Hi,
tippen darfst Du, es muss aber schon extrem neblig gewesen sein, wenn das 99% der Ursachen sind.
Was wir als Seeing bezeichnen, hat nichts mit Luftfeuchte pp zu tun, das spielt bei der Himmelstransparenz eine Rolle.
Seeing teilen wir ganz grob ein in
- atmosphärisches Seeing (Lutftschichten und Ihre Bewegungen sind Störfaktoren)
- Standortseeing (Bebauung, Versiegelte Flächen, Schornsteine, Hauswände und Dächer, Lagen mit verwirbelung der "normalen" Luftverhältnisse als Beispiele für Störfaktoren)
Geräteseeing (Schichtungen oder chaotische Verwirbelungen von Luft unterschiedlicher Temperatur im Teleskop und im Strahlengang der Optik sind Störfaktoren)
-Beobachterseeing (besonders bei offenen Teleskopen Gitterrohr pp oder bei Einblick-/Sitzposition nahe der Öffnung kommt es zu Störungen durch die Wärmeabstrahlung des Beobachters selbst)
Defokusiere mal einen Hellen Stern zu einem fetten Fladen, halte die Hand vorne direkt unter die Öffnung. die Schlieren die über den Sternfladen wandern sind von Dir (Wärme).
Das alles ist schlecht, aber man kann was dagegen tun und Du hast mit der Tau-/Streulichtkappe schon damit angefangen.
Und Du hast schon sehr erfolgreich beobachtet, nadelspitze Sternchen sind ein gutes Zeichen. Wenn hohe Vergrößerungen nicht gehen, dann sieht man, wie Du schon beobachtet hast, auch mit niedrigen Vergrößerungen eine ganze Menge.
Also weiterbeobachten, staunen, entdecken, Erfahrung sammeln und irgendwann später mal die eine oder andere kleine Optimierung, das eine oder andere neue Okular, ein Filterchen. So wie es Spass macht, so wie Du durch Deine wachsende Erfahrung Bedarf selbst erkennst und so wie es passt.
Gruß
*entfernt*