An Kalifornien vorbei und rund um Alnitak

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j4s8.de

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Nachdem sich zuletzt schon mal eine erste Wolkenlücke auftat, hatte ich das neue Teleskop Askar FMA 180 mit dem Tri-Band Schmalband Nebelfilter (H-β, O-III, H-α) auf den Orion gerichtet. Diesmal wollte ich im vermeintlich dunkleren Garten den Kalifornien-Nebel im Perseus und eventuell den Pferdekopf- + Flammennebel im Orion fotografieren. Leider kam es etwas anders.

Um kurz nach 19:00 war ich im Garten, und musste mit Erschrecken feststelle, dass unser Nachbar eine Festbeleuchtung in seinem Garten installiert hat. Da hätte ich nicht nur Überschriften in der Zeitung lesen können, sondern auch alles Kleingedruckte, also schlechter als Bortle 8.

Falsch abgebogen: Kalifornien verfehlt


Nun gut, frohen Mutes, ich hatte ja den Filter dabei, baute ich die Montierung auf und peilte ξ-Persei (Menkib) an, um den Kaliforniennebel (NGC1499) daneben zu fotografieren. Ein schöner H-II-Nebel, der mit dem IDAS-NB1 Filter gut vom Hintergrund zu trennen sein sollte. Ich dachte zumindest, es wäre ξ-Persei. Bei meinem Rhein-Main-Himmel bin ich es gewohnt, auf den Einzelbildern nicht viel zu sehen, deshalb schenkte ich den nebelfreien Bildern keine Beachtung und freute mich auf das gestackte Ergebnis. Tja, am nächsten Tag war auf dem gestackten Bild leider auch kein Nebel zu sehen oder zu erahnen. Beim genaueren Betrachten und Vergleichen mit Stellarium stellte ich fest, dass ich leider nicht neben ξ- sondern ε-Persei gezielt hatte und da ist wirklich keine Spur von Nebel zu sehen.

20221216_Epsilon_Persei-thumb.jpg


Nun gut, das war der erste Streich. Die Temperatur im Garten näherte sich den -10°C, in der Hütte waren es noch warme -2. Zum Glück war das Wasser noch nicht gefroren und ich konnte mir einen wärmenden Tee kochen.

Pferdekopf- und Flammennebel


Meine nächsten Ziele war die Region um ζ-Orionis (Alnitak), einer der drei Gürtel-Sterne des Orions, neben dem der Pferdekopf-Nebel (IC 434) und der Flammennebel (NGC 2024) zu finden sind. Es war kurz nach 22:00 und der Abstand Orion-Weihnachtsbeleuchtung schien mir groß genug zu sein. Ich wollte eine Vergleich zwischen Bild mit und ohne Filter sehen. Mit Filter machte ich ein paar mehr Bilder.

Zu meinem oben erwähnten ersten Bild mit dem Askar FMA 180 gab es den Kommentar, dass es viel chromatische Aberration hätte. Meiner Meinung nach ist das auf den hier gezeigten herunterskalierten Bildern ok. Bei einem Ausschnitt mit der Original-Auflösung sieht man ohne Filter blaue Kränze um einige Sterne, mit dem Filter um andere Sterne in rot. In der Kombination der Bilder mit und ohne Filter scheint sich das aufzuheben. Als Anfänger wage ich aber nicht, dass auf die Qualität des Teleskops zu schieben.

unskalierter Ausschnitt ohne Filter:
20221216_Alnitak_crop.jpg


unskalierter Ausschnitt mit Filter:
20221216_Alnitak_idas-nb1_crop.jpg


unskalierter Ausschnitt (Kombination mit und ohne Filter):
20221216_Alnitak_combined_crop.jpg


Das finale Ergebnis, mit 75 Minuten Belichtungszeit kann sich sehen lassen:
20221216_Alnitak_combined.jpg


So, kurz vor 24:00, die -10°C waren erreicht, 5 Stunden bei der Kälte reichen auch wirklich. Abbauen, einpacken und auf ging es mit dem Fahrrad zurück über den Rhein Richtung warmes Bett.

Mein Dank geht auch an die Teilnehmer des Threads "Banding reduzieren: ...", da ich nun für meine Flats auch immer +2 2/3 EV einstellen werde, was im Vergleich zu meinen bisherigen Bildern jetzt dieses Streifenmuster entfernt hat.

Mehr einzelne Bilder (mit gleichem Text) git's auf meiner Homepage

Gruß & CS
Jörg
 
Moin Jörg,

schöner Bericht, und tröste dich: du bist nicht der Einzige, der im Perseus beim Kalifornia falsch abgebogen ist. :giggle: :cool:
Genau so wie du es schilderst, erging es mir vor 3 Jahren.
Alles Übungssache, und danach habe ich ihn auch getroffen.

Aber dafür hast du wenigstens noch ein ansehnliches Bild der Gürtelregion mitbringen können.

lg
Wolfgang
 
Hallo Jörg,

es ist immer wieder erfrischend, solche Geschichten wie die deinige am Rande der Bildgewinnung zu lesen, da man sich ein Stück weit darin selbst wiedererkennen kann. Ich habe solche ähnlichen Erfahrungen, wie du sie schilderst auch machen dürfen und auch ich war schon in der Vergangenheit das eine oder andere mal in der geschilderten Art und Weise "falsch abgebogen".
Im Hinblick auf deine Aufnahme der Orion-Gürtelregion schließe ich mich Wolfgangs Einschätzung gerne an.

Gruß und CS
Stefan
 
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