6" f8 Selbstbau Dobson

#1
Hallo liebe Gemeinschaft,

ich bin derzeit dabei ein 6" Reflektor selbst zu bauen und wollte auf diesem Wege einige Bilder teilen und euch etwas über den Planungs- und Fertigungsprozess erzählen. Es könnte auch sein, dass ich um den ein oder anderen Rat frage. Ich studiere Technik auf Lehramt und fertige das Teleskop im Rahmen meines Studiums. Aber ich wollte ohnehin schon lange ein Teleskop.
Die Planung habe ich begonnen, indem ich mich über verfügbare Spiegel und Tuben informiert habe um eine bestmögliche Optik zu fertigen. Dazu habe ich diese Seite verwendet. Es kamen dabei folgende Entscheidungen zustande:

- 153 mm Hauptspiegel
- 1200 mm Brennweite
- etwa 1200 mm Tubuslänge, 200 mm Außendurchmesser und 5 mm Wandstärke aus PVC
- 31 mm Fangspiegel
- Standard 1.25" OAZ von Orion

Danach habe ich begonnen das Ganze in einem CAD Programm namens "freeCAD" zu designen (Ich werde die Dateien in naher Zukunft online stellen und hier verlinken). Das bisherige Design besteht aus...

- einer Hauptspiegelzelle
- einer Fangspiegelhalterung, nach dieser Anleitung gefertigt
- der Rockerbox
- Höhenräder und hölzerne Rohrschellen

Einige der Teile habe ich gestern mit einer CNC-Fräse gefräst. Dazu konnte ich einfach die entsprechenden Dateien aus freeCAD in das von der Fräse benötigte dxf-Dateiformat umwandeln.
Natürlich muss ich den PVC-Tubus färben. Dazu habe ich einen ersten Test mit einer Grundierung und Sprühlack aus dem Baumarkt gemacht. Für mich ein zufriedenstellendes Ergebnis. Das matte Schwarz für die Innenseite werde ich vermutlich heute testen. Allerdings weiß ich nicht, wie ich das innere der Röhre färben soll. Hat damit jemand Erfahrung? Der bisherige Plan ist es, einen langen Arm zu machen und aufzupassen, dass ich die Außenwände nicht berühre.

Eine weitere Sache, bei der ich einen Rat gebrauchen könnte sind die Gleitmaterialien. Ich kenne die übliche Kombination aus Ebony/FRP + Teflonpad, allerdings finde ich kaum geeignete Angebote für FRP. Vielleicht kennt jemand eine Alternative? (Tubusgewicht etwa 8 kg, meine Höhenräder haben 260 mm Durchmesser, sind 18 mm stark und ich plane 3 mm starkes Teflon zu bestellen welche im 45° (???) Winkel angebracht werden sollen). Desweiteren benötige ich ein erstes Okular um die Optik zu installieren und einen ersten Blick nach oben zu werfen. Ich möchte zunächst keine all zu große Vergrößerung sondern erst mal am Himmel "spazierengehen". Könnt ihr mir da ein preiswertes aber nicht ganz mieses Okular empfehlen?

Bisher macht das Projekt echt Spaß! Stellt gerne Fragen, kritisiert das Design oder gebt Ratschläge. Ich freue mich drauf.

Viele Grüße

Dominik
 
#2
Hallo Dominik,
schön, dass Du dein Projekt hier vorstellst. Ich habe zwei Rockerboxen gebaut. Für die RB für den 6" hatte ich eine Vinylschallplatte statt Ebony genommen. Diese läuft auf Teflon einwandfrei. Der 10" läuft auf Aluriffelblech und Teflon. Aluriffelblech gibts im Baumarkt. Die Innenauskleidung des Tubus wird gemeinhin mit selbstklebender Velourfolie (z.B. DC-Fix) in schwarz gemacht. Das schluckt kräftig Licht, wahrscheinlich mehr als irgendeine schwarze Farbe. Bei einem f/8 und einem 1.25" OAZ kannst Du erstmal ein 25mm Plössl nehmen. Das sollte für einen ersten Durchblick völlig genügen.
Soweit meine Gedanken.

Viele Grüße und Spaß beim bauen des Dobsons.

Matthias
 
Zuletzt bearbeitet:
#3
Hallo Dominik,

feines Projekt.
Ein 25er oder 32er Plössel ist richtig für Deine Anfänge.
Die RB sieht sehr gut aus, zu den Materialien schau mal bei Gerd Neumann vorbei
Lagermaterial für Dobsons: Ebony Star und Teflon / PTFE
Die Hauptspiegelfassung könnte ohne Stabilitätsverlust luftiger sein und damit nicht so kritisch bezüglich Tubusseeing.
Ich habe das in einem Fall so gelöst


Der Hauptspiegel liegt pro Steg auf einem Punkt, als drei Auflagepunkte im äu0eren Drittel des HS, was bei der Größe völlig reicht.
Außer dem habe ich etwas getan, was unter Profis verpönt ist. Das Spiegelchen hinten in in der Mitte (also da wo der FS "abschatter") mit einem kleinen Silikonblob geklebt. Das spart die Halteklammern, welche ja i.D.R. auf den Spiegel greifen und deren Beugungserscheinungen.
Ich sehe im Tubus bei Dir eine gebogene FS Spinne. Meine ist so aus dem Tubus herausgeführt, dass sie am OAZ Justierbar is, eventuell auch eine Möglichkeit für Dich



Am 2" OAZ einens 6-Zöllers sieht das so aus:


und die Halterung an sich ist sehr leicht und simpel (hier im Rohbau schon mit dem aufgeklebten Fangspiegel)


Das sieht alles sehr primitiv und roh aus und ist es auch, aber es funktioniert und schöner machen geht immer.

Gruß
Günther
 
#4
Hallo allerseits,

vielen Dank für die ausführlichen Antworten, Bilder und eure Okular-Empfehlungen! Freut mich sehr!

Für die RB für den 6" hatte ich eine Vinylschallplatte statt Ebony genommen. Diese läuft auf Teflon einwandfrei.
Stimmt, das habe ich auch schon mal gelesen, super! In der Tat eine kostengünstige Alternative, die ich ohne große Mühe ausprobieren kann. Und wie hast du die Höhenlagerung realisiert? Ich habe derzeit Umleimer für Küchenarbeitsplatten im Auge. Die sind in schmalen Streifen für wenig Geld erhältlich.

Die Innenauskleidung des Tubus wird gemeinhin mit selbstklebender Velourfolie (z.B. DC-Fix) in schwarz gemacht. Das schluckt kräftig Licht, wahrscheinlich mehr als irgendeine schwarze Farbe.
Dass dieses Velour besser absorbiert als Farbe klingt plausibel. Hat das hier schon mal jemand selbst gemacht? Ich stelle mir die Installation nicht ganz einfach vor. Eignen sich dazu Streifen, oder ist es notwendig ein einziges Stück passender Größe zu erstehen?

Die Hauptspiegelfassung könnte ohne Stabilitätsverlust luftiger sein und damit nicht so kritisch bezüglich Tubusseeing.
Danke für den Tipp, Günther. Das lässt sich bestimmt noch realisieren indem ich 3 Kreissegmente aus der vorhandenen Scheibe aussäge. Oder ich fräse mir eben neue! Das heißt, du hast deinen HS als Befestigung nur an einer Stelle geklebt?

Ich sehe im Tubus bei Dir eine gebogene FS Spinne. Meine ist so aus dem Tubus herausgeführt, dass sie am OAZ Justierbar is, eventuell auch eine Möglichkeit für Dich
Das ist sehr interessant. Bisher war mein Plan die Spinne mit 3 mm Gewindeschrauben zu befestigen und bei Bedarf mit Unterlegscheiben zu unterfüttern. Ich verstehe allerdings nicht ganz wie du das umgesetzt hast. Mich irritiert das an einer Seite des OAZ gleich beide Enden der Spinne herauskommen?!?! Oder meint der Zusatz "beidseitig", dass auf der anderen Seite des OAZ das andere Ende herausschaut? Vermutlich...

Einen schönen Abend

Dominik
 
#5
Hallo Dominik,

die gebogene Spinne ist mit einem Arm links und mit dem anderen Arm rechts an der OAZ-Basis befestigt.
Da sind nur zwei Schrauben um dem Blech mehr Stabilität zu geben und man kann mit einer Schraube fest noch den Kippwinkel ein wenig verändern bevor man die zweite Schraube festdreht.

Das 114er Spiegelchen ist tatsächlich nur mittig mit einem Silikonblob geklebt und hält schon ewig.
Das Fehlen der Halteklammern und die gebogene Spinne führen dazu, dass man visuell auch an hellsten Sternen keine direkten Beugungserscheinungen wahrnimmt.
Wenn dir das für den 6-Zöller nicht sicher genug erscheint, könntest Du so vorgehen wie ich bei meinem 8" f/5



man sieht es nicht gut, habe aber kein besseres Bild.
Drei seitliche Haltklammern enden auf halber Dicke des Spiegelträgers. Die klemmen nicht, sondern lassen etwas Luft und der Spiegel wird mit drei sehr dünnen Silikonklebungen zwischen Klammern und Spiegel gehalten. Auch dabei hat der Spiegel die nötige Bewegungs- und Ausdehnungsfreihet, wird nicht geklemmt, der Sterntest sieht gut aus.

Gruß
Günther
 
#6
Hallo Dominik,

Stimmt, das habe ich auch schon mal gelesen, super! In der Tat eine kostengünstige Alternative, die ich ohne große Mühe ausprobieren kann. Und wie hast du die Höhenlagerung realisiert? Ich habe derzeit Umleimer für Küchenarbeitsplatten im Auge. Die sind in schmalen Streifen für wenig Geld erhältlich.
Für die Höhenlage kannst Du sicher Umleimer nehmen. Ich hatte damals fertige Streifen von Gerd Neumann jr. aufgeklebt (Pattex). Zuvor hatte ich sogar nur die Höhenräder (Birke Multiplex) mit dem nackten Holz auf Teflon. Ist halt etwas rauer... geht zur Not aber auch. Nur im Azimut würde ich zu Alu-Rauhfaserblech greifen oder eben Schallplatte. Mein 6" ist ziemlich leicht (ca. 4kg), da funktioniert die Schallplatte tadellos. Die drei Teflonpads ordnest Du im Abstand von 120° an. Mit dem Abstand zur Drehachse musst Du etwas experimentieren. Je näher an der Achse desto leichtgängiger, aber auch kippeliger wird das Ganze. Je weiter außen umso strammer läuft der Pursche.

Dass dieses Velour besser absorbiert als Farbe klingt plausibel. Hat das hier schon mal jemand selbst gemacht? Ich stelle mir die Installation nicht ganz einfach vor. Eignen sich dazu Streifen, oder ist es notwendig ein einziges Stück passender Größe zu erstehen?
Das Auskleiden mit Velours ist Standard. Das machen sehr viele. Am Besten lässt Du die Folie 2 Tage ausgerollt abhängen, damit sie sich besser an die Innenwand des Tubus schmiegen kann. Ich hatte bis jetzt keine Probleme mit der Verarbeitung. Falls Blasen entstehen sollten, kannst Du diese mit einem Papiermesser anritzen und wieder fest andrücken. Google einfach mal danach. Es gibt bestimmt irgendwo Anleitungen. Ich habe meine Tuben nicht in Streifen (also längs) sondern in Bahnen (quer) ausgekleidet. Vorher das Velours absaugen oder mit einer Fusselrolle ein paar mal drüber, damit die Veloursteile, die nicht so fest sind abgelöst werden und nicht auf den Spiegel gelangen können (ist bei mir noch nie passiert).

Viele Grüße
Matthias
 
#7
Hallo zusammen,

nochmals Danke! Eure Tipps und Anregungen waren eine große Hilfe. Ich werde mich mit Bildern melden, wenn es (vermutlich nächste Woche) wieder weiter geht.

Viele Grüße
Dominik
 
#10
Hallo Dominik,

Deine Konzeption ist stimmig.
Ich weiß nicht ob es sinnvoll ist, da jetzt Änderungen in den Raum zu stellen, denn jeder Mensch hat da seine eigenen Prioritäten für seine eigenen Beobachtungen und Ziele, das ist schlecht aus der Ferne zu beurteilen.

Ich würde z.B. wegen des größeren erreichbaren Feldes nicht auf einen 2" OAZ verzichten, einen kürzeren OAZ planen um Ausleuchtung zu gewinnen bzw mit dem nächstkleineren FS gut auszukommen und zumindest den vorderen Tubusüberhänge länger wählen umd nicht noch eine Tau-/Störlichtkappe zu benötigen.
Du brauchst aber eventuell kein größeres Feld, der letzte Tacken Ausleuchtung oder Obstruktionsminimierung interessieren Dich nicht und Du willst einen möglichst kurzen Tubus mit aufsteckbarer Tau-/Störlichtkappe.

Also sind das eigentlich nur Kleinigkeiten.
Da du ja darüber nachdenkst, die Spiegelzelle nochmal zu überarbeiten fällt mir noch ein, dass meine Lösung mit drei Gewindestangen sehr Justierstabil ist obwohl ich mit der Hand werkzeuglos justieren kann und ohne Feststellschrauben oder Kontermuttern auskomme. Die Stangen laufen im Spiegelträger frei, die Justiergewinde sind in der Zelle. Ich habe mit geringfügig kleinerem Durchmesser als dem der Stangen im Holz gebohrt und die Gewinde mit den Stangen durch das Holz geschnitten, also ohne Gewindeschneider. Das läuft seit langer Zeit genau so schwergängig, dass sich weder bei Frost noch bei Hitze etwas selbstständig verstellt und genau so leicht, dass ich nie Probleme habe, die Justierschrauben mit zwei Fingern feinfühlig und sehr exakt einzustellen.

Veloursfolie ist ein Muss und das hat zwei Gründe.
Zum einen schluckt sie sehr zuverlässig Stör- Und Streulicht und zum zweiten hat das Velours mit den feinen Härchen und dem großen Luftvolumen dazwischen eine sehr erwünste Isolier-/Dämmwirkung.
Eventuell schaust Du Dich bei Interesse an solchen Themen mal ein wenig auf meiner HP um, z.B. geht es im Thema
Grundsätzliches zum Seeing
auch um Tubusseeing und seine Vermeidung und zur Konfiguration an sich mag z.B.
Obstruktion! Fangspiegel als Leistungskiller?
ein paar brauchbare Gedankengänge enthalten.

Gruß
Günther
 
#11
Hallo Günther,

Ich weiß nicht ob es sinnvoll ist, da jetzt Änderungen in den Raum zu stellen, denn jeder Mensch hat da seine eigenen Prioritäten für seine eigenen Beobachtungen und Ziele, das ist schlecht aus der Ferne zu beurteilen.
freut mich, dass du dennoch deine Gedanken mitteilst. Für mich als unerfahrener Einsteiger ist es unglaublich schwer meine eigenen Prioritäten bereits jetzt zu entwickeln. Umso wertvoller scheint mir jede Meinung von erfahrenen Teleskopfreunden.

Ich würde z.B. wegen des größeren erreichbaren Feldes nicht auf einen 2" OAZ verzichten, einen kürzeren OAZ planen um Ausleuchtung zu gewinnen bzw mit dem nächstkleineren FS gut auszukommen...
Darüber denke ich auch nach. Zufälligerweise hat Matthias den OAZ, welchen du an deinem 6-Zöller hast gebraucht im Angebot. Darf ich fragen wie weit du die Brennebene des HS über dem OAZ platziert hast? Nutzt du damit nur 2" Okulare oder auch 1.25" Okulare mit Reduzierung?

Dank' dir auch für die weiteren Tipps, das ist wirklich eine große Hilfe für mich! Auf deiner Homepage werde ich mich umsehen.

Beste Grüße
Dominik
 
#12
Hallo dominik,

ich lege den Fokus ca 20 mm über den eingefahrenen OAZ, das reicht für die allermeisten Fälle.

Da Deine Planung ja den Tubusselbstbau und den Selbstbau der Hauptspiegelzelle beinhaltet könntst Du Dir darüber gedanken machen, die Zelle so zu konstruieren, dass sie in den Tubus hineingeschoben werden kann.
Dann ist sie von der Befestigung her variabel und wenn Du den Tubus ein wenig länger machst als im Normalfall benötigt, bist Du auch für extremes Zubehör (z.B. exotische Okulare oder einen Binoansatz) gerüstet, weil Du immer die Fokuslage anpassen kannst.
Beim 6-Zöller ist die HS-Zelle in den Tubus eingeschoben und dort variabel, darüber hinaus steckt noch ein Stück Blechtubus zwischen den Hartpapierteilen vorne und hinten und gibt nochmal Anpassungsspielraum.



In einem anderen Fall habe ich einen zu kurzen Tubus mit einem aufschiebbaren Kanalrohrstück verlängert,



das ist auch bei Bedarf ganz schnell gelöst und verschoben.
Mit Lack nicht mal zu übel anzuschauen



Diese Anpassungsmöglichkeiten haben noch einen großen Vorteil..........

man kann kleine bis mittlere Planungsfehler kompensieren ohne alles wieder auseinander zu reißen und neu anzufangen.

Mit einem 2" Okularauszug kommst Du halt anstatt auf 27 mm Feldblende auf maximal 47 mm Feldblende und das macht in etwa den Unterschied zwischen 1,3° und 2° Feld für die Aufsuche und die Übersicht.
Das ist ordentlich.

Was zum Lesen
Weitwinkel

und hier mal speziell zur Zubehörwahl am 8" f/6 Dobson
Okulare für den 8 Zoll Dobson

Gruß
Günther

PS: Schau Dir mal zusätzlich das Programm MyNewton an, ist auch nicht schlecht zur Newtonkonfiguration.
 
#13
Hallo Günther,

da hast du Recht, prima Idee! Hätte ich ja auch mal von selbst drauf kommen können. Meine Spiegelzelle ist ohnehin so geplant, dass ich sie in den Tubus einschieben kann. Somit ist das leicht umsetzbar.

A propo Spiegelzelle. Gestern habe ich meine Spiegelzelle nach deinem Rat etwas luftiger gestaltet.

IMG_20181201_084606304.jpg


Wenn ich mir das Designs eurer Spiegelzellen so ansehe, wird mir klar, dass bei meiner Zelle noch mehr Luft nach oben ist. Aber ein Anfang ist gemacht. Ich möchte gerne sowohl außen als auch innen noch mehr Material wegnehmen. Vielleicht gehe ich gleich mal die passende Lochsäge suchen...

Außerdem habe ich heute oder morgen vor, die Fangspiegelhalterung an einem Reststück des Tubus nach deinem Design (oder ähnlich) zu bauen. Mal ausprobieren ob das gut klappt, wenn ich die Enden der Spinne durch die Tubuswand hindurch führe. Anfang nächster Woche entsteht dann der Rest der Rockerbox.

Danke, myNewton ist auf meinem PC installiert. Dort habe ich die Zahlen auch schon eingegeben. Das Programm sagt mir weitestgehend das gleiche.

Beste Grüße
Dominik
 
#14
Hallo Dominik,

die Grundplatte ist jetzt wirklich luftig genug.
Der Abstand zum eigentlichen Spiegellagerteller ist recht groß, je nach mechanischer Ausführung kann sich das allein durch das Gewicht mit Spiegel zwischen Horizont- und Zenitstellung leicht mal um ein paar Millimeter verändern.
Gut, so eine 150er Scherbe ist nicht allzu schwer, aber wenn mann das etwas kompakter macht ist es weniger anfällig und den Lagerteller kannst Du, wenn Du willst, auch noch deutlich abspecken.

Gruß
Günther
 
#15
Hallo zusammen,

heute ging es weiter! Ich habe damit begonnen den Unterbau zu fertigen. Wie eingangs beschrieben habe ich das Teleskop in einem CAD-Programm vorweg gedacht. Aus der Software habe ich mir Schablonen im Maßstab 1:1 gedruckt. Alle nötigen Teile haben auf eine A0 Papier gepasst. Darauf sind bereits die Bohrungen markiert.

IMG_20181203_151409005.jpg


Die Schablonen habe ich ausgeschnitten und mit doppelseitigem Klebeband auf dem Holz befestigt. Anschließend wurde mit der Stichsäge zerspant. Das Ergebnis sieht so aus:

IMG_20181203_231210704.jpg


Es ist nicht perfekt, aber ich bin zufrieden. Morgen werden die Löcher zum Verbinden der Teile gebohrt, die Kanten behandelt und wenn es gut läuft auch noch das erste mal lackiert.

Da mir Günthers Vorschlag gefallen hat die FS Spinne durch den Tubus nach außen zur Justage zu führen, habe ich mich daran an einem Reststück des Tubus' probiert. Mir scheint es etwas knapp vom Platz her, wenn ich die FS Spinne an der OAZ-Basis befestige. Ich brauche etwa 60-65 mm von der Befestigung des FS bis zur Spiegelfläche. Ergo brauche ich diesen Platz vom Zentrum der OAZ-Bohrung aus gemessen. Lange Rede kurzer Sinn: es ist zu wenig Platz. Also habe ich nach anderen Lösungen gesucht.

IMG_20181201_185242322.jpg


Bei einem ersten Versuch habe ich 2 kleine Holzstücke mit Epoxidharz an den Tubus geklebt. Daran versuche ich morgen mal zu einem ersten Belastungstest die FS-Spinne zu befestigen. Nach dem Lackieren dürfte das auch passabel aussehen. Soweit für heute.

Auf bald
 
#16
Guten Abend allerseits,

gestern und heute ist wieder einiges passiert. Ich habe die Verbindungen der Teile realisiert. Ich wollte das Teleskop so weit wie möglich modularisiert bauen. Das heißt alle Verbindungen sollen lösbar sein, sodass ich später leicht mal demontieren (und Änderungen vornehmen) kann. Aus diesem Grund habe ich für alle Verbindungen RAMPA-Schrauben mit M4 Innengewinde verwendet. Außerdem habe ich mit der Lochsäge 3 Füße gesägt welche ebenfalls auf diese Art verbunden sind. Da möchte ich gerne noch ein Gummi ankleben. Glücklicherweise kam gestern auch das Teflon und die Schallplatte (danke für den Tipp, Matthias) für den ersten Gleitversuch an. Natürlich musste ich vorhin erstmal alles zusammenbauen.

IMG_20181205_210641200.jpg


Die ersten Bewegungen waren super geschmeidig. Auch in der Höhenlagerung fühlt sich Teflon und unbehandeltes Holz nicht gerade schlecht an. Der Resopal Umleimer liegt jedoch bereit und wird nach dem Lackieren noch angebracht. Aufgrund meiner nicht vorhandenen Beobachtungserfahrungen kann ich überhaupt nicht einschätzen ob das, was ich jetzt für geschmeidig halte, auch noch bei 200-facher Vergrößerung geschmeidig ist. Oder ob nicht doch kleine Vibrationen das Nachführen stören. Daher denke ich über Streben nach. Mal abwarten.

IMG_20181205_210629935.jpg


Ich werde mich nun daran machen, die FS-Halterung zu perfektionieren. Anstatt der Holzstücke (siehe oben) die zwar gut gehalten haben, sollen es jetzt doch kleine Winkel außen am Tubus werden. Das teste ich wieder am Reststück des Tubus'. Zudem bringe ich dort auch mal den OAZ an. Die Arbeitsschritte wenigstens einmal gemacht zu haben kann nicht schaden, wenn es an den echten Tubus geht.

Einen schönen Abend euch allen!
 
Zuletzt bearbeitet:
#18
Hallo zusammen,

heute morgen habe ich den OAZ am Reststück des Tubus angebracht.

IMG_20181206_085110815.jpg


So weit so gut. Nur: Der Okularschlitten (nennt man das so?) ragt ziemlich weit in den Tubus hinein, sodass ich Vignettierung befürchte. Mir war nicht ganz klar, dass das Teil so weit unter der Basis herausschaut, wenn er ganz eingefahren ist. Seht selbst. Ich habe die leere Spiegelzelle dahinter geschoben.

IMG_20181206_085038682.jpg


Für meinen Anfängerblick sieht das nach Problemen aus. Wie würdet ihr in dem Fall vorgehen?

Noch etwas - wie platziert man die FS-Halterung bestmöglich? Ich plane eine gebogene Spinne mit 2 Armen, die aus dem Tubus herausragen, einzubauen. Sollen die Arme der Spinne also besser auf die Seite des OAZ so wie bei dem Bild weiter oben, oder wo anders aus dem Tubus ragen?

Viele Grüße
 
#19
Hallo Dominik,
das mit dem OAZ sieht für mich normal aus. Dass die 2" Hülse ein Stück in den Tubus ragt, wenn er ganz eingefahren ist, ist ja kein Problem, denn Du beobachtest ja bei z.B. 2cm ausgefahrenem OAZ. Außerdem ist der Tubusdurchmesser bei Dir ca. 180mm oder so, weiß ich jetzt nicht, und der Spiegel hat 150mm. D.h. du hast zwischen Tubuswand und Strahlengang ja auch noch Luft.
viele Grüße
Matthias
 
#20
Hallo Dominik,

Dein OAZ geht noch:sneaky:, dramatisch sieht anders aus:eek:



Bei Dir kann man das noch so akzeptieren, zumal Du ja über die HS Zelle variabel bist und die Fokuslage für alle Deine Okulare so einstellen kannst, dass Du mit dem am weitesten innen fokussierenden Okular außerhalb des Strahlengangs bleibst.
Außerdem kann es sein, dass Du ohne Komplikationen (einschränkung des Verfahrweges) das OAZ-Rohr noch ~10 mm einkürzen kannst, das wäre prima, denn der Strahlengang ist da vorne deutlich weiter als nur der Spiegeldurchmesser (kannst Du grob in MyNewt über Raytracing similieren).
Letztes Mittel ist die deutliche Einkürzung des OAZ-Tubus, wobei man aber in aller Regel die unteren Führungsrollen in Richtung Mitte versetzen muss.
Bei dem tollen Teil in meinem Bild ging das sogar ohne merkliche Stabilitätsverluste ab.

In meinem Bild sicht man außen sogar noch ein langes Adapterteil



Komplett also eine gaaanz tolle Konstruktion, da könnte ich glatt wieder mal unhöflich werden.:censored:
Also zeige ich lieber die versetzten Führungsrollen.



Oben sieht man noch die alten Löcher, das macht runde 20 mm aus die helfen.

Dann noch ohne dieses unnötige Verlängerungsteil auf der anderen Seite und der OAZ sieht dann schon richtig gut aus, passt für visuelle Zwecke prima.
(klar ist, dass der Tubus dann hoffnungslos zu kurz ist und ausgetauascht oder verlängert werden muss)



Im letzten Bild siehst Du noch einen Reduzierung von 2" auf 1 1/4 Zoll die einen runden Millimeter aufträgt.
Die Reduzierung auf Deinem Bild trägt locker 10 mm auf, ein Austausch hilft also auch sehr.

Gruß
Günther
 
#21
Hallo miteinander,

...denn Du beobachtest ja bei z.B. 2cm ausgefahrenem OAZ.
Stimmt, da ist was dran. Mein Gehirn muss sich wohl noch daran gewöhnen, wie ein echter Teleskopfreund zu denken:LOL:.

Außerdem kann es sein, dass Du ohne Komplikationen (einschränkung des Verfahrweges) das OAZ-Rohr noch ~10 mm einkürzen kannst, das wäre prima, denn der Strahlengang ist da vorne deutlich weiter als nur der Spiegeldurchmesser (kannst Du grob in MyNewt über Raytracing similieren).
Letztes Mittel ist die deutliche Einkürzung des OAZ-Tubus, wobei man aber in aller Regel die unteren Führungsrollen in Richtung Mitte versetzen muss.
Ich habe unten in den OAZ hineingespäht und genau darüber nachgedacht. Ganz ausgefahren hat es, wie du sagst, einige Millimeter Platz bis zur unteren Rolle. Mal sehen ob ich dazu das nötige Werkzeug habe.

Im letzten Bild siehst Du noch einen Reduzierung von 2" auf 1 1/4 Zoll die einen runden Millimeter aufträgt.
Die Reduzierung auf Deinem Bild trägt locker 10 mm auf, ein Austausch hilft also auch sehr.
Ok, EIN MILLIMETER ist ganz schön wenig :eek:. Ich schau mal was man dafür so bezahlen muss. Könnte mir auch vorstellen zu diesem Zweck nochmal die Fräse anzuwerfen. Wobei ich erstmal in Ruhe darüber nachdenken muss, wie ich auf eine Höhe komme, die sich lohnt. 6 mm kann ich mir z.B. leicht mit Platz für eine eigene Klemme vorstellen.

Sonst habe ich mich gestern damit beschäftigt die FS-Konstriktion etwas zu verbessern. Die Lösung mit den Holzstückchen war nicht wirklich zufriedenstellend. Wie angekündigt, jetzt mit Winkeln, welche ich passend gekürzt habe. In die Spinne (ein Stahlmaß) habe ich mir der Dremel Schlitze geschnitten, sodass sie verschoben werden kann. Das Ganze schaut so aus:

IMG_20181206_134407331.jpg


Für mich zufriedenstellend! Zudem habe ich alle (bis auf eine) Schrauben im Inneren des Tubus so gekürzt, dass sie nicht unnötig überstehen. Die FS-Halterung habe ich nochmal neu gefertigt, dieses mal etwas kleiner und Quaderförmig.

IMG_20181206_135002077_HDR.jpg


Der echte Tubus muss mit Löchern versehen, die HS-Zelle fertiggestellt und der Tubus ausgekleidet werden. Damit geht's die kommenden Tage weiter.

Bis bald Leute
 
#22
Hallo Dominik,

so sieht der 0-Weg Adapter aus

A508317null | 31,7mm OKULARADAPTER - Reduzierungshülse vom 50

Die Haltschraube für den Fangspiegelhalter am Bügel solltest Du anders lösen.
Die Bilder sehen so aus, als würde sie keinesfalls komplett durch den Fangspiegel abdedeckt und dann kriegst Du unschöne Beugungserscheinungen dadurch die den Vorteil der Spikelosigkeit der gebogenen Spinne deutlich schmälern.
Ein flacher Schraubenkopf und ein Gewinde im Halter könnten die Lösung sein.

Halte ohnehin auch alle anderen Verschraubungen im Tubus so flach wie möglich.
Solche Kleinigkeiten in Summe machen den Unterschied zwischen einem sehr guten, einem guten, einem Allerweltsnewton und einem miesen Newton aus und den sieht man, wenn gut justiert ist.

Gruß
Günther
 
#23
Hallo alle,

Danke, sieht aus, als könne man sowas selbst hinbekommen.

Die Haltschraube für den Fangspiegelhalter am Bügel solltest Du anders lösen.
Die Bilder sehen so aus, als würde sie keinesfalls komplett durch den Fangspiegel abdedeckt und dann kriegst Du unschöne Beugungserscheinungen dadurch die den Vorteil der Spikelosigkeit der gebogenen Spinne deutlich schmälern.
Ein flacher Schraubenkopf und ein Gewinde im Halter könnten die Lösung sein.
Ja, richtig, da musste ich nochmal dran. Das habe ich heute morgen gemacht. Ich habe die FS Halterung an der Seite die mit der Spinne verbunden wird abgeflacht und die Schraube gekürzt. Jetzt schaut nichts mehr über. Ich konnte auch die erforderlichen Maße abnehmen um den Tubus mit weiteren Löchern zu schmücken. Jetzt muss sie noch gefärbt und die Gewindestange etwas gekürzt werden. Hier mal einige Eindrücke von FS und Halterung:

IMG_20181208_102001081.jpg

IMG_20181208_102020578.jpg
IMG_20181208_101932277.jpg


Außerdem habe ich gestern den OAZ am Tubus und die Umleimer auf den Höhenrädern angebracht. Seht selbst:

IMG_20181207_224511574.jpg


Ich habe zum vorderen Tubusende einen Abstand von 130 mm gewählt. Das sah im RayTracing gut aus, wenn man bedenkt, dass der Innendurchmesser noch etwas durch die Velourfolie schrumpft. Falls nicht, muss eben noch eine überstehende Kappe her. Ich wollte sowieso was über dem Rand des Tubus' haben.
Der Umleimer+Teflon ist der Schallplatte+Teflon weit überlegen. Ich denke langfristig werde ich die Platte austauschen.

Ein schönes Wochenende euch und bis bald
 
#24
Guten Morgen,

gestern habe ich es gewagt, die Bohrungen und Schlitze (diesmal am echten Tubus) für den FS zu setzen. Davor hatte ich etwas Respekt. Ich habe einen Höhenanreißer (für den Abstand zum Tubusende) und eine Schablone (für die radiale Position) verwendet, um die Position der Bohrungen zu bestimmen. Die Schlitze habe ich durch nebeneinander gesetzte 1.5 mm Bohrungen realisiert.
Dann habe ich das Ganze noch lackiert und heute morgen das erste mal montiert um zu sehen ob alles passt. Hier ein Blick durch den Auszug:

IMG_20181209_091830061.jpg


Und hier der Tunnelblick :

IMG_20181209_091803612.jpg


Ich glaube es ist ganz gut gelaufen. Die Abstände/Winkel passen und eine erste grobe Ausrichtung war leicht und schnell erledigt. Die Schrauben/Muttern im Tubusinneren werde ich noch lackieren.
Heute soll der Tubus ausgekleidet werden. Das wird ein Spaß:rolleyes:.

Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie ich die HS Zelle im Tubus befestige, da sie ja variabel sein soll. Ungern möchte ich da seitlich Spax eindrehen. Ich habe überlegt wieder 3 Rampa-Muffen zu verwenden. Oder ich drehe das Gewinde einfach in das Holz. Auch diese Bohrungen richtig zu treffen macht mir etwas Angst:eek:. Da die Zelle ja variabel sein soll, denke ich auch über Lösungen nach bei denen sich die Zelle verschieben lässt, ohne neue Bohrungen zu setzen.

Ich wünsche euch einen erholsamen Sonntag
 
Zuletzt bearbeitet:
#25
Hallo Dominik,

Rampa Muffen finde ich problematisch, man bekommt sie kaum gerade eingedreht.

Leider schwierig zu erklären; ich würde Nietmuttern nehmen.
Dazu 3 größere Löcher (20mm oder so) in die Holzplatte vom Spiegelträger bohren, genau an der Schraubenposition und soweit vom Rand weg, dass noch 15mm stehen bleiben.

Dann statt der Rampa Muffen einfach nur ein Loch bohren.
Jetzt hast du einen "Kanal" zwischen außen und den 20mm Löchern.
Da von innen die Nietmuttern reinstecken und ggfs etwas mit Sekundenkleber sichern.

Um am Tubus exakt die Schraubenpositionen zu platzieren, nimm einen langen streifen Papier, rechne den Umfang des Tubus aus und teile das durch 3.
So das Papier markieren, fixieren und die Löcher bohren.

Gruß Martin
 
#26
Hallo Dominik,

eine prima Dokumantation zum Bau eines sehr guten Teleskops legst Du da hin.(y)

Ich merke schon, dass Du manche Anregungen schon bedacht hast und noch Verbesserungen einbringst bevor irgend jemand darauf hinweist, aber aus der so entstehenden Unterhaltung was alles zu bedenken ist, können ja, wenn es gut läuft, auch andere Leute was mitnehmen.:cool:

Für die vordere Tubuslänge habe ich mir mal vor Jahren irgendwo bei anderen Selbstbauern eine Faustformel mitgenommen die sich auch bewährt hat.
1,5 bin 2 X D Tubus über vordere Fangspeigelkante hinaus sollte in aller Rege für einen Newton reichen.
Das könnte bei Dir also etwas knapp werden, sehr wichtig ist, dass Du bei schrägem Einblick in den Eingefahrenen OAZ (also wirklich so schräg wie möglich und natürlich ohne Okular) nicht vorne aus dem Tubus herausschauen kannst, also auch keinen kleinen Spalt.
Das bringt absolut sicher Streu-/Störlicht ein und das vermeidest Du dann nur mit einer Tau-/Sörlichtkappe als Verlängerung.



Im letzten Bild deiner gebogenen FS-Haltebügel sehe ich eine S-förmige (Ver)Biegung.
Das solltest Du m.E. unbedingt vermeiden und auf jeden Fall zu einem möglichst genauen Kreissegment kommen. Es ist nicht so wichtig, wenn auch sicher optimal, dass beide Seiten, also links und rechts der FS-Halterung einen Halbkreis bilden, es ist wichtig, dass jedes der beiden Teile so aussieht wie das entsprechende Stück eines Vollkreises.




Ich schätze, du kannst diese S-Verbiegung schon beheben , indem Du die Haltewinkel zusammenbiegst, sodass das Metallband an den Befestiguingsenden nicht nach außen, also gegen die ursprüngliche Biegerichtung verformt wird. Die Verbiegung durch die Verschraubung an der Halterung sollte nicht "aufmachen", sondern eher in richtung eines deutlich engeren Kreises gehen, um Spannung in die richtige Richtung aufzubauen.

Verschiebbare Zellen lassen sich wunderbar mit Inbusschrauben befestigen. Von außen oder von innen sind sie fast unsichtbar, tragen nicht auf und man kann jederzeit Einstellungen vornehmen.
Einfach durch Druck der Schrauben vom Tubus aus auf die Zelle (von außen) oder durch Druck von der Zelle aus auf den Tubus (von innen).

Gruß
Günther
 
Zuletzt bearbeitet:
#27
Hallo Dominik,

ich lese schon eine Weile deinen Baubericht mit und freue mich, daß es noch Leute gibt, die sich ein Teleskop bauen. Leider wurden solche Berichte im Laufe der letzten Jahre seltener.
Dein Teleskop wirkt durchdacht, allerdings kann ich mich mit den außen liegenden Fangspiegelenden nicht anfreunden. In der Mechanik nennt man das auch Fleischhaken. Im günstigsten Falle reisst du dir beim Transport nur die Jacke kaputt. Vielleicht kannst du ja irgendetwas ( Tennisball/ Moosgummi...) aufstecken.
Das KG Rohr wäre nicht so meine erste Wahl beim Tubusmaterial. Ist schwer und nicht sonderlich Formstabil. Da würde ich über Harpapier nachdenken. Lässt sich ähnlich gut bearbeiten und ist für mich das optimale Material für den Tubusbau beim Newton.

Gruß Thomas
 
#28
Hallo zusammen,

eure muntere Beteiligung freut mich und hilft mir wirklich sehr!

Rampa Muffen finde ich problematisch, man bekommt sie kaum gerade eingedreht.
Da hast du recht, Martin. Und deine Erklärung war für mich gut genug. Danke für den Vorschlag.

eine prima Dokumantation zum Bau eines sehr guten Teleskops legst Du da hin.(y)

Ich merke schon, dass Du manche Anregungen schon bedacht hast und noch Verbesserungen einbringst bevor irgend jemand darauf hinweist, aber aus der so entstehenden Unterhaltung was alles zu bedenken ist, können ja, wenn es gut läuft, auch andere Leute was mitnehmen.:cool:
Merci :). Genau! Das wäre prima, wenn der Bericht jemandem nützlich ist oder Spaß bereitet.

1,5 bin 2 X D Tubus über vordere Fangspeigelkante hinaus sollte in aller Rege für einen Newton reichen.
Okay, das ist in der Tat mehr als ich zu bieten habe. Aber gut, dann werde ich die Länge der Kappe danach ausrichten (~ 150 mm). Wenn ich schräg in den Auszug schaue, kann ich die Kante nicht sehen. Ich habe durchgeschaut und von vorne in den Tubus gefasst, es fehlen etwa 25 mm.

Im letzten Bild deiner gebogenen FS-Haltebügel sehe ich eine S-förmige (Ver)Biegung.
Das solltest Du m.E. unbedingt vermeiden und auf jeden Fall zu einem möglichst genauen Kreissegment kommen. Es ist nicht so wichtig, wenn auch sicher optimal, dass beide Seiten, also links und rechts der FS-Halterung einen Halbkreis bilden, es ist wichtig, dass jedes der beiden Teile so aussieht wie das entsprechende Stück eines Vollkreises.
Danke für den Hinweis, Günther. Ich habe mich gleich daran gemacht das Problem zu beheben. Zum einen habe ich, wie du vorgeschlagen hast, die Haken verbogen. Zum anderen habe ich die Schlitze mit einer Nagelfeile so angeschrägt, dass ich die Enden der Spinne schräg durch die Tubuswand führen kann. Das Ergebnis ist ganz gut, finde ich. Und mit etwas mehr Druck auf die Spinnenenden wird die Form noch besser. Ich biege morgen nochmal ein bisschen an den Haken. Für heute reicht's mir :p. Hier mal zwei Bilder dazu.


IMG_20181209_180637536.jpg
IMG_20181209_180559374.jpg


Wie ihr seht, habe ich den Tubus heute außerdem mit selbstklebender Veloursfolie (von d-c-fix) ausgekleidet. Das Auskleiden lief ohne Schwierigkeiten ab. Die Folie lässt sich in Streifen von 225 mm * (Tubusumfang innen+10) mm prima quer auslegen. Eine helfende Hand schadet jedoch nicht. Ich habe darauf geachtet, dass in Bereichen, die nach dem was ich so gelesen habe wichtig sind (um die HS-Zelle und gegenüber des OAZ), keine Überlappungen/Enden der Folie sind. Die Bahn am vorderen Ende des Tubus ist daher etwas breiter gewählt.
Die letzte Bahn (da wo der HS sitzt) habe ich noch nicht verlegt, das mache ich nachdem die Position der Zelle bestimmt ist und der Tubus seine endgültige Länge hat.

ich lese schon eine Weile deinen Baubericht mit und freue mich, daß es noch Leute gibt, die sich ein Teleskop bauen.
Schön, das freut mich.

allerdings kann ich mich mit den außen liegenden Fangspiegelenden nicht anfreunden. In der Mechanik nennt man das auch Fleischhaken. Im günstigsten Falle reisst du dir beim Transport nur die Jacke kaputt. Vielleicht kannst du ja irgendetwas ( Tennisball/ Moosgummi...) aufstecken.
Da ist was dran. Ich bin tatsächlich schon hängengeblieben. Eine Abdeckung ist eine gute Idee. Ich finde die Lösung dennoch ziemlich praktisch und optisch okay.

Das KG Rohr wäre nicht so meine erste Wahl beim Tubusmaterial. Ist schwer und nicht sonderlich Formstabil. Da würde ich über Harpapier nachdenken. Lässt sich ähnlich gut bearbeiten und ist für mich das optimale Material für den Tubusbau beim Newton.
Ich kann dich da verstehen. Leicht ist das Teil nicht gerade. Die Entscheidung für dieses Tubusmaterial wurde, ehrlich gesagt, maßgeblich durch die preiswerte Verfügbarkeit beeinflusst. Ich hatte den Eindruck an dieser Stelle kann ich sparen ohne Einbußen bei der optischen Qualität hinnehmen zu müssen. Ich hoffe mal das Ding ist Formstabil genug und sieht nach einiger Zeit nicht so -> 0 aus :LOL:.

Die Spiegelzelle wurde heute auch lackiert und trocknet gerade. Womöglich kann ich morgen damit beginnen den Hauptspiegel an ihr zu befestigen. Dabei werde ich so vorgehen, wie es Günther oben beschrieben hat.

Viele Grüße und bis bald
 
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#30
Hallo zusammen,

Hallo,

ein sehr interessanter Bericht! Schön, dass du den Baufortschritt hier zeigst:)(y)
Und eine tolle Werkstatt hast du offenbar (Bild weiter oben)(y)(y):)

Gruß
Martin
Dank' dir, Martin.

Ich habe mich heute morgen an einer Lösung für meine Spiegelzelle versucht und wollte euch diese jetzt vorstellen. Ich habe, nach Günthers Vorschlag, versucht die Zelle von innen mit Inbusschrauben zu klemmen. Dazu habe ich mit der Lochsäge Kreise ausgeschnitten. Dann habe ich, wie von Martin oben beschrieben, einen Kanal nach außen gebohrt. In den Löchern sind dann doch die RAMPA-Muffen.

Nun zu den Bildern:

IMG_20181210_130411547.jpg



IMG_20181210_130453893.jpg


IMG_20181210_131103269.jpg


Ich habe es auch mal im Reststück des Tubus richtig festgezogen und eine Tüte mit 1 kg Steinen daraufgelegt. Danach mal richtig gezogen. Da bewegte sich nichts. Zur Not könnte ich immer noch durch den Tubus Bohren und die Zelle von außen befestigen. Die Installation ist mit etwas Gelduld gut durchführbar. Man kann die Zelle mit einer Hand am Mittelloch halten und mit der anderen Hand die Schrauben fixieren.
Die Innenseite des hinteren Teil der Zelle möchte ich auch noch mit dem Velours bekleben, die Federn ein wenig kürzen und die 3 Winkel zur Befestigung des Spiegels werden noch angebracht.

Was haltet ihr von der Lösung?

Viele Grüße
Dominik
 
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