APM 152f6 ED

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Hallo,

hat Jemand von euch Erfahrungen mit dem APM 152f6 Zweilinser? Es müssten doch mittlerweile ein paar davon unterwegs sein.

Ist die Farbkorrektur tatsächlich so gut gelungen? Interessant wäre ein Vergleich mit dem 140f7 und dem 152f8 ED.
Letzteren kenne ich aus eigener Erfahrung.

CS Alex
 
Hallo Alex,
alle drei sind mehr oder weniger gute Halbapochromate.
Der 152 f/6 wird mit einem Polystrehl von 0.86 angegeben.
Der 150 f/8 mit PS 0.87 und der 140 f/7 mit etwas um PS 0.88.

Meine persönliche Beobachtung bezieht sich auf einen 150 f/8.
Da waren bei einer Vergrößerung von 2xD, also 300x, die Jupiterbänder nicht mehr weiß sondern gelb und die dunklen Bänder waren samt den Polgebieten und dem GRF irgendwie gleich braun.
Das Bild sah zwar scharf und kontrastreich aus, doch die Farbdifferenzierung war eigentlich auf gelb und braun begrenzt.
Die blau-grauen Bögen und Knoten im Ez-Band wahren nur als braune Ausbuchtung also als Form noch einigermaßen zu erkennen, aber nicht in der eigentlichen Farbe.
Irgendwie sah das Bild aus als würde man durch einen gelb Filter beobachten oder durch einen Baader Neodymium Filter, aber nicht durch einen APO.

Von daher ist dieser Satz meiner Meinung nach relativ zu sehen.
Ist die Farbkorrektur tatsächlich so gut gelungen?

Bei f/6 ist noch zu Bedenken das sich hier das Abbildungsfeld nochmal spürbar gegenüber f/8 ändern kann.
Also Bildfeldkrümmung, Astigmatismus, Farbquerfehler evtl. auch Koma?
LG
 
Danke für deine Einordnung. Den f8 ED hatte ich selbst mal, danach dann LZOS 130f9 und 152f8. Obwohl die LZOS auch ein ehr warmes Bild geben, kann ich deine Eindrücke mit dem ED f8 gut nachvollziehen. Ich hatte auch die 152f6 Achroversion, hat an der Sonne und auch widefield keinen schlechten Eindruck gemacht.

Mich würde dennoch interessieren wie die Praxiserfahrungen zu dem f6 ED sind. Mechanisch ist das für mich abschätzbar solide Qualität. Ich denke bei einem APM gelabelten Produkt werden die Blenden richtig dimensioniert sein und die Fassung auch praxistauglich sein.
Vom Händling wirds keinen Unterschied zur Achroversion geben, unter EQ6 Klasse geht da nix.
Die Optik ist ja mit f6 schon etwas heikler als mit f8 und daher interessant wie der Hersteller die Optikrechnung umgesetzt bekommt.
Ein gutes Beispiel ist der TS72f6 ED von dem ich trotz solider Mechanik optisch sehr enttäuscht war.
Wie du schon schreibst, welche Restfehler treten auf, ist das ganze sehr zentriersensiebel, wie gut funktionieren Flattener/Reducer, wie sieht das Bild mit einer Farbcmos Cam aus ggü. Schmalband SW oder an der Sonne im weißen Licht vs HA.
Oder ein Vergleich der 3 großen EDs wäre interessant. Mal schauen, vielleicht mag ein Besitzer hier seine Erfahrungen teilen.

cs Alex
 
Die Optik ist ja mit f6 schon etwas heikler als mit f8 und daher interessant wie der Hersteller die Optikrechnung umgesetzt bekommt.
Ein gutes Beispiel ist der TS72f6 ED von dem ich trotz solider Mechanik optisch sehr enttäuscht war.
Da scheinen die Modelle trotz ähnlicher Specs deutlich auseinander zu gehen.
Ich hatte mal den Lacerta 72/432 und den Skywatcher 72/420 Seite an Seite bei mir.
Optisch war der SW besser. Der Lacerta hatte einen sehr warmen Farbton, und auch rote Farbsäume. Der Skywatcher ist sehr neutral und hält seine Farben besser beisammen.
Mechanisch ist der Lacerta klar besser, aber auch deutlich schwerer.
Ein fetter Minuspunkt war bei meinem SW eine falsch positionierte Blende, die ihn auf 66mm abblendete (die war beim Vergleichstest selbstverständlich bereits an die richtige, vignettierungsfreie, Position verschoben worden) was ich auch bei einem anderen Exemplar schon gesehen hab. Also kein einmaliger Fehler.

LG
Olli
 
Hallo Olli,

ja genau solche Sachen interessieren mich hier bezüglich des 6“f6.


cs Alex
 
Ich geh ja schon.
Kannst mich ja auf "Ignorieren" stellen.
Der LZOS 130F/9 und der APM 140F/7 und 152F/8 und der TS 72 F/6 waren aber okay zum besprechen obwohl die auch alle nicht 152F/6 sind?
Ich wusste nicht, dass speziell nur der Skywatcher 72/420 nicht genannt werden durfte. Sorry dafür.

LG
Olli
 
Hallo Olli,

war garnicht böse gemeint, sondern im Gegenteil ehr zustimmend. Also genau solche Details, die du bezüglich der kleineren f6 genannt hast, würden mich auch beim großen f6 interessieren.
Sollte nicht heißen, dass was du über die kleinen geschrieben hast, hier Fehl am Platz wäre.

Grüße Alex
 
wir haben ja nichts zu verbergen, anbei das Prüfergebniss der Serien Nr 1 von Wellenform geprüft. Durch das FPL53 ist das Bild eher mit dem 140er als mit dem 152er vergleichbar und weisser

Die Riccardi Flattner und Reducer funktionieren ebenfalls sehr gut und wurden von massimo Riccardi drauf abgestimmt, sodaß wir mit dem Reducer F/6 x 0.75 = einen F/4.5 Astrographen mit 52 mm Bildkreis bekommen.

wie im Wellenform Ergebniss zu sehen ist, achten wir sehr wohl darauf das maximum der Korrektur im Grünen zu halten, das ist bei sehr vielen anderen Apos ganz und gar nicht der Fall.

APM 152F6 Test-4.JPG

APM 152F6 Test-3.JPG

APM 152F6 Test-5.JPG

APM 152F6 Test-1.JPG

APM 152F6 Test-2.JPG

einen
 
Sorry, der Sterntest ist sehr schlecht: erheblicher Zonenfehler.
Zum Vergleich mal das Düring APM 152 f/8 Doublet #003, von W. Rohr vermessen; deutlich besser:

APM doublet 152-f8.jpg
 
Hallo Steinheil

So ist es wenn Leute etwas interpretieren die nicht ins Detail gehen. Ich kann einen Apo nehmen mit 1/20 ptv und habe eine solche Zone mit 1/10 ptv deutlich sichtbar.
Einfach mal belesen wie Prüfungen zu Interpretieren sind .
Solche Zonen gibt es bei allen China Apos mal mehr mal weniger sichtbar. Wäre die Zone groß und störend wäre der Strehl deutlich schlechter.
 
Zuletzt bearbeitet:
anbei ein 155 mm Triplet , auch mit solchen Zonen, dieser stellte einen Jenoptik Kunden als Kollimator hoch zu frieden.

ich kann den ganzen tag Zonnenbilder posten



TS155.JPG
 
Damit wären wir wieder bei dem ehrenwerten Hr. Fraunhofer angelangt! ;)
Wie hat der gesagt, Zitat "Meine Fernrohre sind nicht zum Ansehen sondern zum Durchsehen"!

Mein 90mm Orion FH zeigt auch im Ronchi eine Unterkorrektur und beim Sterntest sowas wie Zonen :)!
Jupiter war gestern trotzdem herrlich zu beobachten damit und ich habe mich über die Details mächtig gefreut!

Der 152 f6 klingt mit den Reducer schon verdammt interessant zur Fotografie, leider habe ich keinen Platz mehr derzeit auf meinem Christbaum!
 
Selbst beim APQ gibt es schon mal Zonen. Ich kann hier Bilder jedes Nobelherstellers inkl. AP, TEC, LZOS mit Zonen posten. Die meisten sehen am Himmel nur absolute Freaks im Sterntest

IMG_3603.jpeg
 
Hallo alle miteinander, ist ja eine hitzige Diskussion hier.
Ich habe zwei TOAs und zwei AOM FLTs und hatte einen LZOS 152. Auch der LZOS hatte einen Zonenfehler. Einer der FLTs ist dreiwellig der andere hat eine Kante. Einen der TOA hat der Herr Rohr mal mit außergewöhnlichen Werten vermessen und dann als Referenz genommen. Zwischen dem „grottenschlechten“ - ja das ist nicht ernst gemeint - mit 97,9 Strehl und dem gar nicht soo schlechten mit 99, eigentlich Wurscht Strehl ist für mich kein Himmel weiter Unterschied.

Ich hab sie trotzdem ALLE lieb ;)

Leider sind bei mir nicht die Bedingungen um Fehler höherer Ordnung oder 1% Asti, Koma oder Sphäre am Himmel zu sehen. Auf der optischen Bank ist das was anderes, aber das mache ich deutlich seltener als meine Teleskope gen Himmel zu richten.
Natürlich sind die Fehler da, auch wenn ICH sie nicht sehe. Und daher find ich es auch gut dass darüber auch so leidenschaftlich diskutiert wird. Wie oben das kleine Missverständnis mit Olli zeigt, hilft es denke ich einen kühlen Kopf zu bewahren. Im Sinne der Diskussion ist denke ich auch, die Aussagen in Relation zu lesen. Richtig schlecht kann eine Optik ja mit 1/10 ptv schon gar nicht mehr sein.
Ob man sich an diesen Restfehlern stört ist doch jedem selbst überlassen. Dass jede Optik Restfehler hat und das man diese auch benennt, ist genauso im Sinne des Austausches hier. Ich finde es auch sehr lobenswert, dass Markus oder auch Yuri in einem anderen thread hier offen über ihre Produkte informieren. Versucht das mal beim lokalen Handwerker zu bekommen, ich hab da sehr viel weniger Glück als mit meinem Optiken.

Also bitte gerne weiter so, nur bitte nicht streiten.

cs Alex
 
Sorry, der Sterntest ist sehr schlecht: erheblicher Zonenfehler.
Zum Vergleich mal das Düring APM 152 f/8 Doublet #003, von W. Rohr vermessen; deutlich besser:
Der Sterntest ist bei einem solchen Refraktor nur bedingt, bis gar nicht Aussagekräftig.
Monochromatisch, also nur bei einer Wellenlänge wäre es anders, es ist jedoch so oder so nur ein qualitativer Test.
Ob das wirklich Zonenfehler sind kann man aus dem Sterntest nicht ablesen, da man es bei einem Refraktor immer mit Sphärischer Aberration und mit Defokus in Kombination zu tun hat.
Da hier in Autokollimation getestet wurde, werden die Fehler entsprechend deutlicher dargestellt.
Ein Vergleich mit dem Sterntest von W.Rohr und dem 6" f/8 Doublet hinkt leider schon am Öffnungsverhältnis von f/8 zu f/6 und der sich daraus ergebenden unterschiedlichen Schärfentiefe, eine evtl. Defokussierung macht sich bei f/6 deutlicher bemerkbar als bei f/8.
Auch ist der Sterntest von W.Rohr viel mehr defokussiert, es sind mehr Ringe zu sehen und er ist auch Überbelichtet, so dass man evtl. Fehler gar nicht mehr sehen kann.
Der Sterntest von Wellenform ist dagegen sauber gemacht, da gibt es nichts zu mäkeln.

Interessant wäre es den gemessenen Polystehl zu wissen.
Das von Wellenform gemessene bleibt weit von den 0.86 entfernt.
Leider kann ich das auch nicht genau sagen, da nur 4 Wellenlängen angegeben sind und ich auch nicht die genaue Gewichtung zu diesen Wellenlängen habe.
Ich kann es also nur grob schätzen mit PS 0,43.

Ein weiterer Betrachtungswinkel bietet der gemessene RC-Wert.
Über den RC-Wert kann man den 6" SD-Doublet mit einem Achromaten vergleichen.
RC=2,89 beim 6" f/6 SD-Doublet
RC=12,7 beim 6" f/6 Achromaten

Nun kommt es darauf an, wie "Farbempfindlich" man ist, bzw. was man damit machen möchte?!
Nimmt man das Halb-APO Kriterium mit dem Faktor 2 und unter der Annahme, dass bei einer Vergrößerung von 1mm Austrittspupille das Auflösungsvermögen erreicht wird, dann wird man nach der Formel von D. Lichtenknecker (RC effektiv = RC/AP) den f/6 SD-Dublet noch bei ca. 104x und den f/6 Achromaten bei 24x Vergrößerung als Farbrein empfinden.
LG
 
Hallo Markus,
leider kann ich der Tabelle keinen Polystrehl entnehmen.
Da steht nur "Polystrehl (auf grün fokussiert)"
In der Tabelle stehen dann aber nur die Strehls der Nebenfarben wenn der Fokus auf grün liegt.
Einen einzelnen Finalen Wert kann ich dem Protokoll nicht entnehmen?

Um den Polystrehl zu ermitteln wäre es noch notwendig diese Strehls der auf grün fokussierten Farben mit der photooptischen Gewichtung des menschlichen Auges zu verrechnen und daraus dann Polystrehl zu berechnen.
Dazu sollten es dann im Idealfall auch noch ein paar Farben/Wellenlängen mehr sein als nur 4 St.

So hat man keinen Vergleich wie nahe man an dem Design wirklich ist.
LG
 
Liebe Sternfreunde,

Eines vorweg, einen direkten Vergleich zwischen einen APM 152/1200 ED und einem 152/900 ED kann ich leider nicht anbieten.
Aber ich verwende einen APM 152/1200 ED und konnte diesen mit einem 152/760 ED vergleichen, der F5 ED ist ein schönes sogenanntes
Richfield Gerät und machte durchaus Spass, der Farbfehler ist natürlich deutlich größer als beim APM 152/1200 und wird meines Erachtens
ab 150x sehr deutlich merkbar. Mein APM 152ED bietet eine sehr scharfe und kontrastreiche Abbildung, ich bin damit hochzufrieden, sehe diesen persönlich als Halbapo, (wenn diese Definition erlaubt ist), der schnell auskühlt und mir am Nachthimmel viel Freude bereitet.
Das ist mMn aber bitte auch nicht weiter verwunderlich, den selbst ein FS152 F8 Doublet mit CaF2 und extrem hochwertigen Partnerglas ist bei entsprechend hoher Übervergrößerung nicht mehr vollkommen farbrein, sehr fabrein ist z.B. mein Vixen FL 102 F9 mit CaF2, mein 125er F10 Bak2/CaF2 und mein Lichtenknecker VAF 175 F7.4 Luftspalt Triplet (K7/CaF2/K7). Wenn ich es so formulieren darf, ich habe bisher die Erfahrung gemacht, wenn das Öffnungsverhältnis schneller als F7.5 ist, wird es doch recht schwierig ein völlig farbreines Doublet herzustellen, somit darf man sich das bei einem F5 oder F6 Doublet wohl kaum erwarten. Dies bedeuted aber bitte nicht, dass solche Teleskope keine Freude am Himmel bereiten, ganz im Gegenteil, solche Richfield Teleskope machen mMn jede Menge Spass und durch die ED Glas Kombinationen zeigen diese auch am Planeten eine gute Abbildung, (vorrausgesetzt die Optik ist in Ordnung), farbreinheit darf man aber ab einer gewissen Vergrößerung nicht mehr erwarten.

Bezüglich der Tests gilt für mich, Tests sind sicherlich eine sehr interessante Bewertung der Optik, aber letztendlich zählt für mich wie das Teleskop am Nachthimmel abbildet und dafür ist die Qualität des Nachthimmels mMn eben auch ein ganz entscheidender Faktor.

Viele Grüße
Ernst Christian
 
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