Anfänger stürzt sich ins Dunkle...

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freeflydodger

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Hallo Zusammen,

darf mich kurz vorstellen, 32 Jahre jung, aus dem SW des
Saarlandes (Homburg) und seit geraumer Zeit Lesch-Fan.

Es kam wie es kommen musste...ein Teleskop muss her, der Mann kann ja viel erzählen. Nun habe ich getan, was ich immer in solchen Fällen tue und habe ein großes Forum zum stöbern nach Infos gesucht.

Nach ca. 3 Tagen Dauerfeuer in Sachen Teleskopempfehlungen und einem innerlichen hin- und her (Reflektor/Refraktor) habe ich gestern entschlossen ein 90/900 Refraktor von Skywatcher zu ordern. Endlich kann ich Lokale Gruppe gucken von denen der Lesch immer erzählt! Dann habe ich gestern abend und heute morgen weitere Stunden des lesens verbracht und mich doch noch für ein 8" Dobson von Skywatcher entschieden, der soll nämlich viel mehr Licht sammeln
können und ich kann endlich den Virgo Haufen ausfindig machen von dem Lesch immer erzählt. Sollte ich später tatsächlich mehr interesse am Hobby bekommen, dann baue ich mir eine Sternwarte aufs Flachdach für die Sicht zum Quantenschaum.

So, hier stehe ich nun, noch nie durch ein Spiegelteleskop geguckt und heute morgen die Versandbestätigung bekommen...

Also mal Spass beiseite. Es ist wirklich schwer als Anfänger das richtige, zu tun, wenn man wie ich, Grund seiner eigenen Natur, einfach sehr ungeduldig ist. Ich hoffe mit dem Dobson werde ich froh...wenngleich ich Bammel vor der Justierung habe.

Ich habe noch 2,3 Fragen und würde mich sehr freuen wenn jemand einen Grünschnabel etwas an die Hand nimmt :

Auskühlung :

Ich verstehe immer noch nicht wie genau ein Spiegel auskühlen muss. Zum Beispiel: Winter. Drinnen warm, aussen kalt. Spiegel muss sich also lt. meinem Verständnis erst der Umgebungstemp aussen anpassen. Soweit ok Sommer, innen kühler, aussen wärmer, muss das Teleskop also auf die wärmere Temp angepasst werden. Richtig ?

Gretchenfrage : Kann ich bei offenem Fenster von innen nach aussen spähen ? Dabei hätte der Spiegel ja Umgebungstemp des Raums...

Was wenn Raum und Aussentemp gleich sind ?

Ich frage deshalb weil ich nach Osten zuhause nur durch ein großes Bürozimmer gucken kann.

2. Frage : Wie waagerecht muss ein Dobson im Feld stehen ? Hat da jemand Tips ? Muss ich da eine Wasserwaage mitnehmen ?

Ich weiss, schlimme Anfängerfragen, aber ich muss halt was lernen.

Was meint Ihr Experten generell zu dem 8" Skywatcher Dobson ? Hat glaube ich auch keine Spiegelkühlung, aber als alter PC Bastler sollte das kein Problem darstellen einen
Lüfter dranzusetzen.

Herzlichsten Dank ! Freue mich schon riesig.

Marc
 
Hallo Marc,

zuerst mal willkommen im Forum und Glückwunsch zum Teleskop, also mit dem Dobson hast du auf jeden Fall mal keine schlechte Wahl getroffen.

Ganz konkret zu Deinen Fragen.

Solange der Dobson nicht umfällt ist es nahezu egal wie er steht, muss also nicht waagerecht stehen.

Zum Auskühlen ... da gibt es zwei Effekte. Die Spiegeldeformation ist der weitaus kleinere und gegenüber dem anderen vernachlässigbar.

Der andere Effekt, durch Temperaturdifferenzen entstehen Luftbewegungen, Luftströmungen unterschiedlicher Temperatur, der Brechungsindex der Luft hängt von der Temperatur ab. Diese sich bewegenden Luftschwaden produzieren also einen Brechungsindex der sich ständig ändert, das Resultat, wabernde unscharfe Bilder (im Extremfall). Im Winter aus einem warmen Raum ins Freie zu beobachten funktioniert aus diesem Grund praktisch nicht. Wenn Raum und Aussentemeratur gleich sind tritt das Problem nicht auf.

Für das Auskühlen, wenn der "warme" Spiegel ins Freie kommt hilft wie Du schon geschrieben hast der Lüfter. Das ganze Thema ist im Winter deshalb kritischer, weil im Winter die Temperaturdifferenzen sehr groß werden können.

In Sachen Zubehör werden sicher noch viele Fragen auftauchen ;-).

viele Grüße Aebby

 
Hi Marc,

wilkommen in unserer Mitte :)

Fangen wir mal mit der Gretchenfrage an:

Kann ich bei offenem Fenster von innen nach aussen spähen ? Dabei hätte der Spiegel ja Umgebungstemp des Raums...

Die Chancen dass Raum- und Aussentemperatur völlig gleich sind stehen bei praktisch Null selbst wenn du stundenlang lüftest, aber nicht nur die Luftverwirbelungen vom Fenster/Tür sind problematisch, grunsätzlich hast du vor dem Fenster/Tür mit Sichereit nicht direkt Rasen sondern Beton/Strass/Balkon der ebenfalls ganz anders abkühlt und Wärme speichert und auch für mächtiges Seeing sorgen dürfte. Also wenn das gute Stück im Zimmer steht tu es mal zum Spass aber du wirst merken dass es das auf Dauer nicht sein kann, und alles was im Osten zu sehen ist wandert ja unweigerlich nach Westen und damit in dein Sichtfeld ausserhaus ;)

Ich verstehe immer noch nicht wie genau ein Spiegel auskühlen muss.

Egal von wo nach wo ein Spiegel seine Temperaturanpassung vollziehen muss, er macht es, das heisst aber nicht dass man unbedingt auf das perfekte Gleichgewicht warten muss, es gibt so viel was man auch bei geringeren Vergrösserungen beobachten kann, dass man zumindest mit 8" problemlos während des Abkühlens schon gucken kann, ein Lüfter ist klasse, ich nutze meinen nur selten, ich beobachte aber praktisch auch nie vor der Haustüre, bis ich den ersten Blick durchs Okular werfe ist das Gerät schon fast eine Stunde im unklimatisierten Auto (ja das ist kalt die Fahrt im Winter...) und wird aufgebaut.

Justage: hatte ich auch mehr als Bammel vor, aber wenn man es mal kapiert hat und ein bissl geübt dann ist da ganze eine Sache von wenigen Minuten (ich brauche definitiv länger eine parallaktische Monti zusammenzuschrauben und auszurichten) ;)

Zum Skywatcher selber kann ich dir keine Erfahungen sagen, aber sehr viele haben ihn, jeder Dobson dieser Preisklasse hat so seine Wehwehchen die aber mit ein klein wenig Bastelarbeit in den Griff zu bekommen sind.

Also viel Spass beim Firstlight :super:

CS Benny
 
hallo erst ma
ich hab auch ein 8" dobson allerdings von gso (deinen kenn ich nur von bildern ist aber ähnlich ) das justieren ist nicht so schwer , ein justier okular oder ein justier laser wäre alerdings praktich . welche okulare hast du und welche brenweite hat dein gerät ? das ganze solte so einigermassen grade stehen können also nicht grade am steilhang , besonders genau muss das aber nicht sein .
grüsse Felix
oh da waren welche schneller als ich :super:
noch ne frage : kann man den von dir angesprochenen quanten schaum sehehn ? ich glaube kaum schlieslich handelt es sich um ein phänomen was den raum selbst verändert .
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,

"Lokale Gruppe gucken" kannst du mit bloßem Auge ;) (Milchstrasse, M31, LMC und SMC z.B.), "Quantenschaum" wohl nicht, so weit ich da informiert bin beschrieb Herr Lesch damit ein quantenmechanische Ursuppe aus der dann der BigBang resultierte ;) Den kann dann also per Definition nie jemand sehen da er "vor" der Existenz unseres Universum rumgeblubbert hat und das Universum selber erst ca. 300.000 Jahre nach dem Urknall für Strahlung durchlässig wurde.

Das weitentfernteste und älteste Objekt dürfte der Quasar 3C273 sein denn du mit dem 8"er als ausgesprochen schwaches Sternchen sehen kannst (2.000.000.000 Lichtjahre zum Vergleich M31 ~ 2.500.000 Lichtjahre).

CS Benny
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Alter Schwede ! Fixe und sehr umfangreiche Antworten.

Danke an Euch 3 erst mal. Was ich also bis jetzt verstanden habe, ist, dass selbst kleinere Tempunterschiede bereits ein Problem darstellen können.

@Aebby :
In Sachen Zubehör werden sicher noch viele Fragen auftauchen ;-).

Au weia, das schätze ich auch. Ich muss erst mal durchgucken bevor ich mich da dran wage !

@ Benny :
Also wenn das gute Stück im Zimmer steht tu es mal zum Spass aber du wirst merken dass es das auf Dauer nicht sein kann, und alles was im Osten zu sehen ist wandert ja unweigerlich nach Westen und damit in dein Sichtfeld ausserhaus

Ähem, korrekt, ich habe eine Schneise im Süden und die scheint auch groß genu zu sein. Wenn ich oft genug von meiner Freundin geweckt werde, schaffe ich vielleicht auch um 4.45 den Mars zu sehen :) Saublöd sowas. Aber hilft nix, dunkler Ort muss gesucht werden. Ich wohne allerdings ca. 30 km entfernt von sehr "Lichtsauberen" Orten nähe Frankreich.

Dann kann mein Dobson auch auskühlen aufm weg.

(Wobei ist ja schon lustig, ich rede hier über sachen über die ich nur theoretisch was weiss, herrlich).

Ach ja, der Einstieg oben war nur Spass ! Den einzigen Quantenschaum den ich kenne gibt´s Samstags in der Badewanne. Aber mal gewagt gefragt...wie "weit zurück" ist den theoretisch als Amateur möglich ? Den Quasar kann man wirklich sehen ?

Danke !
 
das ist noch seher unkritich von den okularen her glaube ich (kenne nur meinen der hat 200/1600) bei mir kommt selbst ein einfacher superplösel an die qualizät hochpreisiger okulare ran (könnnte aber auch an mangelnder erfahrung liegen das das nur für mich so aussieht)
grüsse felix
ups meien eigendlich das meiner 200/1200 ist
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi,

also ein 200/1000 ist f/5 und schon okularkritisch, am Anfang wird es dir aber wahrscheinlich nicht gar so störend auffallen (das ist aber von Mensch zu Mensch unterschiedlich). Beim Dobson sind meist weitwinklige Okulare von Vorteil wegen des grösseren Gesichtsfelds und somit auch längeren Zeit die ein Objekt braucht um aus selbigen zu wandern, wenn du nochmal richtig Geld in die Hand nehmen willst, wären die SpeersWaler Okulare sicher eine feine Sache, ich habe selbst das 10mm und kenne auch die anderen Brennweiten an meinem und auch an f/5 Teleskopen. Wenn's knapp ist, dann wären als Zwischenlösung die "Goldkanten" WW wie es sie bei Reese gibt (Unter Eigenimporte) sicher passend, wenngleich ich nicht weiss wie sie mit f/5 funktionieren, bei f/6 werden sie jedenfalls häufig empfohlen wenn wenig Geld da ist.

@Felix: Uff, biste da sicher? 200/1600 das ist f/8! Wusste gar nicht dass es derzeit so lange 8"er als Dobson gibt...

CS Benny
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Mit den Okularen warte ich bis ich das erste mal durchgeguckt habe. Bei dem Shop bei dem ich bestellt habe, waren die sehr Kulant und haben aufgrund eines besseren Preises eines Mitbewerbers mir ´nen Gutschein über den Differenzbetrag ausgestellt. Das war sehr fair und somit weiss ich auch in Zukunft wo ich gut aufgehoben bin.

Daher werde ich wohl ein höherpreisges Okular in Betracht ziehen.

Verstehe ich das richtig, je kleiner die Brennweite desto enger das Sehfeld und näher (sprich, ein 32er ist wie ein Weitwinkel und ein 10ner zoomt richtig ran ) ?

Danke für Eure Tips. Ich berichte mal morgen oder übermorgen (je nach Lieferzeit des Teleskops und Wetter) von meinen ersten Eindrücken.



 
Hi Marc,

Glückwunsch zum Teleskop, das sicher eine gute Wahl ist! Du hast zwar nicht explizit danach gefragt, da Du aber Anfänger bist, hier noch ein paar allgemeine Tipps.
- Nimm Dir für die ersten Spechtelabende nicht zu viel vor 3 - 5 Objekte sind je nach Zeit sicher angemessen.
- Besorge Dir eine Drehbare Sternkarte zur Orientierung am Himmel
- Nutze zunächst Freeware Planetariumsprogramme (CdC zum Beispiel) zur Vorbereitung eines Spechtelabends. Da kannst Du Sternkarten ausdrucken, die Dir am Spechtelplatz (vergiss das mit dem Fenster!) sehr gute Dienste leisten.
- Nutze anfangs langbrennweitige Okulare und taste Dich langsam an höhere Vergrößerungen heran
- Bequeme Haltung beim Beobachten ist nicht zu unterschätzen, ein in der Höhe verstellbarer Stuhl ist unbedingt nötig. Am Anfang machts der Bügelstuhl der Frau (Freundin)
- Eine Rotlichttaschenlampe benötigst Du auch unbedingt - für den Anfang geht eine normale Taschenlampe vorn mit Windows-Color angemalt.
Und nun viel Spaß mit Deinem neuen Teleskop.
Wir nehmens gelassen, dass jetzt wieder drei Wochen Regen kommt!

Gruß und cs
Thomas
 
Hallo Mark,

nochmals was des Auskühlens des Spiegels wegen:

einfach 2 Stunden vor dem Beobachten ins Freie stellen, und zwar senkrecht, also Hauptspiegel unten. Auf jeden Fall immer in den Schatten stellen, denn die Sonne verschwindet ja und dann wird es eh kühler.

Nicht aus dem Fenster heraus beobachten. Auch Deine Hauswand heizt sich tagsüber auf und schon von da her hast Du Schlieren und Verwirbelungen der Luft, denn das wird sich an der Hauswand die ganze Nacht nicht ändern.

Gruß
Winfried
 
Hallo Thomas,

Sternenkarte habe ich mitbestellt. Ich fange erst mal auf meiner Terasse an, dort ist es recht dunkel, stehen Sühle drauf und ich wohne quasi im 3. Stock am Südhang mit Blick übers Dorf, alle Lampen bis auf eine in 150 Meter Entfernung werden durch die Dächer blockiert. Stellarium ist bereits installiert :)

Ne passende Rote Lampe muss ich noch suchen.

Aber war ja klar, jetzt wo das Teil geliefert wird, soll´s wieder mit Regen losgehen...hehehe. Ich werd´s aber gelassen nehmen.

Ich habe nur die Hoffnung dass das Ding nicht so dejustiert ist da ich noch keinerlei Justiermaterial habe. Habe etwas gestöbert und werde mir wohl einen Laser zulegen.

Gracias

 
Hallo Marc,

ich denke bei Deinen Lesch-Objekten unterschätzt Du einfach das Streulicht einer Stadt. Es reicht nicht, dass die Laternen nicht zu sehen sind, denn der Himmelshintergrund wird durch die Lichtglocke einer Stadt trotzdem aufgehellt. Natürlich stört eine Laterne im direkten Gesichtsfeld auch sehr stark, weil man seine Augen nicht richtig dunkeladaptiert bekommt. Letztendlich, wenn es Dir um Galaxien geht, hast Du das Problem, dass gerade diese Objekte nicht mal mit Filtern besser zu sehen sind. Hier hilft wirklich nur eines: dunklen Himmel aufsuchen!
http://www.svenwienstein.de/HTML/astro-exkursionen.html
Mit dem Teleskop bist Du gut gerüstet. Sammle erste Erfahrungen, noch besser aber suche Anschluß zu einer Beobachtergruppe. Der Erfahrungsaustausch mit anderen während einer Beobachtung ist unersetzbar und ungeheuer hilfreich bei den Disziplinen Objektsuche, Okularwahl, Standort, orientierung am Himmel, etc...

Clear Skies
Sven
 
Hallo zusammen,

jetzt, wo das Teleskop gestern gekommen ist möchte ich Euch meine ersten Erfahrungen mitteilen. Also, die Montage der Rocker Box war ein Grauen. Denn, die Damen und Herren Chinesen haben Schrauben beigelegt, deren Materialfestigkeit direkt über Knete liegt. Eine Schraube am Unterteil war so
schwer einzudrehen, dass ich den Kopf jetzt rund gedreht habe, keine Möglichkeit mehr diese Schraube je wieder rauszudrehen. Doof nur, dass die noch einen mm (!) gebraucht hätte um versenkt zu werden. An einer Stelle der Platte ratzt Sie nun leicht an der Bodenplatte.

Der Rest war easy. Allerdings wurde keine Deutsche Anleitung beigelegt, die Englische war an manchen Stellen ein Ratespiel. Aber wer mal Ikea Möbel zusammengebaut hat, kann auch so ´ne Box zusammenbauen. So schwer isses ja nicht.

Die Leute vom Versandshop haben mir auch nicht den Führeschein für Teleskope in 4 Schritten reingelegt,
sondern ein Buch über Teleskope. Doll, muss ich monieren.

Tja, Blue Sky. Warten auf die Dunkelheit. Was tun ? Achso, rote Lampe brauche ich ja noch. Also habe ich nach McGyver Stil eine Taschenlampe mit einem roten Papier überklebt, was sich später in Sachen Lichtstärke als Ideal herausgestellt hat.

Nachdem die ersten Sterne am Himmel standen gings los. Im Westen sehe ich immer recht fix einen hellen Stern, den habe ich dann angepeilt. Nach längerer Orientierungslosigkeit trotz Sternenkarte hat´s irgendwann *bing* gemacht, Nördliche Krone. Oha ! Da kommt der helle Stern also her.

In der Zwischenzeit habe ich durch einen Baum dann sehr gut den Jupiter gefunden. Also, die Panzerfaust umgedreht und gesucht und mich hat´s fast umgehauen. Wunderbar zu sehen mit seinen 4 Monden. So deutlich hätte ich das nicht erwartet, sogar durch die Blätter des Baums war noch genügend Licht da den ca. 20 Minuten zu bewundern. Leider lief Jupiter immer mehr in die Dichte des Baums, dann war´s vorbei.

Aber egal, da ich ja jetzt wusste wo die Nördliche Krone lag, bin zu meinem Rechner und habe die nächste Galaxie oder Nebel im Umfeld gesucht. M92 und M13.

Tja, so locker wie mit dem Jupiter war das nicht. Um genau zu sein, ich habe eine Ewigkeit gebraucht um im Okular das Sternbild auf dem Kopf zu verstehen. Das ist das was mich im Moment richtig verwirrt, Du guckst hoch, alles klar, guckst durchs Okular und nix ist klar. Bin dann hin und
wieder auf die andere Seite des Dobsons gegangen um andersrum reinzuschauen.

Irgendwann habe ich dann im Herkules endlich die Position von M13 ausmachen können. Aber sehen konnte ich nichts, also habe ich das 25er mit dem 10ner getauscht. Es war leider nicht möglich näher zu suchen, plötzlich war alles weg. Ich gucke hoch und muss feststellen dass ein riesiges Wolkenband
drüber gezogen war.

Das war das Ende der ersten Nacht. Ich hatte aber immerhin etwa eine Stunde und bin sehr zufrieden.

Aber wie Sven gesagt hat, ich glaube ich muss das Teil wirklich einpacken und weiter raus fahren. Jetzt weiss ich, dass ich vielleicht noch gut Planeten gucken kann auf meiner Terrasse, aber mit Nebeln wird´s wohl nix. Es ist zwar wirklich dunkel, aber irgendwie guckt immer wieder irgendwo
in kleine Lichtquellen und das stört.

Was bleibt sind 2, drei Fragen.

1. Ich habe beim gucken auf den HS festgestellt, dass dort 2 kleine Punkte am Randbereich drauf sind, sieht aus wie Dreck, beim durchgucken merkt man aber nichts. Soll ich das so lassen ?

2. Mein Sucher ist total unscharf, wie bekomme ich den Scharf, der ist so mal grade nutzlos ? Ich kann gerade mal das Fadenkreuz drehen, das war´s.

3. Ein höhenverstellbarer Stuhl ist tatsächlich Pflicht, mir tun heute morgen die Waden weh...Hat da jemand einen Tip für ein Teil welches sich wirklich sehr klein zusammenfalten lässt, denn ich fahre einen Wagen der im Prinzip nicht gedacht ist für die Astronomie, mein Dobson dürfte gerade so reinpassen, die Box muss ich auf den Beifahrersitz stellen. (2- Sitzer, kleiner Kofferraum). Ein Köfferchen fürs Material passt noch rein, aber dann wird´s schon arg eng.

Danke für Eure Tips soweit, fühle mich hier auch sehr gut aufgehoben !

Schade, dass es jetzt bewölkt ist, bin mal gespannt, wie´s weiter geht.

Gruß

Marc
 
Hallo Marc,

da bist du fast der Rekordhalter in Sachen first light mit neu geliefertem Teleskop, das dauert normalerweise vieeel länger ...

zu Deinen Fragen

1. den "Dreck" drauflassen, der stört nicht.

2. Sucher, wie man Deinen jetz konkret scharf kriegt weiß ich nicht ... das wäre aber auch noch was für Zubehör. Ein Telrad-Finder oder ein anderer Leuchtsucher wie der Rigel Quickfinder wäre vielleicht besser. Damit ist das Orientieren deutlich einfacher, weil man fürs erste Anpeilen die normale Sicht des Himmels hat.

3. Stühle gibts wie Sand am Meer. Ich hatte mal verschieden hohe Camping-Klapphocker, einen für eine steile Tubus Stellung, den kleineren für die flachere Tubusstellung. Das war billiger und kleiner zu transportieren als ein höhenverstellbarer Hocker.

viele Grüße Aebby
 
Hallo Marc,

der Skywatcher Sucher lässt sich durch Verdrehen des Objektivs, also die Linsenfassung vorne in Grenzen scharfstellen. Die Fassung dreht sich im Tubus rein und raus, mit dem Ring der dahinter ist wird gekontert und die Stellung fixiert.
Der Tipp mit dem Starpointer/Riegl ist trotzdem gut.


Die Schraube würde ich abschleifen und eine Neue in ein vorzubohrendes Loch drehen.

Am 8" F/ komme ich mit einem "Küchenhocker" klar, sollte am F/5 auch möglich sein. Ein höhenverstellbarer Bügelstuhl oder sogar ein teurer Astrostuhl ist sicher besser, ein Hocker sollte aber zunächst schon reichen.

CS
*entfernt*
 
der Skywatcher Sucher lässt sich durch Verdrehen des Objektivs, also die Linsenfassung vorne in Grenzen scharfstellen. Die Fassung dreht sich im Tubus rein und raus, mit dem Ring der dahinter ist wird gekontert und die Stellung fixiert.
Der Tipp mit dem Starpointer/Riegl ist trotzdem gut.

Yes ! Das war´s, manchmal sind die Dinge sooo einfach und man sieht Sie nicht. Danke für den Tip.

Mit der Schraube wollte ich mal versuchen wenigstens mit dem dicksten Schraubendreher noch was zu erreichen. Ansonsten stöbere ich gleich mal im Forum zum Thema "Dobson Gleitfähigkeit erhöhen" :)

So ein Friseurstuhl wäre ja ganz praktisch und noch jemand der hinten immer wieder hochpumpt...ich fahre die kommende Woche mal in den nächsten Outdoor-Laden.

Danke !
 
Hallo Marc,

für solche vermurxten Schrauben gibt's ein spezielles Werkzeug welches oftmals Wunder bewirkt:

Schraubenausdreher

Link zur Grafik:
http://www.ritter-werkzeuge.de/schneidwerkzeuge/pics/schraubenausdrehsatz_1s.jpg

Das sieht ähnlich wie ein Gewindeschneider aus, nur hat es seine Rillen in umgekehrter Richtung (also wie Linksgewinde) und sie haben eine starke Steigung. Wenn du die passende Größe erwischt (sie werden meist als Satz verkauft), dann kann man damit viele scheinbar hoffnungslose Fälle doch noch ohne werkstückbeschädigende Brutalität lösen. Man bekommt sie in jedem gut sortierten Baumarkt. Als Halterung zum Drehen (Griff) benötigt man noch ein sogenanntes Windeisen wie es bei Handgewindebohrern üblich ist.

Viele Grüße
Stephan
 
Hallo Marc,

einen Leuchtpunktsucher und/oder Telrad kann ich Dir nur wärmstens empfehlen. Auf meinem 8"er (auf Monti) hatte ich zuerst auch nur den Standardsucher drauf (das Teil verdient wirklich seinen Namen SUCHER, im englischen heisst der wohl Finder. Aber Suchen triffts leider mehr). Ich habe mir dann zusätzlich noch einen Leuchtpunktsucher drauf gebaut, so dass (wenn Leuchtpunktsucher, Sucher und Okular zueinander ausgerichtet sind) ich zuerst im Leuchtpunktsucher anpeile, mit dem Sucher dann meist das Objekt der Begierde drin habe und selbiges in die Mitte stell und voila schon ist es auch im Oklar zu sehen.
Pass aber mit dem Bohren am Tubus aus, man rutscht da schnell quer übern Tubus ;)

Seit ein paar Monaten habe ich auch einen Dobson. Mit dem normalen Sucher finde ich bei einer richtig dunklen Nacht gar nichts mehr, da selbst im Sucher schon zuviele Sterne sind um noch das richtige Objekt anzuvisieren. Habe mir hierfür vor paar Tagen einen Telrad gekauft, seitdem ist das Auffinden kein Problem mehr (zu empfehlen sei hier noch der "Deep Sky Reiseführer" von Michael Feiler und Philip Noack aus dem Oculum Verlag, hier sind die Telrad Aufsuchkreise in den Sternkarten eingezeichtnet). Der Telrad hat zu dem noch einen weiteren Vorteil - kein bohren, sondern wird nur auf den Tubus geklebt.

CS,
Wolfi
 
@Stephan : So was hab ich noch nie gesehen. Ich versuch´s erst mal mit roher Gewalt, deswegen nochmal ein solches Set zu kaufen erscheint mir wegen der einen Schraube kaum im lohnenswerten Raum zu stehen. Aber man lernt immer wieder dazu...

Mittlerweile hat sich die Schraube im unteren Holzteller Ihren Weg freigekratzt zu haben, wird immer einfacher (Gott, bin ich ein Grobmotoriker...ist immer noch kein richtiges Nachführen, eher ein Nachschubsen) :)

@meguro : Ich dachte bisher eher die Leuchtpunktsucher wären so das untere Ende der Billigsucher, ich hatte schon durch´s transparente Sparschwein geschaut, die Münzen für einen aufrechten und seitenrichtigen Sucher zusammenzukratzen.

Mit dem Telrad bin ich grade etwas überfordert. Das zeigt letzten Endes also die Aussenbereiche des erfassbaren Bereiches des Suchers oder des Teleskops ?

Wieder 56 Euro versenken.... :) Wird teurer als gedacht, fehlt noch ein Justierlaser, 2,3 weitere Okulare, usw...
Muss jetzt erst mal die Bremse treten und das Teil erst mal zu ´nem dunklen Ort bringen bevor ich weiter Geld reinstecke.

Danke
 
Hallo Marc,

jou...erst Mal Bremse treten und ins Dunkle fahren ist eine sehr gute Idee.
Nach dem was ich bisher so von Dir lese bist Du allerdings in großer Gefahr danach von der Bremse direkt auf das Gaspedal zu rutschen. :biggrin:
Zum Thema Nachführung/Tunig schau Mal da
http://www.deepsky-brothers.de/index.htm
unter >Tipps und Tricks<, >Optim.Skyw.Rockerb<.
Man kann dieser Box tatsächlich mit geringem finanziellem Aufwand und normalen Heimwerkerfähigkeiten zu einer seidenweichen Nachführung verhelfen.

CS
*entfernt*
 
Hallo,

Leuchtpunktsucher sind zwar meist billiger als optische aber funktionieren ja ganz anders, beim optischen schaust du durch ein Fernrohr, mit einem Auge. Beim Peiler schaust du mit beiden Augen und mit einem davon auf eine Mattscheibe auf die ein Punkt oder Zielkreise projiziert sind, das fügt das Gehirn dann zu einem Bild zusammen und du siehst den Sternhimmel mit einem roten Punkt und kannst anpeilen, ohne jede Vergrösserung :)

Ob es wirklich der Telrad sein muss, sei dahingestellt, ich hatte auch schon diverse, unter anderem dem Telrad sehr ähnlichen Quickfinder (auch mit Zielkreisen) bin jetzt aber bei einem "einfachen" Punktsucher hängengeblieben, dem Baader Skysurfer III kostet ca. 30€.

Viele Grüsse Benny
 
Hi Zusammen,

jau, ich kenne das ja auch nicht anders, dass die Leute im Forum immer gleich mit Telrad/Riegel übergossen werden. Mir reicht der Leuchtpunktsucher vollständig. Sobald man einfach den Punkt kennt, an dem ein Objekt steht (ergibt sich ja aus der Sternkarte und dem Sternbild), kann man den roten Punkt des Leuchtpunktsuchers auch da hin bewegen. Telradkreise - ja meine Güte, ich brauche die einfach nicht. Es gibt ein Standard-Objekt, bei dem ich mit dem Leuchtpunktsucher anfangen muss, zu rühren, und das ist M3. Der steht aber so in der Sternenleere, dass die Telradkreise auch nicht groß genug sind. Und - darüberhinaus - bisher hat das rumrühren auch immer zum Erfolg geführt. Man muss nur aus Arkturus, dem westlichen Gürtelstern und dem roten Punkt ein gleichseitiges Dreieck bauen, dann passt das.

Daher ist billg da ganz und gar nicht schlecht. Ideal ist natürlich die Kombination aus Leuchtpunktsucher und 8x50, denn dann macht der Leuchtpunkt die Grobarbeit und im 8x50 ist dann mit geübten Auge auch oft schon das Objekt zu sehen (wenn es eines der helleren ist). Aber andererseits - wenn man nicht um 2 Vollmonde daneben peilt, ist das Objekt auch im Übersichtsokular noch drin (bis zu 4 Vollmonddurchmesser gehen da ja rein).

Clear Skies
Sven
 
Nach dem was ich bisher so von Dir lese bist Du allerdings in großer Gefahr danach von der Bremse direkt auf das Gaspedal zu rutschen.

Das ist im übrigen die Frage die ich mir jedesmal stelle, wenn ich mich für neue Dinge interessiere...2 Jahre Paintball, 7 Jahre Fallschirmspringen, 4 Jahre Tennis, 2 Jahre Schiessen (Beretta92FS), 1 Jahr Motorsport (immer noch, nur ab und an auf ´ne Rennstrecke), usw. lassen mich mittlerweile gut überlegen wieviel ich investiere. Ich schnuppere als offener Mensch gerne in neue Sachen rein und begeistere mich oft dafür, manchmal ist aber nach ein paar Jahren die Luft raus. Man lernt aber enorm viele Menschen kennen und bildet sich so weiter.

Was unser Thema hier betrifft will ich´s langsam angehen lassen. Ich weiss ja noch nicht mal ob ich mir vor lauter Kälte im Winter schnell was anderes suche...

Danke für Eure Tips. Gut das es Foren gibt !

EDIT : da fällt mir nochwas ein, ich habe für 10 Euro 10 Knickstäbe (rot) geschossen. Taugen die was oder muss man die noch abdunkeln ?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
naja knikstäbe werden auf dauer nicht die lösung sein sind halt teuer .
oh man du bist ja fast wie ich ich hab auch unzälige kostspielige hobbys (astronomie,raketen-modellbau,car-modellbau,mikro-biologie (nicht auf wissenchaftlichen nivau sondern eher der schönen bilder wegen) ,laser technik usw.usw) und bin bei der astronomie von anfang an auf dem gaspedal geblieben was ich im nachhinein berue . mit meher gedult häte ich das gleiche für weniger haben können . so habe ich zb. noch nen 90mm refraktor mit nem farbfehler der echt übel ist den ich mir häte sparen können wo ich ja jetzt meinen 8"dobson habe. auch meine okular palete ist bunt zusamen gewürfelt und nicht optimal für mein gerät geignet (nicht das ich meine okus schlecht finde aber bei der auswahl solte man geduld haben und sich genau überlegen für was man das oku haben will)
viele grüse und cs
Felix
 
In Sachen Knickstäbe dachte ich mir 10 Stäbe für 10 "Ausseneinsätze" dürfte bis Jahresende locker reichen. 10 Euro für Batterien oder Akkus sind bis JE auch weg...

An der Okularauswahl hänge ich ebenfalls grade fest. Was würdest Du so von 8" Dobson Mensch zu 8" Dobson Mensch f/5 denn raten ?

Im Bereich bis 150 Euro werde ich mit Sicherheit die kommenden Wochen was kaufen. Allerdings lese ich viel von dem Speers Waler Zoom 5-8mm. Sven hat ja geschrieben "Der grösste Vorteil des Speers Zoom ist, daß es leicht 2 Weitwinkelokulare vollwertig ersetzt und dabei nicht oder nur wenig teurer ist, als ein High-End Weitwinkel aus dem Hause Vixen, Pentax oder TeleVue."

Das geht mir Kopf rum...
 
Hoi,

ich habe gestern versehentlich "Deep Sky Reisefüher" geschrieben, gemeint habe ich aber den "Deep Sky Reiseatlas". Der Reiseführer ist ähnlich wie der Reiseatlas, beschreibt aber die Objekte viel mehr - allerdings hat der meines Wissens nach keine Telradmarkierungen.

Falls Du Raucher bist, rauch einfach 3-4 Schachteln im Monat weniger und kauf dir nen Leuchtpunktsucher. Passt ja auf den gleichen Schuh wie der derzeitige Sucher, von dem her auch kein Bohren. (Aber dann nicht zuerst Leuchtpunktsucher rein, anvisieren, Leuchtpunktsucher wieder raus und normalen Sucher rein, etc. das bringt natürlich nichts - grad beim Dobson, sondern einfach mit Leuchtpunktsucher anpeilen und durchs Übersichtsokular schauen) ;)

CS,
Wolfi
 
Falls Du Raucher bist, rauch einfach 3-4 Schachteln im Monat weniger und kauf dir nen Leuchtpunktsucher. Passt ja auf den gleichen Schuh wie der derzeitige Sucher, von dem her auch kein Bohren. (Aber dann nicht zuerst Leuchtpunktsucher rein, anvisieren, Leuchtpunktsucher wieder raus und normalen Sucher rein, etc. das bringt natürlich nichts - grad beim Dobson, sondern einfach mit Leuchtpunktsucher anpeilen und durchs Übersichtsokular schauen)

Genau das werde ich beherzigen :) 20 Euro im Astroshop. Da stehen eh noch 30 als Gutschein.
 
Hmmm...
Was sind denn das für Knicklichter? Ich kenne die Dinger, die so als Ohrringe weggehen - die haben so einen "Neon-Glanz", dass ich meinen würde, die Flüssigkeit würde eigentlich im UV strahlen und dann kommt so eine Fluoreszenz-Farbe als "Wandler" hinein. Da das leuchten dann nicht tiefrot ist, wird wohl noch ein sichtbarer Teil Blau oder Violett vorhanden sein, und das bedeutet, dass die Teile die Dunkeladaption futsch machen -> unbrauchbar!
Stattdessen im 1 Euro Laden eine LED Fahrrad Rückleuchte kaufen! Oder von Energizer die LED-Kopflampe, die sich zwischen Rot und Weiss umschalten lässt. Hat m.W. Reichelt dauernd im Sortiment, gibt es aber immer auch mal anderswo.

Clear Skies
Sven
 
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