APM 10x50 HD Marine

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Vergleich TS 7x50 Marine mit TS 10x50 Marine

Qualitätsvergleich TS 10x50 Marine mit TS 7x50 Marine



In meinem Qualitätsvergleich möchte ich nur beschreiben, ob die chinesische Fernglasschmiede eine ebenso gute Qualität beim TS 10x50 Marine hergestellt hat, wie beim 7x50 Marine. Welches ja hier Link für sehr gut befunden wurde. Eine Meinung, der ich mich nur anschließen kann.
Auf die unterschiedliche Vergrößerung und die Folgen für die astronomische Beobachtung gehe ich daher nicht ein, sie sind mir jedoch bewußt.
Die beiden Ferngläser werden ebenso baugleich unter den Namen APM HD Marine, und William Optics 7x50 ED (zur Zeit kein 10x50) verkauft.

Daten des TS 10x50 Marine:

Vergrößerung / Öffnung: 10x / 50mm

Prismen: BAK 4 Prismen

Vergütung: FMC

Gesichtsfeld: 6,5° wahres Feld / 65° scheinbares Feld

Sehfeld auf 1000m: 114m

AP. 5mm

Lichtstärke: 25

Augenabstand: 18,5 mm


Äußere und mechanische Verarbeitung:

Die Verarbeitung ist bei beiden Gläsern sehr gut, robust und griffig, auch äußerlich identisch. Der Dioptrie-Ausgleich ist bei beiden Geräten etwas schwergängig, jedoch gut drehbar. Dieses scheint jedoch bei mit Stickstoff gefüllten Gläsern keine Seltenheit zu sein.

Gewicht:

Bei beiden Ferngläsern gleich schwer: 1,6 kg

Vergütung und Transmission:

Die Vergütung ist bei beiden Geräten gleich. Bei der Transmission kann ich auch keinen Unterschied feststellen. Das Bild des 7x50 wirkt am Tag gering heller (7mm AP).


Optische Leistung:

Die Schärfe des TS 10x50 M. ist bis ca. 80% des Randes sehr scharf definiert, danach fällt die Schärfe gleichmäßig stärker ab. Es ist jedoch nur bei bewußter Kontrolle ersichtlich, da man auf Grund des großen Gesichtsfeldes kaum in diesen Bereich schaut, Beim 7x50 würde auch ich die Randschärfe des Feldes auf 90% schätzen, also besser.
Die Aussage bei APM zum 10x50 HD Marine: „Selbst im Randbereich des gut einsehbaren und relativ ebenen Gesichtsfeldes erscheinen die Beobachtungsobjekte noch scharf definiert“ sollte noch mal überdacht werden.

Die Tiefenschärfe ist beim 10x50 nicht mehr erwähnenswert vorhanden., wenn man es mit dem 7x50 vergleicht.

Ein Farbsaum ist auch beim TS 10x50 M. kaum festzustellen, beim Mond erkennt man jedoch am hellen Rand einen minimalen Farbsaum in den Farben Gelb/Rot – kaum auffällig jedoch bei ganz genauer Sicht vorhanden. Beim TS 7x50 M. hatte ich diesen nicht so festgestellt, Grund könnte jedoch auch die Vergrößerung sein.
Wenn man den Mond an den Rand stellte, konnte man einen kleinen Reflex erkennen, der jedoch eigentlich unbedeutend ist, wenn man an andere Ferngläser denkt. Der Reflex war auch beim 7x50 festzustellen.
Beim Jupiter erkennt man die klar definierte Scheibe und die Monde als kleine leuchtende Pünktchen – sehr schön.

Resümee zum TS 10x50 Marine:

Auch dieses Fernglas ist in seinen Leistungen ein sehr schönes Glas. Es erreicht zwar nicht in allen Fällen die Ergebnisse des 7x50 TS Marine, jedoch ist es für astronomische Zwecke unter leicht aufgehelltem Himmel besser geeignet.

Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Dieses sind natürlich, wie sollte es auch anders sein, meine subjektiven Eindrücke.


Viele Grüße

Olaf
 
Was zum Teufel macht diese Gläser so schwer

Hi,

danke für den Bericht.
Die Gläser scheinen ja brauchbar zu sein, wenn das Gewicht von 1,6 KG nicht wäre.
Für mich ein klares KO-Kriterium.
Ferngläser in dieser Größe müssen einfach leichter sein, da geht der ganze
Mobilitätsvorteil eines Fernglases flöten - mußte ich schon leidvoll erfahren.

Was zum Teufel macht diese Gläser so schwer?

Viele Grüsse
Thomas
 
Re: Was zum Teufel macht diese Gläser so schwer

Vermutlich: Das japanische Vorbild! Das Fujinon war ja als Militaerglas ausgelegt, druckwasserdicht bis 5m Tiefe und so weiter... Als man es in China nachbaute, hat man wohl noch ein paar Alu-Teile durch billigeres (und schwereres) Metall ersetzt, und raus kamen 1.6 kg (statt 1.4 kg des Fujinon). Fuer Astro ist das alles natuerlich schon wieder unnoetig, hier muss es ja nicht unbedingt wasserdicht und extrem stossfest sein. Immerhin: Mal eine gute Optik, und halb so teuer wie das Fujinon. Man kann halt nicht alles haben :-)

Viele Gruesse,
Holger
 
Re: Vergleich TS 7x50 Marine mit TS 10x50 Marine

Hallo Olaf

danke für den Hinweis, ist schon geändert,meine Bürodamen, haben einfach den text vom 7 x 50 übernommen :-)
 
APM HD 10x50 und ein altes Dekarem

Olaf hat sich in seinem Beitrag die beiden TS Modelle 7x50 und 10x50 vorgenommen und bei der Gelegenheit möchte ich einen kleinen Vergleich zwischen dem APM HD 10x50 und meinem alten CZJ Dekarem beisteuern. Mal abgesehen vom Aufdruck mit den optischen Daten und dem "Hersteller" sind das APM und das TS 10x50 Modell von der optischen Leistung und der Konstruktion wohl vergleichbar.

Link zur Grafik: http://212.80.228.216/sites/f.schaefer/0apmczj10x50.jpg

Auf dem Foto sieht man die beiden (ungleichen) Kontrahenten. Im Vergleich zum APM 10x50 wirkt das gute alte Dekarem beinahe zierlich. Nimmt man beide Gläser in die Hand, so sind Gewicht und Abmessungen auch die auffälligsten Unterschiede. Unsere Sartorius meldet mir beim Dekarem 1,008 kg und beim APM (ohne Okular- aber mit Objektivdeckeln) 1,537 kg – das ist praktisch ein halbes Kilogramm Unterschied! Das APM Glas ist wirklich schwer und man merkt ihm den ursprünglichen Verwendungszweck beim Militär deutlich an. Das Gewicht ist für meinen Geschmack bei der Freihandbeobachtung schon ein Nachteil. Dazu kommt, dass ich das Fernglas nicht so gut mit den Händen fassen kann wie das deutlich kompaktere Dekarem. Letzteres ist ein ganzes Stück leichter, handlicher und griffiger. Das hohe Gewicht des APM hat aber auch einen Vorteil: das Zittern meiner Hände wird besser gedämpft als beim Dekarem. Leider kann ich den Vorteil der Massenträgheit nicht allzu lange auskosten, denn dann wird mir das Glas einfach zu schwer. Zum Glück hat der Hersteller einen Stativanschluß eingeplant, den würde ich wahrscheinlich auch nutzen.

Zur Verarbeitung wurde schon einiges gesagt. Das Glas bewegt sich auf einem erstaunlich hohen Niveau und ähnelt mit seiner Gummierung vom "Feeling" verdächtig einem Fujinon 10x50. Insgesamt macht das Fernglas einen soliden und robusten Eindruck. Da hat sich der Hersteller einige Mühe gegeben und ich habe den Eindruck, hier kein billiges Chinaglas in den Händen zu halten. Man sieht es aber schon am Preis: das 10x50 (egal ob APM oder TS) kostet deutlich mehr als eins der oft angebotenen chinesischen 15x70, 20x80 oder 20x90 Ferngläser! Schaut man sich auf der TS Website um, dann liegt der Preis fürs 10x50 Marine auf dem selben Niveau wie beim geradsichtigen 25x100 Großfernglas! Der Hersteller der 10x50 APM und Marine Ferngläser kann also auch nicht zaubern und Qualität hat nunmal ihren Preis – auch wenn das Fernglas aus China kommt.

Nun zum Vergleich APM HD 10x50 vs. Dekarem 10x50. Die auffälligsten Unterschiede habe ich schon genannt: das sind die Abmessungen und die satten 500 g Differenz beim Gewicht. Das Dekarem kommt vom äußeren Erscheinungsbild in der Qualität daher, die man i.allg. von CZJ kennt: die Ferngläser wurden in Jena mit Liebe zum Detail und einem Herz für gute Optik und Mechanik konstruiert und genauso gebaut. Das Dekarem ist allerdings weder wasserdicht noch ist es für Brillenträger geeignet. Hier hat das APM HD 10x50 seine Vorteile, wenn auch die Tauglichkeit für Brillenträger ihre Grenzen hat (dazu später). Da ich mein 10x50 nicht ausschließlich für Astro sondern auch tagsüber nutze, kommen mir die "belederte", kompaktere und leichtere Bauweise sowie der Mitteltrieb beim Dekarem ein ganzes Stück entgegen. Mit dem APM 10x50 möchte ich weder auf Wanderung gehen noch bei der Beobachtung zwischen weit entfernten Objekten und dem Nahbereich wechseln. Das aber nur am Rande, hier steht ja die Himmelsbeobachtung im Vordergrund. Einen Vergleich zum Fujinon 10x50 kann ich nur aus der Erinnerung ziehen, da ich zwar mal ein Fujinon ausprobieren durfte, selbst aber keins besitze. Bei der Einzelokulareinstellung sehe ich schon einen Unterschied, die läuft beim Fujinon deutlich sanfter. Beim APM Modell sind kleine Drehbewegungen zur präzisen Scharfstellung nicht so einfach zu bewerkstelligen und ich habe einige Zeit gebraucht, um wirklich die optimale Einstellung zu finden. Beim Fujinon klappte das besser. Bei den Okularen des APM Fernglases fällt noch etwas auf. Der Austrittspupillen-Längsabstand wird mit 18,5 mm angegeben und auf den ersten Blick könnte man eine sehr gute Tauglichkeit für Brillenträger vermuten. Klappt man die Augenmuscheln um, so macht sich u.U. Ernüchterung breit. Bei der Konstruktion der Okulare hat der Hersteller (aus welchen Gründen auch immer) die letzte Linse (augenseitig) ziemlich weit in die Fassung des Okulars versenkt (8,5 mm gemessen zwischen letztem Linsenscheitel und oberem Fassungsrand). Das heißt, das Umklappen der Augenmuscheln verschafft einem Brillenträger einen kleineren Vorteil als man zunächst vermuten könnte. Ich habe den AP-Abstand nicht gemessen, kann aber sagen, das Fernglas verhält sich bezüglich der Eignung für Brillenträger in etwa genauso wie ein Nikon 8x30 E II oder ein Leica 8x32 Trinovid. Beide Ferngläser haben einen recht knapp bemessenen AP-Abstand und sind nicht jedermanns Geschmack, wenn Beobachtungen mit Brille angesagt sind. Beim APM 10x50 hilft also nur Ausprobieren, denn nicht jeder Brillenträger wird mit Brille beobachten können.

Ein Blick auf die Objektive und in die Objektivtuben zeigt neben einer anscheinend sehr effektiven Vergütung auch eine aufwendige Streulichtunterdrückung in Form eines "Antireflex-Profils" mit recht ordentlicher Schwärzung, welches sich im Innern der Objektivtuben fast über den ganzen Weg zwischen Objektiv und objektivseitigem Prisma erstreckt. Beobachtungen in der späten Dämmerung und in der Nacht zeigen auch kaum Störungen durch diffuses Streulicht ("Merlitz-Test" <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />) und Reflexe mit einer hellen Lichtquelle im Sehfeld sind wenig auffällig. Auch in dem Punkt hat sich der Hersteller Mühe gegeben. Die Vergütung der Objektive und Okulare zeigt an den Grenzflächen reflektiertes Licht in verschiedenen Farben, was eine echte MC-Vergütung vermuten läßt. Die objektivseitige Prismenfläche schimmert grünlich, in etwa so, wie man das von manchem chinesischen Astrookular der nicht so teuren Sorte kennt. Ob man hier noch was verbessern kann, das läßt sich mit dem bloßen Auge natürlich nicht sagen. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass bei den APM HD oder TS Marine Gläsern von über 90% Transmission die Rede war. Allerdings ist mir nicht in Erinnerung, worauf sich diese Angabe bezogen hat. Liegt nur das Maximum der spektralen Verteilung über 90%? Handelt es sich bei der Prozentangabe um eine Wichtung der Transmissionskurve mit der Tag- oder Nachtempfindlichkeit der Augen? Oder liegt die Transmission in einem bestimmten Bereich des Spektrums (von x nm bis y nm) über 90%? Mal sehen, vielleicht können ja unsere zuständigen Astrohändler eine fundierte Erklärung dazu geben.

Nun zurück zum Vergleich zwischen APM 10x50 und Dekarem am Sternhimmel. Ich habe mir dabei zwei Punkte herausgepickt, die nach meiner Meinung für die Himmelsbeobachtung wichtig sind: Randschärfe und Transmission. Zuerst muß man feststellen, das Dekarem hat ein deutlich größeres Sehfeld. Laut Hersteller sind das 7,2 Grad im Vergleich zu 6,5 Grad beim APM HD 10x50. Für meine Augen (und das ist jetzt genauso subjektiv wie wichtig!) zeigt das APM Fernglas keinen signifikanten Vorteil bei der Randschärfe. Das Dekarem hat ein größeres Sehfeld und zeigt im Randbereich auch etwas mehr Unschärfe. Wenn ich mich beim Dekarem auf einen Bereich von ca. 6 Grad Durchmesser beschränke, dann ist die Randunschärfe bei beiden Ferngläsern sehr ähnlich. So wie ich das einschätze, liegt das beim APM HD 10x50 in einer stärker ausgeprägten Bildfeldwölbung begründet. Das Dekarem zeigt mir keine auffällige Bildfeldwölbung und ich kann die zunehmende Unschärfe im Randbereich nicht durch Nachfokussieren oder Akkommodation ausgleichen. Das Bild bleibt auch beim Versuch des Nachfokussierens auf den äußeren 15-20% des Sehfelds (auf den Radius bezogen) unscharf. Beim APM Fernglas kann ich einen großen Teil der Randunschärfe durch Nachfokussieren mit Hilfe der Einzelokulareinstellung kompensieren, was aber nicht praktikabel ist. Da in meinem Alter das Akkommodationsvermögen schon eingeschränkt ist, kann ich die abnehmende Schärfe zum Rand nicht mehr mit meinen Augen kompensieren. Dadurch erscheint mir das APM Fernglas bei der Randschärfe kaum besser als mein Dekarem. Es kann also gut sein, dass jüngere Beobachter als ich (mit einer größeren Akkommodationsbreite der eigenen Augen) auch über einen größeren Teil des Sehfelds scharfe Sterne sehen. Daher hilft wohl auch hier nur eins: ausprobieren. Die Randschärfe oder –unschärfe werden Beobachter unterschiedlichen Alters vermutlich recht unterschiedlich einschätzen.

Ansonsten ist die Schärfe über den zentralen, ohne Augenbewegung erfassbaren Bereich des Sehfelds sehr gut. Auch helle Sterne wie Arktur lassen sich auf ein beinahe sternförmiges Objekt fokussieren und Jupiter zeigt ein rundes, gut definiertes Scheibchen und deutlich sichtbar seine vier großen Monde. Im direkten Vergleich würde ich bei der "Punktförmigkeit" der Sterne dem alten Dekarem trotzdem einen leichten Vorteil einräumen. Die Okularkonstruktion des alten Zeiss Jena Fernglases ist seit Jahrzehnten bekannt und beliebt für ihre Eignung bei der Himmelsbeobachtung. Im Vergleich mit dem Dekarem mußte schon manches ungleich teurere Dachkantglas Federn lassen, wenn es um die Disziplin der "Ästhetik der Sternabbildung" geht. Für meinen Geschmack ist das APM HD 10x50 nahe dran, aber das Dekarem gefällt mir in dem Punkt noch einen Tick besser. Die Ursache dafür kann aber zum Teil auch bei der zweiten wichtigen Eigenschaft zu suchen sein: der Transmission. Schwächere Sterne erscheinen eher als nadelförmige Punkte als helle Sterne ...

Mein Dekarem ist nun runde 25 Jahre alt und die Vergütung der Optik entspricht dem Stand der Technik bei Zeiss in Jena von Anfang der 80-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Das ist ein Punkt, den man beim Vergleich mit modernen Ferngläsern berücksichtigen muß. Mit einer für "typische China-Ferngläser" (so wie ich sie kenne) wirklich sehr guten MC-Vergütung hat das APM HD 10x50 einen klaren Vorteil bei der Transmission. Das alte Dekarem bringt es im Maximum der Transmissionskurve vielleicht auf 85% und bei einer auf die Empfindlichkeit unserer Augen gewichteten Transmissionsverteilung wird der Wert für das Nachtsehen vermutlich kaum die 80% erreichen. Hier ist das Dekarem wegen seines Alters im Nachteil. Vergleicht man beide Ferngläser am Sternhimmel, so ist der Unterschied auch zu sehen. Das APM Fernglas zeigt die selben Objekte etwas heller und der Kontrast zwischen Objekt und Himmelshintergrund ist besser. Für die Himmelsbeobachtung allein hat das APM HD 10x50 die Nase vorn. Der Unterschied wird sich etwas relativieren, wenn man ein Dekarem von 1992 mit einer verbesserten Vergütung zum Vergleich heranzieht oder gar ein Docter Nobilem gegen das APM HD 10x50 antreten läßt.

Ob das APM Fernglas im Vergleich zum Dekarem das bessere Astroglas ist oder nicht, das hängt nun wieder von der Summe der Eigenschaften ab. Für mich alten Sack mit vermutlich schon deutlich eingeschränkter Akkommodationsbreite bringt das APM Fernglas keinen echten Vorteil bei der Randschärfe. Es bleibt für mich der Vorteil der höheren Transmission und dem gegenüber steht das etwas wuchtige Design mit seinem hohen Gewicht. Markus Ludes hat mir sein APM HD Fernglas zum Ausprobieren zur Verfügung gestellt und er wird mir sicher nicht böse sein, wenn ich es wieder zurück schicke. Auf meine alten Tage bleibe ich bei Dekarem und Nobilem. Beide Ferngläser kann ich neben Astro auch für die Beobachtung bei Tag und in der Dämmerung sehr gut nutzen und unterm Sternhimmel machen sie für ihr Alter und im Vergleich zu manch anderem "High-End Fernglas" aus dem aktuellen Astrosortiment diverser Anbieter noch immer eine sehr gute Figur. Andere Beobachter werden möglicherweise zu einem anderen Urteil kommen und das APM oder TS 10x50 behalten und trotz 1,5kg Lebendgewicht mit Spaß am Nachthimmel nutzen.

Eine letzte Frage stellt sich mir noch: bekommt man mit dem APM HD 10x50 nun ein "Fujinon" zum halben Preis? Ich denke nein. Ich kann zwar nur aus der Erinnerung argumentieren, bin mir aber einigermaßen sicher, dass das Fujinon 10x50 auch für meine alten Augen deutlich randschärfer abbildet. Dazu kommt die Einzelokulareinstellung des APM HD 10x50, die in Präzision und Gängigkeit nicht so ganz auf dem Niveau des Fujinon Fernglases liegt. Dann sind mir noch ein paar kleinere Mängel aufgefallen. Ein kritischer Blick zeigt eine leicht asymmetrische Schärfeabnahme zum Sehfeldrand (oben etwas unschärfer als unten), was auf eine nicht ganz optimale Justage schließen läßt. Es ist kein Bildversatz in Bildmitte zu erkennen, nur nimmt die Schärfe in Richtung Rand halt nicht rotationssymmetrisch zur optischen Achse ab. Ein Fehler hat sich bei der Montage eingeschlichen: die Skala zur Einstellung der Augenweite zeigt eine Abweichung von rund 3 mm. Wer einen Augenabstand von 72mm hat, der muß mein Exemplar des APM HD 10x50 Fernglases an der Skala (oben an der Knickbrücke) auf knappe 70mm einstellen. Desweiteren hätte man die Gummierung etwas sorgfältiger anbringen können. Die Nahtstellen auf den Innenseiten der Tuben sind nicht richtig verschweißt. Bezüglich Randschärfe bzw. –unschärfe halte ich es für möglich, dass APM HD und Fujinon Unterschiede bei der Bildfeldwölbung zeigen, welche je nach Alter des Beobachters mit einer mehr oder weniger auffälligen Randunschärfe beim APM Fernglas zu Buche schlagen. Den Punkt müßte man nochmal genauer prüfen. Ob es noch einen größeren Unterschied bei der Transmission gibt, dass kann man per Augenschein kaum klären. Hier hilft nur eine vergleichende Transmissionsmessung und nicht der Vergleich von Daten, die vom jeweiligen Hersteller kommen. Obige Frage könnte man nun etwas abändern: bekommt man mit dem APM HD 10x50 eine sinnvolle Alternative zum Fujinon? Hier fällt ein "Ja" schon leichter. Es gibt nach meiner Einschätzung durchaus noch Unterschiede zum Fujinon und dafür zahlt man auch einen höheren Preis. Es ist wie bei vielen anderen Ferngläsern: ein Docter 8x42 B/CF beispielsweise macht unterm Sternhimmel eine Menge Spaß. Ein Zeiss 8x42 Victory FL macht aber noch mehr Spaß, der Spaß kostet allerdings richtig Geld.

Zum Schluß noch meinen Dank an Markus Ludes: dafür, dass er das Fernglas verpackt, verschickt und die sicher nicht unerheblichen Transportkosten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> getragen hat. Mein Dank an CZJ, dass sie schon vor vielen Jahrzehnten ein wunderschönes 10x50 zu einem für viele Leute erträglichen Preis auf den Markt gebracht haben, kommt vermutlich etwas zu spät ...

Frank.
 
Re: APM HD 10x50 und ein altes Dekarem

Hallo Frank,

vielen Dank fuer den fundierten Bericht (der Dank geht auch an Olaf!). Inzwischen kann ich mir schon ein recht genaues Bild von dem Fernglas machen, da ich das Dekarem, das TS 7x50 und auch das Fujinon kenne.

Das TS Glas hat mit ziemlicher Sicherheit andere Okulare als das Fujinon, das scheint jetzt klar zu sein. Die FMTR-SX Serie hat ja eine eigene Linse zur Bildfeldebnung (das 'F' im FMTR), die moeglicherweise im China Glas so nicht verwendet wurde. Daher vielleicht die groessere Bildfeldkruemmung. Klar, Spekulation, aber einleuchtend. Vielleicht wurden die Leute in Kunming uebers Ohr gehauen: Sie haben ueber E-bay ein FMTR-SX kaufen wollen, aber eines der aelteren MTR-SX angedreht bekommen :-)

Simone hat die Transmission des TS Glases gemessen und erhielt ein Ergebnis, das "erschreckend" nah am Leica Ultravid 7x42 lag (ich weiss nicht, ob es in ihrem Sinne ist, wenn ich genaue Zahlen angebe, daher ueberlasse ich es ihr, eventuell mehr Details zu veroeffentlichen). Die Transmission ist auf jeden Fall eine sehr starke Seite dieses Fernglases.

Insgesamt kann man hoffen, dass die Chinesen dieses Niveau halten und auf leichtere und kompaktere Bauformen anwenden. Es sollte technologisch machbar sein, ein aehnliches Fernglas mit nur 1 kg Gewicht zu konstruieren.

Viele Gruesse,
Holger
 
Re: APM HD 10x50 und ein altes Dekarem

Immer wieder ein Genuß, Frank's kleine feine Testberichte zu lesen. Mein Eindruck vom 7x50 Fuji-Klon, das ja in vielen Punkten mit dem 10x50 vergleichbar ist, wird hier voll bestätigt.

Größe und Gewicht sind hier neben der etwas fummeligen Einzelokularverstellung die k.o.-Kriterien. Brillenträger müssen auf jeden Fall vor dem Kauf einen Praxistest machen.

carpe noctem
Matthias
 
Re: APM HD 10x50 und ein altes Dekarem

> ... Testberichte zu lesen ...

Hallo Matthias,

danke für die "Blumen". Aber Testberichte schreibe ich keine, nur Erfahrungsberichte. Leider ist das Geschreibsel etwas lang geworden. Aber ich bin lernfähig und probiere es weiter. In ein paar Jahren kann ich vielleicht Berichte schreiben, die kurz und prägnant sind. Dann könnte das Ergebnis auch lauten: Ich habe das Fernglas mit einem teureren Fernglas verglichen und keinen Unterschied gesehen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
Re: APM HD 10x50 und ein altes Dekarem

> Vielleicht wurden die Leute in Kunming uebers Ohr gehauen: Sie haben ueber E-bay ein FMTR-SX kaufen wollen, aber eines der aelteren MTR-SX angedreht bekommen

Hallo Holger,

interessante Theorie. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />

> Die Transmission ist auf jeden Fall eine sehr starke Seite dieses Fernglases.

Im Vergleich zum alten Dekarem ist das richtig. Interessant wären an der Stelle vergleichende Messungen mit derselben Messeinrichtung für ein TS oder APM, ein Fujinon und ein Docter Nobilem. Da Markus eh außer Landes ist, kann ich sein Fernglas ja noch ein paar Tage behalten. In einer ruhigen Minute werde ich mich mal hinsetzen und das Glas bezüglich Transmission am Sternhimmel meinem Nobilem gegenüberstellen. Mal sehen, ob es hier auch noch die Nase vorn hat. Eine Messung kann das natürlich nicht ersetzen, auch klar.

Frank.
 
Re: APM HD 10x50 und ein altes Dekarem

Hallo Frank

Deine Erfahrungsberichte sind sehr gut. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

Du bist ein sehr genauer Beobachter, hast viel Erfahrung (die Stärke der "alten Säcke") und schreibst so, dass ich es verstehe.

Also einfach herzlichen Dank für deine wertvollen Beiträge.

Liebe Güsse
Daniel
 
Re: APM HD 10x50 und ein altes Dekarem

Hallo Frank,

was für ein fundierter, toller Vergleich, Chapeau!

Ich kann dazu nicht mehr sagen, als daß ich dadurch mal wieder viel lernen konnte und den Größenvergleich sehr amüsant finde.

Danke für Deine Mühe und bleibe bitte bei der Länge Deiner Berichte, man erfährt viel.


Grüße und CS

Olaf
 
Offene Fragen.

Das TS Glas hat mit ziemlicher Sicherheit andere Okulare als das Fujinon, das scheint jetzt klar zu sein. Die FMTR-SX Serie hat ja eine eigene Linse zur Bildfeldebnung (das 'F' im FMTR) ...

Hallo Holger,

irgendwo hatte ich mal eine Erklärung der Kennzeichnung bei den Fujinon Gläsern gefunden, im Moment weiß ich nur nicht wo. Das "F" ist klar und das "MT" steht wohl für "Marine-tested" oder etwas in der Art. Auf der UO-Website werden die Gläser mit "MS" gekennzeichnet und bei der TS-Variante steht "MX" auf dem Gehäuse. Das "M" steht dann wohl für Marine und das "X" bestimmt für xtra-large <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />.

Die Transmission ist auf jeden Fall eine sehr starke Seite dieses Fernglases.

Mir ist auch eine Transmissionsmessung für ein UO 10x50 des besprochenen Typs bekannt und z.Zt. suche ich verzweifelt den Punkt im Kurvenverlauf, welcher den "92% Light Transmission" entsprechen könnte, wovon auf der UO Website die Rede ist <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />. Allerdings ist so ein Messergebniss nur ein Punkt von vielen, den man zur Bewertung heranziehen kann. Jedenfalls würde ich die Angabe "92% Light Transmission" mit Vorsicht genießen, da vollkommen unklar ist, wofür der Wert steht. Ohne Bezugnahme auf ein standardisiertes Meßverfahren oder besser einen Vergleich unterschiedlicher Ferngläser mit ein und demselben Meßaufbau sind solche Zahlenangaben eigentlich witzlos.

@ Olaf und Daniel:

es freut mich, dass ihr mit dem Bericht etwas anfangen konntet. Ich habe ihn heute früh auch mal gelesen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" /> und habe ein paar Zweifel, ob "fundiert" die richtige Bezeichnung ist <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />. Holger wird mir sicher zustimmen, es gibt einige Punkte, die man hinterfragen, prüfen und nochmal diskutieren sollte. Ein Punkt ist die Transmission und die Frage: wo das Fernglas diesbezüglich denn tatsächlich einzuordnen ist. Wirklich in der Nähe eines Fujinon? In der Nähe eines Nobilem? Oder wo anders? Die Frage nach dem Einfluß der Bildfeldkrümmung auf die Randschärfe bzw. -unschärfe müßte man auf jeden Fall im direkten Vergleich mit einem Fujinon mit "F" im Label und das am besten mit mehreren Beobachtern klären. Erst dann kann man einigermaßen belastbare Aussagen zu den Eigenschaften treffen, die das Fujinon und das UO Fernglas trennen.

Frank.
 
Re: Offene Fragen.

Hallo Frank,

mit den Transmissionsangaben der Hersteller ist wirklich nicht viel anzufangen. Wenn man zwei Fernglaeser gleicher Spezifikation sorgfaeltig in der Daemmerung vergleicht, dann duerfte man wohl 5% Unterschied in der Transmission noch erkennen koennen. Viel mehr wuerde ich mir nicht zutrauen, und auf noch genauere Werte kommt es in der Praxis dann auch nicht mehr an. Wichtiger ist ja, ob das reflektierte Licht an hellen Objekten irgendwelche fiesen Geisterbilder erzeugt, was sich sehr viel genauer pruefen laesst.

Simone hat in ihren Messungen die Transmissionskurven fuer zwei Situationen (Tagessehen und Nachtsehen) separat gewichtet und ueber das komplette Spektrum gemittelt. Ich kann wohl soviel sagen, dass das TS Fernglas nur etwa 1% hinter dem Leica 7x42 Ultravid lag, und immerhin 3-4% hinter dem 10x50 Nobilem. Es waere in diesem Zusammenhang natuerlich interessant, mal eines der aelteren Dekarem einzuspannen. Aber soviel ist sicher: Die Zeit der minderwertigen Verguetungen aus China ist, zumindest in diesem Preisbereich, zum Glueck vorbei.

Viele Gruesse,
Holger
 
Re: Offene Fragen.

> Wichtiger ist ja, ob das reflektierte Licht an hellen Objekten irgendwelche fiesen Geisterbilder erzeugt, was sich sehr viel genauer pruefen laesst.

Hallo Holger,

keine Frage, da bin ich voll und ganz Deiner Meinung. Unterm Strich zählt die Praxis und falls die Unterschiede zwischen zwei Ferngläsern eher akademischen Charakter haben, dann muß man sich darum nicht sorgen. Aber Du kennst mich ja, ich lese für mein Leben gern die Werbung unserer lieben Astrohändler. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> Als die neuen Ferngläser eingeführt wurden, hatte ich den Eindruck, hier gibt es ein "Fujinon" ohne dass ich den Preis für ein Fujinon bezahlen muß. An der Stelle interessiert mich schon, ob dem so ist oder ob sich der Aufpreis für das japanische Modell nicht doch noch lohnt. Man müßte wirklich mal ein UO, ein Fujinon und ein Nobilem vergleichen, dann sieht man vielleicht schon ohne Messung, was Sache ist. Hast Du nicht Zeit und Lust für einen Test?

> Ich kann wohl soviel sagen, dass das TS Fernglas nur etwa 1% hinter dem Leica 7x42 Ultravid lag, und immerhin 3-4% hinter dem 10x50 Nobilem.

Falls das UO bei der Transmission noch deutlich hinter dem Nobilem liegt, dann melden sich bei mir leise Zweifel an den Meßgeräten und/oder der Auswertung der Meßergebnisse beim Hersteller. Wie die Leute auf einen Wert von 92% kommen, das ist mir ein Rätsel. Warum das Ultravid nicht mit einem Nobilem mithält, das wundert mich allerdings noch mehr. Ich hätte schon vermutet, dass ein aktuelles Dachkantglas von Leica eine etwas höhere Transmission mitbringt als ein Nobilem. Woran mag das liegen?

> Die Zeit der minderwertigen Verguetungen aus China ist, zumindest in diesem Preisbereich, zum Glueck vorbei.

Die Vergütung hat mich auch überrascht und Markus hatte wohl recht, als er vor ein paar Wochen hier im Forum von der Qualität der Vergütung geschwärmt hat. Ob der Hersteller schon auf dem Niveau von Fujinon fertigt, das wird hoffentlich bald jemand aus dem Forum mit einem direkten Vergleich klären. Wieder die Frage: hast Du nicht Lust? Fahr doch mal übers Wochenende zum Hersteller nach Kunming, vielleicht kannst Du gleich beide Ferngläser vor Ort ausleihen? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> ...

Tschüß, Frank.
 
Re: Offene Fragen.

Hallo zusammen, schöner Bericht von Frank !

Wie steht ihr eigentlich zu mal anderen Kriterien bei der Auswahl eines Glases ? Ich meine 350 EUS für ein 'fast'-Fuji mögen ja bei Betrachtung der optischen Qualitäten interessant sein, aber wie siehts hier aus ?

2 Beispiele:

- Wertverlust
Jeder, den die Fernglasmacke gepackt hat, kommt wohl mal in die Situation, sich von einem Glas zu trennen, um die Sammlung an anderer Stelle aufzustocken, oder warum auch immer. Mein 20x80 habe ich vor knapp 13 Monaten für 189,- EUS erworben und ich müsste es heute (keinerlei Gebrauchsspuren) für ärmliche 60 € verschenken !
Ein 7x42 Dialyt (P*)in PERFEKTEM Zustand könnte ich aktuell für 800 EUS gebraucht kaufen. Das sind, meine ich, annähernd 90% des damaligen Listenpreises, vom realen VK ganz zu schweigen.

- Reparatur
Wer wechselt mir bei einem APM/TS/*wasweissich* nach 5 Jahren eine Objektivlinse, weil mein Sohn mit dem Glas im Sandkasten gespielt hat ? Oder meine Katze stösst (in ihrer tollpatschigen Art) das Glas von Regal und es geht irgendwas anderes kaputt?


Vielleicht fallen euch noch Entscheidungskriterien ein ? Ich denke, vor diesem Hintergrund relativiert sich die an sich objektiv gute Optik schon nochmal.


Grüsse

Carsten
 
Re: APM HD 10x50 und ein altes Dekarem

Hallo Frank,

vielen Dank für den ausführlichen, kompetenten und kurzweilig geschriebenen Testbericht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />


Viele Grüße, Jürgen
 
Re: APM HD 10x50 und ein altes Dekarem

Hallo Frank,
wie immer ein super Bericht, mit dem man etwas anfangen kann. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />
CS
*entfernt*
 
Re: Offene Fragen.

Hallo Carsten,

die von Dir angesprochenen Punkte wollte ich eigentlich auch aufgreifen, hab's dann schlicht vergessen. Dass man bei diverser chinesischer Astrooptik mitunter erhebliche Wertverluste in Kauf nehmen muß, das ist ja nichts neues. Ob das bei den APM HD oder TS Marine Ferngläsern, die man ja nicht mehr in die Rubrik Billigoptik stecken kann, in Zukunft auch so sein wird, das muß man wohl abwarten. Vielleicht steigt ja der Wiederverkaufswert im Vergleich zum Neupreis doch mit zunehmender Qualität etwas an?

Dein zweiter Punkt ist mir da schon wichtiger. Ab einem bestimmten Preis mache ich mir durchaus Gedanken und frage mich, wie es in ein paar Jahren um den Service bestellt ist. Einen Betrag von 300 Euro und mehr gebe ich nicht in der Hoffnung aus, dass das Fernglas lange genug funktionieren möge oder dass sich schon jemand finden wird, der es im Notfall richtet. Ich bezweifle, dass es sich ein Händler auf Dauer leisten kann, teure Ferngläser auf Kulanz reparieren oder austauschen zu lassen. Ein wichtiger Grund, warum ich mich z.B. bei Zeiss auch mit einem Conquest gut aufgehoben fühle, ist die Bereitstellung von Service und Ersatzteilen für einen langen Zeitraum. Zu einem guten und nicht billigen Fernglas gehört für mich eine dazu passende Gewährleistung (sprich Garantie) und auch ein fachkundiger Service. Ist das bei den teureren Ferngläsern, wie sie unter diversen Logos über den Astrohandel unters Volk gebracht werden, gegeben?

Zur Zeit würde ich so ein Fernglas, wenn überhaupt, nur in der Hoffnung kaufen, dass Simone den Spaß an ihrer Firma nicht verliert <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" /> und ich im Ernstfall ein Paket packen und nach Arnstadt senden kann ...

Frank.
 
Re: Offene Fragen.

>>>>Warum das Ultravid nicht mit einem Nobilem mithält, das wundert mich allerdings noch mehr. Ich hätte schon vermutet, dass ein aktuelles Dachkantglas von Leica eine etwas höhere Transmission mitbringt als ein Nobilem. Woran mag das liegen?

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Hallo Frank,

das ist eine interessante Frage. Man braeuchte aber noch mehr Daten, um dem auf den Grund zu gehen. Man muss erst einmal klaeren, wie die Unterschiede innerhalb einer Baureihe sind: Verhaelt sich das 7x42 anders als das 8x42 oder 10x42? Vielleicht hat es mehr oder dickere Linsen im Okular? Die naechste Frage ist, wie sich unterschiedliche Testmethoden unterscheiden und warum. Vielleicht sind 3% Unterschied in solchen Messungen irrelevant, weil ein Spektralphotometer der Firma XYZ mit der Lichtquelle ABC ohnehin Ergebnisse liefern wuerde, die um 5% variieren. In diesem Sinne wuerde ich einfach zusammenfassen: Die drei genannten Fernglaeser spielen etwa in derselben Liga. Um das zu untermauern, waere es gut, mal ein aelteres Dekarem zu messen, das dann vielleicht satte 10% Unterschied liefern wuerde.

Man müßte wirklich mal ein UO, ein Fujinon und ein Nobilem vergleichen, dann sieht man vielleicht schon ohne Messung, was Sache ist. Hast Du nicht Zeit und Lust für einen Test?

Ich bin von Mitte Juni bis Ende Juli in Dresden - vielleicht koennen wir mal was zusammen testen :-)

Viele Gruesse,
Holger
 
Re: Offene Fragen.

> Die naechste Frage ist, wie sich unterschiedliche Testmethoden unterscheiden und warum.

Hallo Holger,

wenn die Transmissionsmessungen von ein und derselben Meßvorrichtung stammen, dann kann man sich schon ein recht gutes Bild beim Vergleich verschiedener Ferngläser machen. Besser wäre es natürlich, mehrere Exemplare eines Modells zu haben, um nicht ein "Montagsglas" zu erwischen. Aber wer kauft sich schon 3-5 Leica 7x42 Ultravid Ferngläser? Im Forum von Werner Jülich wurden mal ein paar Ergebnisse vorgestellt, wo nicht nur einzelne Exemplare sondern auch zwei oder drei eines Typs vermessen wurden. Nun kann man Ergebnisse mit der Meßvorrichtung A nicht mit denen der Meßvorrichtung B direkt vergleichen. Aber je mehr Ergebnisse aus einer Quelle vorliegen, um so runder wird das Bild. Und wenn man sich alle Meßergebnisse (auch aus unterschiedlichen Quellen) vornimmt, diese jeweils auf das beste Fernglas innerhalb einer Meßreihe normiert (oft sind Victory FL Ferngläser dabei, da klappt das recht gut <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />), dann kann man auch Ergebnisse aus unterschiedlichen Quellen miteinander vergleichen. Ich hatte mir mal die Messungen aus dem Jülich-Forum und die aus dem DWJ Test jeweils auf's Victory 8x42 FL normiert und in ein Diagramm eingetragen. So weit auseinander liegen die Ergebnisse nicht, wenn man das Abschneiden der verschiedenen Ferngläser relativ zueinander betrachtet. Auf absolute Transmissionswerte und deren Nachkommastellen sollte man dabei nicht schauen, aber die Tendenz ist in beiden Meßreihen die gleiche.

> Ich bin von Mitte Juni bis Ende Juli in Dresden - vielleicht koennen wir mal was zusammen testen :-)

Gute Idee! Zu empfehlen wäre da in erster Linie das Radeberger Bier und hinterher gehen wir TS und APM Ferngläser testen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> ...

Frank.
 
Re: Offene Fragen.

>>Zu empfehlen wäre da in erster Linie das Radeberger Bier und hinterher gehen wir TS und APM Ferngläser testen

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Das klingt gut :-)


Holger
 
Ergänzung zu einem alten Nobilem

Wenn man zwei Fernglaeser gleicher Spezifikation sorgfaeltig in der Daemmerung vergleicht, dann duerfte man wohl 5% Unterschied in der Transmission noch erkennen koennen. Viel mehr wuerde ich mir nicht zutrauen, und auf noch genauere Werte kommt es in der Praxis dann auch nicht mehr an. Wichtiger ist ja, ob das reflektierte Licht an hellen Objekten irgendwelche fiesen Geisterbilder erzeugt, was sich sehr viel genauer pruefen laesst.

Hallo Holger,

die letzten zwei Tage und Nächte habe ich das APM HD 10x50 mit meinem alten 10x50 Nobilem verglichen. Das Nobilem stammt von Anfang der 90-er Jahre (es hat noch die alte, schwarze Gummierung) und ist damit etwa 10 Jahre jünger als das Dekarem. Das APM Fernglas liegt noch immer klar vorn - beim Gewicht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />. Das gummierte Nobilem bringt 1,234 kg auf die Waage, damit ist das APM Glas noch runde 300 g schwerer. Das Nobilem erreicht beinahe die Abmessungen des APM Fernglases und fällt deutlich wuchtiger als das Dekarem aus. Allerdings ist das Nobilem etwas schmaler als das APM gebaut, leichter und dabei für meine Hände auch besser zu greifen und zu halten.

Ansonsten reduziert sich - wie schon vermutet - der Unterschied bei der optischen Leistung deutlich. Ich habe gestern noch mal eine geschlagene Stunde auf dem Balkon zugebracht und beide Ferngläser in ihrer Dämmerungstauglichkeit verglichen. Nachbars Dach bei Mondlicht und einen angrenzenden Wald habe ich so gründlich untersucht, dass ich mich heute dort mit verbundenen Augen orientieren könnte <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" />. Wenn es überhaupt einen Unterschied zwischen den Ferngläsern gibt, dann ist er sehr klein (*). Manchmal hatte ich den Eindruck, das Nobilem habe einen leichten Vorsprung, manchmal war es umgekehrt. Anders sah der Vergleich mit dem 10 Jahre älteren Dekarem aus. Einzelheiten, die ich mit dem APM HD und dem Nobilem in tiefer Dämmerung noch erkennen konnte, waren im Dekarem nur noch zu erahnen. Das Nobilem hat im Vergleich zum Dekarem eine verbesserte Vergütung und eine aufwändigere Streulichtunterdrückung. Beim Nobilem gibt es in den Objektivtuben (wie beim APM Fernglas) ein ausgedehntes "Antireflex-Profil". Die Prismen sind objektivseitig komplett abgedeckt und die Abdeckung selbst ist außen richtig gut geschwärzt. Neben einer verbesserten Transmission zeigt das Nobilem auch ein brillanteres Bild. Natürlich hat das Nobilem noch mehr Vorteile im Vergleich zum Dekarem. Es ist (bedingt) brillenträgertauglich, es ist spritzwassergeschützt und die Okulare sind mit Stulpendichtungen gegen das Gehäuse abgedichtet.

Ein Blick auf den Mond zeigt in beiden Ferngläsern einen schwachen, aber nicht zu übersehenden, Reflex. Beim Nobilem erscheint er diffus und ohne eine auffällige Färbung, beim APM Fernglas erscheint er etwas deutlicher als "Mond" und er zeigt sich in einem auffälligen Grün. In meinem Bericht zum Vergleich von APM und Dekarem hatte ich die grün schimmernde Vergütung der Prismen angesprochen und ich habe mich dort schon gefragt, ob man an dem Punkt nicht was verbessern könnte. Wenn ich mir den günlich schimmernden "Geistermond" im APM Glas so anschaue, dann würde ich die Ursache für dessen Auftreten wohl zuerst bei der Vergütung der Prismen suchen.

Unterm Strich würde ich sagen, beide Ferngläser zeigen in der Dämmerung und bei Nacht keine signifikanten Unterschiede. Die Randunschärfe ist auch beim Nobilem etwas stärker ausgeprägt, aber meinen Augen bringt das APM Glas wiederum keinen so deutlichen Vorteil, dass ein Verkauf des Nobilem für mich gerechtfertigt wäre. Da ich Transmissionsmessungen von jüngeren Nobilem Ferngläsern kenne, sind meine Zweifel an den "92%" Transmission bei den UO Ferngläsern nicht ausgeräumt. Einen Wert für die auf das Nachtsehen gewichtete Transmissionsverteilung von vielleicht 85% mit einem lokalen Maximum bei 90% würde ich dem Hersteller abkaufen und das würde meinen Eindrücken vom direkten Vergleich der beiden Ferngläser auch nicht widersprechen. Meine Vermutung, dass man mit einem APM- oder TS-UO Fernglas nicht unbedingt ein "Fujinon" bekommt, bleibt ebenfalls bestehen.

(*) Bezüglich Transmission und Vergütung gibt es schon einen Unterschied. Die Transmissionskurve des Nobilem zeigt ein ausgeprägtes Maximum, wobei die Transmission links vom Maximum stärker abfällt als rechts davon. Meine Vermutung bei Tageslicht: dem Nobilem fehlt etwas Transmission im blauen Bereich, was einen leichten Gelbstich und einen wärmeren Farbton zur Folge hat. Das UO Fernglas hat eine "Breitbandvergütung", wobei das Maximum der spektralen Verteilung weniger stark ausgeprägt ist. Das zeigt sich in einer neutraleren Farbwiedergabe, wobei das Bild im Vergleich zum Nobilem eher kühl wirkt. Nun ist es aber so, dass die Optiker bei Zeiss Jena bzw. Docter-Optik das Maximum der Transmission in etwa dahin gelegt haben, wo unser Auge bei Tag am empfindlichsten ist - auf etwa 560nm. Auch bei 510nm, da wo wir bei Nacht am besten sehen (Stichwort Purkinje-Verschiebung), liegt die Transmission beim Nobilem noch immer auf einem sehr hohen Wert. Bei der Messung eines UO Fernglases, die mir bekannt ist, liegt das Maximum der Transmission bei 630nm und sinkt bei 510nm schon deutlich ab. Die Charakteristik der spektralen Verteilung der Transmission ist also eine völlig andere und würde man nun diese unterschiedlichen Verteilungen auf das Nachtsehen wichten (Maximum der Empfindlichkeit unserer Augen bei 510nm), dann käme vermutlich kein großer Unterschied bezüglich der wahrgenommenen Bildhelligkeit in der Dämmerung oder bei Nacht heraus. Das würde nun wieder recht gut den Eindrücken entsprechen, die ich gestern bei meinen "Streifzügen" mit APM HD 10x50 und Nobilem über Nachbars Dach und den angrenzenden Wald gesammelt habe.

Frank.
 
Fujinon-Terminologie

Hier ein kurzer kompletter Zwischenruf zur Fujinon-Terminologie. Im Extremfall heißt ein Glas bei uns "FMTRC-SX2". Die einzelnen Buchstaben bedeuten:
F: Flat-Field-Optik mit integriertem Bildfeldebnungssystem
MT: Marine-tested, Fertigung nach US-Militärnorm
R: Rubber-covered = Gummiarmierung
C: Interner Kompass
SX2: Hiermit wird die patentierte Elektronenstrahlvergütung zum Ausdruckgebracht, die in der neuesten Generation 2 Prozentpunkte mehr Gesamttransmission gebracht hat (daher eben auch SX2).

Schöne Grüße,
 
Re: Ergänzung zu einem alten Nobilem

Hallo Frank,

den Ausgang des Nachttests habe ich etwa so erwartet. Man kann also insgesamt zusammenfassen:

1) Wer schon ein Nobilem hat, braucht sich fuer das TS/APM Glas nicht zu interessieren.

2) Wer ein Dekarem besitzt oder ein Fernglas in dieser Preisklasse kaufen will, der haette mit dem APM eine interessante Alternative. Dessen Optik ist, im Grossen und Ganzen, besser, dafuer ist es aber deutlich schwerer.

3) Das Fujinon bleibt die Nr. 1 unter den Porro Glaesern.

Wuerdest Du das auch so zusammenfassen?


Gruss,
Holger
 
Re: Ergänzung zu einem alten Nobilem

1) Wer schon ein Nobilem hat, braucht sich fuer das TS/APM Glas nicht zu interessieren.

2) Wer ein Dekarem besitzt oder ein Fernglas in dieser Preisklasse kaufen will, der haette mit dem APM eine interessante Alternative. Dessen Optik ist, im Grossen und Ganzen, besser, dafuer ist es aber deutlich schwerer.

3) Das Fujinon bleibt die Nr. 1 unter den Porro Glaesern.

Wuerdest Du das auch so zusammenfassen?

Hallo Holger,

ja, so in etwa würde ich das auch einschätzen.

Zu 1) wäre anzumerken, dass das UO Fernglas dann eine Überlegung wert sein könnte, wenn die Kombination aus Fernglas und den eigenen Augen zu einer deutlich verbesserten Randschärfe am Sternhimmel führt und ein evtl. zu ersetzendes Nobilem wegen alleiniger Nutzung für Astro ansonsten nur im Schrank liegt. Bei mir trifft das nicht zu und ich würde auch nur ungern ein so gutes Porroglas wie das Nobilem mit seiner Zentralfokussierung gegen eins mit Einzelokularverstellung tauschen. Unterm Strich wäre das kein gutes Geschäft. Bei einem geplanten Neukauf sieht die Sache anders aus. Steht die Himmelsbeobachtung klar im Vordergrund, dann ist das UO 10x50 schon eine interessante Alternative, um für relativ wenig Geld an ein wirklich gutes Astroglas zu kommen. Jeden Abend eine halbe Stunde Freihandbeobachtung (egal ob Vögel oder Astro) sollte die Muskulatur so weit trainieren, dass man sich eines Tages keine Gedanken mehr über das Gewicht des Fernglases machen muß <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> ...

Bevor ich 250, 300 oder mehr Euronen investiere, würde ich aber noch klären, wie es um Gewährleistung und Service im Astrohandel bestellt ist. Die Frage wird sich spätestens dann erneut stellen, wenn chinesische Hersteller mal mit wirklich guten Dachkantgläsern in den Markt einsteigen. Bessere Ferngläser aus derselben Quelle werden sicher nicht billiger. Bei einem "klassischen Chinaglas" für 50, 100 oder 150 Euro sorge ich mich nicht so dringend um die Gewährleistung des Herstellers und um den Service im Schadensfall. Bei einem N2-gefüllten Fernglas der teureren Sorte tue ich das schon.

Zu 2) gibt es nichts weiter zu sagen. Wer mit den Dimensionen, dem Gewicht und der Einzelokulareinstellung klar kommt, der kann im Vergleich zu einem älteren Dekarem die höhere Transmission und den besseren Kontrast der UO Gläser nutzen.

Punkt 3) muß man nicht kommentieren. Dat iss so. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Der chinesische Hersteller könnte uns aber in Zukunft noch in Erstaunen versetzen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich einer belederten Variante des UO 10x50 mit verbesserter Vergütung und einer für meine Augen verbesserten Randschärfe auf Dauer widerstehen könnte. Noch schlimmer wäre die Bedrängnis, wenn ein derart verbessertes Modell mit Mitteltrieb und reduziertem Gewicht auf den Markt käme. Ich hatte eigentlich nie Zweifel, dass chinesische Hersteller sehr gute Ferngläser bauen können, wenn sie wollen und dürfen. Dazu gehört aber ein Markt, der den nötigen Absatz verspricht und als Händler sollte man seiner Kundschaft ein solches Fernglas abseits vom Billigsektor auch vermitteln können. Das funktioniert aber nicht, wenn Billigware schön geredet und als "High-End", "besonders hochwertig", "für anspruchsvolle Beobachter" und weiß der Henker was noch alles an den Kunden weitergeleitet wird. An der Stelle ist wohl noch etwas Umdenken nötig, nicht nur auf Händlerseite ...

Der letzte Punkt, der mir noch immer zu denken gibt, ist die Frage, ob ich so ein Fernglas wirklich haben möchte. Für meinen Geschmack sieht das Fernglas etwas zu sehr nach einem Fujinon aus. Ich hätte kein Problem mit einem Fernglas, wo sich der chinesische Hersteller mit eigenen Ideen von der Konkurrenz absetzt oder mal was wirklich neues auf den Markt bringt. Etwas in der Art kann ich hier aber nicht erkennen. Wenn es den Anbietern solcher Ferngläser egal ist, ob ein Hersteller, der den Markt in der Vergangenheit mit neuen und interessanten Produkten bereichert hat, bei der aktuellen Entwicklung eines Tages vielleicht Probleme bekommt, dann ist das deren Sache. Mir ist es nicht egal. Aber vielleicht sehe ich das auch zu verbissen?

Frank.
 
TSGlas / APM Glas ... Test

Hallo Herr Schäfer,

ich freue mich über das Ergebnis, welches auch meine Einschätzung der Gläser bestätigt.

Die Kundenresonanz ist ebenfalls nicht schlecht. Ich denke, Sie stimmen mit überein, daß diese Gläser das beste sind, was in dieser Klasse bis jetzt aus China geliefert wurden.

Sicherlich die Ähnlichkeiten zu anderen Marken ist eher eine Geschmackssache aber die Leistung und der Preis stimmen auf jeden Fall.

Ich denke, aufgrund Formähnlichkeiten wird es keine Probleme geben, denn die Produkte haben eine eindeutige Identität.

Das beste Beispiel ist im Astro Bereich bei den Montierungen zu finden aber auch im KFZ Bereich bei den Autos, wo es ja auch sehr viele überaschende Ähnlichkeiten gibt.

Viele Grüße

Wolfi Ransburg
 
Re: Ergänzung zu einem alten Nobilem

Hallo Frank,

hast Du Transmissionsdiagramme der erwähnten Ferngläser vorliegen und kann man die irgendwo einsehen?

Gruß

Steve
 
Re: TSGlas / APM Glas ... Test

Hallo Wolfi,

Frank fragte noch nach der Gewährleistung bei den TS Marine Gläsern, könntest Du darauf noch mal eingehen?
Dein Service ist ja sehr gut, jedoch welche Vorgaben hast Du vom Hersteller und welche Garantie gewährst Du daher für die Käufer dieser Ferngläser.

Viele Grüße

Olaf
 
Re: Ergänzung zu einem alten Nobilem

Hallo Steve,

die Messungen, die ich kenne, sind nicht frei verfügbar. Ich habe Vertrauen zu den Ergebnissen, habe mich aber bei meiner Einschätzung bewußt auf die qualitativen Unterschiede beschränkt und diese auch nur soweit zur Diskussion bestimmter Eigenschaften herangezogen, wie ich sie mit meinen Eindrücken beim Vergleich der Ferngläser in Einklang bringen konnte. Mehr war nicht Sinn der Sache.

Man könnte aber darüber nachdenken, ob man nicht mal ein paar Ferngläser auf ihre Transmission vermessen läßt, die für Sterngucker von speziellem Interesse sind. Allerdings kosten belastbare Messungen auch Geld und wer soll das finanzieren?

Frank.
 
Re: TSGlas / APM Glas ... Test

Ich denke, Sie stimmen mit überein, daß diese Gläser das beste sind, was in dieser Klasse bis jetzt aus China geliefert wurden.

Hallo Herr Ransburg,

beim 10x50 stimme ich Ihnen zu, das 7x50 kenne ich nicht und kann so auch nichts dazu sagen. Für das, was ich bisher an Fernoptik aus China erlebt habe, ist das UO 10x50 Marine wirklich erstaunlich gut.


Ich denke, aufgrund Formähnlichkeiten wird es keine Probleme geben, denn die Produkte haben eine eindeutige Identität.
Das beste Beispiel ist im Astro Bereich bei den Montierungen zu finden aber auch im KFZ Bereich bei den Autos, wo es ja auch sehr viele überaschende Ähnlichkeiten gibt.

Ganz so entspannt sehe ich das nicht. Die Leute bei UO können ja sehr gute Porrogläser bauen und irgendwann gibt es vielleicht auch hervorragende Dachkantgläser aus dieser Richtung. Mir geht es nicht allein um die Ähnlichkeit von UO und Fujinon Ferngläsern. Was passiert, falls eines Tages ein chinesischer Hersteller auf die Idee kommt, Produkte "nachzuempfinden", in die eine Firma hierzulande ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihr Geld investiert hat? Um neue Produkte zu entwickeln und neue Ideen in die Tat umzusetzen, muß man natürlich auch Umsatz machen und die Produkte verkaufen, sonst fehlt eines Tages die Luft fürs Überleben. Ein Victory FL oder ein Duovid entwickelt sich nicht von allein und die Ideen, die solche Top-Ferngläser möglich machen, kommen auch nicht per Container ins Land. Noch baut man hierzulande Ferngläser und Spektive, wovon die besseren chinesischen Modelle ziemlich weit entfernt sind. Ob das in Zukunft noch so sein wird, das werden wir sehen. Die Probleme sehe ich halt eher in diesem Punkt.

Viele Grüße, Frank Schäfer
 
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