Aufsuchgeschichten1. Dämmerung & Dauerbrenner: M13, M27 & M31
- M13 & M27: Beide Objekte habe ich mehrmals im Laufe der Nacht angesteuert – schon direkt zu Beginn, als es gerade erst dunkel wurde, und später immer wieder. M13 löste sich im 11 mm gewohnt brillant auf. M27 ging mit dem UHC-Filter schon gut, im 2" OIII schält tritt die Hantelform sehr deutlich aus dem Hintergrund hervor.
- M31 (Andromedagalaxie): Ebenfalls ein Dauerläufer von der frühen Dämmerung bis in die tiefe Nacht. Die Steigerung des Kontrasts über die Zeit war genial zu beobachten: Während der Kern im ersten Versuch in der Dämmerung noch quasi unsichtbar war, zeigte sich M31 in vollständiger Dunkelheit in ihrer vollen Pracht. Am Ende war die größere Begleitgalaxie (M32) deutlicher und knackiger zu sehen als der M31-Kern im Zwielicht zu Beginn!
- Aufsuchweg: Über 52 Cygni angesteuert. Erst hatte ich den UHC-Filter drin – damit war der Komplex schon gut sichtbar.
- Der AHA-Effekt: Der Wechsel auf den 2" OIII-Filter schlug dann aber richtig ein. Die Filamente von Sturmvogel und Knochenhand hoben sich knackig und knallhart vom durch den Filter tiefschwarzen Hintergrund ab.
- Erkenntnis: Ich hatte im Vorfeld völlig unterschätzt, wie gewaltig groß die beiden Nebelteile visuell sind und wie weit sie im Okular tatsächlich auseinanderliegen.
- Zwischendurch habe ich das Teleskop kurz ruhen lassen und einfach mit dem Fernglas ein paar Schwenks durch die sommerliche Milchstraße gemacht. Am Kleiderbügelhaufen (Collinder 399) bin ich lange hängen geblieben – im Fernglas ist dieses Muster immer wieder ein echter Hingucker.
- Aufsuchweg: Im 24 mm ES (50x) war M76 relativ schnell gefunden, aber zunächst enttäuschend – selbst mit Filter nur ein sehr dunkler, unscheinbarer, fast sternartiger Fleck.
- Anpassung: Verschiedene Vergrößerungen probiert, aber letztlich blieb es nur beim Fleck, eine klare Form war nicht wirklich erkennbar.
- Aufsuchweg: Nach einem gescheiterten Erstversuch an Pac-Man diente der offene Sternhaufen M52 als perfekter Anker im 24 mm ES, um mich langsam zum Blasennebel vorzutasten.
- Filterkampf: NGC 7635 war wie M76 eine harte Nuss. Der UHC-Filter lieferte gegenüber dem Oiii-Filter das deutlich stimmigere Bild. Zu sehen war aber auch hier letztlich nur ein kleiner runder Fleck.
- Aufsuchweg: Im zweiten Anlauf geknackt: Ich habe mir gedanklich ein Dreieck zwischen Shedar ( Cas) und Achird ( Cas) aufgespannt und traf damit exakt den eingebetteten Sternhaufen IC 1590.
- Okular-Vergleich: Im 24 mm ES ( AP) mit UHC-Filter war die Nebelwolke deutlich besser auszumachen als im 17,5 mm Morpheus ( AP). Ich konnte leider nicht ausmachen, in welcher Richtung die Maulöffnung lag.
- Aufsuchweg: Von Deneb aus im 24 mm ES + UHC abgesucht. Nicht sofort gefunden. Nach den anderen Objekten nochmal probiert, möglicherweise den Nebel vor lauter Nebel nicht gesehen.
- Sichtung: Man erfasst die Ausdehnung vor allem über die pechschwarze Dunkelwolke LDN 935 (Golf von Mexiko). Schwenkt man aus der Staubzone heraus ins freie Feld, steigt die Sternendichte im Okular schlagartig an.
Auch hier ist beeindruckend, wie groß das Objekt eigentlich ist.
- Beobachtung: Schwenk auf Saturn.
- Anekdote: Der noch relativ tief stehende Saturn zeigte rote und blaue Säume an den Rändern. Wegen der Farben dachte ich schon an atmosphärische Dispersion – bis mir auffiel, dass schlicht noch der UHC-Filter aus der vorherigen Nebeljagd im Okular steckte. Filter raus – Saturn wieder gestochen scharf!
- Aufsuchweg: Über Mirach abgesprungen, aber extrem schwer zu finden. Ich hatte völlig unterschätzt, wie dunkel und flächenhelligkeitsschwach M33 visuell tatsächlich ist!
- Sichtung: Im 24 mm ES zeigt sie sich als riesiger, aber sehr blasser Lichtschein mit geringer Flächenhelligkeit. Bei konzentriertem, indirektem Sehen stach innerhalb der schwachen Galaxienfläche aber ein kleiner "Knubbel" heraus: das HII-Gebiet NGC 604.
FazitEin rundum perfekter Beobachtungsabend! Der Drehhocker und die Karton-Lösung für die Gartenleuchte haben den Beobachtungskomfort enorm gesteigert. Visuell war der OIII-Aha-Effekt am Schleiernebel und die Kontrastentwicklung an M31 über die Stunden hinweg ein echtes Highlight. Außerdem die Erstsichtung von M33. Ich denke damit ist das Maximum aus dem Garten heraus erreicht.
Viele Grüße
Dennis
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