Alternative zum DSRA / DSRF

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

optimus_primeg1

Aktives Mitglied
Liebe Beobachter,

während meiner Internetrecherchen bin ich auf das Buch "Faszination Sternenhimmel" vom KOSMOS-Verlag gestoßen. Leider habe ich bisher nirgens eine Leseprobe oder Testexemplar gefunden.

http://www.kosmos.de/produktdetail-...6/#tabs|tabs_produkt_details:tab_beschreibung

Hat jemand schon Erfahrung gemacht und stellt das Buch eine sinnvolle Alternative/ Ergänzung zum Deep Sky Reiseatlas/ Reiseführer dar? Beim Reiseführer stört es mich, dass in den Beschreibungen der einzelnen DS Objekte keine Infos bezgl. Entstehung, Entfernung oder Standort in unserer Milchstr., etc. genannt werden. Also mangelt es m.E. generell an Wissenswertem. Man will ja nicht jedermal erst bei Wikipedia nachschlagen müssen, um seinen Horizont zu erweitern :-) Daher bin ich auf der Suche nach einem anderen Sachbuch. Oder kennt Ihr weitere Alternativen (Peter Vizis Sternatlas für Kleinteleskope habe ich bereits)?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,

ich kenne dieses Werk leider nicht. Ich an deiner Stelle würde dies jedoch zum Anlass nehmen, mich beim Kosmos-Verlag zu beschweren, dass sie keine Leseprobe zur Verfügung stellen.

Wie viele Buchhändler muss man unnütz abklappern, um evtl. einmal dieses Buch begutachten zu können?

Und wenn ein Verlag mehr und mehr auf den Internethandel angewiesen ist, dann muss man sich auf diese Vertriebsform auch dementsprechend einstellen.

Zum Stichwort Wikipedia .... dir ist schon bekannt, dass man in Wikipedia selber Ebooks zusammenstellen und produzieren kann? :)

Viele Grüße
Dieter
 
Hallo Michi,

"Der große Kosmos Himmelsführer" ist wohl nur noch gebraucht zu haben. Das Buch hat einige Jahre auf dem Buckel (1987), dürfte aber für knapp einen Euro einen guten Teil des gewünschten Abdecken. Zu den 88 Sternbildern gibt es jeweils eine Karte und Beschreibungen der interessanten Objekte darin, mit Angaben zu Entfernung und Beschaffenheit. Bei dem Alter des Buches können nicht alle Werte heute noch aktuell sein - die Entfernung zur Andromedagalaxie wurde ja in den letzten Jahren nicht nur einmal korrigiert.

Als Sternatlas zum selbst Drucken kommt der überarbeitete Mag7 Atlas in Frage, oder als Alternative Taki's 8,5 Magnitude Star Atlas.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

also für 1 EUR kann man da sichelich nichts verkehrt machen :-). Da werde ich bestimmt zugreifen.

Hallo Dieter,

die Idee mit der E-Mail habe ich mir auch schon überlegt. Das werde ich evtl. machen. Es geht ja auch um die Geschichten/ Mythen/ Sagen rund um die Sternbilder. Damit wirbt ja auch KOSMOS in der Produktbeschreibung.

Weiß eigentlich jemand, ob in der neuen Auflage des DSRA irgendwelche Änderungen vorgenommen werden?
 
Nach langem Zögern habe ich mit das Buch Faszination Sternenhimmel zugelegt. Ich könnte es mir in Vorfeld bei einer renommierten Buchhandlung (mit einigen Filialen, zwei in der Münchner Innenstadt) bestellen und einen Blick drauf werfen.
Eine Alternative zum DSRA stellt es leider nicht dar, da die Karten nicht negativ (mit weißen Hintergrund und schwarzen Sternen) abgebildet sind. Desweiteren sind die einzelnen Seiten nur auf normalem
Papier ähnlich des DSRF, eher dünner, gedruckt. Zum benutzen in nassen Nächten ist das das Buch daher nur bedingt geeignet.

Sehr gut gefallen haben mir die Mythen und Sagen zu den einzelnen Sternbildern und zu ausgewählten Beobachtungsobjekten. Jedes Sternbild wird auf einer Doppelseite erklärt. Darauf folgen einige Seiten mit interessanten DS-Möglichkeiten.
Der fachliche Teil ist absichtlich kurz und knapp gehalten, wie der Titel des Buches ja vermuten lässt, sollen ja die unendlichen Weiten des Weltalls faszinierend dargestellt werden, nicht das Teleskop im Wohnzimmer mit Comakorrektor. Daher sind auch nur wenige Zeichnungen vorhanden.
Auch die Bilder und Druckqualität erwecken einen professionellen Eindruck, wie von Kosmos gewohnt.
Insgesamt ist die Präsentation gut gelungen.

Fazit: die Faszination Sternenhimmel will keine Alternative zum DSRA/DSRF darstellen. Das Buch ist eher als Ergänzung zu sehen und eignet sich gleichermaßen als Geschenk für jeden Sternenfreund. Durch die Beschreibung der geschichtlichen Hintergründe der Sternbilder besitzt das Buch ein Alleinstellungsmerkmal und füllt diese Lücke des DSRF.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Liebe Sternfreunde,

Möchte hier noch kurz meine Meinung kundtun:
"Informationen zu Beobachtungsobjekten" haben mehrere Perspektiven, je nachdem was man als Leser davon erwartet.

Als Beobachter fragt man sich, welche Objekte sind interessant und welche kann ich mit meinen Mitteln und an einem für mich erreichbaren Ort beobachten. Um das zu entscheiden, sind vorgefertigte Auswahllisten eine wesentliche Hilfe. Ein Beobachtungsführer zeigt auf, mit welcher Optik man rangehen muss, um Aussicht auf Erfolg zu haben. Wann man guckem kann, findet man dann mittels Drehbarer Sternkarte, App oder auch Angaben im Buch heraus.

Natürlich ist es spannend, auch etwas über die Astrophysik der beobachteten Ziele zu erfahren. Gedruckte Informationen veralten schnell, im Web findet man aber nahezu beliebig viel. Es ist ja auch nicht unbedingt notwendig, solche Angaben direkt bei der Beobachtung zur Verfügung zu haben.

Historische Informationen zur Entdeckungsgeschichte oder zur Bedeutung einzelner Objekte in der Astronomie sind dann wieder eine eigenständige Perspektive. Hier liegen weitaus weniger häufig neue Erkenntnisse vor als zu den physikalischen Eigenschaften. Es gibt eine ganze Reihe spannender Bücher zur Beobachtungshiostorie, wobei ich hier ausdrücklich "Observing and Cataloguing Nebulae and Star Clusters: From Herschel to Dreyer's New General Catalogue" von Wolfgang Steinicke empfehlen möchte.

Mythologie und Kunst (z.B. alte Sternkarten) sind dann wieder eine Perspketive, die ebenfalls von spezialisierten Büchern abgedeckt wird, so z.B. "Star Names, their Lore and Meaning" von Allen oder diverse Bücher zur Mythologie der Sternbilder.

Wenn man nun erwartet, alle Perspektiven in einem Buch vereint zu sehen, dann ist das nur möglich, wenn die Anzahl der dargestellten Objekte noch überschaubar bleibt. Bücher, die mehrere Perspektiven abdecken sind z.B. die von Stephen O'Meara oder der "Atlas der Messier-Objekte" von Ronald Stoyan. Würde man den Umfang der Darstellung der Messier-Objekte aus dem Atlas auf den NGC hochrechnen, dann kämen da wahrscheinlich so viele Bücher dabei heraus, dass man ein ganzes Regal damit füllen könnte.

Es ist wie so oft im Leben: man kann nicht alle Aspekte unter einen Hut bekommen. Die Fülle der vorhandenen Informationen zu Himmelsobjekten zwingt zur Beschränkung. Beim Deep Sky Reiseführer und Atlas findet man immerhin noch ein paar astrophysikalische Angaben. Wichtiger daran ist doch, dass der Bedarf des Beobachters damit gut gedeckt wird: bis man damit durch ist, hat man eine Weile zu tun.

Für die gemütlichen Leseabende zuhause gibt es schöne andere Bücher. Wobei mir gerade noch spontan der "Burnham" einfällt: den benutze ich schon lange nicht mehr zweckgemäß als Referenz zur Beobachtungsplanung, aber ich lese gerne "einfach so" drin. Der Charme und einzigartige Charakter des Buchs fasziniert mich noch heute, 35 Jahre nachdem ich es mir als mein erstes englischsprachiges Werk (es sind ja 3 Bände) überhaupt gekauft habe. Da stört es mich nicht, dass viele astrophysikalische Fakten inzwischen einfach überholt sind. Man findet auch keine Angaben zum Gebrauch von Filtern, weil die damals einem Amateur nicht zur Verfügung standen. Ein Dokument aus vergangenen Tagen, die für mich in beobachterischer Hinsicht spannender waren als heute: 1000 Objekte weiter als damals sind die Highlights längst abgegrast und wieder und wieder beobachtet worden. Der Burnham erinnert mich an manche Nacht, in der ich oft auch erfolglos versuchte, dies und jenes zu finden was heute en passant eingestellt wird. Nostalgie, Romantik, Verklärung, ich hör' euch trapsen :-)

Tom
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben