12“ vs 14“

SRUastro

Aktives Mitglied
Moin,
Ich brauche mal das Schwarmwissen der Community für eine Entscheidung. In meiner Gartensternwarte habe ich neben einem 160er Tak einen 250/1000 f4 Newton. Er bräuchte bessere Spiegel, einen besseren OAZ und noch so einige Updates.
Jetzt überlege ich, mir einen 14“ f4 Newton zusammen zu stellen. Natürlich mit hochwertigen Komponenten. Ignoriert bitte mal den Preis.
Meine Frage: macht das bei einem Bortle 6 Himmel und dem Seeing in NRW Sinn? Die Brennweite von 1420mm wäre super für mich, da ich bei deep Sky Fotos meist ordentlich croppen muss. Die doppelte Lichtsammelleistung des HS ist auch nicht zu verachten.
Oder meint ihr, ich sollte meinen 250/1000 upgraden?
Wer hat da reale Erfahrungen sammeln können und kann mir da nen guten Tip geben.
Ach ja… ZWO2600 mc Duo und EQ8R.
Thx
Stefan
 
Grüße,

Ich stand tatsächlich auch vor der Entscheidung und hab mich letzendlich für nen 12" F4 Newton von Skywatcher entschieden.
Alternativ wäre der Lacerta 12" F4 zur auswahl gestanden aber halt auch der 4x Preis, ob man das bei unserem Seeing überhaupt die bessere Spiegelqualität merkt mag ich ehrlich zu bezweifeln zumal auch im ein oder anderen Forum dazu diskutiert wurde. Was man merken wird ist der OAZ oder Carbontubus. Deswegen habe ich auch direkt den Standartauszug gegen den Octoplus getauscht. Mittlerweile soll wohl die Spiegelqualität bei Skywatcher besser sein, also auch keine drastischen Qualitätsunterschiede mehr.

Sonst bin ich bisher mit meinem mehr als zufrieden.
EQ8R Pro, IMX571M

CS Vincent
 
Hallo Stefan,
Seeing und Lichtverschmutzung sind für beide gleich. Du hast 2,5-mal so viele Photonen zur Verfügung. Für das gleiche Ergebnis musst du also weniger als die Hälfte lang belichten. Das hört sich zwar viel an, ist am Ende, bei gleicher B-Zeit aber "nur" ~25% tiefer. Das ist nicht nichts, aber auch kein Gamechanger, denke ich. Die weicheren Faktoren werden da wohl wichtiger werden.
VG ralf
 
Grüße,

Ich stand tatsächlich auch vor der Entscheidung und hab mich letzendlich für nen 12" F4 Newton von Skywatcher entschieden.
Alternativ wäre der Lacerta 12" F4 zur auswahl gestanden aber halt auch der 4x Preis, ob man das bei unserem Seeing überhaupt die bessere Spiegelqualität merkt mag ich ehrlich zu bezweifeln zumal auch im ein oder anderen Forum dazu diskutiert wurde. Was man merken wird ist der OAZ oder Carbontubus. Deswegen habe ich auch direkt den Standartauszug gegen den Octoplus getauscht. Mittlerweile soll wohl die Spiegelqualität bei Skywatcher besser sein, also auch keine drastischen Qualitätsunterschiede mehr.

Sonst bin ich bisher mit meinem mehr als zufrieden.
EQ8R Pro, IMX571M

CS Vincent
Ich habe den 12" Lacerta. Das Teil ist schon ganz ok, hat aber einige Qualitätsprobleme. Der Haupt- und Fangspiegel sind eher untere Preisklasse. Die Hauptsoiegelzelle hat zu wenig Auflagepunkte und der OAZ ist ne Lachnummer. Wenn du den von außen mit ner Taschenlampe anleuchtest hast du drinnen ein Lichtfeuerwerk. Auch die Auflage des OAZ auf dem Tubus ist nicht Lichtdicht. Der Tubus ist TOP! Daher kam die Überlegung, ihn neu auszustatten.

LG
Stefan
 
Ich habe den 12" Lacerta. Das Teil ist schon ganz ok, hat aber einige Qualitätsprobleme. Der Haupt- und Fangspiegel sind eher untere Preisklasse. Die Hauptsoiegelzelle hat zu wenig Auflagepunkte und der OAZ ist ne Lachnummer. Wenn du den von außen mit ner Taschenlampe anleuchtest hast du drinnen ein Lichtfeuerwerk. Auch die Auflage des OAZ auf dem Tubus ist nicht Lichtdicht. Der Tubus ist TOP! Daher kam die Überlegung, ihn neu auszustatten.
Aber doch nicht den für 4500€?

Das klingt klassisch nach den China Newtons.
 
Hallo Stefan,
Seeing und Lichtverschmutzung sind für beide gleich. Du hast 2,5-mal so viele Photonen zur Verfügung. Für das gleiche Ergebnis musst du also weniger als die Hälfte lang belichten. Das hört sich zwar viel an, ist am Ende, bei gleicher B-Zeit aber "nur" ~25% tiefer. Das ist nicht nichts, aber auch kein Gamechanger, denke ich. Die weicheren Faktoren werden da wohl wichtiger werden.
VG ralf
Hallo Ralf,
was meinst du mit den "weicheren Faktoren"?

LG
Stefan
 
Aber doch nicht den für 4500€?

Das klingt klassisch nach den China Newtons.
Nein, ich habe den 250/1000. Aber das ändert nichts. Eine 9 Punkt HS Zelle ist nicht gerade sehr hochwertig zu nennen und der OctoPlus ist zwar mechanisch soweit ok, aber der Lichteinfall ist komplett inakzeptabel. Gegen einen Starlight ist das nur Murks... ok, der ist natürlich auch teurer, aber Lichtundichtigkeit ist einfach ein NoGo. Und die ganze Mechanik am Fangspiegel ist wirklich gruselig - ja, besser als Skywatcher, aber wenn man etwas Sinn für Mechanik hat...
Ich bin von meinem Takahashi einfach verwöhnt. Das was die Japaner da bauen ist einfach geil. Nur leider bauen die keinen 250/1000 oder größeren Newton.
 
Hallo,

ich knipse selbst vom Garten aus mit 10" f/4 und 8" f/4 mit jeweils dem IMX571. Mit dem 8" seit 10 Jahren, mit dem 10" seit 2 Jahren.

Beim 10" ergibt das mit 1.15er Korrektor 0.67"/Pixel. Ich empfinde das an meinem Standort (543m) als maximale sinnvolle Auflösung.

Zwischen 8" und 10" ist fotografisch nicht viel bzw kein Unterschied zu erkennen (Visuell würde das anders aussehen) Verwende die Geräte immer gleichzeitig nebeneinander. Ich habe meistens das Gefühl dass die 0.67" eine passende Auflösung ist wobei ein Auflösungs Vorteil im Vergleich zum 8" nicht zu erkennen ist. Zwischen 0.67"/Pixel und 0.84"/Pixel ist nicht viel Unterschied. Vielleicht wenn man in sehr guten Nächten daran sucht.

Es gibt allerdings auch Nächte da ist das Seeing zu schlecht und es macht keinen Sinn Bilder mit aufgeblähten Sternen und keine Details in Galaxien zu machen.
Da ist es besser den Apo mit 500mm Brennweite zu verwenden 😄

Ich hatte auch schon auf einen 12" f/4 spekuliert, aber es erscheint mir nicht sehr sinnvoll. Ich müsste mehr schleppen, hätte mehr Wind Anfälligkeit. Bringen würde mir die Auflösung in den meisten Nächten nichts mehr weil ich schon am Limit bin.
Den einzigen Vorteil der größeren Öffnung den ich sehe man könnte einen Korrektor verwenden der die Brennweite zum Beispiel auf 0.85x reduziert. Damit hat man dann f/3.4 bei immer noch 0.76"/Pixel was wohl immer Seeing begrenzt sein wird.

Einen 14er hätte ich nur wenn ich stationär eine Hütte hätte irgendwo auf einem dunklen Standort auf dem Berg. Ob 1420mm Brennweite bei so kleinen Pixeln noch sinnvoll sind, würde ich testen. Aber wahrscheinlich gleich mit Korrektor die Brennweite reduzieren.

Mfg
Thomas
 
Hallo Stefan,

wenn’s deine Montierung mitmacht und du einen 14“ mit hochwertigeren Komponenten bekommen kannst und es eher zu deinen Anforderungen/ Targets (vermute mal Galaxien ?) passt, mach es. Mehr Öffnung, mehr Llicht - was sich mit den externen Bedingungen ja nicht ändert.

Aber klar der Sprung ist nicht groß und die Blende bleibt gleich.

Aber einen guten, hochwertigeren 14“ finden… wüsste auf Anhieb nicht wo, wenn nicht gerade Dreamscopes USA oder so.
Vielleicht ist Austausch deines HS (Astroreflect)!und FS bei deinem 12“ plus ein paar Verbesserungen der bessere Weg.
 
Zuletzt bearbeitet:
Sorry, ich hatte mich verschrieben. Nein Lacerta 250/1000 f4 ist natürlich ein 10“ Newton und kein 12“…
 
Sorry, ich hatte mich verschrieben. Nein Lacerta 250/1000 f4 ist natürlich ein 10“ Newton und kein 12“…

Na dann.
Aber ich lese gerade, EQ8. Also formal ist die ja auch 50kg Klasse aber einen 14“ Newton würde ich der nicht zumuten wollen. Gewicht okay aber der Hebel. 14“ ist schon ein ziemlicher Trümmer. Als RC oder CDK sind 14“ sicher noch machbar, da kürzer.

Habe hier einen 14“ f3,8 Newton zuhause mit nur 25 mm dicken Spiegel, der wiegt aus Carbon mit allem drum fast 30kg. Wollte den meiner früheren GM2000 (50kg) nicht zu muten und hab ne GM3000 angeschafft. Mag mich da aber auch täuschen.

Auflösung dürfte bei einem 14“ f/4 irgendwo bei 0,4-0,5 Bogensekunden/Pixel liegen, dass muss erstmal sauber nachgeführt und geguidet werden können.
 
Hallo Stefan,

ohne zu viel Werbung zu machen, da keine persönlichen Erfahrungen vorhanden: Kann Dir vielleicht auch die Firma Nocutec helfen?

Viele Grüsse, viel Erfolg

Markus
 
Hi Stefan,
für mich klingt es so, dass Dein eigentlicher Treiber die Freude ist, einen tollen großen Newton zu besitzen. Das kann ich supergut nachvollziehen, das geht mit auch so. Aber erst muss mein Sternwarten-Projekt was werden, denn mehr als 10" rumschleppen ist mir zu viel.

Drum glaube ich auch nicht, dass Dich die Diskussion weiterbringt, ob 14" mehr bringen als 10" - klar ist es mehr, aber ob es das wert ist, ist eben Geschmacksache.

Wenn Du das Geld dafür hast, mach es einfach. Nauris wäre dafür eine Option, aber preislich ist das halt schon ein Riesensprung vom 10" Lacerta. Schön aussehen tun sie jedenfalls ;-)

VG Wolfgang
 
Hallo Stefan,
kennst du Nauris?
Daniel Restemeier baut große Newtons , die qualitativ sicher weit oben mitspielen.
Der Preis ist nicht ohne, aber du sagtest ja, dass der Faktor Geld erstmal ausgeblendet werden soll.

Grüße Rainer
 
Hallo Stefan,
Ich selbst habe einen 12er ONTC von TS. Das ist und bleibt mein absolutes Arbeitstier und Traumteleskop. Ich habe mich damals für den 12er entschieden, weil meine Standortverhältnisse für einen 16er (den ich davor hatte) nicht gut genug waren. Die größere Masse des Hauptspiegels lief der nachts fallenden Temperatur trotz aktiver Belüftung dauernd hinterher, das Seeing in meinem Garten ist für 1800mm Brennweite meist nicht gut genug, da der Blick immer über irgendein Hausdach geht, das Wärme abstrahlt. Darum bin ich ganz bei Ralph und den weichen Faktoren.
Hätte ich mit dem Newton nur DeepSky-Fotografie auf dem Schirm, hätte ich mich wohl für einen 8" oder 10" entschieden. Wegen visuell und Planetenfotografie ist es dann doch ein 12er geworden, auch wenn letzteres mit viel viel Geduld verbunden ist.
Mehr als ca. 1100mm Brennweite macht bei mir für DeepSky selten Sinn. Daher arbeite ich viel mit einem Reducer, der die 1500mm auf 1100mm verkürzt.
Nur ganz selten habe ich bei 1500mm eine etwas bessere Auflösung.
Daher wäre für mich an deiner Stelle die entscheidende Frage, ob deine Rahmenbedingungen eine längere Aufnahmebrennweite überhaupt gewinnbringend zulassen?! Ansonsten haben kleinere Geräte auch einige Vorteile. Die ganze Mechanik hat bei kleineren Geräten kleinere bzw. kürzere Dimensionen. Z.B. sind Fangspiegelspinnen oft aus dem gleichen Material gemacht, für große und kleine Geräte. Bei kleinen Geräten sind die Spinnen aber kürzer und die Halterung ist leichter, der Fangspiegel auch. Das führt zu einer höheren Steifigkeit. Gleiches gilt oft auch für die Hauptspiegelhalterung usw. Daher sind kleinere Geräte nicht nur leichter, sondern auch oft justierstabiler. Es kommt dann auf Kleinigkeiten an. Der 12er ONTC ist so gebaut, dass man den OAZ etwas entlang der optischen Achse verschieben und so exakt über den Fangspiegel bringen kann. Das Erste was ich gemacht habe war, den OAZ so weit in Richtung Spinne zu schieben, dass die Justierschrauben des Fangspiegels nur minimal aus der Halterung bzw. deren Gewinde herausragen. Weit rausstehende Justierschrauben führen über Wärmeausdehnung und Verwindung zu Justieranfälligkeit. Über sowas macht man sich bei kleineren Geräten keine Gedanken, ab einer gewissen Größe aber schon, wenn man es wirklich ausreizen möchte. Daher spielt die mechanische Qualität mit steigender Größe eine zunehmend wichtige Rolle.
"Klein" kann unter Umständen also mehr sorglose Freude bereiten als "Groß".

Viel Glück bei deiner Entscheidung!
Burkhard
 
Guten Morgen Stefan,

ich bin ebenfalls ein Freund von ambitionierten Vorhaben :).
Zu deinen Ideen habe ich mich ein paar Gedanken gemacht.

Meine Frage: macht das bei einem Bortle 6 Himmel und dem Seeing in NRW Sinn?
Das ist der limitierende Faktor. Wenn ich mich richtig erinnere, hast du auch den Flughafen in der Nähe. Die Beeinträchtigung bei deinem Himmel kannst du auch mit viel Belichtungszeit nicht vollständig ausgleichen.
Der Vorteil einer besseren Optik (bessere Reflektivität durch höherwertige Spiegel) wird unter deinem Himmel untergehen und nur mit wohlwollen sichtbar.
Ein weiterer Vorteil von besseren Spiegeln ist die höhere Fertigungsqualität. Hier ist die Frage, ob deine aktuellen Spiegel Probleme wie Astigmatismus aufweisen.

Kurz gesagt: Bei deinem Himmel wirst du die Vorteile eine höherwertigen Optik nicht ausspielen können (es sei denn, deine Spiegel haben Fertigungsmängel).

Jetzt überlege ich, mir einen 14“ f4 Newton zusammen zu stellen. Natürlich mit hochwertigen Komponenten. Ignoriert bitte mal den Preis.
Meine Gedanken zur Optik habe ich dir oben geschrieben. Bleibt noch der Vorteil der höherwertigen Mechanik. Eine stabile Mechanik ist essentiell um unser Hobby frustfrei frönen zu können.
Einen 14" Newton selbst zu bauen, gibt dir natürlich die Freiheit, die bestmöglichen Komponenten zu verbauen. Das wird ein Projekt für viele Monate.
@astro_alex80 wird dir hier mit seinem Projekt viele Tipps geben können.

Mein Remote-Sternwarten Kollege Robert Shepherd hat sich ebenfalls einen 14" zusammengebaut. Allerdings mit weniger selbst designten Bauteilen.
Seinen lesenswerten Erfahrungsbericht findest du hier: https://app.astrobin.com/u/RobsAstro?folder-type=gear&active=NT568&i=c45k64#equipment

In der Größenklasse eines 14 Zöllers kenne ich keine ausführlichen Erfahrungsberichte zu professionellen Anbietern.

Kommt für dich z.B. ein Planewave in Frage? Mechanisch sicherlich höchster Güte aber ein größerer Brennweitenbereich als von dir geplant.


Ich habe den 250/1000. Aber das ändert nichts. Eine 9 Punkt HS Zelle ist nicht gerade sehr hochwertig zu nennen und der OctoPlus ist zwar mechanisch soweit ok, aber der Lichteinfall ist komplett inakzeptabel.

Praktischer Weise habe ich den gleichen 10" Lacerta Newton und helfe dir hier gern weiter. Deine genannten Punkte kann ich nachvollziehen und lassen sich ohne größeren Aufwand lösen.

OAZ: Der Lichteinfall liegt an der Bauart des OctoPlus. Die Rollenlager sind nicht eingehaust, so dass Licht einfallen kann. Die Abhilfe ist einfach. Ich habe die Rollenlager mit Moosgummi umhüllt (wichtig ist, dass kein Druck auf die Lager ausgeübt wird). Zusätzlich habe ich eine alte Socke um den OAZ Korpus gelegt. Hier ist mir ein schöner Satz von Ralf @riff-raff im Gedächtnis geblieben: "Endlich mal ein sinnvoller Einsatz für die ollen Stinker" :p.

HS Spiegelzelle: Da habe ich auch etwas wegen der seitlichen Lagerung gehadert, gerade bei größeren Temperaturunterschieden über das Jahr gesehen. Es ist wichtig die richtige Einstellung für minimales Spiel bei niedrigen Temperaturen zu finden. Ich habe bei der seitlichen Lagerung Moosgummi zwischen Halterung und Spiegel angebracht und seitdem keine Probleme mehr.

Upgrade des 10" Lacerta mit neuem HS und FS:
Ich habe bei mir einen Antares FS verbaut. Die Antares Fangspiegel sind allerdings deutlich schwerer als der original verbaute Fangspiegel. Dadurch kommt die Fangspiegelspinne an ihr Grenzen. Mit einem F3 habe ich die minimale Durchbiegung der Spinne erkennen können. Mit F4 Korrektor ist das kein Problem.

Die Hauptspiegel von Astroreflect sind dünner als die verbauten Skywatcher Spiegel. Die Lacerta Spiegelzelle kann in Grenzen auf dünnere Spiegel angepasst werden. Dazu habe ich aber keine Praxiserfahrung.

Zusammenfassend kann ich aber sagen, dass ich mit meinem 10 Zoll Lacerta sehr zufrieden bin. Ich habe ihn remote zwischen 150 und 200 Nächte im Jahr im Einsatz.

Das bringt mich zu meinem abschließenden Gedankenanstoß:
Ich habe vor zwei Jahren auch überlegt, was ich an meinem Equipment zu Hause noch optimieren kann und ob nicht größeres Gerät spannend wäre. Am Ende hätte das unter meinem Stadtrandhimmel nicht den großen Effekt gehabt. Stattdessen habe ich in dunklen Himmel investiert und bin remote gegangen.
Vielleicht ist das ja für dich auch eine Überlegung wert.

Viele Grüße,
Tobias
 
Na dann.
Aber ich lese gerade, EQ8. Also formal ist die ja auch 50kg Klasse aber einen 14“ Newton würde ich der nicht zumuten wollen. Gewicht okay aber der Hebel. 14“ ist schon ein ziemlicher Trümmer. Als RC oder CDK sind 14“ sicher noch machbar, da kürzer.

Habe hier einen 14“ f3,8 Newton zuhause mit nur 25 mm dicken Spiegel, der wiegt aus Carbon mit allem drum fast 30kg. Wollte den meiner früheren GM2000 (50kg) nicht zu muten und hab ne GM3000 angeschafft. Mag mich da aber auch täuschen.

Auflösung dürfte bei einem 14“ f/4 irgendwo bei 0,4-0,5 Bogensekunden/Pixel liegen, dass muss erstmal sauber nachgeführt und geguidet werden können.
Hi Alex, ja, da hast du wohl Recht. Ich habe zwar eine Gartensternwarte, aber ich werde wohl eher auf 12" gehen und da was gutes zusammenbauen lassen.
 
Hi Stefan,
für mich klingt es so, dass Dein eigentlicher Treiber die Freude ist, einen tollen großen Newton zu besitzen. Das kann ich supergut nachvollziehen, das geht mit auch so. Aber erst muss mein Sternwarten-Projekt was werden, denn mehr als 10" rumschleppen ist mir zu viel.

Drum glaube ich auch nicht, dass Dich die Diskussion weiterbringt, ob 14" mehr bringen als 10" - klar ist es mehr, aber ob es das wert ist, ist eben Geschmacksache.

Wenn Du das Geld dafür hast, mach es einfach. Nauris wäre dafür eine Option, aber preislich ist das halt schon ein Riesensprung vom 10" Lacerta. Schön aussehen tun sie jedenfalls ;-)

VG Wolfgang
Hi Wolfgang,
die Gartensternwarte habe ich ja bereits gebaut :-) Klar, es ist ein Hobby. Mit deep sky Fotos verdiene ich kein Geld :-) Nauris ist was wirklich feines! Ich schiele da auch schon ne ganze Weile drauf :-)
 
Hallo Stefan,
kennst du Nauris?
Daniel Restemeier baut große Newtons , die qualitativ sicher weit oben mitspielen.
Der Preis ist nicht ohne, aber du sagtest ja, dass der Faktor Geld erstmal ausgeblendet werden soll.

Grüße Rainer
Hallo Rainer,
ja, ich bin mit Daniel R. im Gespräch und werde mir sein Vates in Kürze anschauen. Das ist aber eine ganz, ganz andere Liega...

Gruß
Stefan
 
Hallo Stefan,
Ich selbst habe einen 12er ONTC von TS. Das ist und bleibt mein absolutes Arbeitstier und Traumteleskop. Ich habe mich damals für den 12er entschieden, weil meine Standortverhältnisse für einen 16er (den ich davor hatte) nicht gut genug waren. Die größere Masse des Hauptspiegels lief der nachts fallenden Temperatur trotz aktiver Belüftung dauernd hinterher, das Seeing in meinem Garten ist für 1800mm Brennweite meist nicht gut genug, da der Blick immer über irgendein Hausdach geht, das Wärme abstrahlt. Darum bin ich ganz bei Ralph und den weichen Faktoren.
Hätte ich mit dem Newton nur DeepSky-Fotografie auf dem Schirm, hätte ich mich wohl für einen 8" oder 10" entschieden. Wegen visuell und Planetenfotografie ist es dann doch ein 12er geworden, auch wenn letzteres mit viel viel Geduld verbunden ist.
Mehr als ca. 1100mm Brennweite macht bei mir für DeepSky selten Sinn. Daher arbeite ich viel mit einem Reducer, der die 1500mm auf 1100mm verkürzt.
Nur ganz selten habe ich bei 1500mm eine etwas bessere Auflösung.
Daher wäre für mich an deiner Stelle die entscheidende Frage, ob deine Rahmenbedingungen eine längere Aufnahmebrennweite überhaupt gewinnbringend zulassen?! Ansonsten haben kleinere Geräte auch einige Vorteile. Die ganze Mechanik hat bei kleineren Geräten kleinere bzw. kürzere Dimensionen. Z.B. sind Fangspiegelspinnen oft aus dem gleichen Material gemacht, für große und kleine Geräte. Bei kleinen Geräten sind die Spinnen aber kürzer und die Halterung ist leichter, der Fangspiegel auch. Das führt zu einer höheren Steifigkeit. Gleiches gilt oft auch für die Hauptspiegelhalterung usw. Daher sind kleinere Geräte nicht nur leichter, sondern auch oft justierstabiler. Es kommt dann auf Kleinigkeiten an. Der 12er ONTC ist so gebaut, dass man den OAZ etwas entlang der optischen Achse verschieben und so exakt über den Fangspiegel bringen kann. Das Erste was ich gemacht habe war, den OAZ so weit in Richtung Spinne zu schieben, dass die Justierschrauben des Fangspiegels nur minimal aus der Halterung bzw. deren Gewinde herausragen. Weit rausstehende Justierschrauben führen über Wärmeausdehnung und Verwindung zu Justieranfälligkeit. Über sowas macht man sich bei kleineren Geräten keine Gedanken, ab einer gewissen Größe aber schon, wenn man es wirklich ausreizen möchte. Daher spielt die mechanische Qualität mit steigender Größe eine zunehmend wichtige Rolle.
"Klein" kann unter Umständen also mehr sorglose Freude bereiten als "Groß".

Viel Glück bei deiner Entscheidung!
Burkhard
Hallo Burkhard,
danke für deine Ausführliche Info. Mein Kernthema ist ja, den 10" Lacerta 250/1000 zu optimieren - bzw. alles bis auf den Tubus auszutauschen. Die Alternative ist ein ONTC von TS, aber nicht als Fertiglösung, sondern mit ausgewählten und hochwertigen Komponenten. Meine Idee ist 300/1200 und 0,95er Wynne KK. Mehr Brennweite bringt nix. Mal schauen, was es am Ende wird.
Gruß
Stefan
 
Guten Morgen Stefan,

ich bin ebenfalls ein Freund von ambitionierten Vorhaben :).
Zu deinen Ideen habe ich mich ein paar Gedanken gemacht.


Das ist der limitierende Faktor. Wenn ich mich richtig erinnere, hast du auch den Flughafen in der Nähe. Die Beeinträchtigung bei deinem Himmel kannst du auch mit viel Belichtungszeit nicht vollständig ausgleichen.
Der Vorteil einer besseren Optik (bessere Reflektivität durch höherwertige Spiegel) wird unter deinem Himmel untergehen und nur mit wohlwollen sichtbar.
Ein weiterer Vorteil von besseren Spiegeln ist die höhere Fertigungsqualität. Hier ist die Frage, ob deine aktuellen Spiegel Probleme wie Astigmatismus aufweisen.

Kurz gesagt: Bei deinem Himmel wirst du die Vorteile eine höherwertigen Optik nicht ausspielen können (es sei denn, deine Spiegel haben Fertigungsmängel).


Meine Gedanken zur Optik habe ich dir oben geschrieben. Bleibt noch der Vorteil der höherwertigen Mechanik. Eine stabile Mechanik ist essentiell um unser Hobby frustfrei frönen zu können.
Einen 14" Newton selbst zu bauen, gibt dir natürlich die Freiheit, die bestmöglichen Komponenten zu verbauen. Das wird ein Projekt für viele Monate.
@astro_alex80 wird dir hier mit seinem Projekt viele Tipps geben können.

Mein Remote-Sternwarten Kollege Robert Shepherd hat sich ebenfalls einen 14" zusammengebaut. Allerdings mit weniger selbst designten Bauteilen.
Seinen lesenswerten Erfahrungsbericht findest du hier: https://app.astrobin.com/u/RobsAstro?folder-type=gear&active=NT568&i=c45k64#equipment

In der Größenklasse eines 14 Zöllers kenne ich keine ausführlichen Erfahrungsberichte zu professionellen Anbietern.

Kommt für dich z.B. ein Planewave in Frage? Mechanisch sicherlich höchster Güte aber ein größerer Brennweitenbereich als von dir geplant.




Praktischer Weise habe ich den gleichen 10" Lacerta Newton und helfe dir hier gern weiter. Deine genannten Punkte kann ich nachvollziehen und lassen sich ohne größeren Aufwand lösen.

OAZ: Der Lichteinfall liegt an der Bauart des OctoPlus. Die Rollenlager sind nicht eingehaust, so dass Licht einfallen kann. Die Abhilfe ist einfach. Ich habe die Rollenlager mit Moosgummi umhüllt (wichtig ist, dass kein Druck auf die Lager ausgeübt wird). Zusätzlich habe ich eine alte Socke um den OAZ Korpus gelegt. Hier ist mir ein schöner Satz von Ralf @riff-raff im Gedächtnis geblieben: "Endlich mal ein sinnvoller Einsatz für die ollen Stinker" :p.

HS Spiegelzelle: Da habe ich auch etwas wegen der seitlichen Lagerung gehadert, gerade bei größeren Temperaturunterschieden über das Jahr gesehen. Es ist wichtig die richtige Einstellung für minimales Spiel bei niedrigen Temperaturen zu finden. Ich habe bei der seitlichen Lagerung Moosgummi zwischen Halterung und Spiegel angebracht und seitdem keine Probleme mehr.

Upgrade des 10" Lacerta mit neuem HS und FS:
Ich habe bei mir einen Antares FS verbaut. Die Antares Fangspiegel sind allerdings deutlich schwerer als der original verbaute Fangspiegel. Dadurch kommt die Fangspiegelspinne an ihr Grenzen. Mit einem F3 habe ich die minimale Durchbiegung der Spinne erkennen können. Mit F4 Korrektor ist das kein Problem.

Die Hauptspiegel von Astroreflect sind dünner als die verbauten Skywatcher Spiegel. Die Lacerta Spiegelzelle kann in Grenzen auf dünnere Spiegel angepasst werden. Dazu habe ich aber keine Praxiserfahrung.

Zusammenfassend kann ich aber sagen, dass ich mit meinem 10 Zoll Lacerta sehr zufrieden bin. Ich habe ihn remote zwischen 150 und 200 Nächte im Jahr im Einsatz.

Das bringt mich zu meinem abschließenden Gedankenanstoß:
Ich habe vor zwei Jahren auch überlegt, was ich an meinem Equipment zu Hause noch optimieren kann und ob nicht größeres Gerät spannend wäre. Am Ende hätte das unter meinem Stadtrandhimmel nicht den großen Effekt gehabt. Stattdessen habe ich in dunklen Himmel investiert und bin remote gegangen.
Vielleicht ist das ja für dich auch eine Überlegung wert.

Viele Grüße,
Tobias
Hallo Tobias,
danke für deine Antwort. Den Link schau ich mir gleich an. Ja, die Frage ist, den Lacerta auszuschlachten oder gleich einen neuen ONTC mit TOP-Komponenten zu kaufen. Bei der Brennweite bin ich inzwischen weg von dem 14". Hier im Chat waren zu viele korrekte Hinweise aus Seeing & Co. Altuell denke ich über 12" nach. Und dann natürlich mit besseren Komponenten und 200mm mehr Brennweite, welche ich mir mit einem 0,95 KK wieder etwas einkürze.
Ja, den Lacerta kann man "reparieren". Aktuell habe ich ihn mit lichtdicht abgeklebt und dunkle Tücher um den OAD gelegt. Aber ehrlich, neben meinem Takahashi sieht das aktuell gruselig aus ;-)

Mal sehen, was es am Ende wird.
Gruß
Stefan
 
... oder gleich einen neuen ONTC mit TOP-Komponenten zu kaufen.
Die Strategie hatte ich damals auch verfolgt, als ich meinen ONTC 10"/F4 gekauft hatte. Darum hatte ich mich auch für einen Feathertouch 2"-Fokuser und einen Quarz-Spiegel entschieden. Inzwischen habe ich die Fangspiegel-Spinne gegen eine gefräste von Lacerta ausgetauscht und eine Spiegelblende eingesetzt.

Die letzten beiden Optionen sind Standard bei Lacerta. Daher halte ich ONTC und Lacerta für gleichwertig, jeder der beiden hat seine Vor- und Nachteile. Und auch der Feathertouch ist alles andere als lichtdicht - schau Dir mal die Astrobin-Bilder von Robert Shepherd an (siehe oben). Der hat so eine elegante Socke über den FT ;-)
 
Meinen ONTC 10" f/4 habe ich seit 2 Jahren. Bin damit extrem zufrieden. Wie ich ihn bekommen habe, habe ich ihn natürlich gleich zusammen gebaut, justiert, und es hat auf Anhieb gepasst. Musste ihn ohne Witz bis heute nicht einmal nachjustieren. Der Hauptspiegel war bei Lieferung schon fertig in der Fassung. Meinem Gefühl her zu stramm, aber da habe ich mich getäuscht, es war genau richtig so.

Bei meinem ONTC 8" musste ich mich erst ein wenig spielen bis es gepasst hat und er sich beim schwenken nicht verstellt.

Sehe beim ONTC den Vorteil dass man den Hauptspiegel einfach in der Position verstellen kann je nach Korrektor.

Der 3.2" Feather Touch ist stabil wie nichts und ich wüsste nicht wo da Licht einfallen könnte? Meiner ist aber auch nur 2mm ausgefahren. Er lässt sich auch schnell abnehmen sollte man den schweren OAZ mitsamt Kamera und Korrektor extra transportieren wollen.

Wenn ich mir nochmal einen kaufen würde, wäre ein konischer HS drin. Dann wird das ganze aber wohl noch Frontlastiger weil die konischen Hauptspiegel leichter sind. Erfahrungsberichte über konische Hauptspiegel liest man leider auch nicht...
 
Dieser ist am 10" verbaut: Klick

Am 8" ist der 2.5" Feather Touch dran. Da hatte ich zuerst den 2.5" Moonlight von dem ich aber sehr enttäuscht war. Aber da hätte ich auch gleich den 3" dran machen sollen...

Nachdem ich weiß dass ich das Hobby ein Leben lang ausüben werde, dachte ich kaufste lieber einmal richtig und dann ist für die nächsten 30 Jahre ausgesorgt 😄

OAG, Anschluss an den OAZ, Kamera, Korrektor ist selbst konstruiert.

Edith hat gerade nachgeschaut und festgestellt dass ich den 10" schon 3 Jahre habe.

Mfg
Thomas
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Stefan,

Hatte eine G3-16200 dran, die ist APS-H. Das geht natürlich auch noch mit 2" Korrektor. Aber ich wollte gleich alles auf 3" auslegen. Man weiß ja nie was es in 10 Jahren für Kameras es gibt 😄

Noch dazu hatte ich den 3" N-AGK3 von TS schon günstig abgestaubt daheim liegen, darauf habe ich dann die Adaption ausgelegt.

Mfg
Thomas
 

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