Hallo Volkmar
Bevor du weitere Investitionen tätigst, würde ich wie Werner schon geschrieben hat, mich daran tun Klarheit zu schaffen wie gut das SC wirklich ist.
Die Planetensaison ist erst einmal vorbei, hier wäre ein Jahrbuch wie z.B. "Der Sternenhimmel", oder "Himmelsjahr", oder eine Planetariums Software für die Beobachtungsplanung sehr hilfreich.
Als Planetenbeobachter ist jetzt der Mond und evtl. die noch schmale Venussichel am Morgen angesagt.
Der Mond läuft bis ca. April schön hoch durch den Meridian und lässt sich einfach in der ersten Nachthälfte beobachten.
Durch die Höhe von über 60° je nach Standort hat man meist auch besseres Seeing.
Auch hat der Mond höhere Kontraste wie die Planeten, weshalb man besser vergrößern kann.
Die beste Beobachtungszeit für Mond und Planeten ist meist nach der Bürgerlichen Dämmerung, also ca. 30-40min nach Sonnenuntergang und bei stabilen Hochdrucklagen.
Zu diesem Zeitpunkt ist die Atmosphäre noch relativ ruhig bzw. die Luft beginnt dann schnell abzukühlen was erst einmal mehr Seeing erzeugt.
Das Hauptproblem beim SC ist das schlechte Auskühlverhalten bzw. die träge Temperaturanpassung durch den geschlossenen Tubus.
Die Fehlerkette kann auch hier lang sein wie z.B.
- Schlechte optische Qualität
- Tubus und Optik nicht der Temperatur angepasst
- Hauptspiegel Shifting
- Keine exakte Justage
- Schlechter Standort
usw.
Das EdgeHD bzw. allgemein SCs sind meiner Meinung nach mehr Instrumente für die Fotografie. Ein kleiner ED-Zweilinser mit 4-6" Öffnung tut sich da leichter, oder ein offenes Spiegelteleskop mit Lüftern ist am schnellsten angepasst.
Sterntestbilder zum vergleichen findest du hier:
Das Problem mit dem Sterntest ist, das es nur ein qualitativer Test ist und Aussagen zulässt, in einem Spektrum von Schrott bis Perfekt.
Ein klares und aussagekräftiges Klassifikationsschema wie es der Strehl bietet, mit "Beugungsbegrenzt", oder Strehl 0.81 hat man beim Sterntest nicht.
Schon ab Strehl 0.95 können sich die Intra- und Extrafokalen Fresnelringe deutlich unterscheiden.
Ein ADC bringt erst dann etwas, wenn das Teleskop schon scharfe Planetenbilder liefert, weil vorher quasi die Fehler von einer nicht ausgekühlten, oder schlecht justierten Optik das Bild unscharf macht, das quasi diese Fehler alles dominieren.
Auch spielt die Öffnung dabei eine Rolle und die Objekthöhe bzw. dein Standort.
Wenn Jupiter wie jetzt nur noch 22-23° über Horizont steht braucht man selbst mit 4" Öffnung noch einen ADC wenn man es perfekt haben will.
Da für Süddeutschland die Planeten und der Mond nie über 64-67° Höhe kommen braucht man selbst unter diesen "optimalen Bedingungen" ab ca. 8" eigentlich immer einen ADC wenn man es perfekt haben will.
Das von dir Vorgeschlagene Model ist ein "Einsteiger ADC" welcher wiederum durch die einfachen Prismen bestimmte Fehler ins System einführt.
Meist werden diese für die Fotografie genutzt, weil die Bildbearbeitung das teilweise wieder kompensieren kann.
Professionelle ADC gibt es nur als Spezialanfertigungen oder von der Firma Gutekunst und GreatStar, diese kosten jedoch mindestens so viel wie dein Teleskop.
Hier gibt es einen schönen Artikel zur Atmosphärischen Dispersion.
Gruß
CS