AP

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Hallo Clemens,

umso Älter man wird je kleiner ist die maximale Öffnung der Pupille.
Mit zB. 40 Jahren ca. 6mm. Das heißt wenn Du ein Okular mit einer Austrittspupille von 8mm benutzt kommt mehr Lich an als dein Auge aufnehmen kann.
So habe ich das zumindest verstanden und da ich kein Optiker bin hoffe ich mal das es so stimmt.
 
Hi,

es gibt genügend Leute im "Rentenalter", die mehr als die berechnete AP "verdauen" können. Das sind statistische Richtwerte bei denen auch eine Rolle spielen mag, dass die meisten Leute in dem Alter einfach nicht mehr nachts draußen rumturnen und Sterne schauen. Insofern sollte man das nicht so verbissen sehen.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Clemens,

wenn Du Dein Fernglas oder Dein Newton Teleskop tagsüber gen Himmel richtest und aus 20-30cm Entfernung auf das Okular schaust,
dann kannst Du die runde Austrittspupille sehen, ggf. ein Maß daneben halten und abmessen.

Das Licht dieser runden Austrittspupille trifft auf die Eintrittspupille, das ist Dein Auge mit der innenliegenden variablen Blende genannt Pupille.
Logisch, dass man nicht mehr Licht sammeln kann als die Eintrittspupille durchläßt, also für gewöhnlich maximal 7mm.

Die Größe der AP errechnet sich beim Fernglas und Teleskop aus

Öffnung geteilt durch Vergrößerung
(Fernglas 8x56 : 56mm : 8 = 7mm AP -> Nachtglas, Jäger)

oder auch Okularbrennweite geteilt durch Öffnungsverhältnis
(Newton 8"/F6 Okular 30mm : 6 = 5mm AP)

Mit Adaption ist Dunkelanpassung gemeint. Das Augenpurpur (Rhodopsin) verbraucht sich fortwährend beim Sehen, je heller desto mehr.
Vermeidet man Licht für 45-60 Minuten ist eine komplette Erneuerung des Augenpurpurs erfolgt
und die maximale Lichtempfindsamkeit des Auges ist gegeben. Nach 20 Minuten ist bereits eine sehr gute Adaption erreicht. Dunkeladaption
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Leute,

und ich denke, dass die Zusammenhange AP, Vergrößerung, erreichbares Feld, erreichbare V.-Max und V.-Min. absolut nicht irgendwie doch klar sind, zumindestens nicht, wenn es um die Auswirkungen auf die praktische Beobachtung geht.
Da liest man die abenteuerlichsten Argumentationen von zu lichtstarken Newtons unter hellem Himmel, mangelnder Planetenleistung großer Öffnungen, Lichtstärke als Systemfehler und so weiter und so weiter.

Zusammengefasst und abgekürzt sieht das für mich bezüglich der maximal einsetzbaren AP so aus (ergänzend zu Svens HP):

Bei biologisch maximal möglicher EP (Eintrittspupille des Auges) von ca. 7 mm sollte man sein Übersichtsokular so wählen, dass die mit dem Okular erreichte AP (Austrittspupille okular-/fernrohrseitig) näherungsweise dem Wert der erreichbaren Sterngrenzgröße des Himmels an seinem bevorzugten Beobachtungsplatz entspricht oder Diesen nur geringfügig überschreitet.
So wird das Okular dem Anspruch auf Objektsuche bei möglichst großem Feld und auf ästhetische, kontrastreiche Großfeldbeobachtung von Sternfeldern, Galaxien und hellen Nebelregionen am besten gerecht. Auch schwache gesuchte Objekte werden, soweit sie überhaupt erreichbar sind, nicht in einem zu hellen Hintergrund "absaufen".

Bei der Beobachtung großflächiger Nebel mit entsprechenden Linienfiltern ist es durchaus sinnvoll, auch bei nicht optimalen Bedingungen eine größere erreichbare AP zu wählen und so das erreichbare Feld und auch die Helligkeit des Nebels durch Konzentration des Lichtes auf kleinerer Fläche zu steigern. Höhere Vergrößerungen und kleinere AP kann man, wenn das Objekt lokalisiert ist immer noch versuchen.

Für die Beobachtung ohne Filter kann also, unter mäßigen Bedingungen, durchaus eine AP von 5 mm angezeigt sein, während sich der Wert für die Beobachtung mit engen Linienfiltern,
z.B. Bader O III, an der individuell zu ermittelnden maximal möglichen Pupillenöffnung des Beobachters orientieren sollte. Dies werden im Regelfall 6 – 7 mm sein und es ist zwingend erforderlich, durch Abschirmung von umgebendem Streulicht dem Auge auch die Möglichkeit zu geben, sich so weit an die Dunkelheit zu adaptieren (z.B. Beobachtungstuch) .

Wer unter sehr guten Rahmenbedingungen beobachtet wird folglich mit einem Okular den guten Kompromiss leicht finden. Sternenfreunde die dem Skyglow nicht entfliehen können sollten die Anschaffung von zwei Okularen in Erwägung ziehen, wenn sie das Mögliche auch erreichen wollen.

Entsprechende Breitband CLS oder Skyglow Filter kosten ebenfalls Geld und halten nicht, was man (die Werbung) sich davon verspricht.
Sie sind für viele Objekte untauglich, für Objekte die auf Filterung reagieren zu breitbandig und es fehlt ihnen die mit der passenden Okularwahl für aufgehellten Himmel einhergehende Steigerung der Vergrößerung, denn kleinere AP durch kleinere Okularbrennweite bedeutet neben einem dunkleren Himmels(hinter)grund auch immer eine höhere Vergrößerung (und Auflösung) des gesuchten Objekts.

Gruß und CS
*entfernt*
 
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Hi Dietmar,

Volltreffer, ich ändere das jetzt, also nicht wundern Leute.
Änderungen sehen so aus.
Gruß und CS
*entfernt*
 
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Hallo Alle,

Zwei Themen wurden noch nicht erwähnt und das sind die Lage der Austrittspupille und sphärische Aberration der Austrittspupille.

Im Grunde ist die Austrittspupille einer Teleskop-Okularkombination (T-O-Kombi)die Abbildung der Austritsspupille des Teleskops. Die ist bei einem Refraktor oder Newton gleich mit der Eintrittspupille = Objektiv. Bei Cassegrainähnlichen ist das anders, da liegt sie näher am Okular, in Kombination mit einem Focalreducer kann sie sogar virtuell werden. Somit kann sich die Lage der Austrittspupille einer T-O-Kombi sich verschieben.

Die sphärische Aberration ist das sich die Lagen der Austrittspupille der T-O-Kombi sich änderen mit dem Bildwinkel. Wenn dieser Unterschied kann groß sein bei extreme Weitwinkelokulare und führt zum Kidney Bean effekt. Das heisst das man schwarze Flecken im Bild sieht.

Gruß,
Harrie


 
Hi,

klar hab ich die durchgelesen, aber bis jetzt hab ich nie an die AP gedacht, wenn ich Okulare gekauft hab.

Ich meine, wenn man ein Teleskop mit Öffnungsverhältnis f/4 hat und ein 38mm Okular kaufen möchte hätte man eine AP von 9,5 mm.

Ist das jetzt wirklich so schlimm, das man das Okular nicht kaufen sollte?

Gruß,
Clemens
 
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Hi Clemens,

a) zu große AP bringt keinen Helligkeitsgewinn

b) wie Günther schreibt: zu starke Himmelsaufhellung, wenn die AP zu groß
bei kompletter Finsternis auf La Palma habe ich auch mal ohne Einbuße mit AP 10mm beobachtet (nur zum Spaß)

c) hohe Okularbrennweite nimmt man um ein großes Bildfeld zu erreichen,
ein 30er Widescan III oder 31er Nagler bringt bis auf 1-2 Ausnahmen schon das größte Bildfeld.

Warum also bei F4 noch höher? Das klassische Übersichts-Okular für F4 ist das 26er Nagler.
 
Hi Clemens,
?)
pass auf, knallhart:
In der nächsten mondlosen sternenklaren Nacht nimmst Du Dir am Beobachtungsplatz die untere von den beiden Katen in diesem Link
http://www.home.uni-osnabrueck.de/ahaenel/aol/lightpol.html
als Ausdruck mit und stellst freisichtig, also mit den bloßen Augen, ohne Teleskop oder Fernglas, die Sterngrenzgröße im Kleinen Wagen fest.

Der Wert auf den Du kommst, also z.B. 5,2 oder 4,8 oder 6,1, ist der Wert für die AP die Dein Übersichtsokular für die Aufsuche und Sternfeldbeobachtung liefern sollte.

Wenn Du 5,0 Mag ermittelst und das zur Verfügung stehende Okular liefert 4,8 - 5,5 mm AP, dann ist das okay.

Wenn Du 5,0 Mag ermittelst und das Okular liefert 8 mm AP, dann ist das gleich aus zwei Gründen nicht okay.
1. - Deine Pupille mimmt maximal nur etwa 7 mm Durchmesser an, 1 mm verschenkt.
2. - wird Deine Pupillenöffnung an dem Standort auch eher bei 5 mm Öffnung hängen bleiben, weitere 2 mm verschenkt.
3 mm verschenken ist absolut zu viel, schon 1 mm ist absolut unnötig und wäre mir auch zu viel.

Wenn Du noch kein Okular für die Übersicht hast und Du ermittelst 5,0 Mag, dann such Dir ein Okular, welches möglichst dicht an 5 mm AP liegt, lieber etwas drüber (0,2 bis 0,5 mm) als drunter.

Gruß und CS
*entfernt*
 
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Hallo

Ein 38mm Okular an einem f4 Teleskop wäre absolut sinnlos.
Da hättest du das Gefühl Sterne am Tageshimmel zu beobachten :/
An so einem lichtstarken Teleskop,das sowieso eher für die Astrofotografie gedacht ist,sollte man höchstens Okulare von 26mm Brennweite,abwärts benutzen.
Selbst an meinem 12"f8 Teleskop,und einem 42mm LVW,ist unter lichtverschmutzten Sommerlichen Himmel der hintergrund manchmal zu stark aufgehellt,so das Nebel da schon glatt absaufen.

Gruß
Manfred
 
Hi,
ich hab mir das nochmal alles durchgelesen, mit etwas mehr Erfahrung =). Was macht man dann, wenn man einen Himmel von Grenzgröße 3mag hat(zugegeben etwas extrem)?

AP = Brennweite Okular : Öffnungsverhältnis

in meinem Fall (mit Übersichtsokular):
AP = 38mm : 6
= 6,3

Brennweite Okular = AP (muss 3 sein) * Öffnungsverhältnis
Brennweite Okular = 3 * 6
= 18mm

Das wäre mir als Übersichtsokular zu wenig. Was macht man dann bei zu hellem Himmel?

Gruß,
Clemens
 
Hallo Clemens,
Da hin Fahren wo der Himmel dunkler ist.
Das hört sich nach "Klatsche" an,ist aber keineswegs so gemeint.Bei solchen Bedinguingen muß man sich auf unser Sonnensystem beschränken.Also Sonne,Mond und die helleren Planeten.Für Deepsky ist ein mag3 Himmel viel zu schlecht.Da wird schon alleine das Finden von Objekten zum Glücks und Gedultspiel.
Grüße Rainer
 
Hallo Clemens,

dem, was Rainer geschrieben hat, füge ich noch hinzu: Für solche Fälle hast Du Dein Fernglas. Da kannst Du sogar noch die AP variieren.

Gruß hamma
 
Hi Clemens
kleine Korrektur
Öffnungsverhältnis ist ein Bruch 1/6
Daher muß mathematisch lauten

Okubrennweite * Öffnungsverhältnis = AP

3m Himmel - nun dann heißt ins dunkle fahren oder bevorzugt Objekte anschauen die entsprechend hoch vergröß0ert werden, das die AP paßt. Großfeld und vor allen große Nebel kannst sonst weitgehend abhaken.

CS
 
hallo,

ein OIII Filter kann unter Stadthimmel noch so manches Nebelchen sichtbar machen, also ganz vergessen muss man Deep Sky nicht unter so schlechten Bedingungen. Der OIII macht auch den Hintergrund dunkler und erlaubt daher wieder höhere APs.

Und weils zum Thema passt hier der Link zum Fernrohrkennzahlen-Diagramm, da kann der Clemens nachschauen wie das zusammenhängt:
Diagramm-Thread

lg Tommy
 
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