Anfängerteleskop gesucht

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Vega

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Erstmal: Ich bin neu hier und deswegen als ertes ein kräftiges 'Hallo' an alle hier! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />


Nun zum Thema: Ich suche zur Zeit ein neues Teleskop.
Mein aktuelles Gerät ist ein Refraktor mit 60mm Durchmesser und einer Brennweite von 700mm, ist also nicht unbedingt das Traumteleskop. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> Für die ersten Schritte und zur Orientierung hat es aber gute dienste geleistet. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> Leider komme ich in letzter Zeit so ziemlich an die Grenzen des Teleskops, deswegen suche ich auch ein neues.

Das neue Teleskop müsste auf jeden Fall in meinen recht bescheidenen Geldbeutel passen, aber eben trotzdem qualitativ gut sein. Ich hätte gern ein Spiegelteleskop, das für Planeten aber auch für Deep Sky geeignet ist. Der Standort für das Gerät soll unser Garten sein, der ziemlich lichtverseucht ist, aber durch mangelnde Mobilität kann ich das auch nicht unbedingt ändern. Außerdem wäre es schön, wenn man es an den Computer anschließen könnte und es motorbetrieben wäre.

So, jetzt habe ich meine Wünsche mal ausführlich beschrieben. Ich hoffe, dass das nicht zu viele auf einmal sind. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> Ich würde mich über Vorschläge auf jeden Fall freuen! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
 
Hallo "Vega",

willkommen im Forum!

Wenn keiner was sagt, dann fang ich halt mal an:
"... billig, gut, Computer ..."
das sind ja gleich 3 Wünsche auf einmal!

Wieviel Geld willst du denn ausgeben?

Wenns preiswert sein soll, dann würde ich auf den Computerschnickschnack verzichten.

Die größte Optik fürs Geld bietet ein Dobson, aber ob dir das rumgedobse liegt mußt du ausprobieren.

Du sagst, dein Standort sei Lichtverschmutzt - vielleicht solltest du mal überlegen, dir lieber ein kleines, leichtes und transportables Instrument zuzulegen oder mit deinem Instrument mal rauszufahren aufs Land, nur so zum Vergleich. Ein dunkler Himmel bringt mehr als ein großes Teleskop.
 
Hallo und auch von mir willkommen im Forum <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Was Stefan gesagt hat, hat alles Hand und Füßchen.
Ich wollte dir vielleicht auch mal einen konkreten Vorschlag machen.
Wenn es denn ein Spiegelteleskop mit etwas Öffnung sein soll das auch motorisiert ist, würde mir als erstes der klassische 150/750er Newton auf ner SkyPro einfallen. Mit Motoren landest du dabei schon mit Sicherheit bei über 400 Euro! Das ist noch garnix gegen Computersteuerung <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />
Ein neues Teleskop bedeutet bei dir wahrscheinlich außerdem auch neue Okulare.
Ich empfehle eigentlich nie gerne Händler aber nur um eine Preisvorstellung zu bekommen (wo liegt die eigentlich?) kannst du ja mal hier http://www.teleskop-service.de die Schnäppchenliste durchsehen.
Gruß,
Michael
 
Hi Vega,
ohne Dein Budget zu kennen, befürchte ich, das sich all Deine Wünsche nicht realisieren lassen.
Ich würde daher vorschlagen erst mal einen Überblick zu verschaffen, was es gibt und was es kostet. Auch glaube ich, wirst Du Deine Anforderungen modifizieren müssen und evtl. auch die ein oder andere grundlegende Anforderung verwefen müssen, denn Du wünschst quasi das "Megaultraalleskönnerscope", welches es nicht gibt.
Schau dich doch mal auf meiner HP oder den vielen anderer User hier, die sich regelmäßig bei Einsteigerfragen einbringen, um ein Gesamtbild zubekommen.
Parallel dazu mit Sternfreunden rausfahren und selbst sehen was und wie es geht wird sicher auch helfen.
CS
 
Hi,

ich würde mir an Deiner Stelle einen äquatorial montierten 114mm- oder 130mm-Newton holen.
Der Anschluß an den PC wird Dir gar nix bringen, außer rumgestöpsel in der Nacht. Das macht keinen Sinn.

Schau mal auf meine

Teleskop-Seite

da findest Du Einiges zu solchen Teleskopen. Und in meiner Galerie und in den Beobachtungsberichten genügend Fotos, Zeichnungen und Beschreibungen, was mit solchem Gerät möglich ist.

Gruß

Markus


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Quidquid agis, agas prudenter et respice finem!
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DANUBIA - [COLOR="1070FF"]OBSERVATORIUM[/color]

Markus A. R. Langlotz
Dr.-Bruno-Sahliger-Str. 8
D-93096 Köfering

Die Astroseite: www.N-T-L.de
Die Starfinderseite: starfinder.N-T-L.de
Die Mailadresse: ntl.observatory@freenet.de
 
Hallo!

Also, erstmal ganz vielen lieben Dank für die vielen Ratschläge! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Ich glaub auch, dass ich mir wohl das "Megaultraalleskönnerscope" (wie Antares so schön sagte <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> ) wünsche. Wer tut das nicht? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Ich denke aber mal, dass ich auch auf die Computersteuerung verzichten könnte.

Aber jetzt erstmal zu euren Fragen:
Mein Budget für das Gerät würde ich mal so zwischen 200 und 300 Euro ansetzen.
Mein Wohnort ist Werdau. Das liegt in der Nähe von Zwickau, in Sachsen. Ich hoffe das kennt ihr. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />
Aber nun mal noch ein paar Fragen von mir:
Was muss ich mir unter "rumgedobse" vorstelln?
Und warum bräuchte ich neue Okulare? Braucht man für jedes Teleskop andere oder sind die kompatibel?

Die Sache mit dem mal raus fahrn, hatte ich mir auch schon länger überlegt, ist einfach gut bevor man sich ein neues Teleskop kauft.
Übrigens hatte ich auch schon an ein Newton gedacht. Mich würden nur mal die konkreten Vorteile von einem Newton gegenüber anderen Teleskopen interessieren.
Ich werde mich in nächster Zeit auch noch mal durch ein paar Webseiten arbeiten um mal einen Überblick zu bekommen.

Vega
 
Hi Vega,
rungedobse meint den Umgang mit einem Dobsen, der nichts anderes ist, als ein azimutal aufgestellter Newton. Folge Du muß die Position permanent in 2 Richtungen korrigieren.
Über Vor- und Nachteile steht viel auf diverse HP - zuviel als das ich dies jetzt hier schnell niederschreiben könnte.
Zumindest wissen wir nun Dein Budget und können sonit sicher sagen, das Deine Einstiegswunschvorstellung so nicht realisierbar ist.
Es wird m.E. bei dem Preisrahmen darauf hinaus laufen, das es ein Dobson z.B. 150/1200 oder ein etwas kleineres Teleskop auf einer parallaktischen Montierung a la EQ3 wird.
Okulare sind vom Steckmaß her kompartibel, aber nicht immer von der optischen Eignung her. Das ist Geräte abhängig.

Den Gedanken mit den rausfahren solltest Du unbedingt weiter verfolgen.
CS
 
Hallo Antares!

Wenns mal wieder passt nehme ich mir auf jeden Fall mal vor raus zu fahren, vielleicht kann ja mein Teleskop mehr als ich denke. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Eine parallaktische Montierung finde ich persönlich nicht so gut, ich kann irgendwie mit einer normalen azimutalen besser umgehen. Muss aber sagen, dass das eine reine Vermutung ist, da ich bisher keine parallaktische benutzt habe. Ist das denn wirklich zu empfehlen?
Ich hatte ja, wie gesagt, an ein normales Newton gedacht, vielleicht ein 144/900, weil ich darüber vor kurzem mal einen guten Bericht gelsen habe. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Na ja, und das mit den Okularen könnte ich ja probieren, bevor ich mir neue kaufe.

Vega
 
Hallo "Vega",

Wenns mal wieder passt nehme ich mir auf jeden Fall mal vor raus zu fahren, vielleicht kann ja mein Teleskop mehr als ich denke.
Wenn's ein bischen weiter sein darf, dann solltest du mal zu einem Teleskoptreffen fahren, z.B. zum ATB in 4 Wochen http://astronomie-lahn-eder.de/ oder zum BTM in 8 Wochen http://beobachterforum.de/. Da kannst du dir jede Menge verschiedener Teleskope live anschauen und mit dem eigenen unter einem brauchbaren Himmel beobachten.

Eine parallaktische Montierung finde ich persönlich nicht so gut, ich kann irgendwie mit einer normalen azimutalen besser umgehen. Muss aber sagen, dass das eine reine Vermutung ist, da ich bisher keine parallaktische benutzt habe. Ist das denn wirklich zu empfehlen?
Wenn du photographieren willst, wirst du um eine parallaktische Monti nicht drumrumkommen, außerdem läßt sich die Nachführung einfacher realisieren.
Zusammen mit deinem Budget ist dann vielleicht doch ein 6" Dobs oder ein gebrauchter 8" Dobs das Richtige für dich. Aber dafür solltest du schon mal sowas in der Gegend "rumgeschubst" haben. Wenn du auf Elektronikschnickschnack stehst, dann kannst du auch einen Dobson damit vollschlichten, bis hin zu Goto. Das kostet dann allerdings mehr, als das Teleskop.
 
Hi Vega,
parallaktisch ist in Sachen Nachführung komfortabeler, beudeutet aber mehr Schlepperei und ab einer gewissen Größe und Güte richtig viel Geld nur für die Montierung.
Insofern kann man nicht pauschal sagen besser oder schlechter.
Mit rausfahren meinte ich auch mit anderen Sternfreunde. Das ist immer ein Gewinn.
CS
 
Hi! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />

Also, fürs Photographieren muss das Teleskop nicht unbedingt geeignet sein, mir ist die visuelle Beobachtung da wichtiger. Ist dafür auch eine parallaktische Montierung besser?
So viel Elektronik muss auch nicht sein, vielleicht irgendwas zum Nachführen oder so, halt was einfaches. Aber das muss ja nicht sein. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
An Teleskoptreffen habe ich auch schon gedacht. Aber meistens gibts bei mir nichts in der Nähe und in Sachen Mobilität siehts bei mir Mau aus, gerade in der Nacht. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />

Vega
 
Hi Vega,
besser jein, bequemer ja.
Wenn visuell wichtiger ist, dann ist bis 300,- € m.E. ein 6" Dobson eine gute Wahl. Liefert schöne Planetenleistung und ist bei DS auch schon gut brauchbar.
Hauptvorteil ist das m.E. okularunkritische Öffnungsverhältnis, was Dir ermöglicht mit einfachen, preiswerteren Okularbauweisen gute Abbildungsleistungen zu erhalten.
Bedenke das Zubehör auch Geld kostet und die Erfahrung zeigt, das die meisten schnell das mit dem Scope mitgelieferte Zubehör ergänzen wollen.
Mitlerweile erinnert mich das an die Drucker. Diese kosten kaum noch was aber die Patronen dazu ein Schweinegeld.
CS

 
Hallo Antares!

Bequemer ist natürlich schön! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> Ich kann mir aber irgendwie die Funktionsweise nicht ganz vorstelln, kannst du mir das erklärn? Natürlich möglichst einfach ... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Und kostet denn das Zubehör wirklich so viel? Wenn ja, wäre es ja sehr praktisch, wenn schon einiges an Zubehör mitgeliefert würde Was ist da bei einem Dobson oder bei einem Newton dabei?
Ja genau, bei den Druckern ist das auch so, wenn man da ne neue Patrone braucht, kann man sich auch gleich ein neues Gerät kaufen! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/mad.gif" alt="" />

Vega
 
hallo Vega,

vielleicht kann ich das auch erklären. Eine parallaktische Montierung hat zwei Achsen die im 90 grad Winkel zueinander montiert sind. Beim Aufstellen der Montierung wird nun die eine Achse die sogenannte Rektaszensiosachse auf den Himmelspol ausgerichtet, also in die Nähe des Polarsterns. Das geschieht entweder mit einem Polsucher - das ist quasi ein in die Achse eingebautes Sucherfernröhrchen. Alternativ kann man die Achse einfach nach Norden ausrichten und die richtige Polhöhe (=geographische Breite) an der Montierung einstellen.

Zum Aufsuchen des Objektes kann das Teleskop um beide Achsen geschwenkt werden, dieses Aufsuchen ist nicht ganz so intuitiv wie bei einer Dobson Montierung, weil man nicht einfach links rechts und hoch runter schwenken kann, sondern mit den schräg liegenden Achsen hantieren muss. Wenn das gesuchte Objekte eingestellt ist muss man aber zur Nachführung nur noch eine Achse bewegen (die Rektaszensiosnachse) d.h. einfach an einem Knopf drehen (oder den Motor machen lassen) um das Objekt im Gesichtsfeld zu halten.

Die Bequemlichkeit beim Nachführen erkauft man sich quasi durch größeren Aufwand beim Aufstellen des Teleskops bzw. Aufsuchen des Objektes.

gruß Aebby
 
Hi!

Also, erstmal ein Lob an diese Schöne Erklärung! Danke Aebby! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> Zumindest glaub ich, dass ganze jetzt verstanden zu haben, ne gute Voraussetzung wie ich finde. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Jetzt hätte ich bestimmt aber ein großes Problem mit dieser Montierung. Und zwar fällt es mir ja jetzt schon, mit einer azimutalen Montierung, schwer bestimmte Objekte zu finden und wenn es dann noch schwieriger wird, wäre das irgendwie nicht so besonders. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" />
Welche Teleskope haben eigentlich eine parallaktische und welche eine azimutale Montierung? Kann man so was überhaupt pauschal sagen?

Und sind nun die besagten Plössl Okulare was gutes oder was schlechtes? Ich kenn mich nämlich mit den ganzen Marken überhaupt nicht aus.

Und vielleicht noch mal eine Frage zu Motoren: Lohnt sich sowas? Eignen die sich nur zum Nachführen oder kann man da auch richtig Koordinaten einstellen?

Ich weiß, wieder mal Fragen über Fragen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Vega
 
Hallo Vega,

also ich versuch mal die Fragen zu beantworten

1. zu Montierungen

Die Art der Montierung hat mit dem Teleskop erst mal nichts zu tun. Jedes Teleskop kann parallaktisch oder azimutal montiert sein. Ausnahmen wären folgende: Sehr große Spiegelsysteme 16 Zoll Öffnung und größer sind in der Regel als Dobson gebaut, also azimutal montiert. Wenn fotografiert werden soll ist eine parallaktische Montierung mit Motoren notwendig. Beide Montierungstypen gibt es auch mit Motoren und Computersteuerung (Koordinaten einstellen) zur einfachen Objektsuche, die kosten natürlich erheblich mehr.

2. zum Auffinden

Orientierung am Himmel ist immer wichtig, auch für ein computergestuertes Teleskop- ohne Bestätigung der Eichsterne geht hier auch nichts. Diese Eichsterne müssen also gefunden werden. Zum Anpeilen ist ein Leuchtpunktsucher o.Ä. sicher hilfreich.

3. Plössl

bezeichnet eine bestimmte Bauart von Okularen. Praktisch jeder Hersteller hat Plössls im Angebot. Bei einem seriösen Händler sind die mitgelieferten Plössls ok. Mit denen kann man jahrelang beobachten.

4. Motoren

Fürs Fotografieren braucht man Motoren. Fürs visuelle Beobachtungen ist es m.E. Geschmack- bzw. Bequemlichkeitssache. Ich selbst habe keine, das liegt aber mehr an meinem arg begrenzten Budget.

gruß Aebby

 
Hi Vega,

ergänzend zur parallaktischen Monti möchte ich hinzufügen, daß die Nachführung entlang nur einer Achse, RA-Achse, nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit ist. Ich finde, daß man sich dadurch viel besser auf die eigentliche Beobachtung konzentrieren kann. Man muß halt nur immer ein kleines Stück an der RA-Schraube drehen, das geht mit der Zeit schon fast automatisch.

Es ist richtig, daß die korrekt Aufstellung einer parallaktischen Montierung etwas aufwendiger ist und am Anfang Mühe bereitet.
Die Auffassung, daß das Aufsuchen von Objekten schwieriger sei als mit einer azimutalen Monti, kann ich nicht teilen. Ich denke, da mußt Du Dir keine Sorgen machen.

Nehmen wir ein - zugegeben - einfaches Beispiel: Ringnebel in der Leier, M57.
M57 liegt zwischen Beta und Gamma Lyr und hat praktisch den selben Deklinationswert wie Beta Lyr. Also stellen wir Beta Lyr im Teleskop ein. Mit Hilfe eines Peilsuchers ist das nun wirklich kein Problem. Nun muß nur die RA-Achse in Richtung Gamma bewegt werden. Es ist unmöglich, den Ringnebel nicht zu finden.
Bei Objekten, die nicht so günstig positioniert sind, sind die Aufsuchungswege länger u. damit schwieriger. Man hangelt sich so gut es geht, von Stern zu Stern, mit Hilfe eines Sternatlas, z.B. Karkoschka.
Warum sollte mit einer azimutalen Monti das Aufsuchen von Himmelsobjekten einfacher bzw. weniger aufwendig sein ? Das kann ich nicht erkennen.

Mit freundlichen Grüßen
cs
Shorty
 
Hallo Aebby!

Also, es ist erstmal gut, dass es vom Teleskop unabhängig ist, ob es parallaktisch oder azimutal montiert ist. Dass di Okulare in der Regel nich so schlecht sind, beruhigt mich auch erst mal, wegen dem Budget. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Motoren scheitern bei mir wahrscheinlich auch am Budget, obwohl sie mir bei meinen Auffind-Problemen natürlich helfen könnten. Aber das wird wohl eher nichts! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> Außerdem brauch ich sowas auch nicht unbedingt, da ich ja nicht photographieren will, zumindest jetzt erstmal noch nicht. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
So, jetzt aber zu der mir persönlich sehr wichtigen Frage: Was ist so ein Leutpunktsucher? Oder auch, wie Shorty schrieb, ein Peilsucher? Ist sowas beim Auffinden von Objekten sehr hilfreich? Wenn ja, würde ich darüber sehr gern mal mehr wissen! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />

Und jetzt noch mal was an Shorty: <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Dass man sich mit einer parallaktischen Montierung besser auf die Beobachtung konzentrieren kann, glaub ich, da man ja nur eine Achse bewegen muss. Auch das Auffinden klingt gar nicht so schwierig.
Mein Bedenken ist eben nur, dass ich damit irgendwie nicht klar komme, weil ich bis jetzt noch nie sowas in der Hand hatte. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> Kann man die Montierung auch ganz ohne Vorkenntnisse gut bedienen? Das wäre mir mal wichtig zu wissen.

Vega
 
Hallo Vega,

also so kompliziert ist das mit der Montierung auch nicht, ich bin selbst quasi noch Einsteiger und kriegs auch ganz gut hin. Das beste ist aber immer mit erfahrenen Beobachtern mal rauszugehen, da lernst du am meisten.

Bei einem Peilsucher werden über eine Linse auf eine schräg stehende Glasscheibe mehrere Ringe projiziert. Zum aufsuchen schaut man durch die Glasscheibe hindurch an den Himmel. Das sieht dann so aus als würden die Ringe am Himmel stehen. Es gibt spezielle Sternkarten in denen Himmelobjekte und diese Zielringe eingezeichnet sind. Damit kann man sich ganz gut orientieren weil die Lage der Ringe in Beziehung zu verschiedenen Sternen gesehen wird. Es gibt verschiedene Bauarten dieser Sucher, die häufigsten sind vielleicht die sogenannten Telrad oder Rigel Quickfinder. Dann gibt es noch welche die statt der Ringe nur einen Punkt projizieren, das sind dann die Leuchtpunktsucher. Auf den Webseiten der einschlägigen Händler kannst du dir die Teile anschauen.

gruß Aebby
 
Hi Vega,
Ein Peilsucher ist sehr hilfreich, weil man damit relativ einfach und schnell das Teleskop schon mal grob ins gewünschte Zielgebiet bringt. In günstigen Fällen, zB. M57 oder auch M4 - nahe Antares - ist man damit schon fast am Objekt.

Die (mechanische) Bedienung einer parallaktischen Montierung ist nicht schwieriger als bei der azimutalen Montierung, die Du schon kennst. Bei beiden wird das Teleskop mittels der 2 Achsen bewegt. Ich sehe da keinen gravierenden Unterschied. ( Anders, aber M.E. nicht einfacher, funktioniert ein Dobson, da muß man wohl ziehen und schubsen ).
Das "Problem" bei der parallaktischen Montierung ist die exakte Ausrichtung nach Norden, die am Anfang aufwendig erscheint und vielleicht geeignet ist, dem Anfänger Kummer zu bereiten. Aber mach Dir darüber keine unnötigen Sorgen, dies ist keine Hexenkunst, auch ohne Vorkenntnisse zu bewältigen. Wie Aebby richtig sagte, das kriegt man hin. Wenn man aber einen festen Aufstellungsplatz hat, muß man die Ausrichtung des Teleskops nur einmal machen.
Es gibt hierzu Anleitungen im Netz ( Stichwort "Scheinern" )
Eine gute Anleitung findet sich auch in Sterne&Weltraum, Basics 2, Mein Teleskop. Kostet 9,70 Euronen. Unbedingt lesenswert vor dem Teleskopkauf, aber auch noch später nützlich, zB. wegen Okulare oder Optikfragen.

Das eigentliche Problem von Montierungen ist, daß sie häufig mit Teleskopen beladen werden, die zu schwer sind und/oder eine zu große Hebelwirkung (wegen Baulänge) entfalten. Dann hat man bei der Beobachtung ein ständig vor sich hinzitterndes Teleskop. Und das ist echt s...
Natürlich kann man sich jetzt fragen, ob dies die "Schuld" der parallaktischen Montierung ist, oder des Teleskopbesitzers der seiner Montierung zu viel zumutet. Aus diesem Grund kann ein Dobson-Newton eine sinnvolle Alternative sein. Allerdings halte ich die Bedienung eines Dobson zumindest für gewöhnungsbedürftig. Mir sagt sie nicht zu.

Ich hoffe, die Antwort konnte etwas weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen
cs
Shorty
 
Hi Vega,
wie das mit der parallaktischen Mopntierung funktioniert habe ich bebildert auf der Homepage beschrieben. Vielleicht hilft dies ein wenig.
Ebenso der ist der Umgang mit dem Peilsucher beschrieben. Ich finde die Teile genial und habe auch mit Einsteigern festgestellt, das dessen intuitive Handhabung den meisten gut liegt und sie viel schneller damit finden was sie wollen.
CS
 
Hi Vega,

ich hoffe, dass das was ich nun schreibe nicht zu hart klingt, ist bestimmt auch ganz lieb gemeint:

So wie ich diesen Thread verfolge, stehst du ja noch ganz am Anfang, und hast entsprechend noch keine Erfahrung mit der Materie.
Die Kollegen hier im Forum haben dir natürlich schon etliche gute Tips gegeben, auf jeden Fall, dass kann ich so unterschreiben, aber du solltest vielleicht auch erstmal selbst aktiv werden, und einfach mal gute Literatur zu rate ziehen. Es gibt ne Menge guter Bücher und Webseiten die erschöpfend auf alle deine Fragen eingehen.

Und noch viel wichtiger: Versuche mal Sternfreunde aus deiner Umgebung zu finden!!
Irgend eine Sternwarte oder sonstige Vereinigung oder auch einen Astrostammtisch wird es doch wohl auch in deiner Nähe geben. Da kannst du dich bestimmt mal einbringen. Das kann dir auch bei deinem Mobilitätsproblem helfen! Ich selbst habe auch mit 15 oder 16 mit der Amateurastronomie angefangen, hatte entsprechend auch noch keinen Führerschein oder ein Auto, aber gerade auch in den Ferien gabs immer Leute aus unserem Verein die mich mit raus aufs Land genommen haben, um mich am nächsten Morgen wieder daheim abzusetzen.
Dabei lernt man noch am meisten, weil du durch viele unterschiedliche Fernrohre durchsehen kannst und die damit verbundenen Vorlieben von deren Besitzern live miterleben kannst. Für das eigene Teleskop kann man sich dann evt. auch mal das eine oder andere Zubehörteil ausleihen. Dabei wächst der Erfahrungsschatz stätig.

So würde ich an deiner Stelle auch noch mit dem Kauf eines größeren und teureren Gerätes warten! Sowas wie ein Dobson kann natürlich eine feine Lösung sein, aber es ist wirklich nicht jedermanns Sache, vor ein paar Jahren noch waren diese Teile noch sehr sehr dünn gesäht, aber seit die billigen Geräte aus China auf dem Markt sind, ist die Fangemeinde der Dobsons explodiert, rein Zahlenmäßig und man sieht auch einiges mehr an Selbstbauten als noch vor ein paar Jahren.
Aber wie gesagt, man muss es ausprobieren. Ab und an geniesse ich es auch mit Geräten zwischen 16" und 20" beobachten zu können (was auf Teleskoptreffen gut möglich ist) aber so ganz konnte ich mich für nen Dob auch noch nicht erwärmen.

Dann fällt mir aus deinem Ursprungsposting auch noch ein anderer Satz ein:

Das neue Teleskop müsste auf jeden Fall in meinen recht bescheidenen Geldbeutel passen, aber eben trotzdem qualitativ gut sein.

Der Punkt mit der qualitativen Güte ist auch so einer für sich. Qualität ist natürlich deutlich teurer, bringt aber oft auch noch ein bischen was, nicht immer aber oft. Deswegen wäre ich gerade bei Geräten aus Fernost (China im besonderen) (auch wenn der Name eines Markenherstellers drauf steht) besonders vorsichtig.

Also kauf nicht einfach drauf los sondern spare lieber drauf los und sammle Erfahrungen. Wenn du dann in der Lage dazu bist, dir die Frage nach einem guten Fernrohr für dich selbst, beantworten zu können, dann immer zu.
Am besten auch öfter mal den Gebrauchtmarkt im Auge behalten!! Mir persönlich isses eigentlich egal, ob ich astronomische Geräte neu oder gebraucht kaufe. Lediglich bei Geräten von Rauchern (Raucher sind in der Astronomie aber zum Glück eher die Ausnahme) wäre ich dann vorsichtiger. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Dann ma los! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

clear skies,
André
 
Hallo!

Danke als ertes für die schönen Beschreibungen von einem Pfeilsucher! (an Antares: eine gute Beschreibung auf deiner Webseite, gilt auch für die Parallaktische Monti <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> ) Ich denke, dass ich mir so ein Gerät mal zulegen werde! Zumindest denke ich nicht, dass sowas beim Teleskopkauf schon dabei ist. oder?
Im Netz werde ich mir vielleicht mal so eine Anleitung zum Einstellen von so einem Teleskop raussuchen. Aber warum heißt das eigentlich "Scheinern"? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" />

Jetzt mal zu André:
Es ist war, dass ich noch ziemlich am Anfang stehe, aber ein bisschen Ahnung habe ich schon. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/mad.gif" alt="" /> Zumindest kenne ich mich am Himmel aus und ein Teleskop habe ich auch, bisher hatte ich nur keine Veranlassung mich mit anderen Teleskopen auseinander zu setzen.
So, das war jetzt mal um mir ein bisschen Luft zu machen.

Was das Treffen mit anderen Sternenfreunden betrifft, bin ich da schon dran.
Leider gibt es bei mir in der Nähe grade mal eine Sternwarte, keinen Verein oder so was. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> Das Problem ist einfach, dass ich meine Eltern brauche um da hin zu kommen und die haben nicht immer, wenn ich das will, Zeit dafür. Auch die Leute von der Sternwarte sind nicht unbedingt eine Mitfahrgelegenheit, weil die meisten von außerhalb kommen. Aber ich habe da noch nicht alle gefragt, was ich aber auf jeden Fall noch vor habe zu tun.
Tja, bliebe also noch Fachliteratur, aber dafür habe ich kein Geld und in der Bibliothek gibt es sowas nicht.

Und aus diesen Gründen frag ich mich einfach hier im Forum durch, was auch gar nicht schlecht ist, wie ich finde. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> Zumindest hat es mir bisher einen richtig guten Einbli´ck verschafft. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Vega
 
Hi Vega,

Ahhh... ich merke Du bist ungeduldig. Trotzdem hat André völlig recht: Nicht voreilig kaufen. Bedenke: In der Ruhe liegt die Kraft.
Zumal es bei Deinem geplanten Budget von 300 EU schwierig wird, ein qualitativ akzeptables Teleskop + Monti zu finden. Auch ich würde empfehlen, sich Zeit zu lassen und kräftig zu sparen.
Oder willst Du Dir zunächst nur eine parallaktische Montierung, also ohne Teleskop kaufen ? Das ist natürlich möglich, u.U. sogar sinnvoll. Allerdings sollte die Montierung schon auf das spätere Scope abgestimmt sein, damit es dann keine "Wackel-Monti" ist.

Ebenso kann man auch Komplettgeräte kaufen. Leider ist bei diesen häufig die Montierung unterdimensoniert.

"Scheinern"
Christoph Scheiner, Jesuitenpater, 1573-1650, hat diese auch heute noch gebräuchliche Methode zur genauen Aufstellung eines parallaktisch montierten Fernrohrs gefunden.

@André: Ist die Empfehlung, ein Teleskop auf dem Gebrauchtmarkt zu kaufen, nicht ein bißchen riskant? Ich meine: Wo bleiben die Gurken?

Mit freundlichen Grüßen
cs
Shorty
 
Hallo Vega,

ich kann André nur beipflichten, erarbeite Dir die Grundlagen, suche Kontakte. Nur durch Praxis wirst Du wirklich lernen und wissen, worauf es ankommt.

Ich gehe mal davon aus, daß Deine innere Motivation zur Freizeitastronomie irgendwo zwischen großem Interesse und Begeisterung liegt. Das ist ja wunderbar und hilfreich und eine prima Grundlage, sich da in die Materie reinzudenken. Aber eine solche Grundstimmung kann auch schnell überzogene Erwartungen hervorbringen, die dann bei Ausbleiben zur Enttäuschung führen können. Und um sowas zu vermeiden, will ich mal kurz ein paar "vorsichtige Dämpfer" auffahren, zunächst anhand eines nicht-astronomischen Beispiels. Zweck der Übung ist nicht, irgendwas an der Amateur-Astronomie mieszureden, sondern auch mal Lebenspraktisches aufzuzeigen.

Das (bewußt überzeichnete) Beispiel: jemand, der ins Autofahren einsteigen will und bisher nur Radfahrer war. Die vom Fahren begeisterte Person träumt von vielen Zylindern und reichlich PS, von freien Straßen im Sommer, vom praktischen Schlafen im Wagen nach der Grillparty, vom Überallhinkommen und Nie-mehr-Busfahren, Nie-mehr-Reindrängeln, Nie-mehr-Kleingeld-Dabeihabenmüssen etc.. Den Führerschein wird man schon schaffen und dann ist die große Freiheit da.

Nun die Dämpfung des ganzen: Stellungnahme zum Autofahren von jemand, der viel unterwegs ist, weil Arbeit und Wohnung nicht so nah beieinanderliegen, wie es klasse wäre, jemand, der Termine bei Kunden wahrnehmen muß, dessen alternde Verwandte Hilfe und Besuche brauchen, dessen Kinder zur Schule gebracht werden wollen, usw. Der wird sagen, ja mein Autofahrträumer, ist sicher nachvollziehen, aber in der Realität siehts oft genug eher so aus: Mit viel PS schluckt das Teil gut Sprit, welcher ordentlich besteuert ist, im Stau stehend auch noch, im Winter wirds kalt im Stau bei stehendem Motor, Überallhin ja, aber nicht ohne Preis. Und die Wartung, Öl, Werkstatt, dann doch wieder Bus, normalerweise kein Kleingeld, dafür Scheine an der Tanke nicht zu knapp, nach der Grillparty mit Schiefhals in praller Sonne halb vertrocknet aufzuwachen, wo die Radfahrkollegen im Zelt geschlafen haben, und Fahren zum Spaß, wenn man schon so viel zwangsläufig unterwegs sein muß...

Ich glaube, Du verstehst, daß es mir ein bisschen um Desillusionierung geht, und reifes, differenziertes Einschätzen der Situation. Erhalte Dir ruhig Deine Begeisterung, aber schau Dir auch unliebsame Gesichtspunkte an. Alles hat auch eine Kehrseite.

Nun zur Astronomie: hochqualitative Geräte haben ihren Preis, da kommst Du nicht dran vorbei, Ebay ist eine Schlangengrube. Die andere Möglichkeit wären nicht so hochqualitative Geräte, die niederpreisiger sind.
Alle Amateure im visuellen Spektralbereich sind auf das Wetter angewiesen, was schon mal hier die erste Geduldsprobe darstellt. Das ist Dir natürlich klar, aber ich will mal versuchen, systematisch zu sammeln.

Planetenbeobachter sind i. d. R. mit ihren hochqualitativen Geräten in den Planetensaisons (-->Recherchevorschlag 1= RV 1) unter dem Himmel. Ständig "beschweren" sie sich über das Seeing (RV2), die Horizontnähe (RV3) und die atmosphärische Refraktion (RV4). Viele Male bauen sie ihr Equipment auf und haben nur magere bis durchschnittliche Abbildungen. Stundenlanges konzentriertes Beobachten wabernder Scheiben. Oft genug ziehen Wolken auf. Nebel alternativ. Tau und Eis sind auch nicht Unbekannte, allerdings immerhin in den Griff zu bekommen. In nur ganz wenigen von den eh schon wenigen klaren Nächten ist es dann besser. Dann gibt es die Momente bis Minuten, die all die "Strapazen", wie es durchaus für Außenstehende wirken kann, mehr als aufwiegen. Über das Verhältnis: x-mal bewölkt, y-mal "umsonst" aufbauen, z-mal nichts schönes sehen und dann einmal im Jahr, wenns ganz dicke kommt, DAS Erlebnis, muß man sich im klaren sein, oder man verleugnet die Realität. Natürlich gibt es auch zahlreiche "Verbesserungsmöglichkeiten": mit der Webcam arbeiten (erfordert allerdings Cam, Laptop, Stromversorgung), auf hohe Berge fahren, in südliche Gefilde reisen, wo das Durchschnittswetter schon klarer ist. Aber alles auch wieder Folgekosten und Aufwand, nur so zum im-Kopf-behalten mal gesagt. Zu den optischen Anforderungen: m. E: machen Planeten nur im relativen Hochvergrößerungsbereich Spaß (ab 150-180x). (Eine 90fache Venussichel und derartiges jetzt mal ausgenommen.) Um das mit AP-Reserve (RV5: AP) zu machen gehts eigentlich kaum unter 4-5 Zoll Öffnung. Lange, feine, echte Fraunhofer-Refraktoren sind geeignet, aber heute auf dem Neu-Markt eher selten, brauchen eine große kostspielige Montierung und eher sind eher hochpreisig. Alternative wäre ein leider min. ebenso hochpreisiger APO. Oder - wenn wir Spezialdesigns wie Schief/Mak etc. mal ausklammern - eben ein vergleichsweise preisgünstiger Newton als f/6(+). Den muß man allerdings beherrschen, was gegenüber einem Refraktor eine ganz ganz andere Angelegenheit ist. Ein heute erworbener sehr günstiger (Fernost)-Newton gehört getuned (Innenschwärzung mit Klebe-Velours, Lüfter) justiert und bringt gute Leistung, wenn er ausgekühlt ist. Ein Kollege hats mal schön auf den Punkt gebracht: "Irgendwas ist immer". Wir sind schon ein komisches Völkchen...

Nun zum Deep-Sky. Das Wetter-Thema ist dasselbe wie bei den Planetenleuten, bloß der Ärger über Lichtverschmutzung (einschl. Mondsichel) und stärker noch Dunst, Hochnebel, Zirren (RV6) kommt hinzu. Auf dem Feld wird im Dunkeln aufgebaut, hoffentlich fährt kein Auto mit Fernlicht vorbei, bzw. schnell Augen zu. Skybeamer stören mehr die Fotographen, sind aber auch bei visuellen DSlern eher verhaßt. Dann die Wahrnehmung. Oft genug an der Grenze. Technik des indirekten Sehens (RV7). Der Erfahrene zum Neuling: "knallhell in der Mitte eingestellt" - der Neuling: "ok, ich geh nächste Woche zum Augenarzt"... Flächenhelligkeit und Punktquellen ist auch ein sehr schönes Einführungsthema. Auch hier natürlich der Hinweis: wieder die Möglichkeiten zur Verbesserung wie Gebirge etc, auch hier wieder die subjektive Einschätzung des Lohns in Relation zum Aufwand.

Ich weiß nicht, ob Du das in diesem Thread oder in einem anderen hier im Forum geschrieben hast, aber Du konntest die Andromeda-Galaxie vor kurzem mit Deinem 60/700-FH nicht entdecken. Eine vorherige "Recherche" (Buch, Zeitschrift, Internet, Foren, Google...) hätte ergeben, daß sie derzeit schlecht steht. Ferner ist sie visuell nicht besonders aufregend. Wenn Du das Thema Flächenhelligkeit schon verstehen würdest, wäre das Dir nichts neues. Als nächstes ist gerade die Andromeda-Galaxie visuell unter unseren deutschen Himmeln auch nichts mehr als ein nebliges Fleckchen (Kern) mit beträchtlicher Größe in den Außenpartien (RV8). Zur "Beobachtung" zur zenitnahen Zeit im Jahr empfiehlt sich Nutzung maximaler AP.

Kannst Du Sternbilder anhand von Karten aufsuchen und beherrscht Du das Starhopping schon? Sowohl die Karten als auch Anleitungen zum Starhopping sind alle im Netz und teilweise sogar über die a.de-Startseite abrufbar. All das kannst Du mit Feldstecher und Deinem Gerät üben. Dein Gerät ist auch sehr schön am Mond und MIT GEEIGNETEM ÖFFNUNGSFILTER für die Sonne geeignet. Nutze dies, mache Erfahrungen. Lerne Peilen und Finden.

Warum Scheinern scheinern heisst, verrät Dir google in Sekunden, aber auch die Suchfunktion für die Foren hilft sofort.

Jetzt zu dem, was Du zu André schreibst, der sich doch prima um Dich bemüht hat. Du stehst ohne jeden Anflug von Zweifel definitiv sehr am Anfang. Ein bisschen Ahnung hast Du schon, aber es ist nur ein kleines bisschen. Das wird nicht so bleiben und das ist auch klasse und wird Dir auch Freude bereiten. Du schreibst, du kennest Dich am Himmel aus - der "Andromeda-Fall" läßt mich da noch etwas zweifeln. Weiter schreibst Du, das Du Dir mal ein bisschen Luft gemacht hast.

Geduld und Hartnäckigkeit sind schon wesentliche Tugenden oder Charakterzüge, die man m. E. in Grundzügen schon in die Hobby-Astronomie mitbringen sollte, da hat man reichlich Gelegenheit, dies noch zu vertiefen. Es ist heute gegenüber früher anders in die Astronomie einzusteigen. Alles ist etwas anders. Der Himmel (Lichtverschmutzung), der Markt (Fernost), die Vorbildung (Pisa) und mediale Prägung (bunte Bilder aus Langzeitbelichtungen und von Weltraumteleskopen) können zu falschen Erwartungen führen. Allein die Vokabeln "Geduld und Hartnäckigkeit" kommen in der heutigen Zeit etwas verstaubt rüber, die Marktmacht wirbt - gezwungenermaßen und am Puls der Zeit - eher mit vielen tollen Superlativen und "Erfolg und Genuß". Das schreibe ich , damit Du darüber vielleicht etwas ins Nachdenken kommst. Wenn Du Dir schon nach einem leicht kritischen Posting "Luft machen mußt", wie fühlst Du Dich dann nach dem dritten mal umsonst aufbauen, nach dem dauernden Nichtfinden von schwachen Objekten, nach dem durchs Anstoßen ans Stativbein rausgeflogenen Objekt, nach dem Versagen der Stromversorgung, dem ersten Zueisen des Objektivs... Fasst Du sowas eher als Grund für Frust oder als Hinweis zur Verbesserung auf?

Zu Vereinen in Deiner Nähe: auf der astronomie.de-Startseite (nicht die Foren-Startseite, sondern die Portal-Startseite) ist oben links ein Link zum GAD, wo alle (?) Vereine im Lande geordnet und gut auffindbar verzeichnet sind. Ferner besteht noch die Möglichkeit zur Mailfreundschaft und nutze das Treffpunktforum, um Kontakte zu knüpfen. Bei mir hats prima geklappt.

Deinen Einblick wirst Du noch weit weit vertiefen, geh mit Sternfreunden beobachten, suche das Gespräch und probiere Geräte aus. Solltest Du irgendwann dann (!) wissen, was Du Dir gern anschaffen möchtest (ich prophezeie aber, daß Du wohl erstmal noch viel besser mit Deinem jetzigen Gerät "arbeiten" kannst), nenn so grob den Preisrahmen. Das ist schon ein wesentlicher Grenzwert.

Ich hoffe, ich habe Dich weder vollgetextet, kürzer konnt ich nicht, ich hoffe, ich habe Dich nicht verschreckt, ich wollte eher aufzeigen, wo Du konkret anstetzen kannst, und was Praxis oft genug auch bedeutet.

Ich wünsche Dir von Herzen verständliche Suchergebnisse, einen prima weiteren Einstieg und natürlich

klare Himmel mit Top-Bedingungen,

Matthias.
 
Hi!

@ André:
Ok, es kann sein, dass ich wegen deinem Posting ein bisschen eingeschnappt war, ich fand bloß die Bemerkung, dass ich keine Erfahrung mit der Materie hätte irgendwie übertrieben. Ganz so ist es eben nicht!
Aber trotzdem: Tschuldigung! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

@ Matthias:
Was du schreibst klingt schon ein bisschen ernüchternd! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />
(Hier mal ganz nebenbei eine Frage: Kann das Objektiv wirklich zueisen? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" /> )
Mit meinem Teleskop habe ich ja auch schon viel gemacht. Ich habe viel Planeten beobachtet, vor allem Jupiter und Saturn, und dann natürlich auch den Mond und die Sonne. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> Da habe ich auch schon gemerkt, dass es nicht ganz so aussieht, wie das in Zeitungen immer gezeigt wird. Auch die Sache mit dem Nicht-Finden des Objekts: Ich habe schon Stunden im Garten zugebracht, z.B. auf der Suche nach nem Kometen, und bin dann doch wieder bei Jupiter gelandet, weil es das einzige war, was ich gefunden habe.

Ach ja, ich wollte mal noch die Andromeda-Sache richtig stelln, weil mich da schon einige falsch verstanden haben: Also, ich meinte nicht, dass ich vor kurzem die Galaxie gesucht habe, sondern, dass es schon länger her ist (ich glaube letzten Herbst). Aber es war eben eine sehr ernüchternde Erfahrung, deswegen habe ich das als Beispiel genommen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Was meine Orientierung am Himmel mit bloßem Auge angeht, schätze ich sie eigentlich ganz gut ein. Beim Teleskop sieht das dann schon ein bisschen anders aus, weil da das Gesichtsfeld ja viel mehr eingeschränkt ist.
Starhopping habe ich bis jetzt nur in Ansätzen probiert. Zur Zeit ist ja beobachten auch blöd, weil es erst so spät dunkel wird. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" />

Tja, und was Hartnäckigkeit angeht, ist das bei mir so eine Sache. Wenns erst mal nach mehreren Versuchen nicht geht, bin ich schon frustriert, dann hör ich erstmal auf. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> Bis zum nächsten Mal überlag ich was ich dann besser machen kann und probiers dann aus. So, in etwa, läuft das bei. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Wegen Vereinen oder Treffen mit anderen Sternenfreunden werd ich mich mal informiern. Ich hab mir für nächstes Jahr erstmal das VdS-Sommerlager vorgenomm, ich denke mal, dass das ganz hilfreich zum Kontakte knüpfen sein wird. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Übrigens, was meine innere Motivation betrifft: Die liegt wohl bei Begeisterung! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />

Vega
 
Hallo Vega,

Tja, bliebe also noch Fachliteratur, aber dafür habe
ich kein Geld und in der Bibliothek gibt es sowas nicht.

ich habe da mal nur einen Aspekt aus Deinem Posting
aufgegriffen. Wenn Du ein wenig Geduld mitbringen
kannst, geh in Deine örtliche Bibliothek und leihe
auf Fernleihe die benötigten Bücher aus. Öffentliche
Bibliotheken haben die Möglichkeit, auf die Bestände
anderer Bibliotheken zurückzugreifen. Es kann dann
etwas dauern, bis Du das Buch in Händen hälst, aber
vielleicht immer noch besser, als besonders teuere
Werke zu kaufen. Sprich einfach mal einen Mitarbeiter
Deiner Bibliothek an.

Manchmal lohnt sich auch ein Blick auf den Gebrauchtmarkt
hier auf diesen Seiten oder auch bei Amazon. Meine
Lieblingsseiten für die Suche nach gebrauchten Büchern
will ich Dir auch nicht vorenthalten:

Zentrales Verzeichnis Antiquarischer Bücher

Abebooks.de

Eventuell findest Du sogar ein gutes Antiquariat in Deiner
Nähe.
 
Hallo Vega,

muss mich auch mal einschalten, da ich Andre nur völlig Recht geben kann. Sorry, wenn auch ich da etwas hart klinge - also nicht gleich wieder eingeschnappt sein, ok?

Die Art der Nachfragen finde ich etwas seltsam. Du hast im bisherigen Thread genügend Schlagworte bekommen (wie Austrittpupille, parallaktisch, einscheinern, Plössl-Okular) mit denen Du bei der Eingabe in die Suchfunktion und Google schon Wochen mit lesen verbringen könntest. Statt dessen fragst Du hier nach - das finde ich etwas seltsam.

Vom Anfangsthema nehme ich an, dass Du noch nicht mal auf den einschlägigen Seiten der Astro-Händler rumgesurft bist (die laufen hier oben sogar in Werbebannern und sind nur 1 Klick entfernt)

Damit hättest Du schon feststellen können, dass es ein Computerteleskop mit vernünftiger Öffnung - eben mehr als 60mm - für 300,-€ nicht gibt. Und schon gar nicht in der von Dir erwarteten Qualität.

Aber genug der Meckerei ;-)

Für Dein begrenztes Budget würde ich (erstmal) von einer Montierung absehen, ebenso von allem Elektronik-Kram, der in der Astro-Szene sowieso vieeel zu teuer ist (wegen des kleinen Marktes)

Bliebe da ein mittlerer Dobson (die auf der Bierkiste) von 6-8" oder aber ein 6" Newton auf einer Montierung (Was? So billig gibt's die schon?)

Davon hast Du aber noch keinen Leuchtpunktsucher und keine Okulare - denn die Okulare, die bei dem 60/700 Refraktor dabei sind, kannst Du für einen 6" getrost vergessen.

Was Du noch beötigen wirst:
Sternkarte/Altas (Karkoschka -> z.B. Amazon.de) 24,90
Leuchtpunktsucher (Telrad) 69,-
Okular für maximale AP (z.B. Plössl 32mm) 25,-
Okular für DS und Widefield (z.B. Skywatcher UW 15mm) 40,-
Okular für Planeten und PN/KS (z.B. Skywatcher 9mm) 30,-
Kleinkram/Porto 10,-

Und schon bist Du für Zubehör 200,- EUR los, ohne ein Teleskop zu haben - bleiben noch 100,- EUR für die Optik - und die soll was taugen?

Bitte nicht böse sein, aber ich brauchte auch mal "Luft" ;-)

Viele Grüsse und viel Glück - mit allem was Du kaufen magst.
 
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