M42, Trapez

  • Besitzer des Mediums rainihaini
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Hallo,
anbei mein erster Versuch (14.09.2010, nach 4Uhr)mit meinem 10" F/4,5 Newton im Primärfokus die SPC900NC mit Baader IR/UV-Block Filter und das ganze auf meinem Wackel-Dackel (EQ-6).
ca. 1000 Bilder bei 5FPS in Fitswork mit einfacher Verschiebung (war leider nötig) überlagert (ca. 4000 Darks), das wars.
Das Ergebnis ist zwar nicht berauschend, aber naja, man erkennt was...
vor allem stören mich die Farbsäume um die Sterne, ne Idee wo die her sein könnten? mir kommt auch alles ein wenig unscharf vor, schlecht fokussiert? oder doch Kollimation? Seeing? Wackeln des Dackels?

Bin für jede Hilfe dankbar...

mfg
Rainer
Hallo Rainer,

also um ehrlich zu sein, sind die Farbsäume um die Sterne das wohl kleinste Problem.

Der Kern von M42 dürfte neben dem Kern der Andromedagalaxie wohl das mit Abstand hellste Deep-Sky Objekt sein. Da sollte also mehr drauf sein.

Mit der Web-Cam wirst Du mit Deep-Sky nicht viel reißen können. Ein richtiger Einstieg würde mindestens DSLR bedeuten. Deine Belichtungszeit lag ja bei 0.2 sec, richitg?
Das ist viel zu wenig.

Unser Superkurzbelichter "Junior" hier im Forum nutzt ultrakurze 1sec Belichtungzeiten. Allerdings hat er auch eine Spezial-Kamera, die von der Empfindlichkeit her jenseits von gut und böse liegt.

Ein 10" f/4.5 Newton bringt soviel Licht, dass relativ kurze Belichtungszeiten von wenigen Minuten an M42 prima Ergebnisse bringen können.

Bei diesen kurzen Belichtungszeiten sollten die Sterne eigentlich relativ klein sein. Ich denke, der Fokus hat nicht gepasst, oder es ist beim Stacken der 1000 Bilder etwas daneben gelaufen.
Was hast Du mit den 4000 Darks gemacht?

Mein Tipp: Eine Web-Cam ist für Mond und Planeten ein guter Einsteig. Für Deep-Sky dagegen völlig ungeeignet. Hol Dir am besten eine gebrauchte EOS 350d oder was Ähnliches.
Bedenke, dass alle anderen Deep-Sky Objekte viel lichtschwächer sind.

Die EQ6 ist zwar mit Sicherheit nicht meine favorisierte Lieblingsmontierung, aber einen 10er Newton sollte die doch einigermaßen halten können - bei 0.2sec Belichtungszeit. Stimmt da an der Monti was nicht?


Grüße
Rolf



 
Hallo Rainer,

wegen der Farbsäume um die Sterne: bei 22° über dem Horizont würde ich mal auf atmosphärische Dispersion tippen.

Wäre der Fokus nicht getroffen, würden die dunkleren Sterne dann nicht auch großflächiger abgebildet sein? Hier tippe ich auf Sättigung der Pixel durch die hellen Sterne und dadurch Überlaufen der Elektronen in benachbarte Pixel (Blooming).

Viele Grüße
Markus
 
Danke für die Hinweise...
@Rolf, richtig 0,2sec, die Darks habe ich gemittelt um das so erhaltene Masterdark von den Einzelnen Bildern vor der Überlagerung abzuziehen und ja Die Monti war "gschwind" mal auf den Balkon gestellt, pi*daumen ausgerichtet, deswegen webcam und kurze Belichtungszeit, wenn ich mir aber das Ergebnis ohne die Verschiebung von Fitswork mal anschaue, war die Monti net ganz so übel oder doch? (10" F/4,5 Maßstab ca. 1,03" pro Pixel?): http://img337.imageshack.us/i/m42trapeznoalign.jpg/

es handelt sich um eine EQ-6 der vermutlich ersten Generation, 2. Hand, im Originalzustand, bis auf die Steuerung... eingestellt wurde an der, zumindest seit dem ich sie hab (ca. 3 Monate), nix.

@helly, wie konnte ich das nur übersehen...
blöder Anfängerfehler, ja ich hab mal Fitswork die Einzelbilder exportieren lassen, die hellen Sterne sind alle Überbelichtet...
führt diese Überbelichtung dann in Kombination mit der Auswertung der Bayermatrix dann auch zu den Farbsäumen? ich vermute mal Ja, bitte korrigieren wenn ich mich irre...
athmosphärische Dispersion... keine Ahnung, ich hab die Größenordnung dieses Fehlers gerade nicht zur Hand...

jetzt gut Nacht
und
freundliche Grüße
Rainer
 
Hallo Rainer,

bei 0.2sec Belichtungszeit mit der Webcam sollen Sterne überbelichtet sein?
Nein, das glaube ich nicht.

Das verlinkte Rohbild ist natürlch eine Katastrophe. Bei 0.2sec must Du nicht mal nachführen. Da ist doch irgendwas ans Teleskop gestoßen, weil alle Sterne total verzogen sind.

Wenn die Monti die Sterne bereits nach 0.2sec SO aussehen lässt, ist irgendwas gewaltig falsch.
Wie willst Du es später schaffen, 5-10min zu belichten?


Das alles hat meiner Ansicht nach überhaupt nichts mit Stacking, Darkabzügen oder Ausrichtung zu tun.
Das Übel liegt IMHO in der Fokussierung und der Nachführung.

Grüße
Rolf
 
Hallo Rainer,

ich habe mit einer vergleichbaren Ausrüstung (8Zoll/f5-Newton und Toucam Pro auf einer H-EQ5) vergleichbare Bilder erhalten. Ich denke nicht, dass dabei ein Nachführ- oder Fokussierproblem besteht.

Die 8-Bit der Toucam-CCD sind bei 5-6mag Sternen schnell ausgereizt und dürften mit deiner Optik bereits bei den genannten 0,2s zu Pixelsättigung führen (schließlich sind bei mir Sterne bis knapp über 10mag - also etwa einen Faktor 100 schwächer - noch deutlich im Live-Bild erkennbar).
Zudem kann gerade bei einer geringen Höhe über dem Horizont schon eine beträchtliche Verbreiterung der Sternabbildungen durch Seeing auftreten. Eine Belichtungszeit im Bereich von zehntel Sekunden ist wiederum zu hoch um das Seeing entsprechend den Mond- und Planeten-Aufnahmen "einzufrieren".
Probier mal eine Aufnahme in Zenitnähe, da dürften die Sternchen schon deutlich kleiner werden. Allerdings habe ich mit der Toucam nie richtig punktförmige Sterne erhalten - da fehlt´s wohl auch an Pixelauflösung.

Ich denke auch, dass Markus recht hat mit der atmosphärischen Dispersion - dafür spricht die Farbanordnung (richtung Horizont rot richtung Zenit blau).

Bezüglich der Montierung stimme ich Rolf zu. Selbst wenn die EQ6 schlecht eingenordet ist, dürften sich Nachführfehler bei weniger als 1 Sekunde Belichtungszeit nicht bemerkbar machen. Mit einer einigermassen eingenordeten H-EQ5 sind bei 1000mm Brennweite bis zu 15s Belichtungszeit mit der umgebauten Toucam (SC1) kaum ein Problem.

Viele Grüße
Roland
 
Hallo nochmal,
@Rolf: doch die hellsten Sterne sind überbelichtet, hatte den Gain ja voll aufgedreht und nein das verlinkte Bild war kein Rohbild sondern der Stack aus den 1000 Aufnahmen aber OHNE Verschiebung.

So sieht eines der Rohbilder aus: http://img440.imageshack.us/i/m425fpssingleframe0000.jpg/

schau dir mal die Intensitätsprofile der hellsten Sterne an, die sind im oberen Bereich flach und haben den maximalen Pixelwert
-> überbelichtet richtig?
ob die auch defokussiert sind kann man deshalb nicht sicher sagen, dazu muss man sich dann die nicht überbelichteten Sterne anschauen... könnte sein das der Fokus nicht perfekt getroffen wurde..

@Markus, laut: http://astrofotografie.hohmann-edv.de/grundlagen/optik.brechung.php

liegt die atmosphärische Dispersion bei 2-4" und mir sind mittlererweile die Farbsäume auch bei den nicht überbelichteten Sternen in den Rohbildern aufgfallen, d.h. ja das kann hinkommen..

Ok also zusammengefasst:
-erstmal nochmal alles gründlich durchsehen bevor mans postet, die Überbelichtung hätte mir einfach auffallen müssen
-nicht überbelichten oder wach sein wenn man die Kamera einstellt.
-ab jetzt nur noch mit der Bahtinov Maske fokussieren
-bei niedrigen Objekten immer die RGB-Layer zurechtrücken

bezüglich der Monti, hier nochmal ein "Maximum" Stack aus den 1000 Bildern: http://img687.imageshack.us/i/m42trapeznoalignmax.jpg/

d.h. die Sterne haben den ganzen Weg während ca. 3 Minuten und etwas zurückgelegt, bei einem Maßstab von 1,03" pro Pixel, ist das jetzt ok, schlecht oder hab ich jetzt nen Briefbeschwerer? oder was sollte ich da erstmal noch probieren?

mfg
Rainer
 
Hallo Rainer,

ist ja alles schön und gut. Selbst wenn die Sterne überbelichtet sind, kannst Du nicht noch kürzer belichten.
Helle Sterne sind bei Deep-Sky Aufnahmen fast immer überbelichtet - auch bei 16-Bit Kameras.
Es ist ja jetzt auf den Rohbildern schon fast nix drauf.
Es ist auch erstmal egal, ob die Sterne nun überbelichtet sind, oder nicht. Es kommt in erster Linie drauf an, dass ordentlich Nebel-Information im Bild erscheint. Der Trapezbereich vom Orion ist ja schon dermaßen hell, da sollte mit einem 10" Newton viel mehr zu erwarten sein.

Mal ehrlich: Dich stören vor allem die Farbsäume um die hellen Sterne?
Stört Dich denn nicht vielmehr, dass fast kein Nebel im Bild drauf ist ;-)

Denk mal drüber nach, ob nicht eine DSLR die bessere Deep-Sky Kamera wäre. So kommste nicht weiter, denn heller als der M42-Kernberich ist eigentich nichts.

Grüße
Rolf









 
Hallo Rolf, nun ja, bedenke das ich insgesamt nur? 200s belichtet habe, kombiniere das mit der niedrigeren Effizienz von vielen kurbelichteten Aufnahmen im Vergleich zu einer einzigen Langbelichteten (hängt mit dem Ausleserauschen zusammen) und dann bedenke noch das der Nebel ein Flächenobjekt darstellt das bei vergrößerung einfach dunkler wird, die Sterne sind nach wie vor Punktquellen bei der Vergrößerung also kann dann einfach nicht mehr drauf sein das noch gut aussieht, aber du willst MEHR NEBEL?
Du kriegst MEHR NEBEL!: http://img714.imageshack.us/i/m42rolf.jpg/

ist einfach anders aus dem selben Stack gerendert sozusagen...

und jetzt mecker net über das Rauschen, sonst mal ich dir noch drüber. :D

mfg
Rainer
 
Hallo Rainer,

ICH will nicht mehr Nebel. Mir ist das relativ egal, wieviel oder wie wenig Nebel da drin ist.

Du aber schreibst oben, dass Du für jede Hilfe dankbar bist.

Nun habe ich versucht, Dir zu vermitteln, an was es liegen könnte, dass das Ergebnis für eine 10" Newton nicht wirklich optimal ist und dass diese Kombination auch zukünftig nicht vielmehr bringen wird.

Was Du daraus machst ist Deine Sache.

Wär's Dir lieber gewesen, ich hätte geschrieben: WOW Klasse Bild. Irre Drtails, tolle Farben? Dann wärst Du jetzt vielleicht zufriedener, aber keinen Schritt weiter.

Ich weiß, wie es geht und ich muss hier nicht zwingend beraten.


Grüße
Rolf
 

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