Äusserst selten abgelichtet… UGC 6614 / PGC 36122

refraktorblank

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Auf dieses Objekt bin ich im Jahr 2023 in einem S&T-Artikel gestossen, als jemand mit einem grossen Dobs diese sehr spezielle Galaxie beobachtet hat. Eine kleine Recherche hat gezeigt, dass dieses Objekt äusserst selten abgelichtet wird, der Grund dafür war mir nach einer ersten Testaufnahme mit 10min auch ziemlich rasch klar… Ich habe mich dann entschlossen, auf 20min Subs zu setzen und die Galaxie «nur» in schwarz-weiss zu fotografieren. Insgesamt sind dann 17h20min zusammengekommen, leider war der Ausschuss relativ hoch. Die erste brauchbare Aufnahme habe ich am 5.2.2024 gemacht, die letzte am 17.4.2026, in einem Zeitraum von über zwei Jahren. Der Zeitraum war auch deshalb so gross, weil ich in den guten dunklen und wirklich cirrenfreien Nächten auch anderes fotografieren wollte und selbst wohl bis zum Schluss nicht sicher war, ob ich dann etwas brauchbares aus den Subs herausholen kann.

Ein Problem bei der Bearbeitung war, dass ich in diesem Zeitraum den Mewlon reinigen liess und nicht immer die ganz passenden Flats mehr zur Hand hatte.

Technische Daten:
Sternwarte in ersten Berner Voralpen-Kette auf knapp 1600müM
Mewlon CR 250mm, reduziert mit dem Tak 0.72 Reducer auf rund 1820mm
SBIG ST8300, nachgeführt mit der SBIG STi
52x1200sec 1x1 bei -25°C -> 17h20min
Pixinsight mit BlurX und NoiseX

UGC 6614 (PGC 36122) im Leo gehört zu den seltenen Riesengalaxien mit sehr geringer Flächenhelligkeit (Giant Low Surface Brightness Galaxy). Die Galaxie zeigt eine helle zentrale Sternkonzentration, einen markanten Ring und weit ausladende, äußerst diffuse Spiralstrukturen, die fotografisch deutlich schwieriger nachzuweisen sind als der Kernbereich. Wissenschaftlich interessant ist neben ihrer enormen Ausdehnung auch ein aktiver Galaxienkern, der im Röntgenbereich nachgewiesen wurde. Die Galaxie ist etwa 300 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Der helle Vordergrundstern links der Galaxie ist HD 101195 (Spektraltyp K0, V≈8.6 mag) in einer Entfernung von rund 740 Lichtjahren.

CS!
Bernhard

PGC36122.jpg

Bernhard
 
Hallo Bernhard,

das ist ja wirklich ein Exot und unverständlich warum die erst so selten abgelichtet wurde.
Aber die Größe (1,7x1,4’) und dann noch so lichtschwach dürften wohl die Erklärung sein.

Selbst bei Astrobin, wo es mittlerweile von so ziemlich jedem Objekt eine Aufnahme gibt, sind nur 6 Aufnahmen vorhanden.

Danke fürs zeigen und eine gute Wahl die Galaxie in s/w darzustellen, hat seine ganz eigene Anmutung.

Ich bin mir sicher, der ein oder andere unserer Galaxien- und PN-Spezialisten hier, wird die sicher zeitnah, mit entsprechender Brennweite aufs Korn nehmen.

Viele Grüße,
Alex
 
Finde sie auch ungewöhnlich.
Das Innere sieht fast wie ein planetarischer Nebel aus. Die Spiralarme sehen wie angefügt aus.
Hat das schwarze Loch vielleicht mal eine Eruption, die den inneren Bereich ausgefüllt hat?

Claus
 
Hallo Bernd,

Eine wirklich interessante Aufnahme hast du da mit deiner Ausdauer hingezaubert. Das Seeing muss beim Mewlon auch mitspielen. Da muss alles zusammenpassen.
Tolle Arbeit!

Tobias
 
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