80/500 ZEISS Kometenjäger-Objektiv in TS 90/600 Apo-Tubus einbauen

Ursus corpulentus

Aktives Mitglied
Liebe Edelschrottler,

keiner mag mein ZEISS Kometenjäger-Objektiv haben ... :(

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Ich schätze, dann muss ich halt selbst was draus basteln, denn ich habe noch einen TS Apo Tubus mit anständigem AOZ "rumliegen". Die mittlere Linse wies beim Auspacken des Postpakets (ich hatte ihn einem lieben Freund geschickt) diesen höchst psyodelischen Schaden auf.


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Wie's kommt? Gute Frage ...
Für mich und alle, die ich gefragt habe, völlig unerklärbar. Der Schaden ist innen!

Also ist die Aufgabe nun, das alte ZEISS Objektiv in den vorhandenen Tubus einzubauen. Ein Freund mit großer Drehbank und noch mehr Schrauber-Erfahrung macht mir die Metallarbeiten.
Aber für mich ergeben sich beim drüber Nachdenken zwei grundsätzliche Fragen:

Der Tubus besteht aus zwei einzelnen, geschraubten Segmenten plus der einschiebbaren Taukappe und des OAZ.

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Das ist ziemlich geschickt, denn das gesamte System muss für das schnellere Objektiv rechnerisch um zehn Zentimeter (von 600 auf 500 Millimeter Brennweite) gekürzt werden. Und die hintere Röhre hat genau neun Zentimeter Länge. :giggle:

Der Plan ist nun, den OAZ direkt auf das vordere, längere Segment zu schrauben und das neue (alte) Objektiv mittels neu zu fertigenden, schraubbaren Ringen mit kleinerem Innendurchmesser einzusetzen. Ich wäre - sofern alle anderen Parameter gleich blieben - dann faktisch 10 Millimeter näher am Fokalpunkt. So würde ich mir das Zersägen des Tubus sparen - aufwendig ...

ABER: Gibt das nicht Ärger beim Fokussieren? Erinnere ich mich richtig, der 75er PENTAX ließ sich reinwärts je nach Okularbrennweite nicht "scharf stellen"?

1. Also lieber mehr, oder lieber weniger Brennweite in Relation zu den angegebenen Werten?

2. Frage: Wenn ich am Ende doch messen muss, wo ist der Brennpunkt eines Objektivs?
Genau zwischen den einzelnen Linsen, in der Mitte? Also beim Triple mittig in der mittleren Linse? Okay, ich schätze hier wird es akademisch. Aber interessieren würde es mich trotzdem.

Vielen Dank im Voraus für Eure Hilfe und einen schönen Sonntag wünscht der
Urs
 
Hallo Urs,

Schönes Projekt :cool: Messe doch mal die Länge vom TS APO von der Linsenfassung bis zum Ende des OAZ (maximal eingefahren) … mit dem Linsenschaden würde ich einfach einen Zollstock durch den OAZ schieben, kannst ja nichts mehr kaputt machen ;)
Von dem Wert kann man dann die 9cm des zweiten Tubussegments abziehen…den Wert würde ich dann mal anschauen, denn bei der Brennweite von 500mm musst Du ja auch den Glasweg von Zenitspiegel/-prisma berücksichtigen, insbesondere wenn der OAZ 2“ Zubehör aufnehmen würde. Dann könntest Du auch mal den OAZ rausschrauben und messen, wie weit das OAZ-Rohr in den Tubus ragt. Dann zeichne ein massstabsgetreues Schema vom Lichtkegel deines 80/500mm Objektivs, um zu sehen, ob das OAZ-Rohr - wenn Du den OAZ direkt an das erste Tubussegment schraubst - deinen Lichtkegel beschneidet, also dein Objektiv abblenden würde…was ja nicht gewollt ist. An so einer Zeichnung kann man ganz gut planen, wie lange das Tubussegment sein darf, damit der OAZ nicht als Blende wirkt, aber trotzdem noch genug Lichtweg für Fokussierung mit verschiedenem
Zubehör und Okularen vorhanden ist.
Das sind zumindest meine Erkenntnisse aus dem Umbau von älteren Japanern (60mm Zoom-Fernrohre auf klassischen OAZ)… hatte hierzu auch im Forum berichtet: Umbau 60mm Zoom-Teleskope

Vielleicht magst Du Deine Zeichnung dann ja hier mit uns zur weiteren Diskussion teilen :cool:

Beste Grüße und klare Nächte
Frank
 
Hallo Urs,
das ist schönes "up-cycling" der alten Zeiss-"Scherbe".
Das broblem ist, diue geometrische Lage der "Hauptebene" des Linsenpakets zu finden. Der Ansatz erst mal die Mitte der Linsen zu nehmen ist ein guter Anfang.
Um aber sicher zu gehen, würde ich meit Hilfe der Linsenformel und ein paar Messungen die Brennweite bestimmen und mit einem Tricj die LAge der Optischen Hauptachse.
Über die Bildweite (Abstand wo das Bild scharf ist bis zur Mitte der Fassung des Objektivs) und die Gegenstandsweite (Abstand des Objektes [G] zur Mitte des Objektivs) kann man die Brennweite ermitteln.
Linsenformel.jpg

Dann dreht man das Objektiv um und misst noch mal die Bildweite und die Gegenstandsweite. Sind die zur ersten Messung nicht identisch, liegt die Hauptebene nicht mittig zu der Fassung. Das ist z.B bei meinem APO 115/810 so. Da liegt die Ebene 33.8mm von der vordeneren Kante der Fassung und nicht Mittig zur Fassung.

Eine andere Methode die ich immer auf die Schnelle verwende, aber absolut hemdsärmelig, nicht wissenschaftlich, ist die Brennweitenbestimmung mit der Sonne.
Auf einen Zollstock, langes Lineal eine Papier rechtwinkelig auf den Zollstock und die Linse so weit verschieben, bis es den kleinsten Brennpunkt gibt und das Papier anfängt zu rauchen :eek::eek::eek:
Jetzt den Anbstand am Zollstock ablesen. Das gleiche mit der 180° gedrehten Linse noch mal.

Trotz aller 2D und 3D Zeichenprogramme, baue ich mir immer einen Behelfstubus, meißt eine Pappröhre von einem guten Single Malt Wiskey, dem Objektiv, dem OAZ und den angedachten Winkelprismen oder -spiegeln. Alle haben unterschiedliche optische Wege und die Okulare habe unterschiedlichge Lagen der Feldblenden, wo das Bild ensteht vom Objektiv. Hat ja Frank schon beschieben.

Aber Papier und Bleistift sind auch gut. Alles im Maßstsab 1:1 mal aufmalen im Schnitt. Hatte ich für mein Zeiss Telementor Projektz auf der Rückseite einer Laminatbodendiele gemacht. Die ist jetzt im Keller irgendwo verbaut.

Hilft das Dir etwas?

Grüsse aus dem Norden!

Martin

Grundsätzlich ist ein etwas kürzerer Tubus besser als ein zu langer, wo man nicht in den Fokus kommt.
Reicht der WEg das OAZ nicht aus, kann man sich mit Verlängerungen behelfen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Auf die Schnelle in FreeCAD1
Nur zur Darstellung!
Aus meinem FreeCAD Fundus der OAZ und das Vixen-Prisma 1 3/4".
500mm Brennweite, aber Hauptebene nicht mittig zur Länge der Fasssung!
Screenshot 2026-01-04 220144.png
 
Guten Morgen zusammen,

ich versuche eigentlich primär, die Schnittweite zu bestimmen. Das ist der Abstand des Objektiv-Brennpunkts vom letzten Linsenscheitel bei unendlicher Entfernung. Das lässt sich mit einem ambulanten Aufbau recht einfach ermitteln. Ich fokussiere mit einem OAZ oder einem geeigneten feinverstellbaren Auszug mit einem Okular, dessen Feldblendenlage ich zur Anschlagfläche der Steckhülse kenne. Bei einem 18mm X-Cel LX z.B. liegt die Feldblenden-Ebene recht genau auf Höhe der Anlagekante der 1,25" Steckhülse. Dann entnehme ich das Okular und führe einen Holzmaßstab durch die Steckhülse vorsichtig bis zum Linsenscheitel und lese die Entfernung Linsenscheitel bis Anlagefläche Steckhülse auf dem Maßstab ab. Das funktioniert mit etwas Übung ziemlich genau, so auf +/- 1mm...meiner Meinung nach ist diese Genauigkeit völlig ausreichend.
Alternativ zum Okular mit bekannter Feldblendenlage kann man auch eine Skalenlupe auf die Steckhülse halten und wie mit einem Okular scharf stellen. Wird nämlich die Skala der Lupe scharf für's Auge abgebildet (vorher natürlich einstellen), liegt die Fokusebene (entspricht Feldblendenlage) der Lupe genau auf Höhe der Skala, sonst wäre sie ja unscharf. Die Skala ist idR vorne auf einer Transparenten Scheibe am Sockel der Lupe aufgebracht. Nun halte ich nur noch die so eingestellte Lupe auf die Steckhülse, fokussiere das so ambulant aufgebaute Teleskop und schon liegt der Fokuspunkt des Objektivs genau in der Ebenen der Anlagefläche der 1,25" Steckhülse. Ermittlung der Distanz dann wie oben beim Okular beschrieben.

Ich hoffe, das war verständlich erklärt, ansonsten bitte nochmal nachfragen, ich helfe gerne weiter.

Viele Grüße Kay
 
Liebe Kunstverglaser,

au Backe, das hatte ich befürchtet ... vielen Dank für Eure Hilfe und die ganzen sehr detaillierten Hinweise und Anweisungen!

Ich bin eher so der Typ fürs Grobe (wer hätte das gedacht?!), der sich sein ganzes Leben lang mit der Strategie Trial-and-Error durchgemogelt hat; weil ichs mit dem Rechnen nicht so hab'. :whistle:

Deswegen nochmal die übergeordnete Frage, rein für mich zum Verständnis:
Was ergibt sich für das Fokussieren, wenn der Refraktor nach dem Umbau statt den nominal "geforderten" 500 Millimeter Brennweite faktisch 510 Millimeter hat?

Der Fokussierweg beträgt aktuell sieben Zentimeter - von denen extrafokal dann praktisch nur noch sechs Zentimeter nutzbar wären; ist das richtig?
Bedeutete das, dass ich bei kurzbrennweitigeren Okularen eventuell nicht mehr in den Fokus komme?
Wäre das, angesichts des Achromats mit f/6,25 schlimm? Das Teil ist sowieso nichts für hohe Vergrößerungen.

Ich versuche auf Biegen und Brechen um die mechanische Kürzung des Tubus' herumzukommen ... :oops:

Dankbare Grüße in die Runde,
Urs
 
Hallo Urs,
ich habe bei meinem 75er Pentax den Tubus um 20 mm kürzen lassen und seitdem Ruhe mit der Fokussiererei.
Ich würde das machen, damit Du genügend Backfocus hast auch ggf. für den Einsatz eines Bino-Ansatzes.

Ein gutes Neues Jahr wünscht Michael
 
Hi Michael,

schon klar, technisch wäre das problemlos machbar. Ich scheue mich nur davor, meinem Buddy mehr Arbeit aufzubürden, als am Ende notwendig ist. Und ein Binoansatz wird an diesem Teil mit großer Sicherheit nie zum Einsatz kommen.

Deswegen nochmal die Frage:
Ist die Kürzung wegen der Differenz eines - zunächst mal rechnerischen - einzelnen Zentimeters (also knapp 15 %) in Anbetracht von sieben Zentimeter Fokussierweg notwendig?

Schöne Grüße,
Urs
 
Hallo Urs,
Denke daran, dass Zenitspiegel/-prisma ja auch nochmal einiges an optischer Baulänge benötigen… und das auch um die 60mm sind… da bleibt dann nicht mehr viel übrig für das Fokussieren von Okularen, ausser Du beobachtest dann nur geradsichtig direkt mit dem Okular.

Beste Grüße und klare Nächte
Frank
 
Jetzt kommen wir dem Hasen (im Pfeffer) langsam näher ...

In seiner Originalkonfiguration - gerechnet auf 600 Millimeter Brennweite und mit 70 Millimeter Auszugslänge - hat doch auch alles funktioniert. Warum muss ich jetzt - mit 500 Millimeter Brennweite und mit 60 Millimeter Auszugslänge - plötzlich die "Anbauteile" wie Spiegel und Okulare berücksichtigen? Die waren doch vorher auch schon da.

Ja, durch das alleinige Entfernen des kurzen Segments gehen mir 10 Millimeter Auszugslänge "nach vorne" verloren, und das Maß ist dann 80/510 statt 80/500; ist das jetzt wirklich kriegsentscheidend, oder nicht?

Sprich: Muss ich sägen, oder nicht?
Oder könnte man verswuchen, beim Einbau des neuen (alten) Objektivs den Zentimeter nach vorne zu "schwitzen"?

Schöne Grüße,
Urs
 
Im Grunde genommen lautet die Gretchenfrage:
Reichen 60 Millimeter Auszugsweg für die neue Konfiguration in beide Richtungen aus?
Und (wie) ist das vom Grünen Tisch aus ermittelbar?

:)
 
Hallo Urs,
Das wurde doch oben mehrfach erläutert, wie das ermittelt werden kann. Du kannst nun weiter lamentieren oder Du nimmst jetzt einen Zollstock und tust mal die Länge des Tubusstücks messen (sorry, musste jetzt sein…ist ein Insider, muss nicht jeder verstehen :ROFLMAO: ) das Du behalten willst. Oder Du fährst den OAZ ganz ein, schiebst einen Zollstock durch bis vorne an die Linse und zieht von Ergebnis 9cm für das zweite Tubusteil ab, das Du nicht verwenden willst. In jedem Fall sind wir doch dann schon ein Stück weiter für eine Aussage, ob das passen kann oder nicht. Ob dann das OAZ Rohr dein Objektiv „abblendet“ weißt Du dann zwar immer noch nicht und das fände ich für ein solches Bastelprojekt schon schade, da nicht drauf zu achten. Aber das ist vielleicht nur meine Meinung und es ist ja Dein Projekt ;)

Beste Grüße und klare Nächte
Frank
 
Okay, okay ...

Ich hatte auf einen billigen Persilschein gewartet. Aber der kommt offensichtlich nicht. Mi$t! :cry:
Heute Nachmittag und morgen habe ich leider keine Zeit zum Spielen. Die nächsten Updates deshalb in ein paar Tagen.

Trotzdem danke für Eure Hilfe und Geduld (Deine speziell, Frank!).
Urs
 
Hallo Urs,

probieren geht über studieren! Bau es doch versuchsweise einfach mal zusammen und schaue ob es klappt. Wenn nicht, kannst du ja dann immer noch kürzen.

CS Gerhard
 
Jetzt kommen wir dem Hasen (im Pfeffer) langsam näher ...

In seiner Originalkonfiguration - gerechnet auf 600 Millimeter Brennweite und mit 70 Millimeter Auszugslänge - hat doch auch alles funktioniert. Warum muss ich jetzt - mit 500 Millimeter Brennweite und mit 60 Millimeter Auszugslänge - plötzlich die "Anbauteile" wie Spiegel und Okulare berücksichtigen? Die waren doch vorher auch schon da.

Ja, durch das alleinige Entfernen des kurzen Segments gehen mir 10 Millimeter Auszugslänge "nach vorne" verloren, und das Maß ist dann 80/510 statt 80/500; ist das jetzt wirklich kriegsentscheidend, oder nicht?

Sprich: Muss ich sägen, oder nicht?
Oder könnte man verswuchen, beim Einbau des neuen (alten) Objektivs den Zentimeter nach vorne zu "schwitzen"?

Schöne Grüße,
Urs
Hallo Urs/Tom,

Du sagst es, weißt jetzt, wie es klappen könnte.
Vielleicht erinnerst Du Dich noch welchen Zenitspiegel Du bei dem 90/600 verwendet hattest, vielleicht weißt Du auch noch, wie weit Dein OAZ ausgefahren war, als Du mit Okularen scharf gestellt hattest?
Falls Dein Objektiv wirklich 10mm länger ist, könntest Du evtl. einen kurzbauenden Zenitspiegel verwenden.
Vielleicht magst Du ja auch einfach mal das Objektiv mit einer Menge von einem breiten Gewebe-Klebeband am Tubus befestigen und den Fokus testen (hab ich auch schon gemacht). Da kommt es ja nicht auf die Kolimation an, sondern nur um zu schauen, ob die Brennweite in etwa passt. Dabei kannst Du auch gleich gucken, ob der Strahlengang vignetiert wird.
Möglicherweise kann man ja auch mit dem Gewindeadapter an Länge sparen, da das Zeiss einen kleineren Durchmesser (nicht 100mm, wie ich fälschlicherweise in der PN geschrieben hatte) hat.

LG
Stefan
 
Ach so, was ich eigentlich noch schreiben wollte.
Falls alles nicht befriedigend funktioniert, kann ich meinen 90/600 vom Speicher holen und gradsichtig mein intrafokalstes Okular scharf stellen. Dann kannst Du den Lichtweg Deines Zenitspiegels dazuzählen, dann hast Du die Fokusposition Deines OAZ.
 
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