45°-Einblick für Zenitbeobachtungen geeignet?

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Hallo,

soweit mir bekannt, gibt es bei Ferngläsern drei Einblickwinkel: 0° (geradsichtig), 45° und 90°.

Dass mit geradsichtigen Gläsern eine Zenitbeobachtung für den Nacken sehr anstrengend wird, und es daher nicht weit her sein kann mit dem Beobachtungsgenuss, leuchtet ein. Ein 45°-Glas bringt da sicher einen erheblichen Vorteil, aber
nun meine Frage: Wann wird es mit 45°-Gläsern ungemütlich? Wahrscheinlich kann man mit ihnen bis 60, 70° noch ziemlich bequem beobachten, aber kommt man direkt bis in den Zenit, ohne sich zu verrenken? Denn wenn das Objektiv direkt nach oben schaut, schauen doch die Okulare 45° Richtung Boden, also wird man sich doch wieder verrenken. Wie löst ihr das Problem?

Für die Zentibeobachtung müssten die 90°-Gläser wohl am bequemsten sein, leider sind solche nur spärlich am Markt vertreten, was mich sehr wundert.

Klaren Himmel wünscht
Peter

 
Hallo Peter,

meiner Meinung nach sind 45° Ferngläser durchaus für Beobachtungen im Zenith geeignet. Klar sind dafür solche mit 90° Einblick noch besser, aber der 45° Einblick ist bei horizontnahen Beobachtungen im Vorteil, also ein guter Kompromiss, eher gut als Kompromiss...Wenn das Teil auf ein Stativ kommt achte darauf daß Dir dieses nicht "im Weg" ist, und Du problemlos in das Glas schauen kannst.

Viele Grüße Felix
 
Hallo,

ich kann die Ausführungen von Felix bestätigen. 45° nach oben zu blicken ist auch mit den meisten Stativen einfacher realisierbar als ein Blick nach oben mit geradsichtigen Ferngläsern. 90° haben für die rein astronomische Nutzung sicher einen optimalen Komfort, aber letztlich entscheidet da auch der Preis und die optische Qualität.

Als Schnellspechtelgerät verwende ich ein Miyauchi 15/22x60 und kann mit dem 45° Einblick alles was mich interessiert bequem beobachten.

Gleiches gilt übrigens auch für das Spektiv, mir reichen da die 45° gut aus. Und auch hier hilft nur - wie bei den meisten Dingen - ausprobieren: Der individuelle Eindruck ist entscheidend und was dem einen gut gefällt, kann für den anderen schon jenseits des Erträglichen sein ...

Gruß
Adson
 
Hallo,

im Prinzip kann ich dem voranstehenden nur zustimmen.

Eine Ergänzung noch: Das Stativ sollte so groß gewählt sein, dass man im Stehen beobachten kann. Ich empfinde das stehende Beobachen mit einem 45°-Fernglas erheblich angenehmer als sitzendes Beobachten.

Für mein 100er Miyauchi verwende ich ein Manfrotto 475.

CS Klaus
 
Hallo Peter,

da ich lange Jahre mit zwei verschiedenen Großferngläsern mit 45° Einblick beobachtet habe, kann ich Dir versichern, dass man selbst im Zenit damit keine großen Probleme hat.

Sicherlich ist ein 90° Einblick noch bequemer, aber mit einem 45° Einblick macht man nichts falsch! Wichtig sind aber dafür Stativ und Montierung. Gerade bei 45°-Ferngläsern um 100mm sind Kurbelstative, wie von Klaus bereits erwähnt, sehr von Vorteil!


Grüße, Amin
 
Hallo Peter,

bei einem 45 Grad Glas hast Du etwas mehr Abstand zum Stativ als bei einem 90 Grad Glas. Und genau im Zenit beobachtet man ja auch nicht immer. Ich setze mein Miyauchi 20x77 mit einem Manfrotto M075 Stativ und dem Manfrotto Joystick ein. Mit dem Joystich bekommt man in Zenitnähe nochmals mehr Abstand zum Stativ. Allerdings sollte das Glas dann in der Gewichtsklasse des Miyauchis sein, also um die 3 kg, nicht (viel) mehr.

CS
Winfried
 
Hallo und danke für eure Antworten!

Noch eine Zusatzfrage: Gibt es am aktuellen Markt ein Großfernglas (>= 100mm Öffnung) mit 90°-Einblick? Ich kann keines finden.

Klaren Himmel wünscht
Peter
 
Hallo Felix,

WOW, gigantisch! - Da muss ich doch gleich mal am Montag meinen Chef wegen einer ordentlichen Gehaltserhöhung anhauen. :-)

Klaren Himmel wünscht
Peter
 
Hallo Peter,

dasselbe habe ich mir auch gedacht als ich diese Ferngläser zum ersten Mal gesehen habe...
Im Forum unter "Teleskope" gibt es zwei Threads (erst ein paar Tage alt) zum Thema, evtl. auch interessant:

-Bino/Doppelrefraktor übereinander

-Was bringen Binoteleskope in der Astronomie?

Da haben sich diverse Links und Infos angesammelt...

Grüße Felix
 
45° Schrägeinblick funktioniert auch bei der Himmelsbeobachtung problemlos, habe ich mehrfach und auch über längere Zeiträume hinweg mit einem Fujinon 25x150 EM-SX ausprobieren können.
Sind die Ferngläser mit gut einsehbaren Okularen und einem sehr hoch bauendem Stativ kombiniert, dann kann man auch mit geradem Einblick gut beobachten - machen schließlich ganze Heerscharen von Null-Optik-Beobachtern auch (z.B. beim Meteoritenbeobachten).
Gute 90°-Prismensätze für eine binokulares, seitenrichtiges Bild zu bauen, die dann auch noch in druckwasserdichten Gehäusen sitzen, ist nicht ganz trivial und daher auch gleich preissteigernd. Wenn man dann noch bedenkt, dass nur ein geringer Anteil von Ferngläsern am Markt für die Himmelsbeobachtung verwendet wird, kann man sich schon vorstellen, dass ein 90°-Glas immer nur eine Randerscheinung bleiben wird.
Was ich persönlich angenehm an der geradsichtigen Beobachtung finde, ist das einfache Anvisieren von Objekten, funktioniert auch beim Fujinon 40x150 ED-SX (nur geradsichtig erhältlich) ohne Telrad.

Schöne Grüße,

Stefan Korth

 
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