Achromat FH für Planetenbeobachtung

Sven_Wienstein

Mitglied
Hallo Mathias,

äh... prophetisch: Das, was Du dafür hältst. Wenn es um gute optische Performance geht, werden die Geräte sehr schnell unhandlich, so dass man ansprechende Öffnungen nur schwer realisieren kann.
Link zur Grafik: http://www.svenwienstein.de/Pics/TabelleRC.png
Die beiden Kriterien nach Sidgewick und Conrady sind althergebrachte und aus der Erfahrung heraus gewonnene Standards dazu. Der bekannte Vixen 80L kratzt mit 80/1200, also f/15, am Conrady-Standard, ein 70/900 erfüllt ihn. Einen 100/1970 setzen sich nur wenige auf die Montierung, weil das unhandlich wird - also geht man Kompromisse ein, wenn die Öffnung größer wird. Ein 150/1200 als FH ist sicher kein Planetengerät mehr, auch wenn man damit natürlich Planeten angucken kann. Er verfehlt beide Kriterien um Längen - wird aber ver- und gekauft.
Und damit ist die Frage: Wie ist Dein Anspruch, wie groß und wie lang darf's denn sein? Und warum kein anderes Optikprinzip?

Clear Skies
Sven
 

mbba18

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Hallo Sven,

grundsätzlich habe ich einen Maksutov zur Planeten- und Mondbeobachtung.
Mich interessiert es halt, in wie weit wie was mit welchem Instrument machbar ist.

Wenn, dann sollte der Achromat auch auf dem Balkon nutzbar sein und noch transportabel sein (zwei wünsche auf einmal :))).
Dachte da an 1000mm Brennweite. Mehr geht nicht, denn dann steh ich neben dem Balkon ;-).
Lichtverschmutzung ist vom Balkon aus moderat.

Montierung wäre die EXOS-2 (bis 13 Kg) und das ganze rein visuell. Farbfehler, da bin ich bis jetzt noch nicht ganz so empfindlich ;-).
Evtl. wäre auch ein Apo interessant, dann aber nur als Dublet.
 

Sven_Wienstein

Mitglied
Hallo Mathias,

Du könntest natürlich einen FH 80/910 (Vixen 80M) oder einen FH 70/900 anschaffen, aber deren Leistungsfähigkeit hat ihre Grenzen. Demgegenüber müsste der ED 80/600 "Volks-Apo" von Interesse sein, da dieser auch für Wide-Field nutzbar wäre. Natürlich kann man bei ED-Dubletts auch einiges erreichen. Der Celestron C100ED-R 100/900 hat zum beispiel eine sehr schöne Planetenleistung, es kann aber auch beliebig noch teurer werden. Ein Vixen SD115S (115/890) wäre auch noch ein Dublett im erlaubten Brennweitenbereich.
Spannend sind solche Geräte, wenn man sie nicht auf dem Balkon lagern mag/kann und dennoch spontan beobachten will. Ein Mak wäre dann zwar eine Alternative, aber nur, wenn man den Tubus mit einer Isomatte (z.B.) bastlerisch isoliert.

Ich persönlich nutze unter recht ähnlichen Prämissen einen Mak und ein ED-Triplett - zumindest das Triplett hast Du explizit ausgeschlossen.

Clear Skies
Sven
 

mbba18

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Hallo Dominik,

da wirst Du wohl recht haben.
War ja auch der Grund an sich, um sich dieses Instrument anzuschaffen.

Es macht einfach Spaß sich mit der Technik der Instrumente zu beschäftigen, die es uns ermöglicht so tolle Aussichten, im wahrsten Sinne des Wortes, zu bekommen.
Ich habe auch noch kein Teleskop in's Auge gefasst. Deshalb hier das "Umhören". Erfahrungen lesen und dazu passend recherchieren.
Könnte man noch auf die Idee kommen, was ein größerer Maksutov so bringt ;-).
 

mbba18

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Hallo Sven,

Die einen großen Dank für Deine detaillierte Ausführung der Instrumente.
Sehr hilfreich!
Beim Triplett schreckt mich noch das Geld ;-).
 

maximilian

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Hallo!

Beim Triplett schreckt mich noch das Geld ;-).
Wenn das Thema Geld relevant ist, solltest Du aber Deine ursprüngliche Fragenstellung dringend überdenken! Ein extra Teleskop nur für Planetenbeobachtung? Und für den genzen Rest dann noch weitere Instrumente? Dann wird es erst richtig teuer. Vielleicht doch lieber gleich ein Fernrohr, das auch Planeten ordentlich abbildet. Der Maksutov wurde schon erwähnt, als überzeugter Schmitt-Cassegrain Nutzer möchte ich diese Bauweise auch noch erwähnen. Ein Fünfzöller kostet nicht die Welt, kann notfalls auf einem Fotostativ montiert werden, findet auf jedem Balkon Platz, erlaubt einen bequemen Einblick und bildet Planeten sehr ordentlich ab. Würde ich jederzeit jedem FH Achromaten vorziehen.

Grüße
Maximilian
 

burli70

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Hat ein Achromat gegenüber einem etwa gleich teuren Maksutov irgendwelche Vorteile?

Der Mak dürfte jedenfalls kompakter und leichter sein als ein Achromat und hat trotzdem noch die größere Brennweite.
 

mbba18

Mitglied
Hallo "burli70",

was ich aus eigener Erfahrung sagen kann ist, das der Maksutov halt "dunkler" abbildet. Fällt am meisten halt bei Rich-Field auf. Mich persönlich störts nicht so arg. Da ist ein "kurzer" Achromat, meiner 120/600, schon "klarer" und kontrastreicher. Bei Planeten und Mond spielt der Maksutov durch seine Brennweite natürlich seine Vorteile aus. Du kannst richtig groß vergrößern, wo beim kurzen Achromaten, nach meiner Erfahrung, so bei 100x schluß mit lustig ist. Wobei das Bild mit dem Maksutov a weng "gedämpfter" ist, als beim Achromaten.

Aber ob man die beiden wirklich miteinander vergleichen kann? Ich glaub nicht wirklich.

Was das handling angeht, da beide recht kompakt sind, stehen die sich in nicht's nach. Ändert sich bei einem Achromaten > 1000mm recht schnell.
Wenn du einen Achromaten mit gleicher Brennweite wie z.B. meinen Maksutov 127/1500 handhaben willst wird's spannend ;-). Der fängt an zu wiegen und ist laaang.
 

burli70

Mitglied
Hallo Mathias,
es ging ja um Planetenbeobachtung. Ein Achromat, der sich dafür eignet, dürfte doch etwas unhandlicher sein. Oder man pusht ihn mit einer Barlow Linse.

Ich hatte mit meinem Mak noch nicht wirklich die Möglichkeit, ausgiebig Planeten und Mond zu beobachten. Deshalb kann ich noch wenig sagen. Aber es stimmt schon, ab einer gewissen Vergrößerung wird es schon dunkel.

Gruß
Markus
 

mbba18

Mitglied
Hallo Markus,

da wünsch ich Dir recht bald das passende Wetter, das Du Planeten beobachten kannst. Es lohnt sich mit einem Maksutov.
 

Sven_Wienstein

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Hallo Mathias,

das Astrozimmer müsste man dafür auch erst einmal haben. Nun, einerseits hatte ich hier das Glück, zwei Testgeräte für das Teleskop-Sonderheft anwesend zu haben und dann eben ein guter Kamerad, der nochmal Geräte und Montierung mit an den Start brachte. So kann man einen ganz netten Fundus zusammenbringen. Ich kann das allgemein für Interessierte nur empfehlen, weil solche Abende auch dann viel Erkenntnisse bringen, wenn man sie ganz zwanglos macht. Hier hatten wir natürlich von Anfang an diese Vergleichsrunde im Sinn.

Clear Skies
Sven
 

mbba18

Mitglied
Hallo Sven,

Astrozimmer ist vorhanden. Nun ja, wir sind ja auch zu zweit und da kommt dann schon was zusammen ;-).
Für "solche Abende" versuchen wir, meine Lebensgefährtin und ich, gerade so was ähnliches wie einen Stammtisch für Astronomiebegeisterte zu organisieren.
Haben gestern diesbezüglich, Beobachtungsabende für interessierte mit eigenen Instrumenten, auch mit einem Mitarbeiter der Dr. Karl Remeis-Sternwarte gesprochen.
Mal schauen was draus wird.
 
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