Karbobasti
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Hallo liebe Leute,
ich versuche mich derzeit an meinem allerersten Spiegel, einem 8 Zoll f/5. Das Spiegelschleifen hat soweit gut geklappt, der Spiegel ist sphärisch und auspoliert. Jedoch hat er eine abgesunkene Kante (turned down edge), die ich trotz intensiver Bemühungen nicht wegbekomme. Bevor ich ihn parabolisiere, möchte ich dieses Problem unbedingt in den Griff bekommen.
Ronchigramm:
Intrafokal habe ich in einem schmalen Randbereich Häkchen nach innen, extrafokal sind es Häkchen nach außen. Ansonsten sind die Balken gerade. Ich habe leider keine Möglichkeit, das Ronchigramm zu fotografieren, aber es sieht exakt so aus: Ronchigramm im ATM-Wiki
Bisherige Rettungsversuche:
Die Daumenmethode nach Stathis ausprobiert. Dabei darauf geachtet, nicht mit dem Daumen über die Kante zu pflügen. Direkt danach zeigte das Ronchigramm die umgekehrte Situation (d.h. eine turned up edge). Jedoch kehrt die turned down edge bald zurück, noch bevor ich den durch die Daumenmethode entstandenen Graben wegpolieren kann.
Die Methode habe ich ca. 5x wiederholt, mit demselben Ergebnis. Weniger Druck beim Polieren verzögert das Wiederkommen der TDE, aber selbst bei absolut drucklosem Polieren (=nur Eigengewicht des Granittools, angefasst mit den Fingern an den Seiten) kommt sie wieder. Schnelle Striche machen die Oberfläche im Foucault-Test rauer, ansonsten ändert sich auch dadurch nichts. Längere Striche scheinen das Auftreten zu beschleunigen, aber auch bei 1/6 Strichen kommt sie wieder.
Mein Vorgehen beim Polieren (beim letzten Versuch):
Poliertemperatur ist ca. 22°C und das Pech ist optisches Pech 26° aus dem Set von Stathis.
Aktuelle Laune:
Muskelkater und kurz davor, das Ding im hohen Bogen parabelförmig in den Restmüll zu entsorgen.
Meine Frage:
Was mache ich falsch? Habt ihr eine Idee?
Viele Grüße,
Sebastian
ich versuche mich derzeit an meinem allerersten Spiegel, einem 8 Zoll f/5. Das Spiegelschleifen hat soweit gut geklappt, der Spiegel ist sphärisch und auspoliert. Jedoch hat er eine abgesunkene Kante (turned down edge), die ich trotz intensiver Bemühungen nicht wegbekomme. Bevor ich ihn parabolisiere, möchte ich dieses Problem unbedingt in den Griff bekommen.
Ronchigramm:
Intrafokal habe ich in einem schmalen Randbereich Häkchen nach innen, extrafokal sind es Häkchen nach außen. Ansonsten sind die Balken gerade. Ich habe leider keine Möglichkeit, das Ronchigramm zu fotografieren, aber es sieht exakt so aus: Ronchigramm im ATM-Wiki
Bisherige Rettungsversuche:
Die Daumenmethode nach Stathis ausprobiert. Dabei darauf geachtet, nicht mit dem Daumen über die Kante zu pflügen. Direkt danach zeigte das Ronchigramm die umgekehrte Situation (d.h. eine turned up edge). Jedoch kehrt die turned down edge bald zurück, noch bevor ich den durch die Daumenmethode entstandenen Graben wegpolieren kann.
Die Methode habe ich ca. 5x wiederholt, mit demselben Ergebnis. Weniger Druck beim Polieren verzögert das Wiederkommen der TDE, aber selbst bei absolut drucklosem Polieren (=nur Eigengewicht des Granittools, angefasst mit den Fingern an den Seiten) kommt sie wieder. Schnelle Striche machen die Oberfläche im Foucault-Test rauer, ansonsten ändert sich auch dadurch nichts. Längere Striche scheinen das Auftreten zu beschleunigen, aber auch bei 1/6 Strichen kommt sie wieder.
Mein Vorgehen beim Polieren (beim letzten Versuch):
- Mit einer Aluschiene wurden Kanäle in das warme Pech des Granit-Volltools eingedrückt.
- Über den Rand stehendes Pech wurde unter Wasser mit einem Cuttermesser entfernt und der Rand 45° abgeschrägt, wie es auch bei Stellafane empfohlen wird: Link
- Das Tool wurde im Waschbecken ca. 3 min. mit heißem Wasser übergossen und dabei mehrfach gedreht. Anschließend wurde es auf den Spiegel gelegt (mit Fliegengitter dazwischen) und für ca. 15 min. mit einem Wischeimer beschwert (5 Liter Wasser, d.h. ca. 5kg Gewicht). Die Kanäle fließen dabei ein wenig zu, und ich habe den Abdruck des Fliegengitters bis ganz zum Rand des Tools.
- Tool und Spiegel kühlen ab.
- Anschließend wird poliert: TOT, COC mit 1/3 Strichen. Nach ca. 10-20 Strichen werden Tool und Spiegel um einen zufälligen Betrag gegeneinander verdreht.
Poliertemperatur ist ca. 22°C und das Pech ist optisches Pech 26° aus dem Set von Stathis.
Aktuelle Laune:
Muskelkater und kurz davor, das Ding im hohen Bogen parabelförmig in den Restmüll zu entsorgen.
Meine Frage:
Was mache ich falsch? Habt ihr eine Idee?
Viele Grüße,
Sebastian