8" f/6 Dobson als sinnvoller Umstieg ?

Sinter

Mitglied
Hallo liebe Forumgemeinde !


Über Umwege habe ich wieder zu einem meiner größten Kindheitsinteressen zurückgefunden, der Astronomie. Nach einigem Herumkramen auf dem Dachboden habe ich dann das alte Teleskop gefunden, mit dem ich früher zum ersten mal den Saturn gesehen habe. Dabei handelt es sich leider um ein 76/700 Newton vom Hersteller Optus mit dem wirklich wenig anzufangen ist. Bei sehr kleinen Vergrößerungen ist das Ergebnis noch ganz passabel aber alles was über 50x hinausgeht ist nur noch unscharf. Davon, wie sehr das Stativ wackelt (ist aus Holz!) brauch ich gar nicht erst anfangen. Also vom ersten wow-Faktor wenn man die Saturnringe oder die Jupitermonde beobachtet mal abgesehen macht das Beobachten nur mäßig Spaß. Erste Überlegung wäre gewesen bessere Okulare zu kaufen, aber nachdem das Gerät einen 1"-Auszug hat ist das so gut wie unmöglich und für eventuelle, spätere Neuanschaffungen ziemlich sinnfrei.

Deshalb würde ich mir gerne ein neues Gerät anschaffen. Nach langer Recherche bin ich am 8" f/6 Newton mit Rockerbox hängen geblieben, an Astrofotografie habe ich derzeit und warscheinlich auch in unmittelbarer Zukunft kein großes Interesse, deshalb kann ich auf eine nachgehührte Montierung verzichten. Und so bleibt schließlich mehr Geld für die Optik übrig.
Jetzt habe ich allerdings leichte Bedenken, dass das neue Teleskop keine so starke Verbesserung mit sich bringt, wie ich mir das erhoffe. Trotz der erheblichen Mängel kann ich bereits mit meinem jetztigen Gerät den Andromedanebel sehen (zwar nur als etwas helleren Fleck, aber immerhin) und deshalb wollte ich zuerst hier im Forum fragen ob dieser Umstieg denn sinnvoll wäre. Immerhin sind solche Anschaffungen ja auch mit Kosten verbunden !

Hauptsächlich würde ich gerne Deep-Sky-Objekte beobachten, aber natürlich auch auf die Objekte unseres Sonnensystems einen Blick werfen.

Für den Fall, dass ich mit dem 8" Dobson als erstes richtiges Teleskop daneben liegen sollte, wäre ich über Anregungen und Meinungen sehr dankbar ! Auch konkrete Vorschläge für einen 8" Dobson nehme ich gerne entgegen.
Falls jemand derzeit ein solches Teleskop verkaufen möchte bin ich auch für Angebote offen !



MfG, Lukas
 

Sven_Wienstein

Mitglied
Hallo Lukas,

nö, das passt schon, so wie von Dir beschrieben. Die Leistung ist am Ende so gut, wie Deine Justage, was sich lernen lässt, und 200/1200 funktioniert nicht mit jedem Okular perfekt, ist aber noch ganz genügsam. Beim 200/1000 Dobson würde das alles allerdings deutlich anstrengender.

Ansonsten: Die Andromedagalaxie ist immer eine Enttäuschung wert, die braucht kein großes Teleskop sondern guten Himmel und es gibt schon verdammt gute Stative aus Holz, aber eben auch die Dinger, wie von Dir beschrieben...

Clear Skies
Sven
 

Antares

Mitglied
Hi Lukas
das dürfte einen großen Schritt geben. 8" reichen über Jahrzehnte rein von den Möglichkeiten her gesehen. Anblicke werden andere sein, aber es wird nie wie auf Fotos sein. Wie Sven schon sagte, Andromeda ist immer eine Enttäuschung wert, das gilt hier und da auch für andere Objekte.
Wenn Du auf Nummer sicher gehen willst, ob das optisch paßt, suche Dir Sternfreunde und gehe mit Ihnen raus beobachten. I.d.R. ist das überall in D möglich wenn man das will. Dann bekommst Du Eindrücke über die Du dann befinden kannst. Denn am Ende kann Dir niemand sonst sagen, welcher Anblick Dir ausreichen wird.
CS
 

Felix42

Mitglied
Hallo Lukas,

hier mal ein Orientierung was mit verschiedenen Öffnungen an Jupiter zu sehen ist: Teleskopvergleiche an Jupiter und an Deep-Sky-Objekten: Teleskopvergleich an Deep-Sky-Objekten

Ich finde die Beispiele gut gewählt da bei guten Bedingungen auch etwas mehr Details sichtbar werden. Die Beispielbilder wecken da keine unrealistische Erwartungshaltung. Ansonsten ist Armins Tipp Beobachter in der Umgebung zu treffen Gold wert den eigenen Eindruck kann keine Beschreibung ersetzen. Auf der Home Page von Sven noch lesenswertes zu Okularen für den 8"f6: Okulare für den 8 Zoll Dobson

Ich halte 8"f6 für eine ziemlich geniale Lösung: schon genug Öffnung um reichlich Details an Planeten und Deep-Sky-Objekten zu sehen aber noch handelbar und f6 sorgt dafür daß die Okulare bezahlbar bleiben können.

Viele Grüße Felix
 

komposer

Mitglied
Hallo Lukas,

mein Einstieg war ein 114/900mm Newton ebenfalls auf Wackelmontierung und mit 0,96" Auszug. Später habe ich nur den Tubus gegen einen besseren mit 1,25" und neuen Okularen getauscht. Das war schon eine deutliche Verbesserung aber nichts gegen den Sprung auf den GSO 8" F6 Dobson. Wie die teils sehr großen Deep-Sky Objekte mit den verschiedenen Okularbrennweiten da ins Gesichtsfeld passen lässt sich sehr gut in der Freeware Stellarium eintellen. Zusätzlich zeigt Dir das Programm den Sternhimmel vor Ort mit allen wichtigen astronomischen Objekten.

Wichtig sind vor allem die Bedingungen vor Ort. Da wären ein paar Infos hilfreich.
Stadt / Land / Garten / Balkon usw.
Für mich ist auch immer die Lagerung und der schnelle einfache Aufbau wichtig. Der Aufbewahrungsort sollte also wohl überlegt sein.

Fotografisch geht entgegen häufig im Internet zu lesenden Meinungen zumindest bei hellen Objekten eine ganze Menge mit einem Dobson. Hier dazu mehr: https://forum.astronomie.de/threads/suche-zusaetzlichen-rat-fuer-neues-teleskop.276738/#post-1411294

Gruß,
Holger
 

klawipo

Mitglied
Hallo Lukas,

der Sprung von drei auf acht Zoll bringt mehr als zwei Größenklassen. Das theoretische Auflösungsvermögen steigt von 1,8 auf 0,7 Bogensekunden. Das ist schon beides erheblich.

Nichtsdestotrotz profitiert man bei Deep Sky auch stark vom dunklen Himmel. Lebt man in der Stadt sollte man mit dieser Zielsetzung auch bereit sein das Gerät zu transportieren. Dafür ist es gut so ein Ofenrohr Mal mit ein, zwei Sinnen begutachtet zu haben.

VG Klaus
 

Sinter

Mitglied
Vielen Dank für die zahlreichen Beiträge !

Da bin ich durchaus erleichtert, dass ein 8" Dobson eine merkliche Verbesserung bringt, die Websites mit den Vergleichsbildern ist hervorragend. Das was ich mit meinem Teleskop zu sehen bekommen entspricht ziemlich genau den Beispielbildern, wenn dann die Bilder für den Achtzöller ebenfalls realitätsnah sind, wäre ich voll und ganz zufrieden.

Was die Sichtbedingungen bei mir angeht hab ich es wohl nicht schlecht getroffen, wohne am Rand einer Kleinstadt mit ca 35.000 Einwohnern, natürlich gibt es auch hier mehr als genug Lichtverschmutzung, aber mit einer gewissen Dunkelanpassung kann man sogar vom Balkon aus das Band der Milchstraße ausmachen. Für den Fall dass ich Zeit habe und das Wetter mitspielt, bin ich in 15 Minuten mit dem Auto mitten auf dem Land (kleine Hügelkuppe mit quasi unbenutztem Teerweg) und kann dort das Teleskop aufstellen. Wenn es schneller gehen muss, wird vom Balkon aus beobachtet (Ausrichtung nach Süd oder Ost)
Gelagert wird das gute Stück dann im Wohnzimmer.

Hoffentlich findet sich bald wo ein passendes Angebot !

Grüße, Lukas
 
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