holger_merlitz
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Re: TSGlas / APM Glas ... Test
>>>Was passiert, falls eines Tages ein chinesischer Hersteller auf die Idee kommt, Produkte "nachzuempfinden", in die eine Firma hierzulande ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihr Geld investiert hat?
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Hallo Frank,
Das Problem existiert, und ist ja auch uralt. In den 50er Jahren haben die Japaner die deutschen Kameras abgekupfert (man sehe sich mal Diagramme der Nikkor Objektive an und vergleiche mit den Leica M Objektiven derselben Periode). Spaeter existierte die deutsche Kameraindustrie nicht mehr, allerdings waere es zu einfach, den Ideenklau dafuer verantwortlich zu machen. Irgendwann waren es ja die Innovationen der Japaner, die zu den attraktiveren Kameras fuehrten, und die deutschen Produzenten, die keine Ahnung hatten, was die Kunden wollten, waren zu traege und konservativ, um die elektronische Revolution mitzumachen.
Der beste Schutz gegen Abkupfern ist: Immer einen Vorsprung halten. Ein Zeiss Victory FL oder Leica Geovid ist nicht so schnell kopiert, und eine Firma, die das tatsaechlich koennte, wuerde versuchen, eigene Modelle zu schaffen und Maerkte zu erschliessen, denn der Preisvorteil wird auf dieser Qualitaetsstufe nicht mehr gross genug sein, um nur von den 1:1 Kopien zu leben. Was in China vielleicht passieren wird:
In den naechsten 10 Jahren wird sich die Massenproduktion langsam in billigere Regionen (Vietnam, Indien oder so) verlagern. In China werden nur wenige Fernglasschmieden ueberleben, und zwar diejenigen, die den Sprung in die hoehere Qualitaetsstufe schaffen und dann auch teurer produzieren. Diese Firmen werden nicht mehr anonym bleiben wollen, sondern sich als Markennamen mit eigenen Kreationen zu etablieren versuchen. Spaetestens dann werden sie es sich nicht mehr leisten koennen, Patente zu verletzen, da sie von nun an ihr eigenes intellektuelles Eigentum verteidigen muessen. Dieser Prozess wird auch 'von oben', d.h. auf politischer Ebene, erzwungen werden, denn langfristig kann China sich nicht mehr mit seiner Eigenschaft als Schwellenland dafuer entschuldigen, pausenlos die internationalen Spielregeln zu verletzen.
Inzwischen werden die Inder oder Vietnamesen von den Chinesen abkupfern. So wird es immer weiter gehen, wer aber innovativ bleibt und seinen technologischen Vorsprung sinnvoll einsetzt, der wird (hoffentlich) ueberleben. Ich sehe es uebrigens auch so wie Du: Wir als Kunden koennen durchaus ein wenig lenkend in den Prozess eingreifen. Wer nicht immer gleich nach dem billigsten Produkt greift, sondern erst abwartet und dann lieber ein hochwertiges Fernglas aus einheimischer Produktion kauft (oder, im Falle des Fujinon, ein japanisches 'Original'), der investiert auch in die Innovation von morgen.
Gruss,
Holger
>>>Was passiert, falls eines Tages ein chinesischer Hersteller auf die Idee kommt, Produkte "nachzuempfinden", in die eine Firma hierzulande ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihr Geld investiert hat?
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Hallo Frank,
Das Problem existiert, und ist ja auch uralt. In den 50er Jahren haben die Japaner die deutschen Kameras abgekupfert (man sehe sich mal Diagramme der Nikkor Objektive an und vergleiche mit den Leica M Objektiven derselben Periode). Spaeter existierte die deutsche Kameraindustrie nicht mehr, allerdings waere es zu einfach, den Ideenklau dafuer verantwortlich zu machen. Irgendwann waren es ja die Innovationen der Japaner, die zu den attraktiveren Kameras fuehrten, und die deutschen Produzenten, die keine Ahnung hatten, was die Kunden wollten, waren zu traege und konservativ, um die elektronische Revolution mitzumachen.
Der beste Schutz gegen Abkupfern ist: Immer einen Vorsprung halten. Ein Zeiss Victory FL oder Leica Geovid ist nicht so schnell kopiert, und eine Firma, die das tatsaechlich koennte, wuerde versuchen, eigene Modelle zu schaffen und Maerkte zu erschliessen, denn der Preisvorteil wird auf dieser Qualitaetsstufe nicht mehr gross genug sein, um nur von den 1:1 Kopien zu leben. Was in China vielleicht passieren wird:
In den naechsten 10 Jahren wird sich die Massenproduktion langsam in billigere Regionen (Vietnam, Indien oder so) verlagern. In China werden nur wenige Fernglasschmieden ueberleben, und zwar diejenigen, die den Sprung in die hoehere Qualitaetsstufe schaffen und dann auch teurer produzieren. Diese Firmen werden nicht mehr anonym bleiben wollen, sondern sich als Markennamen mit eigenen Kreationen zu etablieren versuchen. Spaetestens dann werden sie es sich nicht mehr leisten koennen, Patente zu verletzen, da sie von nun an ihr eigenes intellektuelles Eigentum verteidigen muessen. Dieser Prozess wird auch 'von oben', d.h. auf politischer Ebene, erzwungen werden, denn langfristig kann China sich nicht mehr mit seiner Eigenschaft als Schwellenland dafuer entschuldigen, pausenlos die internationalen Spielregeln zu verletzen.
Inzwischen werden die Inder oder Vietnamesen von den Chinesen abkupfern. So wird es immer weiter gehen, wer aber innovativ bleibt und seinen technologischen Vorsprung sinnvoll einsetzt, der wird (hoffentlich) ueberleben. Ich sehe es uebrigens auch so wie Du: Wir als Kunden koennen durchaus ein wenig lenkend in den Prozess eingreifen. Wer nicht immer gleich nach dem billigsten Produkt greift, sondern erst abwartet und dann lieber ein hochwertiges Fernglas aus einheimischer Produktion kauft (oder, im Falle des Fujinon, ein japanisches 'Original'), der investiert auch in die Innovation von morgen.
Gruss,
Holger