Hi Murdock,
das 200/1000 ist für DeepSky ein schönes Gerät. Visuell sollte/dürfte es auf der Astro 5 noch brauchbar sein. Normalerweise sieht man für die Montierung dieser Größernordnung bei 200/800 die Grenze. Aber es geht wohl noch, bzw Du musst Deine eigene "Leidensfähigkeit" einbeziehen. Es wird halt beim Scharfstellen wackeln. Nicht so, wie ein kleines Kaufhausteleskop, aber spürbar. Eigentlich hat man sich bald daran gewöhnt. Zum einen lernt man, mit dem Auge das Zittern "auszugleichen" und dennoch den schärfsten Punkt zu erkennen, zum anderen hat man die Finger bald drauf eingeübt. Ansonsten gibt es ja noch Fokussiermotoren, zum Beispiel im Selbstbau, siehe meine Homepage.
Wenn aber Dein Beobachtungsort dauernd von kräftigem Wind geplagt ist, kann diese Lösung zu schwach sein.
Was die Optik angeht: Der f/5 Newton ist nicht ganz anspruchslos bei der Okularwahl. Aber es geht noch recht gut mit den günstigeren Typen. Auch hier ist natürlich der eigene Anspruch gefragt, denn ein randscharfes Weitwinkelokular wird auch bei f/5 teuer.
Für DeepSky-Beobachtung fallen eigentlich alle Geräte von f/4 bis f/6 in eine Klasse. Für diese Geräte lässt sich nämlich leicht eine grosse AP für ein helles Bild bei der DeepSky-Beobachtung erzielen. Auch das Gesichtsfeld ist angenehm groß, wenn man 2" Okulare verwendet. Ein schönes 30-35mm Okular mit guter Randabbildung in 2" würde ich sehr empfehlen.
Ansonsten benehmen sich die 8-Zöller bei der DeepSky-Beobachtung sehr ähnlich. Die meisten Beobachtungen wird man wohl bei 100-fach machen. Da sollte also ein 10mm Okular in die Palette. Da gibt es einige zur Auswahl. Am schönsten, und vom Preis her sehr luxuriös, wäre wohl ein Speers Waler. Aber erstmal tut ein Plössl genauso gut dienst.
Wenn Du guten Himmel hast, dann wäre für Galaxienfreunde wohl ein Okular mit 4mm AP, also 50-facher Vergrößerung angesagt. Also 20mm. Für freunde planetarischer Nebel und anderer kleiner Dinge wäre ein Okular um 6mm auch interessant. Da muß man dann schauen, wie's sich mit den Wünschen am Planeten kombiniert.
Was Planetenbeobachtung betrifft, kommt es natürlich immer drauf an, wie gut der Spiegel so ausfällt, den man erwischt. Generell zeigt der 8" F/5 schon eine ganze Menge Planetendetails. Die Planetenleistung ist mehr als nur "passabel". Aber es kommt aufs Okular an. Für die spannenden Vergrößerungen von 150x an, müssen kurzbrennweitige Okulare her. Da wird mit einfachen Konstruktionen wie Plössl und Ortho der Augenabstand klein. Viele Leute kommen damit gut zurecht, aber manche Leute bekommen Tränen ins Auge (kaltes Okular, Wind, angestrengter Blick). Und wer (z.B. wegen Astigmatismus) seine Brille aufbehalten muß, der kann diese Okulare auch abhaken. In dem Falle müsste man zu anderen Okularen greifen, zum Beispiel zu LVs. Die LVs bringen am Planeten nicht mehr dieselbe Leistung wie gute Ortho oder Plössl, dafür aber bleibt der Anblick Tränenfrei, was auch wieder für mehr Schärfe sorgt.
Wenn der Spiegel gut ist, und einer der seltenen Tage mit richtig guter Luft ist, dann bräuchte man ein Okular mit etwa 3,5mm Brennweite, um die Optik mal an die Grenzen zu bringen.
Man muß da also ganz klar sagen: Ein f/6 und noch mehr ein f/8 macht es bei der Planetenbeobachtung doch um einiges einfacher. Hat man aber erstmal passende Okulare zum f/5, dann denkt man warscheinlich gar nicht mehr groß drüber nach.
So. Nochmal zurück zum Thema DeepSky.
Also, mit dem 8" hats Du eine Menge Möglichkeiten.
Die größeren Kugelsternhaufen werden damit zu tollen Objekten, die zahllose Randsterne und meist auch ein paar im Zentrum erfassbare Sterne zeigen. M13, M92, M3, M5, M15, M10 und M12 sowie M71 wären da zu nennen. Andere Highlights wie M4 stehen sehr tief und sind eher was für Reisen gen Süden.
Auch offene Sternhaufen zeigen sich schön. Hierfür ist meist das genannte 30mm 2" Okular wegen der großen Übersicht. Die meisten offenen Sternhaufen wirken nur bei so schwacher Vergrößerung und Schönheiten wie Plejaden, Praesepe, M35, H&Chi usw füllen das Gesichtsfeld solcher Okulare voll aus.
Die diffusen Gasnebel bieten viele Strukturen und Details, allerdings sind sie sehr empfindlich, was den Himmel angeht. Ist zuviel Streulicht am Beobachtungsort, solltest Du Dich nach Filtern wie UHC und OIII informieren. Hierzu gehören helle Objekte wie Orionnebel, Lagunen-Nebel, Trifid- und Omega-Nebel, aber auch anspruchsvollere wie Zirrus-Nebel oder Nordamerika-Nebel.
Der 8-Zöller eröffnet dem Beobachter auch eine Vielzahl planetarischer Nebel, die je nach Helligkeit und Größe mal bei schwacher mal bei Starker Vergrößerung beobachtet werden. Auch die PNs sind Objekte, die einen OIII-Filter danken. Da wären zu nennen M27, M57, M76, der Eskimo und der Eulennebel, NGC 1514, NGC 40, NGC 6882, NGC 2438,...
Zuletzt seien die Galaxien genannt. Da braucht es guten Himmel, sonst sieht man (egal mit welchem Teleskop) kaum mehr als den Kern des Andromedanebels. Aber wenn der Himmel es her gibt, dann geht der Andromedanebel durch das ganze Gesichtsfeld des 30mm Okulars und zeigt bis zu 2 dunkle Staubbänder in seinen Spiralarmen und nahebei die kleinen Begleiter m32 und M110.
So. genug geschwärmt

Jetzt bist erstmal Du wieder dran...
Clear Skies
Sven