28.9.2026 Exzellentes Planetenseeing am Südrand der Alpen

Sleepair

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Gestern am 28. wollte ich, am südlichen Alpenrand, eigentlich nur mit dem Gra&Go Scope ein wenig am Mond spazieren gehen.
Die Nacht war durch den fast-noch Vollmond so hell, das man mitten in der Einöde, Straßenbeleuctung aus, um 23h ein Buch lesen hätte können.

Schnell war allerings klar, wenig Sterne, aber die Atmosphäre ist extrem ruhig. Kein Wind, kein Flackern. Außerdem erstaunlich trrocken in der ersten Nachthälfte.
Also doch nochmal rein und das SCT aufgebaut, Saturn sollte mein Ziel werden.
Früher wäre das nicht gut gegangen, so kurzfristig, aber die Tubusisolierung machts möglich.

Also bei 180x angefangen, eine saubere Ringteilung, da geht mehr.
Langsam hab ich mich hochgehantelt, und erstaunlicherweise selbst bei 330x, was für mein SC sonst eine wabbrige Angelegenheit ist, einen Planeten wie ausgestanzt, als ob man durch einen Refraktor schaut.
Klare Trennung der Zonen, und fast überhaupt keine Unruhe am Bild.
Die Monde waren natürlich eine schwierige Angelegenheit, der Mond hat wie ein Scheinwerfer den Hintergund ausgeleuchtet. Einzig Titan, Tethys und Rhea waren erkennbar, Tethys ging immer mal wieder im Lichtsumpf "unter".
Aber der Planet selbst, so scharfe Konturen, dass man sich gar nicht vom Okular lösen möchte, die Atmosphäre lokal wie eingefroren, trotz "nur" 40 Grad Kulmination.
400x waren dann des Guten zuviel, da wurde es dann etwas "schmierig", slso eine Stufe zurück.

Ab 0:30 wurden die Bedingungen dann etwas schlechter, nicht übertrieben, aber man war ja extrem verwöhnt, und ich baute wieder ab.
Eine Planetennacht wie ich sie vielleicht 1x im Jahr habe, ganz wunderbar.

Clear skies allen,
Martin
 
Hallo Martin,

schön beschrieben, da wird man richtig neidisch! 330x ohne Wabern am SC ist wirklich selten.
Die Tubusisolierung ist ein guter Punkt. Gerade bei SCs unterschätzen viele, wie lange die ohne auskühlen, und schieben das schlechte Bild dann aufs Seeing.
Welches SC ist es denn, C8 oder größer? Und was hast du zur Isolierung genommen, Reflexfolie oder Isomatte?

Gruß & CS
Markus
 
Moin,

so eine Beobachtung hatte ich neulich morgens mal mit dem Vixen AF80/910er Refraktor: die Luft "stand" wie Beton. Ich hab den Saturn bis 303x hochgetrieben; neben Titan, dann noch Rhea und einen dritten Mond dringehabt. Wahnsinn - mit 80 Fraunhofer-Millimetern. Ich bin dann auf 226x zurückgegangen - bestes Bild. Cassini gut erkennbar, Streifen in der Atmosphäre.

Dann noch den Doppelstern 32 Ori: 1"41 - gut stehend mit Zwischenraum getrennt. Und das Trapez im M4er - zeigte mit blickweise gerade sichtbar die E-Komponente. Das geht aber mit 80mm nur bei wirklich gutem Seeing ...

War klasse. Seitdem: abends und morgens immer nur Gewabbel und Geflacker. Schaiss-Seeing :-(

Grüßles Hannes
 
Die Tubusisolierung ist ein guter Punkt. Gerade bei SCs unterschätzen viele, wie lange die ohne auskühlen, und schieben das schlechte Bild dann aufs Seeing.
Welches SC ist es denn, C8 oder größer? Und was hast du zur Isolierung genommen, Reflexfolie oder Isomatte?

Hallo Markus
ist ein älteres C8, nach meinen Recherchen wahrscheinlich um 2004, 2005.

Zur Tubusisolierung für geschlossene Katadiopter gibt es relativ viel Material im Netz, auch hier z.B. Tubusisolierung bei geschlossener Optik (Mak, Cas) und noch weit mehr auf CN. Ich hab mich eingelesen und dann eine wenig mit Materialien experimentiert.
Schönheitspreise gewinnen wir nicht mehr, aber ich schaue durch- und wenig auf mein Teleskop.

Zum Isolierungsmaterial; meins hat innen eine Matte aus Glasfaserwolle und darüber eine Schicht Heizkörpertapete, außen Alufolie. Auch hinten rund um den Okularanschluss. Und eine einlagige Schicht um die Taukappe.
Das ist natürlich kein Wundermittel, es funktioniert besonders gut, wenn der Temperaturunterschied nicht extrem ist.
Also z.B. vorgestern 17° in der Garage und 8° draußen. Der verbleibende Wärmeausgleich pasiert dann so langsam, das er sich wenig auswirkt.


Clear skies
Martin

C8_2026.jpg
 
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