Altes Stativ fürs Bino?! | Seite 2 | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Altes Stativ fürs Bino?!

lukeflo

Mitglied
War gestern Abend draußen und wollte nach M66 und M65 im Löwen schauen. Die frischr Luft hier in der Eifel hat allerdings dazu geführt, dass das alte DDR-Fett in der Kurbelsäule völlig erhärtet ist. So war kurbeln nicht mehr drin.
Bei einem Stand von 50° plus am Himmel und meinem 45° Einblick war dann schnell der Spaß vorbei. Dazu der 3-Wege-Neiger, der bei diesen Höhen nicht mehr mitspielt...
Baue jetzt erstmal die Kurbelsäule auseinander, um sie zu reinigen und zu schmieren. Als nächstes muss dann wirklich ein neuer Neiger her, sonst macht alles höher als 30° keinen Spaß mehr.
Denke ich werde es wohl erstmal mit dem Manfrotto 502 versuchen, auch wenn er nicht ganz optimal ist. Alles andere ist preislich außer Reichweite, v.a. da ich ja noch weiteres Zubehör (24mm Okulare, Nebelfilter) brauche. Der 502 Fluid ist zumindest im Angebot und sollte so oder so eine extreme Verbesserung zum Status Quo darstellen. Nachoptimieren geht später immer noch :)
 

portaball

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Hallo Lukas,

genau, taste Dich ans Optimum heran, so habe ich es ja auch gemacht.
Manche Erfahrungen muss man selbst machen, nur so erkennt man sein persönliches Optimum und das ist oft ein kontinuierlicher Prozess :)

Grüße Jochen
 

lukeflo

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Hi Jochen,

klaro. Ist ja auch ein Lernprozess. Beim Manfrotto 502 weiß ich natürlich - auch dank der zahlreichen Erfahrungsberichte hier -, dass er nicht dieses perfekte Schwerelosigkeitsgefühl liefern wird. Aber es wird trotzdem um Welten besser sein, als das, was ich jetzt habe. Hauptsache erstmal entspannt beobachten :)

Gruß
Florian
 

lukeflo

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Moin,

Der 502 Fluid Head ist da und montiert. Wetter ist allerdings schlecht und ich bin wieder in der Großstadt. Daher war nur ein Trockentest mit dem Bino drin. Fazit: Es läuft wirklich sehr geschmeidig, kein Vergleich zu dem alten 3-Wege-Neiger. Auch mit Okularen bleibt das Bino zumindest bei Höhen bis etwa 50° perfekt in Position ohne die Klemmung anzuziehen. Der richtige Härtefalltest steht zwar noch aus, doch erstmal bin ich sehr zufrieden. V.a. bei dem Preis...

Gruß
Florian

PS Auch die Baader Barlow ist angekommen, konnte sie aber noch nicht testen wegen Wetter usw. Sobald das geschehen ist, melde ich mich. Hat ja auch ein paar hier interessiert, wenn ich mich nicht täusche...
 

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portaball

Mitglied
Hallo Florian,

das sieht doch wirklich sehr stimmig aus.
Ich selbst lasse die Griffe bei den Fluidheads ja weg und bewege direkt das Bino.
Beim 100er kann der Griff vielleicht aber praktisch sein, das Glas ist ja nicht so lang.

Mit einem Laufgewicht könntest Du den Gewichtsausgleich hinbekommen.

Grüße Jochen
 

lukeflo

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Hi Jochen,

ist ja sogar nur das 82er ;). Das ist wirklich so klein auf dem Kopf, da muss fast nix verschoben werden.

LG
 

Opa_Maik

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Ich Bastel ja auch gerade an meiner Montierung, übrigens auch der 502, das wird noch lustig.
Die Std. Okulare wiegen ja fast gar nichts, aber dann Wechsel zu den APM 12,5er und schon sind 1Kg mehr am Hinteren Ende.
Das geht, glaube ich, wirklich nur mit Ausgleichsgewicht.

Gruß Michael
 

DiBa71

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Hi Florian

Die Kombi sieht sehr schön aus👍

Musst mal berichten wie sich das Glas mit schwereren Okularen und der Barlow verhält.

Gruß Dieter
 

lukeflo

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Hallo Zusammen,

hatte es ja schon angekündigt. Habe nun die Baader Q-Barlow einem Test am 82mm APM SD Bino unterzogen und bin zu recht interessanten Ergebnissen gekommen.
Grundsätzlich erstmal: Alle Fotos die durchs Okular gemacht wurden, habe ich einfach mit dem Handy (günstiges Samsung A3) freihand vorm Okular aufgenommen, sie sollen nur der Verdeutlichung dienen.

Zum Einsatz kamen:
- 82mm APM SD Bino
- 1x Bader Q-Barlow mit 2,25x Vergrößerungsfaktor
- Pentax XF 8,5mm Okular mit 60° SGF

Nach Adam Riese ergibt die Barlow in Kombination mit Bino und Pentax eine Vergrößerung von ca. 125x bei einer Austrittspupille von 0,6mm. Justiert ist das Bino bis 100x. Da ich vorerst nur eine Barlow zum Testen bestellt habe, kann ich nichts zu Verkippung oder Doppelbildern beim zweiäugigen Beobachten sagen.

Einschrauben lässt sich das Okular in die Barlow und diese dann in den Helikalfokussierer des Binos ohne Probleme. Leider hat die Barlow keine Ring- sondern nur eine einfache Schraubenklemmung
20210410_163848.jpg
20210410_163900.jpg


Da das Wetter in Köln äußerst bescheiden ist, konnte ich kein astronomisches Objekt anvisieren. Ich habe mich dann mit der Figur auf der Spitze eines Kirchturms begnügt, der etwa 1,5 km Luftlinie von meiner Wohnung entfernt steht. Die Fokussierung ist so nicht völlig auf unendlich, sollte aber halbwegs in die Richtung gehen, das Ergebnis kann sich jedenfalls trotz des diesigen Wetter samt Nieselregen durchaus sehen lassen.
20210410_165130.jpg
20210410_165144.jpg
20210410_165041.jpg


Das geringe Licht samt Luftfeuchtigkeit mit der AP von 0,6 macht im Auge das Bild noch etwas schlechter als auf dem Foto, aber unwesentlich. Der Helikalfokussierer war recht weit eingedreht, hatte aber durchaus noch etwas Toleranz in der Fokuslage. Ich denke auch astronomische Objekte sollten damit problemlos gehen.
Persönlich könnte ich noch etwas mehr rauskitzeln, falls notwendig, da ich Weitsichtig bin und daher bei der Beobachtung ohne Brille der Fokuspunkt etwas günstiger liegt, so dass ich noch ein bisschen mehr Spiel habe. Ich denke aber die noch übrige Toleranz sollte auch allen Normalsichtigen ein Scharfstellen mit der Barlow ermöglichen. Zumindest in Kombination mit dem Pentax XF, andere Okulare mögen eine ungünstigere Fokuslage haben...
Das Gewicht der Kombination ist kein Problem. Eine Barlow wiegt 70 gr ein Pentax Okular 150 gr. Zusammen bleiben sie so ganz locker unter dem Gewicht der meisten Okulare mit geringen Brennweiten, die sonst für diese Vergrößerung nötig wären.

Fazit für mich:
Werde auf jeden Fall eine zweite Barlow bestellen, um dann mal das wirklich binokulare Sehen mit den Barlows zu testen. Auf diese Weise hätte ich eine günstige Variante für gelegentliche Höchstvergrößerungen, ohne ein teureres Okularpaar kaufen zu müssen. Zudem kann ich so die sehr angenehmen Einblickeigenschaften der Pentax XF Okulare weiterhin nutzen.

Gruß
Florian
 

DiBa71

Mitglied
Hallo Florian

Sehr interessant das Ganze. Die Pentax XF scheinen ja recht Gutmütig in solcher Kombination zu sein. Ich frage mich nur, ob bei einem teuren High End Okular, wie zb die Delos, die Barlow dann nicht doch das Bild versaut (unschärfe etc)

Gruß Dieter
 

lukeflo

Mitglied
Hi Dieter,

das kann ich nicht sagen. Kann natürlich sein, dass sich bei so hochwertigen Okularen die größere Linsenanzahl iwie negativ auswirkt oder man dann eine Barlow mit Sondergläsern braucht.
TeleVue Okulare sind aber sowieso ausserhalb meines Budgets, daher ist die eindfache Barlowlösung für mich super :)

Gruß
Florian
 

DiBa71

Mitglied
Hi Florian

und so soll es ja auch sein:y: Hauptsache ist, wie du das Bestmögliche aus deiner Ausrüstung heraus holen kannst. Und es natürlich für dich noch ästhetisch Aussieht;)

Gruß Dieter
 

lukeflo

Mitglied
Das stimmt. Noch steht ja ein Test am astronomischen Objekt aus. Die zweite Barlow ist bestellt und sollte Anfang der Woche kommen. Dann ist ja auch wieder zunehmender Mond, den ich im ersten Viertel sehr gut durchs Fenster beobachten kann. Das wird dann der wahre Stresstest für die binokulare Kombination von Pentax Okularen mit Baader Barlow...

Gruß
Florian
 

lukeflo

Mitglied
Hallo,

die zweite Barlow ist gestern gekommen. Habr beide direkt am tiefstehenden Mond ausporbiert.
Scharfstellen lassen sie sich auch bei unendlich entfernten Objekten ohne Probleme, es bleibt sogar noch etwas Spiel. Benutzt habe ich wieder die Pentax XF 8,5mm.
Was deutlich mehr Probleme bereitet hat, war das Verkippen der Okulare in der Barlow. Durch die einfache Schraubenklemmung gepaart mit der Tatsache, dass die Okulare genau auf Höhe der Schraube eine leichte Nut besitzen, hat dazu geführt, dass ein problemloser Einblick ohne Doppelbilder oder Schwärzung des Bildes nahezu unmöglich war. Auch drehen der Okulare in der Fassung o.Ä. hat nicht wirklich geholfen. Hin und wieder hat das Bild gepasst, war aber nicht langr stabil zu halten.
Daher das abschließende Fazit: Zwei der Baader-Barlows sind mit Okularen nicht ohne weiteres fürs binokulare Sehen geeignet. Man muss sehr geduldig sein beim Einstellen oder die Muße haben, sich eine vernünftige Klemmung an die Barlows zu basteln, sonst kommt keine Freude auf...

Gruß
Florian
 

portaball

Mitglied
Hallo Florian,

kannst Du mal Bilder der Barlows und des Klemmproblems einstellen?
So richtig kann ich mir das nicht vorstellen

Grüße Jochen
 

konfokal

Mitglied
Hallo,

die Okularaufnahme in der Verlängerungshülse der Q-Turret Barlow hat - zumindest bei mir - einen etwas zu großen Durchmesser und dadurch ziemlich viel Spiel. Einkleben einer passend dicken und breiten Schicht Klebeband (bei mir ein ausgemessenes Stück rasierte Veloursfolie) hilft gegen das Kippeln und sollte bei guter Abstimmung (bis es "saugend" um die Steckhülsen der XFs passt) das Problem lösen...

Gruß,
Mathias
 

lukeflo

Mitglied
Hallo,

Bilder gehen gerade nicht. Eventuell heute Abend, aber bin nicht sicher, ob ich es schaffe.
Das Problem liegt sehr wahrscheinlich an dem Effekt, den Mathias schildert. Hatte auch daran gedacht, etwas reinzubasteln, das für einen sicheren Sitz sorgt. Zeitlich wird das allerdings derzeit schwierig und die Widerufsfrist für die einw Barlow läuft am Montag ab. Bis dahin muss ich mich also entschieden haben.

@konfokal
Nutzt du die Barlow denn binokular oder monokular; heisst, hast du Erfahrungen damit, ob so Doppelbilder etc vermieden werden?

Gruß
Florian
 

konfokal

Mitglied
Hallo,

habe ich, klappt bei mir am Bino bis über 250x problemlos. Aber das hilft Dir nichts, denn bei hoher Vergrößerung hängt das Auftreten von Doppelbildern zunehmend auch vom Ausmaß der evt. eigenen unbemerkten individuellen Heterophorie ab (80% aller Leute schielen latent mehr oder weniger stark, siehe Wiki, kritisch ist die sog. vertikale Divergenz). Je nach dem, wie gut Deine Augenmuskulatur die evt. Fehlstellung irgendwann noch kompensieren kann, unterstützt dann evt. eine Justagemöglichkeit, daher ist je nach dem selber ausprobieren (bzw. auch etwas Übung) angesagt...

Ich habe dazu in den Hülsen nur über den halben Umfang Veloursfolie eingeklebt, so dass die Okulare bewusst minimal dezentrisch sitzen und dadurch ggf. beim Verdrehen minimal gegeneinander "vereiert" werden können. Versuch macht kluch, ist doch kein Act sich irgendwas Passendes erstmal aus nicht klebenden Papierstreifen zurechtzuschnitzen, sollte in 10 Minuten erledigt sein...

Gruß,
Mathias
 
Zuletzt bearbeitet:

NCC-2893

Mitglied
Ich hatte auch gerade die Erfahrung gemacht, dass Hochergrößerung am Bino schon etwas Geduld braucht. Beim 120er APM habe ich es mit 3mm Okularen probiert, die auch schon mono genommen nicht einfach sind. Wenn man aber erstmal das Bino auf seine Pupillendistanz perfekt eingestellt hat, sodass keine Schwärzungen mehr entstehen und sich danach an die Doppelbilder macht, was halt bei mir durch Drehen eines Okulares leicht gelang, dann ist die Hochvergrößerung auch leicht reproduzierbar. Reicht ja aber, wenn man schon leicht schräg sitzt, dann passt es nicht mehr.
War aber dennoch faszinierend, da jedes Auge für sich genommen ein perfektes Bild hatte und dann durch Drehen eines Okulares sich langsam das eine Bild an das andere Bild annährte, bis es dann vollständig kongruent war. Habe ich am Mond mit kleinen Katern gemacht. Das ging gut.

Vielleicht sonst Markierung an den Barlows, Okularen, etc. machen, damit es schneller geht?
 
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