12" GSO Dobson - Auspacken und ein erster Test

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Teleskopium

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Hallo Astrogemeinde,

ich hatte versprochen, einen kleinen Erfahrungsbericht abzuliefern, sobald mein 12" GSO Dobson sein First Light hinter sich gebracht hatte. Da ich selbst viele Fragen vorab mir mühsam aus dem Forum zusammengesucht habe um für mich zu entscheiden, ob dies für mich ein brauchbares Instrument sei, habe ich hier einen etwas umfangreicheren Testbericht verfasst, der schon beim Auspacken beginnt. Ich habe das Ganze so nüchtern wie möglich verfasst, ich wollte nur emotionslos meine Erkenntnisse transportieren. In jedem Fall sind meine Eindrücke subjektiv, nicht jeder muss hier mit mir übereinstimmen, aber wir können gern darüber reden.

Am Mittwoch kam mein 12"-Dobson von GSO an, erstaunlicherweise war an diesem Tag auch klarer Himmel und der Mond war noch vor dem ersten Viertel, also gute Vorrausetzungen für einen ersten Test des neuen Instruments. Zunächst musste ich aber zunächst die Rockerbox zusammenbauen. Die Technik der Rockerbox erinnert an IKEA-Technik, allerdings besteht die mitgelieferte Rockerbox nicht aus Echtholz, sondern aus schwarz lackierten Spanplatten - gut irgendwoher muss der günstige Preis ja auch kommen. Allerdings bezweifle ich, dass die Rockerbox mehrere Winter überbesteht, wenn diese im schneebedeckten Gras steht. Also habe ich zunächst provisorisch 4 Gehwegplatten auf den Rasen gelegt, die später noch fest im Sandbett verlegt werden. Wenn man dann im Winter diese Stelle räumt kommt die Rockerbox zumindest nicht unnötig mit Feuchtigkeit in Berührung. Früher oder später wird man aber hier wohl um einen Neubau nicht herum kommen, aber das ist ja nun wirklich nicht dramatisch.
Das Zusammenbauen der Box selbst war nur in Bildern beschrieben, die zudem recht klein waren, mit gesundem Menschenverstand kann man dies jedoch auch ohne Bauanleitung schaffen. Der Tubus war gut verpackt und ... doch recht schwer. Wenn man einen Koffer mit ca. 20kg Reisegepäck hat, so hat man dafür einen Griff am Koffer, der Tubus verteilt jedoch das Gewicht auf zwei Stellen, den Großteil macht natürlich der Hauptspiegel aus, dennoch bringt auch der Okularauszug etwas Gewicht mit. Der große Unterschied zur Schmutzwäsche im Reisekoffer ist aber, dass der Tubus natürlich wesentlich anfälliger auf Stöße reagiert. Ein Tubus für ein 12"-Newton lässt sich nicht mehr so angenehm mit den Armen umfassen wie dies bei kleineren Abmessungen noch möglich ist. Also ist ein "sanfter" Transport wirklich nicht mehr so einfach, man will ja auch nirgends anecken. Jedem der seinen Dobson ein Stück tragen muss sollte dies vorher bewusst sein. Ich könnte mir nicht vorstellen, den Dobson unsere schmalen Kellertreppen hochschleppen zu müssen.
Und einen Transport per Sackkarre lehne ich für mich ab. Gut, mit dem Tubus wird ein 8x50 Sucher mitgeliefert. Die Sucheroptik ist ganz brauchbar, allerdings war mein Sucher für terrestrische Beobachtungen um 500m scharf gestellt worden und ich habe zunächst nicht herausgefunden, wo man den Fokus einstellen kann. Dies muss man vorn am Objektiv verstellen. Da dies bei mir sehr schwergängig war hatte ich den Sucher zunächst auf dem Tubus befestigt. Am Tubus angebracht war es mir danach wegen der Schwergängigkeit nicht mehr möglich scharf zu stellen. Aber auch hier muss man sagen: es ist eben ein Sucher, den stellt man einmal scharf und ändert den Focus anschließend nie wieder!
Am Tubus war ein Crayford-Okularauszug angeschraubt, wie sich später herausstellte kann man damit auch durchaus sehr gut fokussieren. Hier hatte ich mit Schlimmerem gerechnet. Am Hauptspiegel war bereits ein Lüfter angebracht, ein Batteriefach für 8 R6-Batterien lag dabei. Leider hatte ich keine Batterien, für das First Light musste es also zunächst ohne gehen. Außerdem lag ein 32mm 2"-Kellner Okular bei und ich hatte mir noch ein Ultrawide-Angle 15mm Okular dazubestellt, was gleichfalls im untersten Preissegment liegt - für den allerersten Start sozusagen und um erst einmal ein Gefühl für das Instrument zu bekommen.
Zunächst mussten Primär- und Sekundärspiegel justiert werden, denn durch den Transport dürften sie wohl nie richtig justiert beim Kunden ankommen. Also legte ich den Tubus auf die Rockerbox und spannte die Federn. Der Dobson gleitete bereits jetzt recht sanft über die Gleitlager, vermutlich kann man dies noch verbessern, aber ich hatte auch ohne Tuning keine Schwierigkeiten das Teleskop auf einen entfernten Punkt am Horizont exakt einzustellen. Der Tubus wird mit einem ordentlich konstruierten Deckel geliefert, auch hier war ich positiv überrascht - man muss also nicht noch selbst eine Staubschutzkappe basteln. Allerdings wiegen Deckel und Okular zusammen bereits zuviel, der Tubus bleibt dann ab etwa 30° nicht mehr in der Lage stehen, sondern rutscht weiter nach unten. Also bei etwaigen Zubehörteilen muss man sicher genau auf das Gewicht achten. Die Justierung selbst ging doch schneller vonstatten als ich gedacht hätte, wobei ich den Artikel auf der Homepage von Uwe Pilz zuvor als Anleitung gelesen hatte. Allerdings hatte ich keinerlei Hilfmittel benutzt, weder einen Justierlaser, noch die von Uwe Pilz empfohlene Filmdose. Ich habe einfach nur durch den OAZ mittig durchgeschaut und zunächst den Fangspiegel justiert. Dabei war es wichtig darauf zu achten, dass das Auge exakt mittig durch den OAZ schaute. Der Fangspiegel war bereits in der richtigen Höhe über dem Hauptspiegel angeordnet und stimmte im Azimut, nur die Neigung stimmte nicht mehr. Anschließend habe ich dann den Hauptspiegel justiert, hier muss man einfach vorher etwas ausprobieren, welche Schraube den Spiegel wie bewegt. Auch ist es anfangs etwas verwirrend, die Bilder von Haupt- und Fangspiegel im OAZ richtig zu deuten. Nach etwa einer halben Stunde war die Spinne und der Fangspiegel mittig im Hauptspiegelbild zu sehen und das Zentralfeld wurde mittig im Fangspiegel dargestellt. Das ging dann doch recht einfach. Natürlich ist diese Methode nicht so exakt wie Uwe Pilz sie beschreibt und ich werde das Ganze später noch mal mit einer Filmdose wiederholen (diese sorgt vermutlich dafür, dass man das Auge wirklich mittig im OAZ hat).
Also auf zur ersten Beobachtung. Das Gerät in den Garten getragen, ja das Gewicht ist schon an der Grenze dessen, was ich nachts alleine schleppen möchte. Beim Aufsetzen des Tubus auf die Rockerbox vielen mir ein paar tiefe Kratzer auf dem linken "Side bearing" Höhenrades auf. Die Gleitlager der Rockerbox sind aus einem weichen Plaste (weiß nicht, ob das Ebony ist), diese sind mittels kleinen Krampen an der Rockerbox befestigt. Die Krampen sind normalerweise tiefer eingelassen, durch den Zug der Federn wird das Material aber so tief eingedrückt, dass die Krampe das Höhenrad zerkratzte. Also habe ich vorsichtig mit einem Hammer die Krampe tiefer versenkt. Bei neuen Instrumenten also unbedingt darauf achten, dass die Krampen wirklich tief genug drin sind. Trotz der kleinen Kratzer bewegt sich der Tubus immer noch sehr gut.
Obwohl ich nirgendwo angeeckt war musste ich den Hauptspiegel nochmal nachjustieren. Das ist aber bei größeren Newtons einfach normal.
Nun habe ich das Gerät stehen gelassen, da die Sonne noch überm Horizont stand. Nach einer kleinen Weile musste ich feststellen, dass die Tubuswand sich im Sonnenlicht stark aufheizte. Um den Auskühlvorgang nicht unnötig zu verlängern legte ich ein paar Decken drüber.
Gegen 21.30 Uhr ging ich dann wieder nach draußen um erste Beobachtungen zu machen. Allerdings war es noch etwas zu hell für DeepSky, der Himmelshintergrund war einfach noch nicht schwarz (6. August, 51.5°N astronomische Dämmerung 23.32Uhr). Zunächst ein paar Doppelsterne eingestellt, angefangen bei Alcor/Mizar. Klares deutliches Bild, Sterne punktförmig, also stimmte die Justierung bereits einigermaßen. h+chi Pers zeigten sich wunderschön, allerdings zum Rand hin bemerkte ich, das die Sterne im mitgelieferten 32er Okular unscharf wurden. Gut - über die Qualität der mitgelieferten Okulare wurde hier im Forum bereits genügend oft berichtet. Also für ernsthafte Beobachtungen muss ich mir wohl ein besseres Weitwinkelokular mit 30-40mm Brennweite besorgen. Selbst für das Aufsuchen von Objekten ist dieses Okular nicht wirklich zu gebrauchen, wie sich bei M57 bereits herausstellte. Denn bei 46x Vergrößerung ist M57 nicht viel größer als ein unscharfer Stern am Sehfeldrand des Okulars, damit steht dann doch nur ein relativ kleines Gesichtsfeld zur Verfügung. Zum Glück hatte ich M57 bereits mit meinem Refraktor recht oft ohne Teilkreise eingestellt, doch da der Sucher auch noch nicht scharf fokussiert war, wie ich jetzt schnell feststellte, war auch M57 nicht mehr so leicht zu finden. Irgendwie war es für mich denn auch schwierig, mein parallaktisches Denken hier aufzugeben, denn ein seitlicher Schwenk führte jetzt nicht mehr zu einer Bewegung parallel zum Himmelsäquator. Aus diesen Gründen dauerte es fast eine viertel Stunde, bis ich M57 gefunden hatte. 23 Uhr, es war immer noch nicht richtig dunkel, dennoch war M57 deutlich zu sehen, deutlich heller selbst bei 100x Vergrößerung im Vergleich zu 100mm Öffnung, aber mit wenig Struktur. Hier muss man wohl auch über die Anschaffung eines UHC-Filters nachdenken. Beim Aufsuchen kam auch Wega ins Bild und zeigte deutlich die von Fotos bekannten Spikes. Auch wenn die Spinne sehr dünn ist kommen dennoch diese Beugungserscheinungen zustande. Aber rein visuell hatte ich solche Spikes noch nicht gesehen.
Dann suchte ich das nächste Objekt auf, M31 Andromeda-Nebel. Langsam kam ich etwas besser mit der azimutalen Bewegung zurecht, M31 war schneller gefunden. Leider war es immer noch nicht wirklich dunkel, die Zentralregion der Galaxie strahlte extrem hell bei 100x Vergrößerung, da werden die 8" mehr an Öffnung schnell deutlich. Aber obwohl bereits die Milchstraße erkennbar war konnte ich keine Spiralarme erkennen, M31 war vermutlich noch zu tief am Osthorizont und die dunkleren Spiralarme wurden vom Himmelshintergrund überstrahlt. Leider konnte ich nicht mehr so lange beobachten, sonst hätte ich M31 einfach später noch einmal eingestellt. Also versuchte ich M13 einzustellen. Der immer noch unscharfe Sucher und das 32mm Okular waren mir dabei allerdings wirklich keine Hilfe. Irgendwo etwa bei 1/3 zwischen eta und zeta musste M13 unmittelbar neben der Verbindungslinie zwischen diesen beiden Sternen liegen. Doch obwohl ich mehrfach dieses Gebiet abgesucht habe hatte ich einfach diesmal kein Glück mit M13. Irgendwie kann ich
mich erinnern, dass ich M13 bislang immer über Teilkreise eingestellt hatte, es scheint also meine persönliche Macke zu sein, den Kugelsternhaufen einfach nicht zu finden. Aus Zeitgründen musste ich gegen 23:30Uhr abbauen, gerade als es richtig dunkel wurde (außerdem wurden die Mücken langsam unangenehm aufdringlich).

Zusammenfassung:

Die Optik ist auf jeden Fall sehr gut, vielleicht muss man sie noch etwas genauer justieren, obwohl ich glaube, dass ich dem Optimum schon sehr nahe gekommen bin. Meine "Grundausstattung" 32mm und 15mm UWA ist sicher sehr dürftig. Mit dem 15mm UWA werde ich vorerst noch leben, das 32mm Okular wird sicher als Erstes ausgetauscht. Weiter hatte ich Bedenken mit dem Nachführen von Hand bei hohen Vergrößerungen. Mit sehr guten Weitwinkel-Okularen ist dies in der Tat kein Problem und man kann das Objekt auch noch gut im Okular betrachten, während es sich durch das Bild bewegt. Natürlich wird diese Bewegung mit stärkerer Vergrößerung immer schneller, also hier muss wohl jeder für sich selbst entscheiden, ab wann man das Gefühl hat, das vorbeihuschende Objekt im Okular nicht mehr erfassen zu können.
Ich persönlich werde mir zunächst vielleicht ein Zoomokular im Bereich 4-8mm bzw. 8-12mm zulegen. Außerdem vermisse ich oberhalb der 15mm noch ein Okular für den Bereich zwischen 15mm und 32mm. Weiterhin ist ein Filter sicher nicht verkehrt zur Kontraststeigerung. Den Einfluss des Lüfters konnte ich noch nicht prüfen mangels Batterien, bei unteren Vergrößerungen hatte ich aber auch keine größeren Probleme mit der Szintilation. Außerdem wäre für den Sucher noch ein Zenitprisma wünschenswert, denn zenitnah lässt es sich so nur sehr unangenehm einstellen - mal sehen, ob es dafür überhaupt etwas gibt.
Über Tuning-Maßnahmen habe ich sonst noch nicht nachgedacht, obwohl ich mich über die Möglichkeiten bereits informiert habe. Aber auch hier sollte man sich wohl selbst langsam herantasten.

Man sollte vorher wirklich sicherstellen, dass man nicht Probleme mit dem Gewicht des Tubus hat. Natürlich, 20kg - das klingt nicht viel. Aber es sind eben keine Griffe am Tubus und großartig Treppen steigen mit einem 1.4m langen Tubus, das wäre zumindest nicht meine Sache. Gleichfalls benötigt das Gerät auch etwas möglichst trockenen Verstauraum.

Ich würde dieses Instrument nicht mehr als Einsteigergerät bezeichnen, auch wenn es inzwischen recht preiswert zu haben ist und von manchem Händler als solches angeboten wird. Wer noch keine Erfahrungen mit Fernrohren hat und vielleicht nicht einmal weiß, ob er eher DeepSky oder Planeten beobachten will, der sollte sich entweder einen Refraktor zulegen oder einen kleineren Dobson bis maximal 8" Zoll oder einen parallaktischen Newton mit ordentlicher Montierung.
Wenn man genau weiß, was man will und was man von diesem Instrument zu erwarten hat, dann ist dies sicher ein schönes und leistungsstarkes Instrument, vor allem für DeepSky. Allerdings muss man sich auch darüber im Klaren sein, dass man für diese Optik noch mal den Kaufpreis in Okulare investieren muss um eine sinnvolle Ausrüstung zu haben.

Mein persönliches Fazit: ich bin damit sehr zufrieden, wenn mir auch noch klarer geworden ist, dass ich dieses Instrument im Moment noch nicht ausreizen kann. Jedenfalls freue ich mich schon auf den nächsten sternklaren Himmel ohne Mond.

Ich hoffe allen etwas hilfreich gewesen zu sein, welche die Anschaffung eines Teleskops planen.

Gruß
Jürgen
 
Hallo,

herzlichen Glückwunsch zur neuen Scherbe ;)

Sehr schön gefällt mir Dein Fazit, dass 20 kg doch ein rechter Brocken sind und dass so ein 12" Eimer eher weniger ein "Einsteigergerät" ist.

Wünsche Dir nun viel Spass und uns allen viele klare Nächte ...

Gruß
Adson
 
Hi Jürgen,

Glückwunsch zum neuen Teil. Die weichen Plasteteile sind nicht Ebony, das ist Teflon. Die Klammern stehen häufig über, Schraubenzieher aufsetzen und mit dem Hammer klopfen zum tiefer versenken.

Hinsichtlich deiner Bedenken zur Rockbox, meine wurde auch ein wenig weich, ich hab mmir das Teil neu aufgebaut- guckst du hier, sind ein paar Bilder davon drin.
http://www.deepsky.de/modules.php?name=eBoard&file=viewthread&tid=7924

Die Griffmulden in den neuen Höhenrädern sind ideal zum tragen des Teleskopes. Die Räder selbst sind einfach auf die vorhandenen Kunststoffteile aufgesetzt. Der Belag auf der Außenfläche der Höhenräder ist übrigends Ebony, hab ich mir bei ICS besorgt, gibt es dort in Streifen fertig zugeschnitten ebenso wie ein Set für das untere Lager, Ebony und Teflon mit passend neuen Schrauben.

Gruß
Stefan
 
Hi Jürgen,

ein klasse FL Bericht! Vor allem dass du den Aufbau und auch deine kritischen Gedanken so gut formuliert hast, wird sicher dem ein oder anderen helfen. Zu den Beobachtungen selber: Du hast es ja selbst gesagt, die Bedingungen waren wohl noch nicht so optimal, ich könnte mir vorstellen, dass dich ein Leuchtpunktsucher à la Skysurfer III oder Telrad nochmal schneller und einfacher die Objekte finden lassen.

20kg sind schon ein richtiger Brocken, mein kompletter 8"er wiegt soviel und den will ich auch nicht über weitere Strecken schleppen ;) Du hast aber ja schon selber anklingen lassen, dass du igendwann mal einem Neubau der Rockerbox offen gegenüberstehst, vieleicht gibts ja dann einen noch weitergehenden Neubau und du kannst das Gewicht um etliche Kilos drücken :super:

Viele Grüße Benny
 
Hallo Jürgen,

der Bericht passt. Genau so sieht das aus.
Diese Teile haben Potenzial, aber mit dem Einstandspreis und der Grundausstattung kratzt man es halt gerade so eben an.
Viel Spass weiterhin, auch beim Tunen.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Hallo Jürgen,

danke für den ausführlichen Bericht! Ich spekuliere tatsächlich mit der Anschaffung eines solchen Dobsons.
Vielleicht könntest du ja noch einen kurzen Bericht nachreichen, wenn du mal bei guten Bedingungen beobachten konntest? Das wäre sehr aufschlussreich.
Alternativ überlege ich mir sogar die Anschaffung eines
GSD 400 TD Gitterrohr Dobsons.
Ich hatte mal einen 14"er und erinnere mich einfach nur zu gern an die tollen Beobachtungen.

Jedenfalls wünsche ich dir viele klare Beobachtungsnächte!

cs

werner
 
Hallo Jürgen,

Herlichen Glückwunsch zum neuen Dobson und zum geklückten Firstlight.
Dein Bericht gibt so ziemlich genau das wieder was ich mit meinem 10" Gso erlebt habe. Optik ist sehr gut, und die Verarbeitung der komponenten ist für den Preis angemessen.
Wenn du mal mit der Azimutaln Montierung zurecht kommst wirst du sicherlich noch unzählige schöne Stunden mit diesem Gerät erleben!
Wie ist eigentlich so die Himemlsqualität bei dir im Garten?

CS

Moritz
 
Hallo Allerseits,

Vielen Dank für die durchgehend positive Resonanz auf den "Testbericht". Ich bin auch gern bereit, nach einer Beobachtung bei besseren Bedingungen nochmal einen kleinen Nachtrag zu verfassen, um das Ganze abzurunden. Allerdings dürfte das Mond-bedingt etwas auf sich warten lassen.

Wie sieht mein Garten-Himmel aus? Sehr durchwachsen. Am Horizont ist ringsum eine deutliche Aufhellung zu sehen, in Richtung Osten ist diese wegen einer in Bau befindlichen ICE-Brücke nur temporär, nach Westen und Nordwesten sorgt die Stadt für keinen guten Himmel. Ab etwa 50° kann der Himmel durchaus pechschwarz sein, ich habe mich bislang aber noch nicht damit befasst, die visuell sichtbare Grenzgröße exakt zu bestimmen. "Gefühlt" habe ich nur festgestellt, dass der Sommerhimmel auch im späten August noch nicht ganz so dunkel wird wie dies im Herbst und Winter sein kann. Aber mich interessiert das jetzt auch mal, ich werde bei Gelegenheit mal mit den DeepSkyList-Grenzgrößenkarten des VdS den Himmel vermessen. Bis 7m komme ich sicher nicht, bis um die 6m komme ich vermutlich manchmal heran.

Leider bin ich ein Spontan-Beobachter. In dunklere Gegenden fahren bedeutet für mich schon Planung und dann spielt oft das Wetter nicht so mit, aber ganz abgeneigt bin ich dem auch nicht.

Gruß und CS

Jürgen
 
Re: 12" GSO Dobson - Auspacken und ein erster Test

Schöner Bericht, aber wie Du Dein Gerät ohne jegliche Hilfsmittel exakt justiert haben willst, sprich nur pi mal Daumen, bleibt mir ein Rätsel .... :gutefrage:


Dass ein 12 Zöller, der fast 150 cm lang und 20 kg schwer ist, eine nicht gerade leicht zu schleppende Kanone darstellt, ist ja klar, deswegen schiele ich schon auf so ein Gerät hier

http://www.teleskope.de/Teleskope GAT 1.htm


... entweder so eines oder ein F/4 der nur 115 cm lang ist, das schleppt sich dann schon viel leichter.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Kraupi,

Welche Hilfsmittel braucht man denn Deiner Meinung nach unbedingt? Die - wirklich gute - Justieranleitung von Uwe Pilz beschreibt das Justieren mit einer Filmdose. Diese habe ich wegen des Umstiegs auf eine Digitalkamera im Moment gerade nicht zur Verfügung. Im Dunkeln dürfte es mit einem Justierlaser sicher am besten gehen, wenn man aber noch im Hellen justiert ist das so schwer nicht. Ich will nicht behaupten, dass ich die Optik absolut exakt justiert habe, die Sterne waren bis zum Rand hin absolut punktförmig (mal abgesehen von der durch das Okular bedingten Randunschärfe), maximal kann es etwas Lichtverlust bedeuten, aber ich denke, das war auch absolut minimal. Man sieht ja auch sein Auge im Spiegel und kann dadurch bereits ziemlich gut einschätzen, ob man mittig durch den OAZ schaut. Wenn dann alle anderen Abbildungen auch stimmen, dann ist die Optik zumindest ausreichend genau justiert. Die berühmte Filmdose macht das Ganze sicher leichter und man kann dann auch im Dunkeln noch justieren (weil man dann das eigene Auge nicht mehr sieht hat man keine Prüfmöglichkeit, ob man mittig hineinsieht), aber der Rest der Justierung ist dann ja gleich.

CS
Jürgen

 
Nicht falsch verstehen, aber etwas übertrieben gesagt: wenn man alleine durch den Blick eines OAZ ohne Filmdose, Cheshire-Okular oder Justierlaser ein Teleskop exakt justieren kann, sollte man sich bei "Wetten dass ..." anmelden. :super:

Man kann vielleicht noch (in etwa!) erkennen, ob der Fangspiegel mittig im OAZ erscheint, das wars dann aber auch.

Wie gesagt, das nicht falsch verstehen.
 
Okay, wo muss man sich da anmelden? ;)

Nein, im Ernst. Im Moment kann ich nur bis 100x vergrößern und bis dahin waren die Sterne punktförmig. Das Wort "exakt" habe ich nirgends benutzt, die Frage ist, ob man sich den Aufwand jedesmal machen soll, alles exakt zu justieren - ist beim nächsten Mal eh wieder verstellt. Genau genug ist wohl ausreichend. Vielleicht war es ja auch nur Glückssache, aber ich finde, man muss da auch nicht zu penibel sein. Wenn man das Bild vom Hauptspiegel im Fangspiegel betrachtet sieht man sehr gut die Mittelmarkierung des HS, die Position der Spinne und des FS und die Tubuswände. Natürlich bedeutet es eine gewisse Lauferei und vielleicht wird es nicht so exakt, wie mancher das für sich erwartet. Aber ich glaube, Newton und Herschel hatten damals auch keine Filmdosen, oder? :/

CS
Jürgen
 
Zitat von Kraupi:
Schöner Bericht, aber wie Du Dein Gerät ohne jegliche Hilfsmittel exakt justiert haben willst, sprich nur pi mal Daumen, bleibt mir ein Rätsel .... :gutefrage:

Vielleicht wird ja das Justieren, gerade bei größeren Geräten, überbewertet.

Ich habe neu ein 200/1200 Dobson. Bei dem habe, ich mittels Laser, den Fangspiegel zentriert. Am Hauptspiegel habe ich nichts gemacht, obwohl meiner Meinung nach die Einstellung nicht ganz so war, wie wenigstens ich mir das so vorstelle.

Beim Beobachten waren die Sterne wirklich Punkte, und beim Unscharf stellen war wirklich alles perfekt. Genauso, wie es sein soll.

Gruß, Karsten

BTW: Und ach ja, das ist hier mein erstes Posting.
 
Hallo Karsten,

Herzlich Willkommen im Forum und ebenfalls Glückwunsch zum 8"er!

CS

Moritz
 
Re: 12" GSO Dobson - Auspacken und ein erster Test

Hi Jürgen

schöner Bericht wie es einem so geht.
Das kann man schön nachvollziehen und zeigt auch
gut, das man üben muß. Auch mit 12" sieht man nicht mal eben zackzack alles. Das halte ich für wichtig.

Mit der Bewertung der Optik hingegen würde ich mich zurückhalten. Kaum ausgekühlt und nicht exakte justiert und nur 100fach ist eine Bewertung der Optikgüte nicht wirklich möglich.

Wenn es heißt das Du mit dem Anblick zufrieden warst, wäre
es sachlich exakter beschrieben.

Viel Spaß und Erfolg

CS
 
Hallo Jürgen

Das erinnert mich als Ich mein 12,5" Dob beim Versand zum erstenmahl in der Hand hate
man mein Herz war in der Hose ganz unten Ich war froh es endlich zu haben mein 12,5"er Dob
so schön und ganz neu das bis zu einem Jahr dauerte.
Das Dob 12,5" war vom Versand schon justiert und Fokusiert.
Als natürlich alles in meinem Golf 2er Dob 12,5" Rockerbos aus Kanadischem Kirschholz
verladen war natürlich alles gut fest gemacht,gings nach einem geschwätz
endlich los von Mosbach bis Metzingen an die 4Std hat die Autofahrt gedauert,
am Abend zu hause angekommen, waren natürlich alle am Auto meine Frau und Kinder
und neugierige meine Frau der Kanonenmann ist da,seit damals ist mein Dob
in der Familie die Kanone.
Natürlich mußte Ich das Beobachten mit einem Dob erlehrnen
das dauerte schon etwas.

Also, sehr viel spas an deinem Dob12" und wünsche dir
viele Sternklare Nächte und keine Lichtverschmutzer.

Manfred


 
Hallo Antares,

Richtig, da habe ich mich wohl emotional schon etwas zu sehr hinreißen lassen. Für die mir im Moment zur Verfügung stehende Vergrößerung war es sicher okay, als Vergleich kann mir ja nur mein 100/1000-Refraktor dienen - da liegen jedenfalls bereits Welten dazwischen.

An alle: bitte keine langwierige Diskussion über die Notwendigkeit einer genauen Justage der Optik. Die Justierung eines großen Spiegels war eine meiner Sorgen vor dem Kauf, deshalb habe ich erwähnt, dass ich bereits ohne irgendwelche Hilfsmittel bei sonst allergrößter Sorgfalt bereits eine sehr akzeptable Abbildung erhalten habe - wer von einer Linse auf einen Spiegel umsteigt kann das also bei entsprechender Anleitung aus dem Netz schon hinbekommen. Das sollte nicht bedeuten, dass eine exaktere Ausrichtung der Spiegel mit technischen Hilfsmitteln nicht die optische Qualität noch steigern kann, allerdings wäre mir der Unterschied im Moment wohl noch nicht aufgefallen, da fehlen noch die Okulare. Und da möchte ich mich in Geduld üben, weil die preiswerteren Teile dann doch nicht so toll sind.

CS
Jürgen
 
Hallo Manfred,

ja, das Teil erinnert schon an eine Kanone, rein von der mörderischen Größe. Meine Mutter dachte, es wäre ein alter Badeofen. :-)
Was ich interessant finde, ist dass man eben nicht so einfach von einem parallaktischen Instrument auf ein Dobson umsteigen kann und alle Erfahrungen mitnehmen und weiterverwenden kann. Man hat tatsächlich Mühe, sich am Himmel wieder zurechtzufinden durch die azimutale Montierung und die ganz anderen Gesichtsfelder, aber auch durch den Umfang des Tubus. Mit meinem 100/1000 habe ich immer über den Tubus das Objekt kurz angepeilt und hatte es schon im Gesichtsfeld, den Sucher habe ich eigentlich nie benutzt. Wenn ich das jetzt mit dem Dobson machen wollte, müsste ich mich flach auf den Boden legen, da nimmt man dann doch den Sucher...

Vielen Dank an dieser Stelle euch allen für die netten Beobachtungswünsche, die ich gern zurückgebe.

CS
Jürgen
 
Hi Jürgen,
herzlichen Glückwunsch zu deinem neuen Dobson besitze
selbst so ein großes Ofenrohr.
Als kleine Basteltips kann ich dir empfehlen an Tubus Griffe anzubringen dass du dein Dobson besser transportieren kannst.
Griffe
Um den Kontast zu verbessern den Tubus innen mit Velourfolie
auskleiden Tubus und zusätzlich noch einige Türstopper an der Hauptspiegelzelle anbringen damit der Dobson beim absetzen nicht so stark aufschlägt.

Gruß Rainer
 
Hallo Rainer,

ich habe bereits selbst über Griffe nachgedacht. Du hast deine Griffe direkt am Tubus angebracht? Dafür fehlt mir im Moment noch etwas der Mut, schließlich ist das Teil ja recht neu... ich überlege aber, Griffe an den Höhenrädern anzubringen. Dann brauche ich die Spinne und die Hauptspiegelzelle nicht gleich zu entfernen - meine Frau hält mich für wahnsinnig, wenn ich das Teil gleich auseinander nehme. :-) Hast Du auch noch ein Bild von den Türstoppern? An der Hauptspiegelzelle möche ich so wenig wie nötig rumfummeln, zumindest nicht unbedingt bohren und schrauben. Wie hast Du die Türstopper befestigt und wo genau? Das mit der Velourfolie, naja, habe diese Woche noch Urlaub, vielleicht suche ich mal im Baumarkt und wenn ich mutig genug bin, Spinne und Hauptspiegelzelle von diesem brandneuen Teil abzubauen, dann... mache ich das. Irgendwie ist das blöd, wenn ich mir das Teleskop selbst gebaut hätte, dann hätte ich wohl keine Probleme damit, das Teil wieder auseinander zu nehmen.

Gruß
Jürgen
 
Re: 12" GSO Dobson - Auspacken und ein erster Test

Hallo Jürgen

An meinem Dob sind schon beim Kauf Tranzport Halterungen
am Tubusrand also an den höhenräder vorhanden gewessen die
Ich bis heute nicht abmontiert habe.
Zum auffinden von Objekten habe Ich ein Talrad finder und
ein sucher 10 mal 50mm, naja und an die 12
verschiedene Okulare und Filter zum beobachten.
Zum aufsuchen lehne Ich sanft mein Kopf zum Talrad und
Sucher und stelle das Dob auf das gefunden Objekt natürlich
bei kleiner vergrößerung versteht sich, das hate Ich
schnell im grif.

Manfred
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Jürgen,
bei den Türstoppern (ca 6) habe ich die größten im Baumarkt besorgt.
Die Türstopper habe ich unregelmäßig an der Haupspiegelzelle
mit Heißkleber angebracht was nicht ewig hält
Wenn ich meinen Spiegel reinige werde sie mit Schrauben festgemacht.

Gruß Rainer
 
Hallo Rainer,

benutz die vorhandenen Gewindebohrungen (M6) der Konterschrauben und mach für diese möglichst nahe neben den Justageschrauben neue Gewinde für die Konterschrauben.

3 Füße reichen- dann kippelt nix und die Stelle wo bei den GSO die Konterschrauben angebracht sind ist nicht besonders gut da man damit die Spiegelzelle verspannt.

Gruß

Stefan
 
Hi Stefan,
Danke :) :) für den Tipp werde es gleich am Samstag testen.
Vielleicht weißt du auch wo man eine andere Justageschrauben
bekommt
damit man ohne Werkzeug den Spiegel einstellen kann. ?)

Gruß Rainer :)
 
Hi Rainer,

ist nicht ganz so einfach, das sind Schrauben M7 mit Steigung 1, also in Deutschland recht ungewöhnlich. Angeblich im Fahrradhandel auch benutzt, musst du mal rumfragen.

Ich hab mir bei uns im Musterbau neue schneiden lassen und die sind mit Sternknöpfen versehen- seitdem geht das Justieren in ca. 20sec mit Hilfe eines Cheshire. Mit Rotlichtlampe selbst in der Dunkelheit schnell erledigt.

Du kannst auch versuchen ob du auf die vorhandenen Schrauben größere Rändelknöpfe aufkleben oder aufschrauben kannst.

Gruß
Stefan
 
Hi Ekkehard,

war neugierig und hab reingeschaut- fand aber keine passenden Schrauben bzw. Köpfe mit M7.

Bob´s Knobs hat zwar eine Menge Teile, aber scheinbar nicht für GSO- aber ich denke, mit ein wenig Glück findet man jemand, der M7 schneiden kann.

Gruß
Stefan
 
Hi Stefan,

ja Du hast recht - ich hätte, bevor ich antworte, bis zum Ende lesen/scrollen sollen, dann hätte ich das mit dem M7 mitbekommen :confused:

Bob's Knobs ist eher die Adresse wenn's um zöllige Gewinde und Co. geht.

Gruß,
Ekkehard
 
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