Anleitung: Stellarium-Panorama für unbekannten Ort erstellen

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AstroGerdt

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Hallo zusammen,

inspiriert durch diesen Thread, und die Reaktionen darauf, dachte ich mir, ich stelle hier mal eine kleine Anleitung rein, wie man für Stellarium ein Panorama für Orte erstellt, an denen man vorher noch nicht war, und an die man auch nicht so schnell kommen kann.

Bei mir tauchte vor zwei Jahren erstmals die Problematik auf, dass ich ein Panorama für einen Ort in Österreich brauchte, wo ich damals für einen Astrourlaub eine Hütte gemietet hatte. Da fährt man ja nicht so eben hin, und macht mal nen paar Bilder, und vor Ort kenne ich auch keinen. Also habe ich ein bisschen getüftelt, und eine Lösung gesucht, wie man das aus der Ferne machen kann.

Die erste Methode, die sich auch ohne viel technisches Know-how machen lässt, beruht darauf, dass man sich eine Datei herunterlädt, die man in Google Earth öffnen kann, und die einem die Sicht in verschiedene Richtungen darstellt. Dafür muss man als Erstes die Koordinaten des Ortes, sowie dessen geografische Höhe bestimmen. Diese Werte kann man dann auf dieser Website eingeben. Auf die geografische Höhe sollte man dabei etwa 30m addieren, damit die Software im folgenden mehr Strukturen verfügbar hat, um die Bilder auszurichten.
Anschließend erzeugt die Seite eine *.kmz Datei, die man in Google Earth öffnen kann. Sie enthält viele verschiedene Ansichten, die den Blick in verschiedene Richtungen darstellen. Diese Ansichten muss man alle einzeln als Bild speichern, das geht über den dritten Eintrag von rechts in der Menüleiste von Google Earth. Die so gewonnenen Bilder kann man dann mit den Standardeinstellungen in der Software "Image Composite Editor" (ICE) von Microsoft zu einem fertigen Panorama zusammensetzen. Dabei ist es wichtig, das so erstellte Panorama so auszurichten, dass Norden genau in der Mitte und Osten rechts davon ist. Anschließend kann man mithilfe von Photoshop ggf. die Horizont-Höhe anpassen, sodass sie in der Mitte des Bildes liegt, und erhält so ein fertiges Panorama für Stellarium. Damit dieses verwendungsfähig wird, muss man nur noch die paar Textzeilen, die man in Google Earth nach einem Doppelklick auf den Eintrag "pano" bekommt, in die Datei landscape.ini eintragen, und alles in einen Ordner packen, und schon kann es losgehen.

Diese Methode funktioniert in den meisten Fällen, hat aber zwei kräftige Nachteile. Erstens, sie braucht ziemlich deutliche Strukturen auf dem Boden, damit ICE die Bilder ausrichten kann, und zweitens, man muss immer ein gutes Stück über dem Boden schweben, wodurch Berge in dem Panorama deutlich niedriger erscheinen, als sie es wirklich sind. Also habe ich mich vor kurzem an eine Weiterentwicklung dieser Methode gemacht, die wesentlich bessere Ergebnisse liefert, und immer funktionieren sollte.

Die neue Methode beruht wieder auf dem gleichen Prinzip. Verändert habe ich lediglich die Methode, wie man an die Bilder kommt, aus denen das Panorama erstellt wird. Dafür setze ich inzwischen auf die Online-Anwendung Google Earth Studio. Dort kann man an einen beliebigen Punkt auf der Karte zoomen, und dann durch das hinzufügen mehrere Keyframes eine komplette Drehung erzeugen, die alle Bereiche einer Kugel bzw. des sichtbaren Geländes abdeckt. Wichtig ist, dass man dabei unter "Attribute Hinzufügen" das Attribut "Sichtfeld" hinzufügt. Damit kann man einstellen, welcher Bildwinkel auf einem Bild dargestellt wird. Standardmäßig verwende ich einen Bildwinkel von 90°, es geht bei Bedarf aber auch mehr. So lässt sich immer genug Struktur und Überlappung für ICE finden. Nachdem man also mithilfe der Keyframes die Höhe und den Blickwinkel schrittweise verändert hat, bis man alle Bereiche abgedeckt hat, kann man über einen Klick auf Rendern eine Serie von Bildern erzeugen lassen, die diese Drehung darstellen. Je nach Länge und Auflösung des Projekts sind das mehrere hundert Bilder mit ein bis zwei GB Größe. Die Menge der Bilder trägt weiterhin dazu bei, dass immer genug Überlappung da ist. Diese Bilder kann man dann wie vorher schon beschrieben in ICE zusammenfügen und in Stellarium verwenden.

Mit ein wenig Übung kann man mit der zweiten Methode für praktisch jeden Ort auf der Welt innerhalb von kurzer Zeit ein Panorama erstellen und in Stellarium verwenden. Bei der ersten Methode musste ich meinen virtuellen Standort teilweise 50-100m über den Boden setzen, was den Einfluss von Bergen und ähnlichem natürlich komplett zunichtemacht. Mit der zweiten Methode konnte ich teilweise schon mit unter 10m auskommen, das Panorama wird also fast fotorealistisch, was die Umgebungseinflüsse angeht!

Ich hoffe, dass einige von diesem Beitrag profitieren können. Sollte es noch Fragen geben, nur her damit ;)

Freundliche Grüße und CS
Gerrit
 
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