Servus miteinand,
der Reihe nach: Zu den Teleobjektiven für Astrofotografie: So schön sich damit Tiere ablichten lassen, da ist ohne Autofokus ja nichts zu wollen, so problematisch sind die wirklich langen für die Sterne. Da Du immer wieder von 150-600mm schreibst, habe ich mal bei Photozone nach Sigma und Tamron geschaut. Beide lassen vor allem in den Bildfeldecken mit der Auflösung nach. Während das in der Tierfotografie nicht so entscheiden ist, ob das Laub um den Luchs herum scharf ist oder "Bokeh" zeigt, freut sich der Astrofotograf meist über eine gute Sternabbildung in den Ecken. Wenn ich mir die Messwerte bei Photozone so ansehe, glaube ich nicht, dass Du bei Astrofotos mit den Objektiven glücklich wirst.
Siehe:
http://www.photozone.de/canon_eos_ff/976-tamron150600f563vc
http://www.photozone.de/canon_eos_ff/977-sigma150600f563sports
Objektive, die eine feste Brennweite haben, die nicht zu lang ist, können sich gut für die Sterne eignen, aus eigner Erfahrung kann ich da das 200mm f2,8 Canon L Objektiv empfehlen (auch das muss ich auf Blende 5 abblenden, Beispiel:
http://www.astrobin.com/274000/B/?nc=user ), der ED Nikkor 300mm f2,8 ist ebenfalls geeignet, Bsp.:
http://www.astrobin.com/187059/?image_list_page=2&nc=&nce=
Der 600mm f4 Nikkor bildet zwar sehr schön ab, leider läuft der Fokus weg, so dass von geplanten 40 frames nur 14 scharf waren, siehe hier:
http://www.astrobin.com/193407/C/?image_list_page=2&nc=&nce=
Das sind aber alles Objektive (vom 200mm Canon abgesehen), die mehr kosten, als ein kleiner Gebrauchtwagen, also eher nicht in dem von Dir angestrebten Rahmen liegen.
Was mir an den beiden auf Photozone getesteten Zooms für Astro ebenfalls als schwierig erscheint, ist die Befestigung mit dem kleinen L-Stück, das wirkt elastisch, ist für kurze Belichtungszeiten (Tiere!) genau ausreichend und gut, bei Langzeitbelichtungen eher ein Ausschlusskriterium.
Die Russentonnen werden immer wieder als kompakte Reiseteleskope empfohlen. Aus meiner Erfahrung kenne ich die langbrennweitigen (1000mm, f11), die sind recht scharf, auf der Achse (Mto) oder auch im kompletten Feld (Rubinar). F 11 ist für lichtschwache Objekte eher ein Problem als eine Resource. Das 500mm f5,6 hatte ich auch mal, das war leider nicht scharf genug für meine damalige eos 300d, heute sind die Pixel noch kleiner, vielleicht hatte ich einen Ausrutscher in der Qualität, aber empfehlen wollte ich das nicht.
Wenn Du aufs Geld schauen musst (das müssen fast alle hier), ist der 5" Newton sicher eine Option. Den GPU Korrektor kann ich Dir empfehlen, aber auch den mpcc, bis Du so gut bist, dass Du weniger Bildfehler verursachst, als der mpcc, vergehen Jahre....
Den Canon optimierten Off Axis Guider möchte ich Dir nicht empfehlen, weil der einen längeren optischen Weg hat, der Abstand zwischen Korrektor und Chip aber ziemlich genau vorgegeben ist. Und der passt leider nur in etwa mit dem 9mm Off Axis Guider.
Sucherguiding über den entsprechenden Adapter ist vielleicht gerade am Anfang noch einfacher, der entsprechende Adapter vermutlich billiger als der off axis guider. Möglichst kompakt bist Du ohne Rechner, deshalb der LVI Smartguider, gibt es grad im Sonderangebot, der steuert sogar Deine Canon, spart Dir den programmierbaren Auslöser:
http://www.teleskop-express.de/shop...uider-fuer-Astrofotografie-ohne-Computer.html
Dann bräuchtest Du nur noch den t2 Adapter mit dem Du die Canon an den Korrektor anschließt, eine Stromversorgung für Die Montierung, so dass Du mit 20-30kg Ausrüstung auskommst. Ob das von Deiner Familie toleriert wird weiß ich natürlich nicht. Den Aufbau von Montierung und Fotoequipment bekomme ich mittlerweile in ca. 30 Minuten hin, ohne Routine dauert das deutlich länger.
Sternfreundliche Grüße
Gottfried