8" EdgeHD Optiktest

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Volkmar52

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Hallo Sternenfreunde,

ich möchte bei meinem neuen EdgeHD einen Optiktest durchführen. Nachdem ich die erste Nacht am Jupiter hinter mir habe, bin ich mit der Optik irgendwie nicht zufrieden. Ich möchte jetzt möglichst alle Wetter-Faktoren ausschießen und deshalb einen künstlichen Stern für den Optiktest nutzen. Dabei stelle ich mir folgende Fragen:
  1. Welcher künstliche Stern eignet sich am besten?
  2. Bei 203 Öffnung müsste ich theoretisch einen Abstand zum k. Stern von ca. 99m haben. Bei 99m Abstand, müsste die Luftunruhe doch dann wieder störend sein?
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Volkmar
 
Hallo Volkmar,

alle „Wetterfaktoren“ , auch die „teleskopinternen“ wirst so gut wie nie ausschließen können. Es sei denn, dir steht ein Optiklabor ohne jegliche Turbulenz zur Verfügung. Demnach muss man sich damit zufrieden geben was möglich ist.

Es gibt am Markt verschiedene Angebote von künstlichen Sternen, einfach mal bei den bekannten Namen/Herstellern googeln. Man kann sich aber alternativ auch selbst ohne riesigen Aufwand einen Kunststern bauen.

Ausserdem bieten sich am Tage auch Sonnenreflexe an Wasser- Nebeltropfen o.ä. an. Bei der derzeitigen wechselhaften Wetterlage, verbunden mit recht hoher Turbulenz, wird ein Sterntest nicht den erwünschten Erfolg bringen, egal ob am Kunststern oder am echten Stern. Warte einfach eine stabile Wetterlage ab.

Sehr von Vorteil wäre es, wenn du in Richtung des Teststerns ausgedehnte Wiesen-, Wasser- oder Ackerflächen hast. Auch ein hohes Gebäude oder Türme mit Reflexen an Glühfäden o.ä. in geeigneter Entfernung erleichtert die Beobachtung, zumal der Strahlengang sich dann etwas vom bodennahen turbulenten Umfeld abhebt. Du kannst aber auch bei ausgeschalteter Nachführung am Polarstern testen. Der eignet sich bei guten Wetterbedingungen hervorragend und ist ausreichend für ein 8“ Teleskop.

Abschließend noch ein Tipp: Mach dich mit den Methoden und Abbildungen von Suiter vertraut. Dann klappt es mit dem Sterntest. Sei aber nicht enttäuscht, falls die ersten Ergebnisse nicht das bringen was du dir vorstellst. Ich weiß natürlich nicht, wieviel Erfahrung du damit schon gemacht hast. Jedenfalls lerne ich auch nach Jahren immer noch etwas dazu…;)

Viele Grüße
Werner
 
ich baue mir für Tests auch einen künstlichen Stern in der Wohnung. also ich nehme eine LED Taschenlampe o.ä. umwickle die mit Alufolie und mache dann ein ganz kleines Loch mit einer Nadel rein. das reicht schon aus. mir reicht da auch die Entfernung von 10m um den fokussieren zu können mit dem SCT.
das sieht dann so aus:

1642682443872.png
 
Hallo Alex,
das ist aber dann viel zu nah dran und würde unweigerlich eine sphärische Aberration vortäischen, die vielleicht gar nicht
vorhanden ist. So ein Setup taugt allenfalls zur Justierung.
Nach Suiter (2.Ausgabe, S.91/92) sollte der künstliche Stern mindestens das 10x der Brennweite des System entfernt sein, besser
das 20 - 30-fache. Beim 20-fachen, also beim C8 40 m, würde noch ein Restfehler von 1/8 Wellenlänge Überkorrektur nur durch
den Aufbau entstehen, was Suiters Meinung nach wenig ausmacht, da diese Teleskope meist gar nicht 1/8 Wellenfrontfehler
an Qualität erreichen.
Also Volkmar, Du kannst es mit 40 m versuchen.
Übrigens Alex, Dein C 6 sieht ganz gut aus :) . Wie sieht es denn auf der anderen Seite des Focus aus?

Gruß Michael
 
Hallo Sternenfreunde,

danke für die Antworten. Ich denke auch, dass ich es mal mit 40-55m versuche. Wobei hier auch der k.S. Durchmesser der Lochblende eine Rolle spielt. Ich habe irgendwo mal gelesen, dass man einen sehr kleinen und präzisen Punkt mit einer angeleuchteten 2cm Weihnachtskugel projizieren kann. Eventuell kann man damit noch die Entfernung reduzieren. Eine Turnhalle wird man wohl aber trotzdem noch brauchen. Für draußen macht das eigentlich keinen Sinn. Da wird der Polarstern dann die beste Möglichkeit sein, weil der Lichtstrahl von oben kommt. Ich werde da mal ein wenig experimentieren.

Clear Sky
Volkmar
 
Nein, man kann die Entfernung nicht reduzieren, da Du ja auf das Reflexbild fokussierst.
Und ja, man kann das draußen gut machen bei bedecktem Himmel und gut ausgekühltem
Teleskop.
Gut ist die Dämmerung dafür, am besten morgens.
Am Besten draußen im Garten, wenn der lang genug ist oder über einer Wiese.
Den künstlichen Stern kannst Du ja auf ein Fotostativ packen.

Gruß Michael
 
Hallo Alex,
das ist aber dann viel zu nah dran und würde unweigerlich eine sphärische Aberration vortäischen, die vielleicht gar nicht
vorhanden ist. So ein Setup taugt allenfalls zur Justierung.
ja korrekt, ich nehme das eigentlich nur zur Justierung.

Übrigens Alex, Dein C 6 sieht ganz gut aus :) . Wie sieht es denn auf der anderen Seite des Focus aus?
danke, die andere Seite sieht gleich aus.
lt. eines anderen Forum Mitglieds sollte ich aber nicht so sehr aus dem Focus gehen und es dann nochmal testen.
 
Hallo Volkmar,

die Lochblende sollte kleiner sein als das Auflösungsvermögen des Teleskops. Wenn ich richtig gerechnet habe ist bei 40 m Entfernung und 0,1 mm Durchmesser der Blende der Winkel ca. 0,52 Bogensekunden. Das wäre o.k. Jedoch sind 0,1 mm nicht ganz so einfach zu bewerkstelligen.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Volkmar,

die Lochblende sollte kleiner sein als das Auflösungsvermögen des Teleskops. Wenn ich richtig gerechnet habe ist bei 40 m Entfernung und 0,1 mm Durchmesser der Blende der Winkel ca. 0,52 Bogensekunden. Das wäre o.k. Jedoch sind 0,1 mm nicht ganz so einfach zu bewerkstelligen.

Viele Grüße
Werner
Hallo Werner,

der TSStar1 schafft es auf 0,022 mm? Aber die Idee mit der Weihnachtskugel finde ich schon interessant. Ich komme aus der Hobby-Mikroskopie, ich denke 0,1mm müssten drin sein aber um einen präzisen Stern zu reproduzieren, reicht sicherlich keine Alu-Folie. Das tolle an dem schlechten Wetter ist, man kann experimentieren.

Clear Sky
Volkmar
 
Hallo Volkmar,

wenn du dein neues Teleskop ausgerechnet am tiefstehenden Jupiter testet, ist es kein Wunder wenn du nicht zufrieden bist. Ich würde an deiner Stelle das Fernrohr ein paar Stunden vor der Beobachtung draußen aufstellen und dann peinlichst genau( also wirklich so genau wie möglich) justieren und zwar in der Lage in der dann auch dein Testobjekt beobachtet wird. Dein Objekt sollte am besten mindestens 50° über dem Horizont stehen und das Seeing sollte idealerweise besser als S=8/10 sein. Ich würde den Mond oder einen Stern nehmen.
CS Mike
 
Hallo Volkmar,

wenn du dein neues Teleskop ausgerechnet am tiefstehenden Jupiter testet, ist es kein Wunder wenn du nicht zufrieden bist. Ich würde an deiner Stelle das Fernrohr ein paar Stunden vor der Beobachtung draußen aufstellen und dann peinlichst genau( also wirklich so genau wie möglich) justieren und zwar in der Lage in der dann auch dein Testobjekt beobachtet wird. Dein Objekt sollte am besten mindestens 50° über dem Horizont stehen und das Seeing sollte idealerweise besser als S=8/10 sein. Ich würde den Mond oder einen Stern nehmen.
CS Mike
Hallo Mike,

ja, mir war bewusst, dass ich den tiefstehenden Jupiter nicht sauber rein kriegen kann. Ich fand es schon faszinierend die Monde sehen zu können. Aber mein Misstrauen der Optik gegenüber hat schon seinen Grund. Ich konnte den Fokussiermotor an dem neuen EdgeHD nicht nutzen, weil der Messingring der Fokussierung bei mir ca.1,5mm aus der Mitte gelegen hat. Der Mond kommt "sauber" rein. Aber irgendwie traue ich der ganzen Geschichte noch nicht. Deswegen suche ich gerade nach der besten Möglichkeit die Optik zu bewerten. Wenn ich noch mal den faszinierenden Jupiter beobachte, will ich wissen, dass meine Optik alles gibt was sie leisten kann. Ich möchte nicht hoffen, dass der Messingring der Fokussierung so weit aus der Mitte gelegen hat, weil ich ein chinesisches Montagsgerät erwischt habe.

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Volkmar
 
ich baue mir für Tests auch einen künstlichen Stern in der Wohnung. also ich nehme eine LED Taschenlampe o.ä. umwickle die mit Alufolie und mache dann ein ganz kleines Loch mit einer Nadel rein. das reicht schon aus. mir reicht da auch die Entfernung von 10m um den fokussieren zu können mit dem SCT.
das sieht dann so aus:

Den Anhang 236450 betrachten

Hallo Alex,

Du bist bei dem Beispielbild viel zu weit aus dem Fokus, da ist wirklich nur ein ganz grober Fehler zu sehen.
Hier gibt es ein paar Informationen dazu.
Praktisch ist auch wenn man eine Planetencam anschließt, da kann man live sehen wenn man justiert.

VG Cl.-D.
 
ich möchte bei meinem neuen EdgeHD einen Optiktest durchführen. Nachdem ich die erste Nacht am Jupiter hinter mir habe, bin ich mit der Optik irgendwie nicht zufrieden.

Hallo Volkmar,
wie war eigentlich dein Beobachtungseindruck?
Hast du nur Jupiter beobachtet oder auch mal einen „live“-Sterntest gemacht bzw. Sterne/Sternfelder beobachtet? Wie schon vermutet, wird es am tiefen Stand und möglicherweise nicht ausreichende Auskühlung gelegen haben. Würde da erstmal weniger die Optik vermuten. Wie hast du deinen SC justiert, am Stern?

Viele Grüße,
Alex
 
Hallo Volkmar,
wie war eigentlich dein Beobachtungseindruck?
Hast du nur Jupiter beobachtet oder auch mal einen „live“-Sterntest gemacht bzw. Sterne/Sternfelder beobachtet? Wie schon vermutet, wird es am tiefen Stand und möglicherweise nicht ausreichende Auskühlung gelegen haben. Würde da erstmal weniger die Optik vermuten. Wie hast du deinen SC justiert, am Stern?

Viele Grüße,
Alex
Hallo Alex,
es war alles sehr verschwommen und weich. Sterne haben gefunkelt. Ausgekühlt war ausreichend. Jetzt bitte nicht lachen, wir hatten gerade erste 21:00 Uhr. Aber ich lebe auf dem Land und haben einen großen Süd-Balkon in Hanglage ganz oben. Vor mir ist nur Land und Wiese. Aber ich gehe auch davon aus, dass der Jupiter viel zu tief war. Auch hatten wir sehr viel Mond. Aber es ändert nichts an der Tatsache, dass ich meiner Optik noch nicht traue... Ich mache das mit meinen Kindern zusammen und da möchte ich natürlich alles geben. Ich habe den EdgeHD noch schnell vor Weinachten gekauft. Damit die Kids nicht die ganze Zeit Corona beobachten müssen. Ich hatte schon lange vor mir wieder mal einen Himmelsstürmer zu kaufen. Ich liebe das Universum. Hat alles auch perfekt funktioniert, wir hatten schöne Tage am Mond und schleierhaftes am Saturn. Kids und Frau begeistert. Jetzt aber will ich mir das wieder zum Hobby machen und da bin ich schon genervt, dass der Messingring der Fokussierung nicht mittig gewesen ist. Ich warte jetzt mal auf perfektes Wetter und werde dann noch mal testen.

Clear Sky
Volkmar
 
Okay. Hast du mal den Fangspiegel justiert bzw. kontrolliert ob der Fangspiegelschatten bei ganz leichtem defokussieren, mit einem 10mm Okular oder kleiner, mittig im Sternscheibchen erscheint?
 
Okay. Hast du mal den Fangspiegel justiert bzw. kontrolliert ob der Fangspiegelschatten bei ganz leichtem defokussieren, mit einem 10mm Okular oder kleiner, mittig im Sternscheibchen erscheint?
Habe ich auf die Schnelle versucht. Aber die Sterne haben gefunkelt auch nach der Defokussierung. Deswegen wollte ich es jetzt mal mit einem künstlichem Stern versuchen um möglichst alle Wetterfaktoren ausschließen zu können. Ich muss das wohl noch mal in Ruhe machen.
 
Um jetzt hier keinen Mist zu erzählen, ich habe gerade in mein Beobachtungsbuch geschaut. Es war 19:33 Uhr. Der Jupiter stand günstig. Was ist denn der Grund, warum Sterne funkeln? Ist da nicht eigentlich die Uhrzeit egal?
 
Hallo Volkmar,

wenn die Sterne funkeln, dann ist das Seeing nicht gut. Planeten können da nicht performen. Aber selbst bei schlechterem Seeing könntest du einen schnellen Test wie Alex erwähnt vornehmen. Dann weißt du wenigstens, dass der FS nicht stark verstellt ist. Achte dabei auf Symmetrie.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Volkmar,

wenn die Sterne funkeln, dann ist das Seeing nicht gut. Planeten können da nicht performen. Aber selbst bei schlechterem Seeing könntest du einen schnellen Test wie Alex erwähnt vornehmen. Dann weißt du wenigstens, dass der FS nicht stark verstellt ist. Achte dabei auf Symmetrie.

Viele Grüße
Werner
Hallo Werner,

laut "www.meteoblue.com" war das Seeing und Wetter gut. Deswegen habe ich aufgebaut und auch auskühlen lassen. Aber ich denke, dass ich dafür eine besseres Gefühl entwickeln muss. Wetterdinste sind halt Wetterdinste. Deswegen war auch mein anfänglicher Gedanke eines künstlichen Sterns.

Danke für die Antworten!

Clear Sky
Volkmar
 
Nun Ja, Volkmar,

was die Wetterdienste melden und was du live am Himmel siehst sind zweierlei Stiefel.;)
Wenn bereits mit bloßem Auge helle Sterne stärker flackern obwohl diese >40-50 Grad über dem Horizont stehen, kannst du es vergessen. Der künstliche Stern hilft dir bei bei turbulentem Wetter nicht weiter (hatten wir ja oben diskutiert…). Nur Geduld, stabile Hochdruckwetterlagen kommen noch.

Viele Grüße
Werner
 
Nun Ja, Volkmar,

was die Wetterdienste melden und was du live am Himmel siehst sind zweierlei Stiefel.;)
Wenn bereits mit bloßem Auge helle Sterne stärker flackern obwohl diese >40-50 Grad über dem Horizont stehen, kannst du es vergessen. Der künstliche Stern hilft dir bei bei turbulentem Wetter nicht weiter (hatten wir ja oben diskutiert…). Nur Geduld, stabile Hochdruckwetterlagen kommen noch.

Viele Grüße
Werner

Hallo Werner,

ich kenne das mit den Wetterdiensten. Habe viel Land zu pflegen. Wobei ich wegen der Telekopie www.windy.com entdeckt habe. Die sind schon recht gut. Vergleiche das jetzt schon seit 14 Tagen mit dem realen Wetter. Beeindruckend.

Das mit der Geduld, ist wohl der beste Tipp.

Clear Sky
Volkmar
 
Hallo Sternenfreunde,

bei einem tiefliegenden Jupiter scheint es ja normal zu sein, dass er nicht sauber rein kommt. Hat hier einer Erfahrung mit einem ADC?

"Omegon ADC Atmospheric Dispersion Corrector"​

Clear Sky
Volkmar
 
Hallo Volkmar,

mit einem guten ADC wirst natürlich mehr bei tiefstehenden Planeten rausholen. Jedoch kommt es primär auf die Abbildungseigenschaften der Optik und wie oben erwähnt auf die jeweils vorhandenen Seeingbedingungen an. Es gab in der letzten Beobachtungperiode mehrere Nächte, die durchaus sehr lohnenswert bei Jupiter (und bei Saturn) gewesen sind (auch ohne ADC).

Vielleicht hilft es dir weiter, wenn du eine Möglichkeit wahrnimmst, dein Gerät unter brauchbaren Bedingungen mit einem bekannt guten Gerät in etwa gleicher Größe zu vergleichen. Dann könntest evtl. deine Zweifel zerstreuen.

Gehe wenn möglich auf ein größeres Teleskoptreffen. Dort wirst in jedem Fall fündig.

P.S.: Ansonsten bleibt dir immer noch ein Test am Interferometer. Das kostet halt ein bisschen was, hätte aber den Vorteil, dass du nahezu zweifelsfrei einen Nachweis über die Qualität deiner Optik erhältst.

Viele Grüße
Werner
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Volkmar

Bevor du weitere Investitionen tätigst, würde ich wie Werner schon geschrieben hat, mich daran tun Klarheit zu schaffen wie gut das SC wirklich ist.
Die Planetensaison ist erst einmal vorbei, hier wäre ein Jahrbuch wie z.B. "Der Sternenhimmel", oder "Himmelsjahr", oder eine Planetariums Software für die Beobachtungsplanung sehr hilfreich.
Als Planetenbeobachter ist jetzt der Mond und evtl. die noch schmale Venussichel am Morgen angesagt.
Der Mond läuft bis ca. April schön hoch durch den Meridian und lässt sich einfach in der ersten Nachthälfte beobachten.
Durch die Höhe von über 60° je nach Standort hat man meist auch besseres Seeing.
Auch hat der Mond höhere Kontraste wie die Planeten, weshalb man besser vergrößern kann.
Die beste Beobachtungszeit für Mond und Planeten ist meist nach der Bürgerlichen Dämmerung, also ca. 30-40min nach Sonnenuntergang und bei stabilen Hochdrucklagen.
Zu diesem Zeitpunkt ist die Atmosphäre noch relativ ruhig bzw. die Luft beginnt dann schnell abzukühlen was erst einmal mehr Seeing erzeugt.

Das Hauptproblem beim SC ist das schlechte Auskühlverhalten bzw. die träge Temperaturanpassung durch den geschlossenen Tubus.
Die Fehlerkette kann auch hier lang sein wie z.B.
- Schlechte optische Qualität
- Tubus und Optik nicht der Temperatur angepasst
- Hauptspiegel Shifting
- Keine exakte Justage
- Schlechter Standort
usw.

Das EdgeHD bzw. allgemein SCs sind meiner Meinung nach mehr Instrumente für die Fotografie. Ein kleiner ED-Zweilinser mit 4-6" Öffnung tut sich da leichter, oder ein offenes Spiegelteleskop mit Lüftern ist am schnellsten angepasst.

Sterntestbilder zum vergleichen findest du hier:

Das Problem mit dem Sterntest ist, das es nur ein qualitativer Test ist und Aussagen zulässt, in einem Spektrum von Schrott bis Perfekt.
Ein klares und aussagekräftiges Klassifikationsschema wie es der Strehl bietet, mit "Beugungsbegrenzt", oder Strehl 0.81 hat man beim Sterntest nicht.
Schon ab Strehl 0.95 können sich die Intra- und Extrafokalen Fresnelringe deutlich unterscheiden.

Ein ADC bringt erst dann etwas, wenn das Teleskop schon scharfe Planetenbilder liefert, weil vorher quasi die Fehler von einer nicht ausgekühlten, oder schlecht justierten Optik das Bild unscharf macht, das quasi diese Fehler alles dominieren.
Auch spielt die Öffnung dabei eine Rolle und die Objekthöhe bzw. dein Standort.
Wenn Jupiter wie jetzt nur noch 22-23° über Horizont steht braucht man selbst mit 4" Öffnung noch einen ADC wenn man es perfekt haben will.
Da für Süddeutschland die Planeten und der Mond nie über 64-67° Höhe kommen braucht man selbst unter diesen "optimalen Bedingungen" ab ca. 8" eigentlich immer einen ADC wenn man es perfekt haben will.
Das von dir Vorgeschlagene Model ist ein "Einsteiger ADC" welcher wiederum durch die einfachen Prismen bestimmte Fehler ins System einführt.
Meist werden diese für die Fotografie genutzt, weil die Bildbearbeitung das teilweise wieder kompensieren kann.
Professionelle ADC gibt es nur als Spezialanfertigungen oder von der Firma Gutekunst und GreatStar, diese kosten jedoch mindestens so viel wie dein Teleskop.

Hier gibt es einen schönen Artikel zur Atmosphärischen Dispersion.

Gruß
CS
 
Hallo CS,

danke für die umfangreichen Tipps. Ich hatte Gestern endlich mal die Möglichkeit in Ruhe die Optik an einem Stern zu testen. Der Jupiter kam gut rein (19:00Uhr) und ich konnte sogar die Wolkenbänder erahnen. Habe mir dann den Stern Diphda - SAO 147420 zum testen vorgenommen und beim defokussieren konnte ich das auch beobachten:


Der Mittelpunkt war nur ganz gering aus der Mitte aber kaum auffällig. Also "Schrott" schein die Optik nicht zu sein. Leider zog ab 20:00 Uhr schon der Nebel auf aber ich bin soweit zufrieden für den Anfang. Der Lieferant hat mir gestern noch zugesagt, dass ich den Tubus umtauschen kann (wegen dem leicht versetzten Fokusknopf) aber wenn die Optik gut ist, behalte ich den Tubus. Der Nächste könnte schlimmer sein. Ich suche aber immer noch nach einem künstlichen Stern, mit einer sehr kleinen Lochblende? Ich denke in einer Turnhalle müsste das gut funktionieren und bessere Ergebnisse liefern.

Ich nutze schon länger Stellarium als Software. Gute Software. Die hat mir auch bei der Auswahl des Teleskops geholfen aber auch um mal wieder die Sternbilder zu lernen. Ist bei mir alles schon viele Jahre her. Als Programmierer kann ich mich mit der drehbaren Sternkarte noch nicht so anfreunden. Ich habe den "EdgeHD" auch genommen, weil ich später verstärkt in die Astrofotografie eintauchen will. Unbedingt. Das bietet sich für mich an, weil ich über WLAN dann alles vom Büro steuern kann. Aber anfangs will ich Erfahrung auf dem Feld bzw. Balkon/Garten sammeln. Ist auch für die Kinder besser.

Ich denke wenn alles weiter gut läuft, werde ich mir den ADC für Einsteiger zulegen. Schritt für Schritt und mit viel Geduld.

Clear Sky
Volkmar
 
Hallo Werner,

ich lebe ziemlich weit vom Schuss weg. Hier in der Nähe gibt es keine Treffen. Aber in Trier gibt es eine Sternwarte, da sind wir auch früher schon oft gewesen. Werden wir bald auch wieder machen aber Corona macht gerade alles etwas "unentspannt". Also helfe ich mir da gerade mal selber und nutze dieses tolle Forum hier.

Das mit dem Interferometer ist sehr interessant aber ich denke da kann man dann besser den Tubus beim Experten überprüfen und einstellen lassen. Ist kostengünstiger. Ein Interferometer lohnt sich sicherlich, wenn man diese Dienstleistung auch anbieten will.

Clear Sky
Volkmar
 
Hi Volkmar.

ich habe mir diesen KS gekauft, weil er auch regelbar ist:

Aber ich bin schon länger dabei und kann dir aus eigener Erfahrung sagen, du wirst ohne Erfahrung in Optik nicht wirklich herausfinden was für eine optische Qualität dein Teleskop hat. Höchstens vielleicht wenn es wirklich schlecht ist.

Bei mir scheiterte es schon am viel zu grossen notwendigen Abstand beim 20 Zöller.

Du kannst dir auch noch ein Ronchi-Okular kaufen:

Damit lässt sich qualitativ am KS und echten Stern testen.

Gruß
Peter
 
Hallo Volkmar,

bin nicht sicher, ob ich dich richtig verstanden habe. Sich ein Interferometer selbst anzuschaffen ist ein wirklich größeres Projekt und verlangt sehr viel Know-how. Lohnt sich im Grunde nur für Leute, die Ihre Optiken selbst polieren. Man kann diese Dienstleistung der Erstellung eines Prüfprotokolls bei mehreren Händlern/Experten einkaufen.

Du hast offenbar am Stern schon mal die Justage des FS zum HS überprüfen können…sehr schön. :y:Offenbar zeigt sich nur eine geringfügige Dejustage. Könnte man aber normalerweise beheben. Du solltest beim Sterntest bitte noch andere Kritierien beachten, etwa

- Gleichheit der Abbildungen intra- extrafokal
- Ist bei gleichem Abstand zum Fokus jeweils der FS-Schatten so gut wie gleich groß?
- Sind die Fresnelringe ungestört, symmetrisch beiderseits des Fokus und erscheinen mit dem gleichen Kontrast beiderseits des Fokus?
- Gibt es signifikante Ausfranzungen, Einbuchtungen oder Eckigkeiten v.a. beim äussersten Ring?
- Bleiben die Fresnelringe symmetrisch bei Annäherung an den Fokus oder zeigt sich dabei eine Ellipse, welche sich um 90° bei Fokusdurchgang in der Orientierung dreht, falls ja liegt Astigmatismus vor.

Dies sind nur ein paar Kriterien, welche beim Sterntest unbedingt durchgeführt werden sollten. Nimm dazu einen Stern 1. bis 2. Größe und starte bei mittlerer Vergrößerung. Mach bitte den Sterntest nur bei gutem Seeing, ansonsten läufst Gefahr von Fehlinterpretationen. Die Turnhalle lohnt nur, wenn diese lang genug ist.;)

CS hat dir oben ein paar sehr hilfreiche Abbildungen verlinkt.

Viele Grüße
Werner
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Werner,

für ein Interferometer gibt es eine Selbstbauanleitung mit Lego. :) Aber ich denke, das ist ... da sollte man sich wirklich die Dienstleistung bei Experten einkaufen. Wobei man dann den Tubus auch wieder über Spedition oder DHL versenden muss. Wie er anschließend wieder bei einem ankommt, ist eine andere Frage.

Danke für die einzelnen Kriterien. Das bringt mich wirklich weiter. Gute Punkte, um mich da theoretisch mit befassen zu können.

In der Tat würde ich mit der Turnhalle nur auf 30-35m kommen. Müsste ich mal messen. Meine Frau ist Grundschullehrerin an einer großen Schule. Ich werde da wohl mal im Gebäude mit meinem Entfernungsmesser nach einem besseren Ort suchen. 40m müssten irgendwo drin sein. Aber ich will das unbedingt in einem Gebäude machen. Ich denke so werde ich mich Schritt für Schritt mit guten Daten in die Thematik einarbeiten können.

Clear Sky
Volkmar
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Volkmar,

du hast ja nur einen 8 Zoll.
Da kannst du mM schon auch mal mit 30m oder sogar weniger probieren.
Es geht ja auch darum Erfahrung zu sammeln und zu lernen die Ronchi- oder Beugungs-Bilder zu interpretieren.

Wichtig ist auch eine ungestörte, dunkel Umgebung. Eine dunkle Halle sollte mM ideal sein.
Ich habe weder eine Halle noch einen ungestörten grossen Garten.
Bei mir müsste es eigentlich ein Park sein. ;)

Gruß
Peter
 
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