80mm ED Refraktor für Fotographie

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Altair

Aktives Mitglied
Moin,
ich suche einen ED Refraktor für die Fotographie. Das Gerät soll auf eine CAM montiert werden und einen Autoguider bekommen. Dazu aber wann anders mehr Fragen.
Die Anschaffung ist als Einstieg in die Astrofotographie gedacht, da meine Montierung mit meinem bisher visuell genutzen 8" Newton überbelastet ist. Dennoch möchte ich nicht wieder am falschen Ende sparen und das Gerät auch später noch aufgrund der relativ geringen Brennweite für Übersichtsaufnahmen nutzen.
Ich dachte bisher an 80mm Öffnung, da die größeren dann doch wirklich schnell ins Geld gehen. Bisher viel Positives habe ich von Skywatcher gehört. Ich Liste mal ein paar Geräte auf, die in Frage kämen.

TS IN ED 70/420mm
Zwar nur 70mm aber ein attraktiver Preis.

Astro Professional ED 80/560mm
Auch der hier laut TS super Abbildung und noch recht günstig.

Skywatcher EVOSTAR ED80/600
Mit etwas mehr Zubehör.

Skywatcher Equinox 80/500mm
Macht ein edlen Eindruck, gerade der OAZ gefällt.

William Optics APO 72/432mm
Auch hier schon viel gutes gehört.

In der Preiskategorie sollte sich das Gerät in etwa bewegen. Was haltet ihr von den einzelnen EDs? Habt ihr vielleicht noch andere Tipps? Unterscheiden sich die ED Refraktoren dieser Preisklasse signifikant voneinander?

Danke euch.

Grüße aus Hamburg,
Victor
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Victor,

wenn Du mit Kameras fotografieren möchtest, deren Chip Four Thirds- oder APS-C-Maße erreichen, solltest Du einen Flattener einplanen, denn sonst wirst Du nur die Bildmitte der Aufnahmen nutzen können.

Die Geräte in Deiner Liste sind ja alle ED-Achromaten, auch wenn APO dabei stehen sollte. Sie zeigen daher immer noch mehr oder weniger Farbe an helleren Sternen. Wenn Dich das stören sollte, kannst Du über ein Triplet nachdenken, z.B. http://www.teleskop-express.de/shop...480mm---f-6---kein-stoerender-Farbfehler.html
Durch ein solches Triplet habe ich schon mal fotografiert und kann die Angaben von TS bzgl. Farbreinheit bestätigen.

Viele Grüße
Markus
 
Hi Markus,
ich fotographiere mit einer 450D, ich nehme an, da muss ein Flattener sein oder?
Dass das ED-Achromaten sind ist mir bewusst. Ich habe allerdings keine Vergleichsbilder zwsichen EDs und reinrassigen APOs. Könntet ihr mir da helfen den Unterschied zu sehen? Ich habe bisher nur oft Bilder gesehen, die mit EDs gemacht wurden und die sahen echt gut aus.

Danke.

Gruß,
Victor
 
Hallo Victor,

Zitat von quant5073:
Dass das ED-Achromaten sind ist mir bewusst. Ich habe allerdings keine Vergleichsbilder zwsichen EDs und reinrassigen APOs. Könntet ihr mir da helfen den Unterschied zu sehen? Ich habe bisher nur oft Bilder gesehen, die mit EDs gemacht wurden und die sahen echt gut aus.
je nach Bildbearbeitung kann eine Aufnahme auch mit einem f/5-Achromaten gut und nahezu farbfehlerfrei aussehen, z.B. http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/galleries/670402/M42 .
Man kann also davon ausgehen, daß veröffentlichte Bilder, die mit EDs aufgenommen wurden, bzgl. Restfarbfehler überwiegend geschönt sind, was ja keine böse Absicht darstellt, aber die Einschätzung des Restfarbfehlers nicht ermöglicht.

Viele Grüße
Markus
 
Nagut das ergibt Sinn. Echte APOs wären mir aber ohnehin zu teuer und wenn man den Farbfehler EBV technisch eliminieren kann umso besser. Könnt ihr mir also Empfehlungen geben in dem Preissegment?
 
Hallo Victor,

ich kann da zwar nicht viel zu schreiben, aber das von
Markus verlinkte Triplet wäre dann doch vorzuziehen, zumal
der Aufpreis zu drei der von dir genannten EDs nicht so groß
ausfällt. Einen FH würde ich mir nicht antun, diese blau
violetten Säume überwiegen dann doch. Die EBV macht min.
50% des Fotos aus, da muß man sich nicht noch zusätzliche
Arbeit durch das Entfernen von massiven Blausäumen machen.

Just my 2 Cent,
Peter
 
Hallo Victor,

Die gleiche Frage treibt mich auch schon seit ein paar Wochen um. Meine 500mm f/8 "Wundertüte" soll mich auf den ersten Schritten in der Astrofotografie mit der 1000D begleiten, aber irgendwann wird sie an ihre Grenzen stoßen. Also stellt sich die Frage nach der Optik die danach kommt. Auch ich halte einen 80er Refraktor für eine sinnvolle Optik für Fotografie und zum Schnellspechteln.
Ich habe beim Stöbern bei Wolfi folgende Rechnungen aufgemacht:

1. Skywatcher Evostar 80/600 ED ohne Zubehör mit original Flattener und T-Adapter. Das Teleskop kommt mit dem Skywatcher Flattener auf 510mm f/6,3: €575,-

2. TS Triplett 80/480 mit TS-Flattener: €850,-

3. Pentax 75/500 SDHF APO: €1200,-

4. Rubinar Spiegeltele 500mm, f/5,6: €250,-

5. Walimex Linsentele 500mm f/5,6 €170,-

Das sind so die Alternativen die mich im Moment beschäftigen.
Der Pentax ist sicherlich die Sahneschnitte, aber natürlich auch am teuersten. Aber Bilder die durch diese Optik aufgenommen wurden sahen bislang immer klasse aus. Und er braucht keinen Flattener.

Das TS Triplett ist schon etwas günstiger in Kombi mit dem TS-Flattener. Dazu als sehr kompakte Optik auch ein spannendes Reiseteleskop. Ist aber immer noch eine Stange Geld.

Der Skywatcher ED ist momentan mein Favorit. Die Bilder die ich von dieser Kombi kenne machen einen guten Eindruck. Und das System ist natürlich unschlagbar günstig. (Und ich habe noch eine Lacerta-1:10 Untersetzung die mir vortreffliche Dienste leisten würde.) Allerdings baut er deutlich länger als das TS-Triplett. Aber als Reiseoptik habe ich wiederum meine 100/1000 Russentonne.

Die beiden Teles sind etwas außer Konkurrenz. Das Rubinar soll recht gut sein, aber als Teleskop natürlich kaum zu benutzen. Über das Walimex habe ich noch gar nichts gehört, weder positiv noch negativ.

All diese Rechnungen sind bei mir momentan noch rein theoretischer Natur, aber deshalb kann ich Deine Gedanken gut nachvollziehen, Victor. Vielleicht mag ja der Eine oder Andere seine Meinung zu diesen Alternativen in den Ring werfen.

Bis dann:
Marcus
 
hallo,

"ungeschönte" Rohbilder einiger EDs und Achros habe ich letztens an Wega gemacht, dem Angststern aller Linsenteleskope:

Sterntests an Wega

Am besten die Fokusbilder in einen Bildbetrachter einladen und bei 400-800% Zoom betrachten. Der (Rest)Farbfehler wird schön sichtbar. Alle Belichtungen sind 1 Sekunde im Primärfokus ohne weitere Bearbeitung mit meiner Eos 450da gemacht worden.

In der Praxis wird nicht so heiss gegessen wie hier dargestellt, Wega ist ein besonders heller blauweisser Stern, der notorisch die ärgsten Farbsäume zur Geltung bringt. Als Vergleich ist es vielleicht ganz nützlich, meine Farbfehlerberechnungen haben dagegen bis dato zu keinen brauchbaren Werten geführt.

lg Tommy
 
Hallo Victor,
ohne nur im geringsten eine für dich/euere im Vergleich zum mir brauchbare Information bezügl. Astro.-Fotogr. Erfahrung zu haben, erlaube ich mir dennoch dir den Hinweis auf den Celestron Onyx EDF 80/500.
Das nicht so viel über ihn zu lesen ist, liegt wohl an dem Preis, den viele angesichts seiner Leistung für zu hoch ansehen. Dennoch, im Nachbarforum hat W.Rohr einen Testbericht über den kurzen und der hat wohl im Vergleich zu anderen sehr gut, besser angeschnitten. Da ist wie immer alles zu relativieren, doch der Besitzer hat auch Bilder vom Onyx veröffentlicht und vll. hilft dir das in der Auswahl ein wenig weiter. Auch hier wurde mal über ihn berichtet. Die Verarbeitung ist vorbildlich und m.E. nicht typisch Celestron.
Ich bin auf der Suche nach einem Kurzeinsatz/Reiserefraktor auf ihn aufmerksam geworden und habe ihn zu einem sündhaft günstigen Preis erworben. Ich bin jedenfalls sehr zu frieden, mehr als ich erhoffte. Die Abbildung und seine Verarbeitung ist vorbildlich. Einzig und allein der OAZ könnte bei schwerer Fotoausstattung Probleme bereiten. Doch auch hierfür gibt es eine Lösung von Baader. Dies als Ergänzung zu den bereits gelisteten Kleinrefris in der Klasse der 80mm.
 

Anhänge

  • Celestron Onyx 80 ED_2.jpg
    Celestron Onyx 80 ED_2.jpg
    33,2 KB · Aufrufe: 1.232
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Victor,

ich habe mir im März diesen Jahres den auch von dir angesprochenen TS IN ED 70/420mm gekauft, da ich eine geringere Brennweite zum Fotografieren haben wollte (statt 2000mm durch mein SC). Geplant war dann auch den Refraktor auf mein SC LX90 zu bauen, um visuell beides mit der gleichen Montierung nutzen zu können. Anfangs hatte ich mir noch überlegt eine Russentonne zu kaufen; die hätte ich aber nur zum reinen Fotografieren nutzen können. Hinzu kam, dass wir bei uns im Astronomieverein einen Skywatcher ED80 bereits nutzen (der ist relativ groß und braucht eine eigene Nachführung) und zu Autoguiding-Zwecken ebenfalls den ED70 angeschafft haben.

Ich kann dabei dem kleinen ED70 nur große Komplimente machen. Die Verarbeitung ist 1a. Die visuelle Abbildung ist ebenfalls super (irgendwann gibt es höchstens Lichtprobleme bei der kleinen Öffnung) und die Bilder (mit Flattner) werden ebenfalls hervorragend. Auch bei uns in der Vereinssternewarte nutzen wir den ED70 nicht mehr nur zum Nachführen, sondern auch zum Fotografieren. Zwei weitere Mitglider hat der Refraktor auch begeistert, so dass dieser für Übersichtsaufnahmen und als Reiseteleskop angeschafft wurde. Ich möchte ihn ebenfalls nicht mehr missen.

Der ED80 ist für das angebotene Geld auch zu empfehlen. Mit Farbsäumen und ähnlichem haben wir bisher bei der Fotografie jedenfalls nicht kämpfen müssen. Letztendlich stellt sich die Frage, was du mit dem Gerät alles machen willst. Ich nutze ihn jetzt visuell, zur Fotogafie (standalone und huckepack auf meinem LX90) und als Reiseteleskop.
 
Hallo,
danke für eure zahlreichen Einträge.
Tommy, danke für die Bilder! Habe hier mal den Astroprofessional ED mit den dem TS Triplett und dem Skywatcher Evostar ED (ist doch der Ordner 120-900_SW_BD_Schott/ oder?) verglichen. Für mich gewinnt eindeutig das TS Triplett gefolgt vom Evostar. AP zeigt von den dreien die größten Farbsäume. Eine Frage hätte ich da aber noch. Und zwar würde ich gern wissen welches Teleskop mit 100-900_BD_SW/ gemeint ist. Doch nicht die Black Diamond Achros von SW oder? Denn auch hier sieht der Farbfehler relativ gering aus. Zumindest im Fokus.
 
Hallo zusammen,
ernstgemeinte Frage:

Wie kopflastig und justierstabil sind eigentlich die 3-linser in dieser Klasse ????
Danke vorab.


 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben