10" Orion UK oder 12"GSO Deluxe?

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Bruder

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Hallo an alle,

ich möchte mir nach ca. 25jähriger Beobachtungspause ein neues Teleskop zulegen und mich damit wieder meinem alten Hobby widmen.

Wie man dem Betreff entnehmen kann, soll es ein Dobson werden.

Meine Frage an euch: Was haltet ihr für die sinnvollere Anschaffung?

Der 10"/1600 Dobson von Orion UK ist zwar teuer, hat aber wohl den "besseren" Spiegel, ist leichter und okularfreundlich (f/6),
aufgrund der dünnen Tubuswand aber auch nicht so Verwindungssteif.

Der 12"GSO Deluxe ist um einiges günstiger, der Tubus stabieler, aber auch schwerer und die Spiegel sind nicht so hochwertig, vom okularkritischen F/5 mal ganz abgesehen!

Also, was meint ihr?

Grüße,

Heiko
 
Hallo Heiko,

welcome back! Deine Wahl hängt natürlich von vielen Faktoren ab, z. B. von deinem Himmel und deiner Mobilität und vielem mehr, was sich in 25 Jahren durchaus geändert haben dürfte! Tipps sind immer so eine Sache weil von vielen individuellen Vorlieben abhängig. Trotzdem:

Ich kann dir aus meiner eigenen Entscheidungsfindung sagen, dass MIR die Rockebox des Orion so überhaupt gar nicht zugesagt hat und ich deshalb aus gleicher Überlegung den 12 GSO nahm. Nun ist die dort gelieferte Box auch kein unmodifiziert zu Jubelsprüngen ermutigender Bringer, aber sie ist mit wenigen Schrauben und Ergänzungen als okay zu bezeichnen, die Klemmung der Achse hat mir gefallen und bis heute überzeugt. Das Rollenlager im Azimut hab ich ganz schnell gegen Teflon getauscht.

Der Spiegel ist gut, unter einem ordentlich dunklen Himmel sogar erfreulich gut. Die Verarbeitung ist solide, kein Vergleich zu den Individualisten, aber von der Stange akzeptabel zu dem Preis. Und optimieren musst du eh: Velour, Belüftung etc. (Ich kenne die FS Halterung von Orion nicht, vielleicht ist die besser als die GSO?)

Die gesparte Pappe hab ich in ein paar ordentliche Pano und Nagler gepumpt und dem f/5 damit die Angst genommen. Licht kann nie genug ankommen, zudem, und das spricht auch für 12", wenn du es getragen bekommst. (Meiner hat zwei verzinkte Stangen und je einen Luftreifen, der rollt nur noch) Ich muss aber auch in kein Fahrzeug, nur aus dem Stall auf den Acker.

Das meine ich, aber wie gesagt, viele Mütter haben schöne Töchter.
Herzlich, Olaf

 
Hallo Heiko,
klare Tendenz zum Orion,ich nenne ein solches Teleskop schon 10 Jahre mein Eigen.Allerdings nicht ohne Nacharbeit.Bei mir kam ein Baader Steeltrack dran,die obligatorische Velourfolie und knapp über der Spiegeloberkante 2 saugende Lüfter.Beobachter auf dem HTT bescheinigten dem Newton auch an Mond und Planeten eine sehr gute Abbildungsleistung.Deepsky sowieso,was halt so mit 10 Zoll alles geht.Ich muß gestehen,da geht ihm aufgrund der Öffnung
natürlich schon mal die Luft aus.Mittlerweile stehen ja auf solchen Treffen größere Lichteimer zur Verfügung.Aber summa sumarum,er ist noch transportabel und multifunktional.Die guten Spiegel von Orion sind eben, wie du auch erwähntest,dise Anschaffung wert.Ich habe übrigens noch ein paar Lüfter auf Lager.Ich habe die Marke vergessen,aber sie sind sehr klein und doch leistungsstark.Vielleicht helfen dir meine Hinweise ein wenig weiter.In diesem Sinne.
CS
Viele Grüße
Michael
 
Danke für eure schnelle Antwort.
Zu Cor_Caroli: ich denke auch, daß sich der f/5-nachteil bei dem GSO 12" durch durch bessere, ev. auch gebrauchte Okulare ausgleichen läßt, schließlich ist der GSO um einiges günstiger als der OrionUK.

Zu busfahrer1960: eigentlich hatte ich bei dem OrionUK erwartet bei diesem Preis ein "bastelfreies" Gerät zu erhalten, wo solche Dinge wie Velourfolie usw. nicht mehr nötig sind.

Grüße,
Heiko
 
Noch zur Ergänzung: ich wohne im ländlichen Bereich und plane visuell aus dem heimischen Garten heraus zu beobachten; ein Transport des Dobson wird also die Ausnahme bleiben.

Im Gegensatz zu dem 12" GSO Deluxe denke ich bei dem OrionUK über einen Gebrauchtkauf nach.

Grüße,
Heiko
 
Hallo Heiko,

leider gibt es in dem Segment KEIN einziges Modell ohne Optimierungsnot.

Abgesehen von der Tatsache, dass manches Equipment nach Gusto ausgetauscht werden will (Ich habe auch einen Steeltrack angeflanscht, obwohl der GSO OAZ visuell sehr ordentlich ist) bleibt immer noch genug zu tun, bis das Ding gut ist (Neben den genannten wären da z. B. Laufgewichte für schwere Okulare, ordentliches Schraubenzeug für die Justage an FS, tauschen der Federn und Schrauben an der HS Zelle, Isoverkleidung außen, wenn gewünscht, Mattierung der FS Streben, Ausfräsen und Entspannen der FS Zelle … ) Die einen Dinge MUSS man tun, damit die Optik überhaupt richtig funktioniert, manches andere ist eher nachrangiger Natur.

Ein Umbau auf Carbon oder Gitterrohre wäre eine finale Ausbaustufe … Und dann schlägt der Öffnungswahn zu oder der richtig gute Spiegel, der perfekte Spiegel oder der selbstgeschliffene Spiegel!

Es ist, wenn ich es hier so lese, fast einfacher, sich von z. B. Sumerian oder Herrn Martini oder all den anderen nicht genannten einen Gitterrohr-Dobson bauen zu lassen und ihn mit einem Alluna Spiegel zu versehen. Dann kannst du beobachten, während die anderen optimieren. Wie in Villa Riba. :-D

Ich prophezeie, wenn es einer der Hersteller schafft, ein solches ›finites‹ Modell konkurrenzfähig auf den Markt zu optimieren, dann … naja, vielleicht nach dem die Welt am 21. untergegangen sein wird. Und das Zubehör nicht aus den Augen lassen. Mann braucht auch keine Nikon D4 und eine Palette f/2,8 Objektive, um die glückliche Familie zu fotografieren, aber Spaß macht es!!

Ansehen, anfassen, ausprobieren … wie immer!
Olaf
 
Hallo Olaf, da der "perfekt Spiegel" mein Budget überschreitet, ist es wohl am sinnvollsten den GSO zu nehmen, ihn ein wenig zu optimieren und Spaß damit zu haben!

Alles andere steht dann in den Sternen...

Heiko
 
Hallo Heiko,

Der Gebrauchtmarkt eine gute Quelle!

Per aspera ad astra!

So steinig ist der Weg gar nicht. Handwerken ist eine perfekte Beschäftigung für die bewölkten Tage! Aber: sag bescheid, wenn du erwirbst, danach werden wochenlang bewölkte Tage kommen: eine Woche/Zoll!

Olaf
 
Hallo Olaf,

nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es auf dem Markt käuflich erwerbbar Top-Spiegel aus Russland, Frankreich oder USA in Edelschmieden gibt, die mindestens so gut wie die von dir erwähnten Optiken sind.

Der Threadstarter hat sich diesbezüglich allerdings schon festgelegt, was ja sein gutes Recht ist.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Heiko!

Ich habe den 10" Orion UK f/6.4 und übrigens auch den 12" f/5.3. Beide Geräte sind vom Spiegel absolute Sahne. Was wir am Jupiter an Details beobachtet haben, war Wahnsinn. Sehr detailreiche Wolkenstrukturen, teilweise in Farbe mit einer tollen Schärfe, da "nur" 20 bzw 21% Obstruktion, verdammt nah am Apo! In den letzten Jahren ist der Tubus deutlich stabiler geworden, sicherlich noch nicht perfekt. Aber eben mal die Spiegel neu justieren nach dem Transport ist eh Pflicht bei jedem Spiegel! Visuell reicht diese Stabilität völlig aus. Außerdem gibt es ja noch den 10 Zoller im Carbon Tubus, da kann man wirklich nicht mehr meckern, selbst fotografisch, allerdings teuer. Als sehr effizient hat sich der saugende Lüfter erwiesen, der die Wärmeschlieren schnell vom Spiegel beseitigt. Bei wohl allen GSO Newtons wird noch geblasen, so dass die Wärmeströmungen quer durch den Tubus getrieben werden, und neue Wärme aus Bodennähe angesaugt wird..... Batterie umpolen geht nicht!Und ein Teleskop zu verbessern ist eh meistens Pflicht, wenn Du nicht gerade in der Lomo Liga Dich bewegst....

Gruß

Scotty

www.scottys-universe.de
 
Zusatz von Scotty!

Hallo Heiko!

Ein Qualitätsspiegel ist übrigens nicht so seeinganfällig
wie ein mittelmäßiger. Und solltest Du bevorzugt Planeten
und Mond beobachten, ist ein sehr guter Spiegel Pflicht,
um Details klar zu erkennen, und um kein "verwaschenes"
Bild zu haben. Zwar hauen einige Händler das Fass auf, beugungsbegrenzt reicht völlig aus, also Strehl 0.8, aber die
wollen eh nur verkaufen, da zählt nur der Umsatz.

Gruß again

Scotty
 
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Hallo Scotty,

du schreibst:

Ein Qualitätsspiegel ist übrigens nicht so seeinganfällig
wie ein mittelmäßiger.

Ich muss dich da ein wenig korrigieren. Seeing hat überhaupt nichts mit der Qualität einer Optik zu tun.

Ob nun grottenschlechte oder supergute Spiegelqualität, ist den Luftschlieren ziemlich egal. Was du vielleicht sagen möchtest: Ein großer Spiegel ist "seeinganfälliger" als ein kleiner. Ein Topspiegel kann evtl. im Vergleich zu einem schlechten auch bei weniger guten Seeingbedingungen etwas mehr zeigen (bei guten sowieso ;) ). Ich sage hier bewußt "evtl." da bei großen Spiegeln der Seeingfaktor bei mitteleuropäischen Bedingungen in fast allen Fällen ohnehin um Längen den Strehl dominiert, d.h der Wellenfrontfehler hervorgerufen durch Luftschlieren ist viel größer als der Wellenfrontfehler der Optik. Da wird man bei mäßigem Seeing keinen Unterschied von Strehl 0,99 und z.B. 0,6 im Fokus sehen. Man muss also die jeweiligen Wellenfrontfehler im konkreten Anwendungsfall miteinander vergleichen und kann erst dann eine Aussage machen.

Viele Grüße
Werner

 
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Hallo Werner!

Da gibt es den legendären Bericht Optikmythen von einem Physiker, der sich auf Optik spezialisiert hat.

Google mal unter Optikmythen und pdf, da stößte dann ab Seite 17 auf den Artikel. Mein Link dazu wurde leider zensiert, weil das Wort "rohr" wohl da vor kam...

Der Artikel räumt wunderbar mit den Optikmythen auf, die auch in dieser Diskussion rumgeistern :-(

Es ist in der Tat so, dass bei schlechtem Strehl die Beugungsringe ausgeprägter sind und das Licht bei Luftunruhe noch zusätzlich zwischen Beugungsscheibchen, und Beugungsringe hin und her geworfen wird, was zusätzliche Unruhe ins Bild einbringt. Bei gleicher Austrittspupille und gleicher Qualität der Spiegel müssen unterschiedlich große Spiegel gleiche Ergebnisse bringen!



Gruß



Scotty
 
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Hallo Heiko,

nimm das 12 Zoll Modell- denn Öffnung ist nun mal durch nichts zu ersetzen. So grenzwertig in Sachen Okulare ist das Öffnungsverhältniss nicht und ich würde mir nach und nach hochwertige, eventell auch gebrauchte, zulegen.
Sicher ist dein Himmel nicht der dunkelste und das zahlt sich jedes Zoll an Öffnung aus.Erst recht, wenn du kaum Transportwege hast.
Ich kenne deine handwerklichen Fähigkeiten nicht, aber bei beiden Teleskopen gibt es genug Verbesserungspotenzial, was du beim Beobachten herausfinden wirst.
Aber nicht übertreiben! Es gibt Leute die kommen vor lauter Optimierungen nicht mehr zum Beobachten und Beobachtungsspaß hat man auch mit einem GSO, wie er aus der Kiste kommt.

Thomas
 
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Hallo Scotty,

ich bezweifle sehr, dass du bei Optiken ab z.B. 24" und Seeing von ca. 4" irgendetwas von Beugungsringen sehen kannst. Das geht nicht! Das Einzige was du da siehst ist ein Sternflatschen, nicht mehr. Den Wellenfrontfehler hervorgerufen durch Seeing allein und den Wellenfrontfehler Seeing + Wellenfrontfehler der Optik bei dieser Öffnung kannst du unmöglich im Fokus unterscheiden.

Ziehe beispielsweise die Meßgrößen EER, CIR anstelle vom Strehl heran, welche auch bei Großteleskopen eingesetzt wird und vergleiche. Du kannst das alles auch schön im Aberrator simulieren und wirst feststellen, dass du im Fokus keinen Unterschied mehr feststellen kannst.

Es gibt im Forum mehrere schöne Darstellungen zu dieser Problematik. Deswegen möchte ich dieses Thema im Anfänger-Board nicht weiter strapazieren.

Seeing-Qualitätsdiskussion u.a. hier

Einfach mal blättern...

Viele Grüße
Werner

 
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Hallo Thomas,

was du da so schreibst trifft so ziemlich meine aktuelle Vorstellung in Sachen zukünftiger Newton; handwerkliche Fähigkeiten sind durchaus vorhanden, es war eher die Bequemlichkeit, die mich nach dem "aufbauen und gut" Teleskop fragen ließ :blush:

Heiko
 
Hallo Werner!

Hier geht es gar nicht um die Erkennung von Beugungsringen, also nicht um die Ursache, sondern um die Wirkung! Und diese
ist eine Verstärkung der Luftunruhe bei schlechten Optiken!
Sorry, Thema verfehlt!

Ich kenne solche Dramen zur Genüge, wenn ein ausgekühlter
bestenfalls mittelmäßiger Spiegel nicht ansatzweise die Leistung eines viel kleineren Apos erbringen konnte bei gleicher Austrittspupille oder gleicher Vergrößerung bei Planetenbeobachtung!
Dann werden punktförmige Abbildungen um ein Mehrfaches vergrößert, sprich verschmiert. Und das sieht jeder Anfänger sofort! Was meinste, warum das Ergebnis vieler Starparties lautet: Apos sind viel besser als Spiegel? Ich durfte einmal durch einen LZOS Spiegel schauen, dann durch einen Takahashi
Apo, natürlich viel kleiner. Das war ein Religionskrieg auf Augenhöhe! Seitdem priorisiere ich Spiegel mit Zertifikat,
wo ich RMS und pv Werte erkennen kann. Glaube mir, das lohnt sich sichtbar!

Gruß

Scotty alias Uwe
 
Hallo Uwe,
Ein Qualitätsspiegel ist übrigens nicht so seeinganfällig wie ein mittelmäßiger.
Ja, das sagt sich leicht daher!
Eigentlich addieren sich die Fehler der Optik und der Seeing-Fehler. Aber nicht als 1+1=2 sondern eher als Wurzel(1^2+1^2)=1.41 !
Wenn der Seeingfehler größer wird, zB "2" steht da:
Wurzel(1^2+2^2)= 2.24
Und so weiter, irgendwann ist der Optik-Fehler nicht mehr wahrnehmbar.
Werner hat das schon in dieser Art aufgedröselt.
Bei einem 24" sind soagr schon bei sehr guten 1" Seeing ein paar kleine Toleranzen drin. Welche von manchen Herstellern vermutlich gern und ungefragt verplant werden ;)

Seitdem priorisiere ich Spiegel mit Zertifikat,
wo ich RMS und pv Werte erkennen kann.
Traue keinem Protokoll, welches Du nicht selbst gefälscht hast :pfeif:

Schau mal ---> hier

Bei den GSO's scheint es auch nicht besser zu sein, obwohl ich schon sehr gute 10" f/5 gesehen habe:
---> hier

Wobei man fairerweise sagen muss, dass etwas Asti bei einem günstigen 16" in den Tolernzen liegt. Solange man kein Top Seeing hat.

ps. Das PDF von Christian Losch bringt für seine Zeit einen absolut bemerkenswerten Ansatz. Manche Schlussfolgerungen sind aber zu stark vereinfacht, manche falsch.
Es bleibt eine Meinung, wie vieles im Metz. Inclusive meiner Beiträge natürlich auch :knuddel:

cs Kai
 
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Hallo Karsten,

ich sollte es vielleicht genauer ausdrücken: Durch eine schlechte Luftunruhe, sorry Seeing, wird das Ergebnis noch schlimmer bei einer schlechten Optik, weil sich die Fehler addieren, wie es Dein Vorgänger davor korrekt aufgeführt hat
durch Angabe des mittleren Gesamtfehlers.

Und solltest Du es immer noch nicht glauben, siehe Link zu den Optikmythen weiter oben!

Gruß

Scotty
 
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