hallo Martin,
speziell nach der Katastrophe der Hubble-Optik wurden Algorithmen entwickelt die heute als Schärfungsroutinen weit verbreitet sind. Insbesondere die Wavelet-Schärfung bringt grossartige Ergebnisse, solange die Fehler nur gleichmässig verteilt sind.
Auch wissen wir ja aus der Optik, dass die Kontrastübertragung eines obstruierten Teleskopes durch einfache Erhöhung des Durchmessers einem (dann kleineren) perfekten gleich sein kann - das besagt ja auch die Zmeksche Formel.
Die Obstruktion verursacht nun auch noch etwas kleinere Beugungsscheibchen als beim perfekte System, und nutze ich geschickt die modernen Schärfungsroutinen kann ich mit einer obstruierten Optik sogar etwas feinere Details auflösen als mit einer gleichgrossen perfekten ("Buckel" in der MTF bei hohen Ortsfrequenzen).
Dazu sehr anschaulich Fig. 18.8 aus Harrie Ruttens "Telescope Optics" wenn du Zugang zu dem Buch hast. Die Beschreibung dabei ist absolut erhellend.
Und (damit ich nicht allein alles sagen muss) hier der Link zum ausgezeichneten Tutorial über Mondfotografie von Peter Wellmann - besonders 2.Absatz in Teil Null "Die Optik":
http://www.gym-vaterstetten.de/faecher/astro/Fotografie/MondfotografieTutorial.htm
In der Praxis wird man immer eine möglichst perfekte Optik anstreben, und dann durch Schärfung versuchen die 16% Licht die sich aufgrund der Wellennatur des Lichts weigern sich in der Airy Disk zu versammeln, doch noch zu überreden ;-)
Naja und Refraktor versus Spiegel, bezahlbar solls auch noch sein... Ich hätt gar nix gegen einen 9" TMB, gar nix...
Aber mein 14" Newton kam auch noch nicht zum Zug
Ah ja, und zum Thema meine wichtigste Meinung: Ein 6" ist als befriedigendes Planetenteleskop IMHO einfach zu klein. Man wird sich bald mehr wünschen. Lieber einen guten schnellen grösseren Newton suchen, 8" zB ist dem durchschnittlichen Seeing gut angepasst, und die Brennweite zB mit Barlow verlängern. Es geht nichts über ÖFFNUNG.
lg Tommy