Hallo Andreas,
das allermeiste was hier geschrieben wird ist richtig. Einiges ist aber nicht ganz so tragisch. So habe ich auch schon mit einem 24" vollkommen problemfrei beobachtet, ohne daß was gewackelt hat - obwohl alles auf einer Betonplatte stand. Das mit der Entkopplung ist schön, und ein Muß, wenn Du nicht auf Bodenniveau bist, sondern z.B. im ersten Stock. Eine Alternative ist z.B. das Einziehen eines Holzbodens, der auf den Wänden aufliegt und die Säule nicht berührt. Dann kann man auch die Kabel stressfrei einfach unter dem (abnehmbaren) Holzboden verlegen.
Die Fallstricke liegen in Details:
1) Eine Rolldachhütte ist klasse: man sieht den Himmel, und nicht nur einen Spalt. Das Naturerlebnis ist viel besser als in der Kuppel, und eventuell vorhandene Abwärme (z.B. über Computer) machen nicht das Seeing kaputt, wenn sie durch den Kuppelspalt abziehen. Aber bei einer Rolldachhütte ist wichtig, daß sie sich unter Schneelast nicht so verzieht, daß man das Dach nicht mehr abrollen kann. Also die "V"-Konstruktion steif genug bauen, damit das nicht die Grätsche macht - die seitlichen Kraftkomponenten können ja nicht über einen Querbalken abgefangen werden. Wenn man zwei Räume hat, sollte der mit dem Teleskop ein wenig höher liegen, damit das Dach des Teleskopraums auch bei mehr Schnee über das Dach des Kontrollraumes gleiten kann, ohne daß man abkehren muß.
2) Beware of the Snow! Und Wespen! Und brutwilligen Vögeln!
Also: alles sauber mehrfach abdichten. Das geht toleranzfreunlich am besten mit Industriebürsten. Denn wer bringt es schon übers Herz, die kleinen süßen Piepmätze rauszuwerfen (=umzubringen), wenn man nach einer längeren Schlechtwetterperiode im Frühling wieder beobachten will. Acuh sicherstellen (bei Kuppel und Rolldach), daß man von allen Seiten überall rankann, so daß eventuelle Vereisungen beseitigt werden können. Sonst dreht sich die Kuppel nicht bzw. das Rolldach bewegt sich nicht. Auch darauf achten, daß in der Nähe keine waagerechten Flächen sind, die z.B. bei Schnee das Schwenken einer Kuppel behindern könnten.
3) Säulenadapter: der Sinn vieler Verstellmöglichkeiten ist nicht ganz ersichtlich. Da stellen sich die Leute eine riesige, teure Montierung hin, und dann sitzt die auf ein paar weit herausragenden Gewindestangen. Unsinn und unnötig. Man schraubt den Flansch direkt auf das (sauber abgeflexte) Ende der Betonsäule. Wenn sich was setzen sollte, dann nivelliert man das erneut ein, indem man einfach Unterlegscheiben verwendet. Die gibt es als Passscheiben für wenig Geld in 1/100mm Abstufungen. Das muß man nach einem Jahr mal machen, dann ist Ruhe.
Clear skies
Tassilo