8Zoll Dobson oder Nexstar 8i mit Goto

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astrofax66

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Hallo,

so nun ist es soweit - stehe unmittelbar kurz vor meinem ersten Teleskopkauf.
Mein Fokus liegt künftig auf Deep Sky.

Ich war eigentlich schon ziemlich fixiert auf einen 8 Zoll Dobson als ich im Internet auf ein gebrauchtes Teleskop gestossen bin:

Es handelt sich dabei um ein:

-Nexstar 8i mit Goto und Stativ
-GPS Modul
-2" Kit
-Transportkoffer und extra Akku
-wenig benützt, bester Zustand
-2" Objektiv
-2" auf 1,25" Adapter
-Leuchtpunktsucher mit Batterie
-12V Energiestation, Liefert Strom für eine ganze Nacht.
-Preis 1250 Euro

Was mich hier fasziniert ist die handliche Grösse bzw. auch die GOTO Funktion (speziell für mich als Anfänger).

Nun meine Fragen:
-worin liegt der Hauptunterschied zum 8 Zoll Dobson ?
-welche Nachteile müsste ich in Kauf nehmen ?
-ist der Preis von 1250 Euro angemessen ?


Vielleicht könnt ihr mir helfen bzw. den einen oder anderen Tipp geben :-)

Danke im voraus,
Hans
 
Das ist ein SC-Teleskop mit einem Öffnungsverhältnis von f10. Bei 200mm Öffnung macht das 2000mm = 2m Brennweite. Das ist enorm und für Deep-Sky und sicherlich möglichst großen Blickfelder eher nachteilig. Zudem soll sich ein SC schwer justieren lassen. Gegenüber dem Preis eines 8" Dobson ist es auch noch sehr teuer ;) Für den Preis kannst du dir ein 8" f5 und optimale Okulare holen.

Wo möchtest du denn beobachten? Balkon, Terrasse? Oder auf dem Acker unter möglichst dunklem Himmel?
 
Die Entscheidung musst du wohl selber treffen, beide Systeme haben Vor- und Nachteile, je nachdem worauf du mehr Wert legst ist dann ein Typ zu favorisieren (gibt ja genug Beiträge zu Vor- und Nachteilen, nutz die Suchfunktion).

Ich bin mit meinem SC viel glücklicher als mit meinem Dobson den ich nach kurzer Zeit wieder verkauft habe, andere schwören wiederrum auf den Dobson. Das Preis/Leistungsverhältnis ist beim Dobson optimal wenn man ihn neu kauft, andererseits gehn die meisten 8 Zoll SC hier im Biete Forum OTA meist für ca. 400-450 Euro weg was im Vergleich nicht mehr viel teurer ist. Für 1250 Euro würd ich kein gebrauchtes kaufen, ausser es ist massig hochwertiges Zubehör mit dabei.

Speziell für Beobachtungen von Objekten mit geringer Flächenhelligkeit (also schwache Nebel, Galaxien..etc) würde ich zu einem großen Dobson mit >=12 Zoll raten da ist m.E. auch 8 Zoll nur ein Kompromiss. In dieser Größe sind SC sowieso schon viel zu teuer. Wenns kompakt sein soll und paralaktisch nachfürbar würde ich auf jeden Fall ein SC bevorzugen.

Zitat von mceuskadi:
Zudem soll sich ein SC schwer justieren lassen.

Absoluter Quatsch, ein SC lässt sich viel einfacher justieren als ein Newton! Braucht man aber sowieso nur alle heiligen Zeiten mal machen weil es noch dazu sehr justierstabil ist.
 
Hallo Hans,

der Preis ist unangemessen. Dafür bekommst
Du auch eine eher zukunftsorienierte Ausrüstung.
Das 8i ist doch sogar nur einarmig, oder?
Naja, wenn "Gebraucht" auch recht ist gibt
es für den Preis immer noch gebraucht eine deutsche Montierung
und einen 8"SC dazu. Lass Dich nicht vom Goto blenden.
Eine Eq-Montierung kann, mit entsprchenden Motoren,
auch über Laptop gesteuert werden.
Richtig eingenordnet schwöre ich allerdings
auf die Teilkreise. Funktioniert genauso gut
wie Goto...
Ein SC habe ich selber und kann Markus
recht geben. Die Justage ist wirklich einfach
und justierstabil. Allerdings ist
die Auskühlzeit eines SC evtl. etwas länger als
beim Newton.Stichwort Belüftung


CS,

Arne
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Hans,

wenn Du von zu Hause schon einen schönen, dunklen Sternenhimmel beobachten kannst, kann ein SC eine gute Wahl sein.
Ich persönlich muss erst immer ein Stück fahren, um gute Bedingungen für DS-Beobachtungen zu haben.
Da macht sich aus meiner Erfahrung ein Dobson besser - einfach hinstellen, Lüfter an und man kann schon nach ein paar Minuten mit der Beobachtung beginnen. Auch bekommst Du für unter 500,- Euro einen 10-Zöller, der mehr zeigt, bzw. mehr Reserven hat, als ein 8" SC.

Aber es muss jeder selbst seine Erfahrungen machen, um heraus zu finden, wo seine Vorlieben liegen.

GoTo ist eine schöne, bequeme Sache und faszinierend noch dazu. Ich bin aber der Meinung, man kann gut ohne auskommen, zumal man dann gezwungen ist, sich mit dem Sternenhimmel auseinander zu setzen. Das lässt sich leicht lernen und macht dann zunehmend Spaß.

Für visuelle Beobachtungen ist ein Newton-Dobson meine erste Wahl.
Wenn Du erst an ein 8" Dobson gedacht hast, passt meistens auch statt dessen ein 10-zöller auf die Autositzbank oder ins Gartenhaus.

Gruß Hans-Jürgen
 
Hi Hans,

vorneweg ich bin ein absoluter Dobson Fan!
Also zum ersten ist so Nexstar 8i schwieriger zu transportieren als ein 8" Dobson, da Montierung + Stativ + Energiestation auch immer mitgeschleppt werden müssen. Weiterhin hat das Nexstar 8i f/10 was f+r Deep Sky nicht gerade von Vorteil ist. Und für den Preis bekommtst du schon einen 12" Dobson (neu)! Ob der Gebrauchtpreis von 1250€ für das Teleskop angemessen ist kann ich dir nicht sagen.

Vorteile sind klar. Du kannst die Objekte per Goto finden, aber wer braucht das schon wenn man sich am Himmel auskennt und Karten lesen kann?!

Gruß
Lots
 
Zitat von mceuskadi:
Das ist ein SC-Teleskop mit einem Öffnungsverhältnis von f10. Bei 200mm Öffnung macht das 2000mm = 2m Brennweite. Das ist enorm und für Deep-Sky und sicherlich möglichst großen Blickfelder eher nachteilig. Zudem soll sich ein SC schwer justieren lassen. Gegenüber dem Preis eines 8" Dobson ist es auch noch sehr teuer ;) Für den Preis kannst du dir ein 8" f5 und optimale Okulare holen.

Wo möchtest du denn beobachten? Balkon, Terrasse? Oder auf dem Acker unter möglichst dunklem Himmel?

Zuerst mal vielen Dank für die ausführlichen Antworten!

Was meine Beobachtungen betrifft: ich werde am "Balkon" beginnen und später mich dann man auch auf die Wiese begeben - sollte sich ja lohnen (was ich bis dato so gelesen habe).

Von meinem Gefühl her tendiere ich doch zu einem 8 Zoll Dobson (allein was den Preis betrifft - bzw. kann ich mir beim Dobson einige Okulare dazu leisten).

Danke nochmals,
LG
Hans

 
Hallo Hans,

Zitat von astrofax66:
Von meinem Gefühl her tendiere ich doch zu einem 8 Zoll Dobson (allein was den Preis betrifft - bzw. kann ich mir beim Dobson einige Okulare dazu leisten).

Danke nochmals,
LG
Hans

Gute Entscheidung!

Solltest Du dann des Suchens bzw. Nichtfindens überdrüssig sein, kaufst Dir einfach "Digitale Teilkreise" wie den NGC-MAX und 2 Encoder dazu und mit diesem Computerchen findest, wenns die Öffnung des Teleskops hergibt, bis zu 12000 (zwölftausend!) Objekte!

Siehe dazu die Beschreibung im ICS-Katalog:

http://www.sternhimmel.net/fileadmin/downloads/Astronomie_2006_72dpi.pdf

auf Seite 244 (bzw. die Website des Herstellers JMI)

Diese Computerchen sind praktisch an allen Dobsons ohne Probleme adaptierbar (solltest Du dir mal ein größeres Teleskop anschaffen).

Ich persönlich habe schon seit Jahren den NGC-Max an meinen 10" Dobson und möchte das Dingelchen nicht mehr missen, ist supergenau und absolut geräuschlos, da ohne jaulende Motoren!
 
Hallo Hans,

als absoluter Refraktor-Fan schwöre ich seit über einem Jahr auf einen 10"-Reisedobson von Reinhard Schulten.
(http://www.reise-teleskop.de/index2.php)
Das hätte ich schon viel früher machen sollen.
Als Fotograf verwende ich nach wie vor einen Refraktor aber visuell geht nichts über einen möglichst großen Dobson.
Wobei für mich der 10" der beste Kompromiss zwischen Preis, Größe, Gewicht, Stabilität und Mobilität war.
Ich habe auch einen NGC-Max mit Encodern im Einsatz, brauch den aber recht selten. Selber finden macht einfach mehr Spaß!

Es stimmt also wirklich, was viele empfehlen: 8"-Dobson oder größer. Visuell fängt es da gerade an, Spaß zu machen und fotografisch geht mit einem 8"-SC für einen Einsteiger eh nichts. Also: Finger weg vom SC.

Viele Grüße

Thomas
 
Hallo Thomas,

Zitat von Thomas_Gursch:
Hallo Hans,

Ich habe auch einen NGC-Max mit Encodern im Einsatz, brauch den aber recht selten. Selber finden macht einfach mehr Spaß!

Thomas

das Eine schließt das Andere ja nicht aus und bevor ich als Anfänger nichts finde, frustriert sowie durchgefroren wieder nach Hause fahre, nehme ich lieber die mir zur Verfügung stehenden technischen Aufsuchhilfen in Anspruch :cool:

 
Zitat von Thomas_Gursch:
Es stimmt also wirklich, was viele empfehlen: 8"-Dobson oder größer. Visuell fängt es da gerade an, Spaß zu machen und fotografisch geht mit einem 8"-SC für einen Einsteiger eh nichts. Also: Finger weg vom SC.

Stimmt, visuell machts mir auch erst ab 8" Spass, vor allem bei Deepskyobjekten. Visuell macht mir das SC aber viel mehr Spass wie der Dobson weil der Einblick und die Nachführung einfach ein weitaus bequemeres Beobachten ermöglicht. Für die Fotographie eignet sich ein SC auch. Vor allem für Planetenfotografie ist es super geeignet, weit besser als ein Dobson. Deine Aussage mit Finger weg vom SC ist also rein subjektiv, für manche ist es nämlich genau umgekehrt. Obs für einen stimmt muss also jeder selber entscheiden, für mich war der 8"Einsteiger-Dobson eindeutig ein Irrweg was ja nicht heißt dass es für andere nicht der richtige Weg sein kann.

Wenn das Geld knapp ist und man keine Nachführung wünscht ist der 8" Dobson sicher eine gute Wahl weil er ein gutes Preis/Leistungsverhältnis hat. Ob man damit letztendlich aber wirklich glücklich wird oder ob einen bestimmte Merkmale dann doch stören zeigt sich erst mit der Zeit. Ich besitze mittlerweile auch schon das zehnte Teleskop und leihweise hatte ich von Kollegen auch noch ein paar. Eigentlich kann man nur dazu raten die Instrumente bei Gelegenheit auszuprobieren und zu vergleichen bevor man eines kauft. Bei Gebrauchtkauf ist der Verlust meist auch noch im Rahmen wenn man sich dann doch anders entscheidet.
 
Hallo Hans!

Ja, ausprobieren wäre am Besten.
Ich z.B. möchte nicht Akkupack, Montierung, Stativ, Okularkoffer und Teleskop schleppen, wenn mal eben eine Stunde zum Beobachten möglich ist. Zur Nachführung: Man darf natürlich das Gesichtsfeld von SC und Dob auch nicht unbedingt vergleichen. Ich empfinde z.B. das Nachführen am Dob als sehr intuitiv und keineswegs als lästig. Wenn Du natürlich technikverliebt bist, ist das SC sicher eher etwas für Dich als das "puristische Dob", und das Suchen und Finden incl. "Aha"-und Lerneffekt ist für Einige (wie Lots und mich) sicher ein Bonus, für andere eher unnötiger Ballast.
Noch zum Thema 8''- und Deep Sky: Das kann man so wirklich nicht sagen, dass unter 8'' Deep Sky nicht geht oder keinen Spaß macht. Ich hatte vorher ein 10er Dob und mittlerweile einen 3''-Refraktor. Und dieser macht mir visuell bei Deepsky mindestens ebensoviel Spaß, weil ich immer wieder staune, was man optisch mit diesem Röhrchen so alles aus dem Schwarz des Himmels herauskitzeln kann. Aber da gehört auch wieder Sportsgeist dazu, den vielleicht nicht jeder hat...
Wie gesagt; da tickt jeder anders. Darum: Vorher live testen.

CS, Tilo
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
[/quote]

Deine Aussage mit Finger weg vom SC ist also rein subjektiv, für manche ist es nämlich genau umgekehrt. [/quote]

Hallo Markus,

gar kein Widerspruch. Natürlich ist das meine subjektive Meinung. Und Fotografie von Planeten geht mit einem SC wirklich sehr gut. Da muss ich Dir recht geben.
Ich war aber selbst sehr erstaunt wie wenig Probleme ich mit der Nachführung, äh, dem Schubsen, des Dobson hatte. Inzwischen sind wir an der Walter-Hohmann-Sternwarte drei Mann mit Dobson. Das steckt an. Ein Kollege sagt immer: "Am Ende landen alle beim viauellen Beobachten!"
Nun, ich möchte die Fotografie nicht missen, muss aber zugeben, dass der visuelle Anteil an den Beobachtungen im letzten Jahr stark gestiegen ist.
Apropos Sternwarte: Das ist eigentlich D E R Tipp, mal beim nächsten Club oder bei der nächsten Sternwarte vorbei zu fahren. Denn da sind die Leute, die schon alles haben und ausprobiert haben. Da kann man immer durch alles mögliche Equipment durchschauen. Und der Spaß vervielfacht sich noch dazu!

Viele Grüße

Thomas
 
Hi,


Danke für die weiteren Tipps bzw. für die angeregte Diskussion.
Es wird genau so sein: einfach mit einem z.B. Dobson 8 Zoll beginnen, Erfahrungen sammeln, Informationen austauschen, vielleicht 2. Teleskop kaufen , usw. - man braucht sowieso mehrere :-)


Was ich als Newbie noch nicht ganz verstanden habe - warum ist mit einem DOBSON keine Fotografie möglich ?
Auch keine "Quick" Fotos ?


LG
Hans
 
IdR ist der Fotoapparat zu schwer. Und das Ganze system ist zu "wackelig", d.h. definitiv nix für Fotos.
 
Hallo Hans!

Ich bin selber ein besitmzer von einem 8" Dobson.
Das einzige was (Meiner Meinung) nach mit einem Dobson geht ist die afokale Fotografie. D.h. mit ner Kamera durch das Okular zu fotografieren.
Da das nur bei hellen Objekten geht (kleine Verschlußzeit wegen wackeln), bleibt nur der Mond als Auswahl. Saturn ist z.B. schon zu lichtschwach.
Habe damit aber ein paar nette Mondfotos geschossen, ist aber mit "richtiger" Astrofotografie nicht zu vergleichen.

lg Martin
 
Zitat von MartinReinisch:
Hallo Hans!

Ich bin selber ein besitmzer von einem 8" Dobson.
Das einzige was (Meiner Meinung) nach mit einem Dobson geht ist die afokale Fotografie. D.h. mit ner Kamera durch das Okular zu fotografieren.
Da das nur bei hellen Objekten geht (kleine Verschlußzeit wegen wackeln), bleibt nur der Mond als Auswahl. Saturn ist z.B. schon zu lichtschwach.
Habe damit aber ein paar nette Mondfotos geschossen, ist aber mit "richtiger" Astrofotografie nicht zu vergleichen.

lg Martin

Ah... verstehe.

Wie ist das eigentlich: hat der Durchschnittsastronom tatsächlich 2 Fernrohre ? (Z.B. 1 für Deep Sky, 1 für die Reise optimniert bzw. 1 mit dem man auch Fotos machen kann...)
 
Die Geräte sind halt so unterschiedlich wie die Anforderungen:

Fotografie: -> Leistungsfähige Montierung, exakte Nachführung: Das Teleskop ist da wahrscheinlich das Günstigste an der Ausrüstung.
Visuell Planeten: -> Hohe Vergrößerung, Öffnung eher sekundär
Visuell Deep Sky: -> Große Öffnung, Vergrößerung sekundär.
Astronomie im Stadtgebiet: Mobilität ist eher wichtig, da der Himmel passen muß.
Sonnenbeobachtung: Wieder ein eigenes Thema.
etc...

Also entweder mehrere "Spezialteleskope" für die Lieblingsdisziplinen oder eines, das alles ein wenig aber nichts wirklich perfekt kann...

CS, Tilo
 
Zitat von MartinReinisch:
Wie ist das eigentlich: hat der Durchschnittsastronom tatsächlich 2 Fernrohre ? (Z.B. 1 für Deep Sky, 1 für die Reise optimniert bzw. 1 mit dem man auch Fotos machen kann...)

Ja so ist es, du hast es erfasst. Aufgrund der unterschiedlichen Brennweiten, Gesichtsfelder, Öffnungen, Abbildungsfehler usw. haben die Meisten verschiedene Instrumente für verschiedene Einsatzzwecke daheim. Nach einer Umfrage im Interstellarum bei der 900 Hobbyastronomen befragt wurden gaben fast 40% an dass sie 3 bis 5 Teleskope besitzen. Bei denen die noch mehr Instrumente anhäufen (weniger wie 10%) ist es dann eher meist schon so etwas wie Sammelleidenschaft. Ich besitze auch 3 Stück hatte aber insgesamt schon 10, irgendwann wirds einem dann zuviel und man verkauft die Instrumente wieder die einem weniger geeignet erscheinen. Deshalb ist es auch mitunter schwer einem Einsteiger zu etwas Konkretem zu raten wenn dieser nicht weiß was er damit tun will.
 
Hi,

es gibt da keine Regeln (wie auch). Jeder muss für sich abwägen.
Ich persönlich nutze einen 12" Lichteimer und ergänze den mit einem 4,5" Refraktor. Mit 12" sind große aber keine sehr großen Himmelsausschnitte überschaubar. Der Refraktor hingegen schafft 4° wahres Feld. Die Geräte ergänzen sich.
Da beide Optiken aber ein großes Öffnungsverhältnis haben, sind sie nicht ideal zur Planetenbeobachtung ausgelegt. Ich kann mir daher vorstellen, ein spezielles "Planetengerät" zu schaffen, welches an Abenden zum Einsatz kommt, die in diesem Bereich Beobachtungsgelegenheit bieten.

Abzuwägen ist halt, ob man stets zwei (drei kommt für mich nicht in Frage) Teleskope aufbauen und transportieren will. Aber die Option will ich eben haben.

Reisetaugliche Geräte (Fluggepäck) sind genauso als "Zweitgeräte" gefragt.

Hinzu kommen Liebhaberinstrumente, speziell fotografisch gedachte Instrumtente (da sind unterschiedliche Brennweiten spannend), na usw.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Hans,

ich melde mich nun auch mal zu Wort, als Benutzer von Dobsons (10"f/5 und 16" f/4,5) wie auch eines SCT (8" f/10).

Das SCT steht bei mir fest in einer Sternwarte. Das hat den Vorteil, daß es den Temperaturen im Laufe des Tages 'folgt', aber trotzdem des Abends zur Beobachtung gut 1/2 Stunde Vorlauf mit Lüftern braucht, bis es so einigermaßen startklar ist. Als f/10 ist es von seiner Auslegung her eigentlich eher ein Hochvergrößerer, dafür muss es jedoch gut ausgekühlt sein, sonst verwischt das Bild durch das Tubusseeing, also die termischen Luftschlieren innerhalb des Gerätes.

Obgleich ein Hochvergrößerer, leidet der Kontrast der Abbildung durch die hohe Obstruktion, die Abschattung durch den Fangspiegel im SCT. In Summe sind die Vorteile eines solchen Systems folgendermaßen zu sehen:

Kompakte Bauweise -> hohe Mobilität, niedrigere Anforderungen an die Montierung (im Vergleich zu einem Gerät gleicher Brennweite und anderer Bauweise)
Gute Feldkorrektur

Fotografieren mit dem SCT:
In der Nexstar-Version, als Einarmkonstruktion, azimutal betrieben bietet das Gerät zum Zenit gerichtet kaum Platz eine Kamera anzubringen, sie wird am unteren Gehäuse der Montierung anschlagen. Durch die Himmelsbewegung entsteht im Bildfeld eine Drehung, die visuell keine Rolle spielt, fotografisch aber in recht kurze Belichtungszeiten zwingt, was aber der 'Blende' f/10 entgegen steht -> es bleiben nur recht helle Objekte übrig, die man damit fotografieren kann.
Man kann und würde hier dann auf eine Polhöhenwiege ausweichen, das ganze Gerät also entsprechend des geografischen Standortes schräg stellen. Dies hebt die Bildfelddrehung auf und schafft so auch den nötigen Platz für die Kamera im Zenit. Jedoch weiterhin aufpassen, daß die Kamera beim durchschwenken nicht anstößt.

SCT Mobil:
Es bedarf schon einiger, aber insgesamt doch händelbarer Ausrüstung, um ein SCT mobil zu betreiben. Beim Nexstar kommt also noch ein Stativ dazu und eine geeignete Spannungsquelle (am Besten NICHT vom KFZ-Bordnetz). Will man hier noch ein paar Planeten fotografieren kommt wahrscheinlich noch ein Notebook dazu, Tisch, Stuhl...

Beim Newton/Dobson gibt es viele dieser Probleme nicht. Der Newton ist ein offen konstruiertes System, d.h. es kühlt relativ schnell aus. Auch hier werden nochmals Lüfter verbaut, die das Tubusseeing in Zaum halten sollen. Meine Dobsons haben so etwas nicht, da sie in der Garage bei annähernd Außentemperatur gelagert werden.

Der Dobson ist ein absolut auf visuelle Beobachtung hin optimiertes System. In der Grundausstattung gibt es keine Nachführung, kein automatisches Findesystem. In recht häufiger Regel stattet man seinen Dobson mit einem Peilgerät wie z.B. dem Telrad oder Rigelquickfinder aus und schafft sich entsprechende Karten an. Das Aufsuchen erfolgt dann über das sogenannte Starhopping, man hangelt sich von Stern zu Stern, über gedachte Linien, geometrische Figuren zum Zielgebiet hin. Das Suchen und Finden gehört bei den Dobsonbenutzern mit zum Hobby und 'Sport'.

Durch die fehlende Nachführung und der azimutalen Montierung kann mit einem Dobson nur begrenzt fotografiert werden, Aufnahmen von Mond, Sonne mit geeigneten Filtern oder hellen Planeten sind aber möglich. Möchte man später die Fotooption ausbauen kauft man sich entweder eine parallaktische Montierung dazu, die das Teleskop trägt oder man schaut sich nach einer Äquatorialplattform um, auf die der ganze Dobson so wie er ist draufgestellt wird und so Belichtungszeiten von mehreren 10sec ermöglicht. Das Newton-System aber ansich ist hier der größere Faktor. Ein einem Newton muss schon bei der Konstruktion festgelegt werden, ob er vusuell oder fotografisch genutzt werden soll. Dabei geht es dann um Fokuslage und Fangspiegelgröße. Nicht selten 'klagen' Einsteiger darüber, wenn sie ihre DSLR an den Dobson anschließen, daß sie nicht in den Fokus kommen, der Chip der Kamera, der doch im Vergleich zum Okularfokus sehr weit aussen liegt, erreicht die Brennebene des Teleskops nicht.

Ob Goto nun nötig ist oder nicht wäre hier eine weitere und als Glaubensfrage hitzige Diskussion und letztlich von keinem anderen als Dir selbst zu beantworten. Für den effizienten Fortschritt des Nachts bei der Fotografie ist es ein nützliches Hilfshimmel, da so keine wertvolle wolkenlose Nachtzeit mit Suchen vergeudet wird. Dafür erwächst dem Nutzer aber auch kein Wissen darüber, wo sich was am Himmel befindet. In einer Sternwarte, stationär montiertes Teleskop und einmalig genauestens ausgerichtet gehört ein Goto-System schon zum State-of-the-Art. Im Mobilen Einsatz muss man einfach wissen, ob man diesen Ausrichtevorgang jedesmal machen möchte. Ich für mich würde ein System bevorzugen, daß auch Quick&Dirty ohne Ausrichtung und nach Versagen der Batterie noch nutzbar wäre, befände ich mich in der Situation, daß ich am späten Nachmittag begonnen hatte, das Auto zu packen, Recherchen über lohnenswerte Objekte zu treiben, mir passende Kleidung anzulegen und einige bis viele km zurückgelegt hätte um zu beobachten.

Aus diesen Gründen würde ich mich insgesamt nicht für das Nexstar 8i entscheiden, sondern ein SCT lieber auf einer parallaktischen Montierung wählen. Will ich auch einmal spontan 2-3h Beobachtungszeit nutzen würde ich (und tue ich auch) den Dobson nehmen.
 
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