Anfänger-Erfahrung mit NexStar SLT 130

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Günther, die Vixen LVWs und die Speers Waler sind eigentlich "out of budget". SW habe ich nur deshalb auf meiner Gedankenliste, weil wegen ihres sehr großen Gesichtsfeldes i.V.m. einer Brennweitenanpassung durch Verlängerungshülse nur wenige Okulare angeschafft werden müssten. Überlegung: SW in 17mm und 13.4mm macht mit Hülse 17, 13.4, 10.6 und 8.4mm nutzbare Brennweiten. Mit nur zwei Okularen wäre das ja schon mal was. Finanziell nicht erfreulich, aber machbar.

Okay, ich habe verstanden, daß die Sache SW bei 17mm + 82° im f/5 kritisch wird. Aber obiges Szenario mit LVW 22, und zusätzlich SW bei geringeren Brennweiten aufzubauen wird eine sehr sehr teure Angelegenheit.

Was hälst Du vom Kompromiss in Form der Baader Hyperions? Die sind preisgünstiger, wenn auch immer noch ziemlich teuer. Aber mit dem 24mm-Exemplar hätte ich dann ein ganz ordentliches Übersichtsokular. Kann ggf später um ein 31mm 2" Okular ergänzt werden. Und in Richtung der kleineren Brennweiten kann auch mit Hülsen gespielt werden, so dass die Anzahl der Okulare im Rahmen bleibt.

Guter Kompromiss oder fauler Kompromiss?
 
Hi Stefan,

fauler Kompromiss.

Bei den Hyperions hast Du noch mehr als bei den Speers das Problem, dass die Randschärfe an schnellen Systemen (F/5 ist schnell) bei den langen Brennweiten zu wünschen übrig lässt.
Das 17er Speers ist der einzige "Problemfall" dieser Serie, 13, 10, pp sind dann absolut okay.
Bei den Hyperions ist das 21er m.E. für F/5 völlig unbrauchbar und richtig gut ( etwa vergleichbar gut wie bei den LVWs denen sie, ähh......nachempfunden :/ sind) wird es erst etwa ab dem einstelligen Brennweitenbereich.
Von daher hast Du bei 22 mm und 17 mm das günstigste TOP-Okular in den LVWs und ab 13,4 mm dann mit den Speers die abbildungsähnliche Alternative mit dem günstigsten 80° Feld.
Im einstelligen Brennweitenbereich hast Du dann schon eine größere Auswahl an auch günstigeren F/5 tauglichen WW-Okularen.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi!

Kleiner Kommentar zum Thema Verlängerungshülsen: Du willst nicht bei Nacht im Acker deine Okulare auseinanderschrauben. Das Risiko, dass dir was runterfällt oder Dreck ins Okular kommt, ist viel zu groß.

Die Brennweitenveränderungen durch Verlängerungshülsen sind okay, um ein Okular auf eine bestimmte Vergrößerung festzustellen, für den allnächtlichen Einsatz ist das aber Blödsinn. Die Idee, die Hyperions ohne Barlow-Element als Übersichtsokular einzusetzen, scheitert auch an der Bildqualität - als Sucher mag das Okay sein, zum Beobachten hab ich da nur schlechtes drüber gehört. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Speers-Waler da besser ist, gerade an f/5. Deshalb lasse ich meine Okulare auch im verschlossenen Zustand.

Wart da lieber noch ein Jahr, bis Du das Geld für ein weiteres Okular zusammen hast (so viele klare, nutzbare Nächte gibt's im Jahr eh nicht), als dir damit den Ärger einzuhandeln. So eine Verlängerungshülse kostet ja auch schon 10 Euro (Hyperion) bis 25 Euro (Speers Waler), was schon der erste Schritt zum guten Okular ist. Es müssen nicht alle Okulare auf einmal her, und ein gutes Okular kann mehrere Teleskope überdauern.

Gruß,
Alex
 
Hallo Alex,

ich habe mich ja intensiv mit der "Verhülsung" der Speers auseinander gesetzt und empfehle das z.B. auch beim 5-8 mm Zoom. Allerdings ist das m.E. nur sinnvoll, wenn mein eine Hülse fest einbaut um z.B. auf ca. 4-7 mm Brennweite zu kommen. In absoluten Ausnahmenächten kann man dann eine weitere Hülse dazuschrauben um auf 3,5 mm BW zu kommen, dann ist aber wirklich das Ende der Fahnenstange erreicht.
Der Festeinsatz der Hülse am Zoom bedingt dann auch gleich wieder, dass es sehr sinnvoll ist, ein Okular von ca. 9 mm Brennweite darüber zu setzen.

Ständiges Schrauben im Feldeinsatz ist in der Tat zu risikoreich, auf Dauer nicht praktikabel und damit nicht empfehlenswert.
Die Miniringe der Hyperions sind da sogar noch problematischer als die recht massiven Teile für die Speers und zu den Hyps ohne Barlowelement sag ich lieber nix.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Günther und Alex, die Sache mit der Praktikabilität der Hülsen ist ein einleuchtendes Argument.

An brauchbaren Okularen habe ich derzeit 5mm und 3.2mm Planetarys von TS. Nicht High-End, aber okay, siehe auch Testbericht von Sven Wienstein.

Die Original Celestron-Okulare mit 9mm und 25mm sind nicht befriedigend und sollten ersetzt werden.

Nach all Euren Hinweisen tendiere ich derzeit zu einem 22mm LVW und einem 13.4mm SW.

Sicher, zwischen 13.4 SW und 5mm Planetary klafft noch ein große Lücke. Aber wenn die Kriegskasse dann mal wieder gefüllt ist, lässt sich diese Lücke wohl auch schließen.

Ist doch mal ein Ansatz, oder?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Stefan,

das ist nach meiner Meinung ein sehr guter Ansatz weil die Lanzeittauglichkeit als Zielsetzung beinhaltet.

Wenn Dir das Speers z.B. gefällt, dann kann den Lückenschluss ein 5-8 mm Speers Zoom wunderbar schließen.
Was besser sein kann (nicht muss) ist dann auch massiv teurer.
Dann fehlt noch ein wirklich gutes 2" Übersichtsokular und Du bist für alle Anforderungen auch zukünftiger Geräte absolut gerüstet.
Das geht für die meisten von und alles nicht an einem Tag aber es geht und es ist sinnvoll.
Immer Mal lohnend kann es auch sein, den Gebrauchtmarkt im Auge zu behalten.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Zitat von *entfernt*GMS:
...Dann fehlt noch ein wirklich gutes 2" Übersichtsokular und Du bist für alle Anforderungen auch zukünftiger Geräte absolut gerüstet.
Moin Günther. Ein 2" Übersichtsokular steht auf meiner Prioritätenliste weiter hinten. Trotzdem mache ich mir so meine Gedanken und suche zwecks Meinungsbildung herum. Scheint ein sehr sehr schwieriges Thema zu sein.

Aus der ganzen AP-Diskussion ergibt sich, daß die Brennweite bei f/5 nicht deutlich mehr als 30mm sein darf. 35mm sind schon zu viel. Wenn man den Profi-Meinungen hier im Forum Glauben schenkt, geht am f/5-Gerät unter Televue Nagler 31mm gar nichts. Aber eine 1-kg-Wuchtbrumme für schlappe 600,-EUR???

Bei den Einfach-Okularen wie 2" TSWA32 ist hier im Forum viel Kritik wegen mangelhafter Feldschärfe zu lesen. Im Mittelfeld dazwischen finde ich nur 2" Hyperion Aspheric 31, wozu ich aber keinen Erfahrungsbericht auftreiben konnte.

Einzig hier:
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/ubb/showflat/Number/401676/page/1
gibt es einen Verriss der 36mm-Version, die aber für mich nicht in Frage kommt (zu viel AP). In dem gleichen Thread stellt Wolfi Ransburg die Behauptung auf, dass zumindest die 31mm-Version sehr gut wäre. Aber da hätte ich lieber eine weniger befangene Meinung zu.

Irgenwelche Ideen oder Vorschläge dazu?


Anderes Thema in Form eigener Erfahrung zur Weitergabe an andere Anfänger:
Anfängertaugliche Literatur. Hab mir den viel gelobten Karkoschka gekauft. Steht alles drin, was man so braucht. Ist aber ziemlich unübersichtlich. Ein Anfänger wie ich will bei der Hand genommen werden, so wie Ihr das oben gemacht habt :-), und zu den geeigneten Objekten geführt werden.
Die literarische Lösung heißt: "Stars am Nachthimmel" von Koch (Kosmos). Wird leider seit letzem Jahr nicht mehr aufgelegt. Gibts aber antiquarisch z.B. bei Amazon.

Für einen wie mich ist das ein klasse Buch. Der Autor reduziert sich auf 50 "einfache" Objekte, die mit ebenso einfachem Gerät beobachtbar sind. Man tappt also erst gar nicht in die Falle, sich ein Objekt der Begierde auszusuchen, um dann nächtens enttäuscht die Suche aufzugeben. Toll finde ich das Konzept, die Objekte nach Jahreszeiten der Beobachtbarkeit zu sortieren. Da weiß man gleich, wo man nachschlagen muß um zu finden, "was heute so geht". Das ganze ist dann noch garniert mit Hinweisen für die Beobachtbarkeit bei verschiedenen Rohrdurchmessern und enthält auch Angaben zum jeweiligen Einsatz z.B. von Filtern.

Für mich stellt sich das Buch wie eine Art Kochrezept für Anfänger dar: "Wenn Du ein 100er Rohr hast, und es ist Oktober, dann versuch mal dies oder das". Genau das, was ich brauche :-).

Schade, daß das Wetter derzeit an Beobachtung nicht denken lässt.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von Stefan1960:
Hi!

Ich bin mit dem 36er Aspheric sehr zufrieden, wenn auch an f/7,5... Aber es gibt da eine gute Möglichkeit: Abwarten, ob mal wieder eine Schönwetterphase ansteht (guter Witz, ich weiß), und beim Händler nachfragen, ob Du ein bis drei Okulare zum testen kriegen kannst. Gerade bei teureren Okularen kann das klappen, und auch das Hyperion ist zwar sein Geld wert, aber nicht billig.

Zitat von Stefan1960:
Anderes Thema in Form eigener Erfahrung zur Weitergabe an andere Anfänger: Anfängertaugliche Literatur.

Die drehbare Sternkarte von Oculum und der laminierte Deep-Sky-Reiseatlas aus dem selben Verlag sind für die Vorbereitung und Beobachtung ebenfalls sehr zu empfehlen, den darauf abgestimmten Deep-Sky-Reiseführer kenne ich nicht, hat aber auch sehr gute Kritiken.
Ein ziemlich umfangreiches Kartenwerk ist der Kosmos Atlas Sterne und Planeten - er enthält Übersichtssternatlas, Beschreibung der Sternbilder mit Deep-Sky-Objekten und Karte, Mondatlas von Rükl, Karten der Planeten soweit sinnvoll (in irgendeiner Rezension wurde mal bemängelt, dass es keine Karte vom Pluto gibt...).

Gruß,
Alex
 
Hallo Stefan,

neben den von Alex aufgezeigten Möglichkeiten sehe ich noch u.a. die Panoptik Okulare von Televue.
auch der bewusste Verzicht auf beste Abbildungsleistung und größtens Feld bei ganz großer AP und dafür der um so bewusstere Kauf eines guten Okulars darunter kann ein erfolgreicher Weg sein. Das ist ja wohl im Moment Deine vordringliche Baustelle. :)
Ich hatte zu dem Thema kürzlich eine Art "Schlüsselerlebnis" und werde in Kürze wohl was im Okulareboard dazu schreiben.
Man lernt nicht aus, da kann man steinalt werden. :augenrubbel:

Gruß und CS
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Zitat von Kerste:
Ich bin mit dem 36er Aspheric sehr zufrieden, wenn auch an f/7,5... Aber es gibt da eine gute Möglichkeit: Abwarten, ob mal wieder eine Schönwetterphase ansteht (guter Witz, ich weiß), und beim Händler nachfragen, ob Du ein bis drei Okulare zum testen kriegen kannst.
Alex, wie schon gesagt, fällt das 36er Hyperion Aspheric bei mir wegen zu viel AP aus. Kurioserweise findet sich niemand, der etwas zur 31er Version sagen kann. Aber ich nehme Deinen Beitrag mal als Hinweis darauf, daß das 31er nicht von vorneherein ausfällt. Möglicherweise liegt die Lösung tatsächlich in Deinem Vorschlag, sich so ein Ding mit Umtauschrecht zum Ausprobieren kommen zu lassen.

Danke noch für Deine Literaturhinweise.

Zitat von *entfernt*GMS:
... sehe ich noch u.a. die Panoptik Okulare von Televue.
auch der bewusste Verzicht auf beste Abbildungsleistung und größtens Feld bei ganz großer AP und dafür der um so bewusstere Kauf eines guten Okulars darunter kann ein erfolgreicher Weg sein.
Günther, was den von Dir definierten erfolgreichen Weg betrifft, kann ich Dir wohl zustimmen. Bei Panoptik gibt es für mich aber das Problem, dass die verfügbaren f=27mm zu wenig Abstand zum geplanten LVW22 haben, während das nächst größere f=35mm bereits zu viel AP bedeutet. Für in beiden Fällen mehr als 300,-EUR würde ich nur die "halbe" Lösung bekommen, was dann eindeutig zu viel Geld ist. Wenn ich mich schon aus der 100,-EUR-Gegend verabschiede, alle Vernunft sausen lasse und ein Vielfaches davon in Betracht ziehe, dann sollte wenigstens das Ergebnis perfekt sein. Wenn also nicht Perfektion, dann irgenwas in der Art von Hyperion Aspheric. Das Dumme daran ist nur, daß es offenbar zum Hyperion Aspheric keine preislich vergleichbare Alternative gibt, oder? Es sieht so aus, als ob Baader diese Lücke ganz allein besetzt hält.

Zitat von *entfernt*GMS:
Ich hatte zu dem Thema kürzlich eine Art "Schlüsselerlebnis" und werde in Kürze wohl was im Okulareboard dazu schreiben.
Das macht mich sehr sehr neugierig! :-) :-) :-)
 
Hi!

Kurz zu den Hyperion Aspheric: Die sind ziemlich neu (ein, zwei Jahre?), vorher gab's in der Lücke eigentlich gar nichts. Bei mir war das Hyperion 36 die Alternative zum noch teureren 40mm-Erfle - wenn ich nicht Fokusprobleme gehabt hätte, wäre auch das ein deutlich billigeres TSWA in Betracht gekommen. Wie gut die Okulare an f/5 sind, weiß ich aber wie gesagt nicht - ich hab Teleskope zwischen f/7,5 und f/15, da ist Randschärfe kein Problem, und sogar Kellner-Okulare sind bei f/15 okay... Ich wollte dir das 36er auch nicht aufschwätzen, sondern nur erwähnen, dass es auch gute Erfahrungen gibt. Mit den Geräten, die mir zur Verfügung stehen, lohnt sich aber kein Testbericht, außerdem fehlen mir die Nagler zum Vergleich...

Ein paar Okulare von einem Händler zur Ansicht zu bekommen, ist auf jeden Fall einen Versuch wert und sollte eigentlich auch klappen - die meisten wissen, dass eine Okularwahl auch eine emotionale Entscheidung ist, schließlich beobachten die auch selber.

Gruß,
Alex
 
Zitat von *entfernt*GMS:
Ich hatte zu dem Thema kürzlich eine Art "Schlüsselerlebnis" und werde in Kürze wohl was im Okulareboard dazu schreiben.
Oh Mann... Kaum bin ich ein paar Tage nicht da (Umzug meiner Jüngsten nach HH zwecks Studienbeginn), geht hier die Post ab. :-)
Günther, mit großem Interesse habe ich Deinen "Schlüsselerlebnis"-Thread samt sämtlicher Beiträge dazu gelesen. Wenn man einige erstaunlich unsachliche Beiträge ausfiltert, steht viel lesens- und lernenswertes drin. Mangels eigener Erfahrung konnte ich nichts beisteuern. Der Thread hilft aber sehr, sich eine eigene Meinung zu bilden. Sehr gut, daß Du dieses Thema zur Diskussion gestellt hast. :-)

Zurück zu meinem eigenen Thema: Derzeit bin ich in Bastel-Laune. Da an Beobachten mangels klarem Himmel nicht zu denken ist, nutze ich die Freizeit für verschiedene Tuning-Maßnahmen. Schwarzes Velour ist eingetroffen und wartet auf Verarbeitung. Außerdem habe ich mich mit Material eingedeckt, um die viel zu nachgiebigen Lager der Goto-Steuerung zu überarbeiten. Mehr dazu später, wenn ich weiß, ob's funktioniert.

Frage zum Spiegellüfter: Mein kleiner 130er Spiegel braucht nicht übermäßig lange, bis er sich an die Umgebungstemperatur "gewöhnt" hat. Dennoch finde ich hier im Forum verschiedene Beiträge, demnach offenbar ein Spiegellüfter in jedem Falle wünschenswert sei. Da tauchen so Begriffe wie "Tubus-Seeing" etc. auf, demnach es wohl nützlich ist, den Tubus mittels Lüfter zu "entlüften". Klartext:
1. Macht es Sinn, einen kleinen 130er Newton mit einem Spiegel-Lüfter nachzurüsten?
2. Wenn ja, kann ich für soetwas einen ausrangierten PC-Lüfter nehmen, oder brauche ich dafür Spezial-Gerät?

 
Hi Stefan,

der PC-Lüfter ist ok.

Bei meinem 12"er hat es Sinn gemacht und ich gehe mal davon aus, dass es beim 5"er auch nicht schaden kann. ;-)

Viele Grüße
Chris
 
Hallo Stefan,

es steht nicht zu erwarten, dass das kleine Spiegelchen sich ohne Belüftung stundenlang einer genügenden Temperaturanpassung widersetzt.
Das seiht bei 2500 mm Durchmesser und 50 mm Dicke schon etwas anders aus.

Trotzdem hast Du im kleinen Rohr ebenso Temperaturdifferenzen wie im großen Rohr, der Tubus ist bei modernen Newtons immer zu eng, also kann es zu turbulenten Luftverwirbelungen kommen die auch den Strahlengang tangieren.

So sehe ich eine Innenauskleidung des Tubus mit Velous nicht nur wegen der Unterdrückung von Streulicht sondern auch wegen der leicht isolierenden Wirkung durchaus als sinnvoll an.

Zu dieser Isolierung dann noch eine wirkungsvolle saugende Lüftung und der Newton kann auch im höheren Vergrößerungsbereich (sicherer/immer) gute Leistungen bringen
Ein PC-Lüfter reicht da sicher aus, wichtig ist, dass er möglichst vibrationslos läuft bzw so montiert ist, dass sich Vibrationen nicht auf den Tubus übertragen.
Eine Regelmöglichkeit (z.B. über Poti) schadet auch nicht.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Okay, die Sache mit dem Lüfter werde ich dann mal in Angriff nehmen.

Aber noch etwas anderes: Jubel, Jubel, Erfolg! :-) :-) :-)

Nein, heute gabs keine Super Spechtelnacht. Aber ich habe (für mich) überraschende Fortschritte auf dem Gebiet der Kollimation gemacht.

Es mehren sich ja die Hinweise, daß f/5-Geräte oder schneller empfindlich auf Justierfehler reagieren. Weiter oben habe ich noch ein wenig übertrieben - mehr von Wunschdenken geprägt - behauptet, die Sache mit der Justierung habe ich im Griff. Das muß ich nun relativieren.

Mit dem Abbildungsergebnis war ich nie so ganz zufrieden, obwohl die Justierung augenscheinlich stimmte. Der Laserpunkt wurde sehr genau in die Mitte der Zielscheibe gelenkt. Irgendwo hier im Forum habe ich eine überdurchschnittlich gute Justieranleitung gefunden und gelesen. Darin stellt der Autor die ketzerische Behauptung auf, daß man für eine Top-Justierung ein Cheshire und einen Laser bräuchte. Tatsächlich ist einleuchtend, daß man mit dem Laser zwar den HS sauber ausrichten kann, nicht aber den FS. Mit völlig krummem FS kann man den HS ganz "perfekt" per Laser justieren und wundert sich anschließend über das mangelhafte Ergebnis.

Bisher hatte ich meinen FS immer mit einer selbstgemachten Peilhilfe justiert (Tesafilm mit aufgemaltem Fadenkreuz). Das war einfach nicht genau genug.

Aus reiner Experimentierlust habe ich mir dann ein Cheshire zugelegt. Das Ding hat mir nun heute überdeutlich gezeigt, wie "krumm" mein FS eingestellt war. Daraufhin habe ich dann im schwindenen Tageslicht die Justierung komplett neu und systematisch aufgebaut. Und siehe da: FS genau in der Mitte des Fadenkreuzes. Fertigstellung der Justierung zunächst allein mit Cheshire. Kontrolle mit Laser und minimale Nachjustierung. Rückkontrolle mit Cheshire. Und siehe da: Alles liegt sauber in einer Reihe.

Kontrolle an meinem Referenzobjekt: Ein ca. 4km entfernt stehender Stromast. Das über seine Spitze laufende dünne Erdungskabel (?) war bislang in meinem 5mm Planetary (130x) nur zu erahnen. Nach heutiger Neujustierung ist es fast sauber abgebildet. Kontrolle mit 3,2mm Planetary sieht gut aus. Schließlich die dicke Kanone: 5mm plus 2x Barlow mach 260x. Ziemlich viel für einen 130er Spiegel. Aber besagtes feines Kabel ist deutlich abgebildet. Suuuuper.

Die Konsequenz aus der Geschichte: Man (ich) wiegt sich zu gerne in Sicherheit, statt genau hinzuschauen. Aber Nachdenken, lesen und ausprobieren lohnt sich. Das gerne geschmähte Cheshire hat mir zuerst die Augen und anschließend neue Möglichkeiten eröffnet. Jetzt ist die Ungeduld beim Warten auf die nächste Sternennacht umso größer :-)

P.S. In der gleichen, oben zitierten, aber gerade nicht auffindbaren Justieranleitung ist noch von der "barlowed laser" Methode die Rede. Das werde ich mal als nächstes ausprobieren.
 
Hi Stefan,

zu dieser Sorte "Ketzer" gehöre ich auch. :biggrin:
Du wirst das Ergebnis dieser kleinen Mühe hoffentlich bals am Himmel genießen können und es gibt auch noch die "Justage am Stern" für allerletzte Feinheiten.

Die Justierung ist m. E. wichtiger als jede Spiegelqualität die über das Erreichen der Beugungsgrenze hinaus geht, gerade beim schnellen Newton. Dann kommen die passenden(!) Okulare, sehr wichtig. Noch viel später kommen dann die ganzen Tunings über die wir gerade reden und sie sind auch wichtig.

ALLES, die ganze Kette, hängt am schwächsten Glied und das ist selten der Spiegel.

Gruß und CS
*entfernt*
 
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Zitat von Stefan1960:
Soll heißen: Deep Sky geht zwar in Ansätzen. Und zum „dran schnuppern“ ist es wohl okay. Der richtige Aha-Effekt bleibt aber aus. Möglicherweise muss ich mal den heimischen Garten verlassen und in einer wirklich dunklen Ecke Deutschlands spechteln. Vielleicht hilft das ja. Über derartige Erfahrungen kann ich aber noch nicht berichten.

Ich kann das nur unbedingt empfehlen!

Testweise hatte ich einen billigen 114mm Spiegel auf uralter wackeliger Montierung mit in den Urlaub nach Niederbayern genommen und eine knackkalte Winternacht erwischt. Seeing sensationell.

Als ich M42 einstellte, blieb mir fast die Spucke weg! Kein Scherz und Übertreibung. Im Vergleich dazu mit dem Gerät unter einem Grosstadthimmel (Ruhrgebiet) dachte ich, ich hätte ein Foto vor dem Rohr.

Ich will sagen, der Himmel macht das Programm und ein 130mm lichtstarker Newton, gut justiert und ausgekühlt, mit vernünftigen guten Okularen (dazu gehören die mitgelieferten definitiv nicht!) sollte schon den ein oder anderen "Aha" bringen :-)
 
Hallo Stefan,

Deine Frage zur Justierung am Stern habe ich nicht mitbekommen, ist schon eine Weile her, na seis drum.

Ich mache die Grundjustierung zu Hause und eigentlich nur wenn ich weider Mal irgendwas verbastelt habe.

Am Stern kontrolliere ich allerdings bei jeder Beobachtung irgendwann einmal, wenn der Spiegel gut temperaturangepasst ist. Das ist schon fast ein Automatismus. Einfach nur für das gute Gefühl, oft besteht nicht wirklich Handlungsbedarf.

Du brauchst die Temperaturanpassung und gutes Seeing, damit Du saubere Abbildung in Höchstvergrößerung, ja besser noch in Übervergrößerung hast.
Deine erreichbaren 260fach sind schon sehr gut.

Einen Stern, sinnvoll ist Polaris (ortstreu und die richtige Helligkeit), in der Mitte des GF zentrieren und exakt scharfstellen. Dann solltest Du zumindest dennersten hellsten Beugungsring erkennen können und der sollte sich gleichbleibend und absolut rund um den Stern legen. Ist er unterbrochen oder "eiert" kannst Du das unter ausschließlicher Verwendung der Hauptspiegeljustierschrauben ganz fein nachjustieren.
Das geht natürlich nur bei absolut ruhiger Luft.

Bei leichten Turbulenzen stelle ich den Stern ganz minimal unscharf, gerade so, dass das entstehende Sternscheibchen einen winzigen dunklen Punkt (FS) und umlaufende, sehr feine, helle Ringe mit dunklen Zwischenräumen zeigt. Wieder muss alles rund zund zentrsch sein oder es besteht Handlungsbedarf über die HS-Justierung.
Diese Justierung/Überprüfung am unscharfen Stern ist schon nicht mehr so genau wie anhand des scharfen Sterns und des Beugungsrings, aber besser als nichts.
Dabei gehe ich davon aus, dass das Seeing die erreichbare Vergrößerung und die Abbildungsqualität in dem Fall ohnehin auf jenes Maß drückt, das von dieser Justiergenauigkeit auch ermöglicht wird.

Gruß und CS
*entfernt*
 
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