Guten Morgen Stefan,
ich bin ebenfalls ein Freund von ambitionierten Vorhaben

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Zu deinen Ideen habe ich mich ein paar Gedanken gemacht.
Das ist der limitierende Faktor. Wenn ich mich richtig erinnere, hast du auch den Flughafen in der Nähe. Die Beeinträchtigung bei deinem Himmel kannst du auch mit viel Belichtungszeit nicht vollständig ausgleichen.
Der Vorteil einer besseren Optik (bessere Reflektivität durch höherwertige Spiegel) wird unter deinem Himmel untergehen und nur mit wohlwollen sichtbar.
Ein weiterer Vorteil von besseren Spiegeln ist die höhere Fertigungsqualität. Hier ist die Frage, ob deine aktuellen Spiegel Probleme wie Astigmatismus aufweisen.
Kurz gesagt: Bei deinem Himmel wirst du die Vorteile eine höherwertigen Optik nicht ausspielen können (es sei denn, deine Spiegel haben Fertigungsmängel).
Meine Gedanken zur Optik habe ich dir oben geschrieben. Bleibt noch der Vorteil der höherwertigen Mechanik. Eine stabile Mechanik ist essentiell um unser Hobby frustfrei frönen zu können.
Einen 14" Newton selbst zu bauen, gibt dir natürlich die Freiheit, die bestmöglichen Komponenten zu verbauen. Das wird ein Projekt für viele Monate.
@astro_alex80 wird dir hier mit seinem Projekt viele Tipps geben können.
Mein Remote-Sternwarten Kollege Robert Shepherd hat sich ebenfalls einen 14" zusammengebaut. Allerdings mit weniger selbst designten Bauteilen.
Seinen lesenswerten Erfahrungsbericht findest du hier:
https://app.astrobin.com/u/RobsAstro?folder-type=gear&active=NT568&i=c45k64#equipment
In der Größenklasse eines 14 Zöllers kenne ich keine ausführlichen Erfahrungsberichte zu professionellen Anbietern.
Kommt für dich z.B. ein Planewave in Frage? Mechanisch sicherlich höchster Güte aber ein größerer Brennweitenbereich als von dir geplant.
Praktischer Weise habe ich den gleichen 10" Lacerta Newton und helfe dir hier gern weiter. Deine genannten Punkte kann ich nachvollziehen und lassen sich ohne größeren Aufwand lösen.
OAZ: Der Lichteinfall liegt an der Bauart des OctoPlus. Die Rollenlager sind nicht eingehaust, so dass Licht einfallen kann. Die Abhilfe ist einfach. Ich habe die Rollenlager mit Moosgummi umhüllt (wichtig ist, dass kein Druck auf die Lager ausgeübt wird). Zusätzlich habe ich eine alte Socke um den OAZ Korpus gelegt. Hier ist mir ein schöner Satz von Ralf
@riff-raff im Gedächtnis geblieben: "Endlich mal ein sinnvoller Einsatz für die ollen Stinker"

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HS Spiegelzelle: Da habe ich auch etwas wegen der seitlichen Lagerung gehadert, gerade bei größeren Temperaturunterschieden über das Jahr gesehen. Es ist wichtig die richtige Einstellung für minimales Spiel bei niedrigen Temperaturen zu finden. Ich habe bei der seitlichen Lagerung Moosgummi zwischen Halterung und Spiegel angebracht und seitdem keine Probleme mehr.
Upgrade des 10" Lacerta mit neuem HS und FS:
Ich habe bei mir einen Antares FS verbaut. Die Antares Fangspiegel sind allerdings deutlich schwerer als der original verbaute Fangspiegel. Dadurch kommt die Fangspiegelspinne an ihr Grenzen. Mit einem F3 habe ich die minimale Durchbiegung der Spinne erkennen können. Mit F4 Korrektor ist das kein Problem.
Die Hauptspiegel von Astroreflect sind dünner als die verbauten Skywatcher Spiegel. Die Lacerta Spiegelzelle kann in Grenzen auf dünnere Spiegel angepasst werden. Dazu habe ich aber keine Praxiserfahrung.
Zusammenfassend kann ich aber sagen, dass ich mit meinem 10 Zoll Lacerta sehr zufrieden bin. Ich habe ihn remote zwischen 150 und 200 Nächte im Jahr im Einsatz.
Das bringt mich zu meinem abschließenden Gedankenanstoß:
Ich habe vor zwei Jahren auch überlegt, was ich an meinem Equipment zu Hause noch optimieren kann und ob nicht größeres Gerät spannend wäre. Am Ende hätte das unter meinem Stadtrandhimmel nicht den großen Effekt gehabt. Stattdessen habe ich in dunklen Himmel investiert und bin remote gegangen.
Vielleicht ist das ja für dich auch eine Überlegung wert.
Viele Grüße,
Tobias