Hallo Reg,
leider muss man sich bei heutigen Produkten immer tiefer einarbeiten, um zu verstehen wie sie funktionieren und gleichzeitig gibt es immer mehr Beutzer, die eine einfache Bedienung erwarten. Beides passt nicht immer zusammen.
Deine Kamera ist eine Farbkamera und wie alle aktuellen Digitalkameras ( mal die Sony Foveon 3 Lagen Technik ausgenommen) sind sie eine Mogelpackung mit technischer Raffinesse.
Was Du als Farbkamera verstehst ist:
Es gibt pro Bildpunkt die Farben
Rot Grün und
Blau.
Aber was Du gekauft hast :
ein Bildpunkt
Rot, der nächste
Grün der nächste
Rot und in der Reihe darunter
ein Bildpunkt
Grün, der nächste
Blau, der nächste
grün,
usw. Über den ganzen Chip regelmäßig verteilt gibt es dieses Muster, nach dem Namensgeber auch als Bayer-Pattern bekannt.
Die Technik geht davon aus, dass bei guter Belichtung und bildmäßiger Fotografie ein Pixel(RGB) auch so bestimmt werden kann:
ooooo
ooooo
ooooo
ooooo
Nimm dir einen beliebigen grünen Bildpunkt aus der oberen Reihe, er habe einen festmontiert
Grünfilter vorgeschaltet (aufgedampft).
Schaue nach, ob der benchbarte Bildpunkt links viel
Rot abbekommen hat und der nach rechts etwa genausoviel
Rot, dann nimm einfach den Mittelwert aus links und rechts und sage, dass ist der
Rot-wert für den gerade aktuellen
Grün-Pixel.
Und mit
Blau machts Du das mit den oben bzw. untenligenden Blaugefilteren Pixeln. Stellst Du aber fest, dass der linke bzw. obere Bildpunkt einen deutlich helleren Wert erfasst hat als der linke bzw untere, dann liegt wohl eine Kante vor. Ach Du Schreck, jetzt bloß keine Treppe bauen, also befragen wir mal noch den übernächsten und fragen auch die 4 umliegenden Grünwerte ab. Daraus ermitteln wir dann den vermeintlichen Rotwert für den aktuellen Pixel.
Dieser Vorgang heißt
Farbinterpolieren ( neudeutsch und unwissenschaftlich aber techikklingend auch debayern genannt)
Eines will ich klarstellen: Ich finde das Bayer-Farbmuster
genial und eine technische Meisterleistung.
Die sooft genannte
Reduzierung der Auflösung kommt daher, dass man immer den Nachbarpunkt befragen muss und daraus die gesuchte Information bildet. Es ist keine halbierte Auflösung, wie man meinen möchte. Sie liegt je nach örtlichem Kontrast zwischen 50 und vielleicht 75% im Vergleich zu einem monochromen Sensor.
Puh, ich hoffe man versteht das, so ohne Grafik.
Zum Bayer-Muster: Da die Pixel jeweils einen anderen Filter vorgeschaltet haben und die Pixel dadurch unterschiedliche Belichtungen erhalten und auch noch unterschiedlich empfindlich sind, bekommt man sogar bei einer einheitlich grauen Bildvorlage dieses Bayer-Muster zu sehen. Erst wenn man das Farbgleichgewicht der drei Filter eingestellt hat, wird eine graue Fläche auch entheitlich grau.
Weiterhin musst Du das Bayermuster deinem Programm mitteilen:
Also im Beispiel oben:
RGGB
ooooo
ooooo
ooooo
ooooo
Nun hat jedes Programm seine Eigenart ein Bild zu speichern. Man kann oben links anfangen oder unten rechts. Lässt man zum Beispiel eine obere Zeile weg, so wird aus RGGB:
GBRG
ooooo
ooooo
ooooo
Das musst Du nun selbst durch Kontrolle einmal herausfinden und dann immer die gleiche Prozedur zum Speichern und Öffnen verwenden.
Puh, ein echt langer Beitrag. Hoffe er hilft und würde auch gerne hören, ob er das tut.