Apochromate „Made in Germany“

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Hallo Willi,

Du hättest es nicht besser sagen können. Das ist ein Schnäppchen, auch wenn es sich im ersten Moment nicht so anhört.
Natürlich bietet der Markt auch andere fotografische Geräte, die günstiger sind. Aber die sind dann auch nicht aus deutscher Fertigung. Und ich glaube, dass es eine Reihe von Liebhabern gibt, die schon seit Jahren nach einem Gerät Ausschau halten, das den Erwartungen hinter "Made in Germany" auch gerecht wird. Diese Geräte, die 130er und 160er Doublets natürlich gleichermaßen, zielen sicher nicht auf die breite Masse ab, wohl eher aus die, die ihre Fernrohre nicht wie ihre Unterwäsche wechseln wollen, sondern eher "ein Gerät für's Leben" suchen.
Ich perösnlich störe mich stets daran, dass es auch an Geräten von vielen namenhaften Herstellern technische Details gibt, die absolut schlecht gelöst sind, wobei offenbar nur ökonomische Aspekte den Auschlag dazu gegeben haben konnten. Ich denke da insbesondere an die zum Teil abenteuerlichen Objektivfassungen einiger Geräte.
Wer sich mal die Zeit genommen hat einen genaueren Blick auf die Fassungen der Doublets von AOM zu werfen, dem wird nicht entgangen sein, dass man hier nicht gespart hat und ökonomische Aspekte den technologischen nachgestellt waren. Beim Achtlinser sind die Ansprüche an die Fassung(en) natürlich noch viel höher und auch da hat man erst an die Technik gedocht, ohne das die Kosten ins "astronomische" gestiegen sind. Wenn das Gerät letztlich wirklich nur 12000€ kosten sollte, dann kann man nur den Hut ziehen! Denn ein System aus 8 Linsen in 3 Fassungen, sowie einem außergewöhnlichem Tubus samt einem hochwertigen Okularauszug will erstmal entwickelt, herstellt, "zusammengeschraubt" und zwischendurch noch zig mal geprüft werden, bis ein funktionstüchtiges Gerät am Ende herauskommt. Und wir reden hier ja nicht von einem durchschnittlichen Systems, sondern von einem 130mm-Astrographen, der bei f/4 ein riesiges sehr gut korrigiertes Feld bietet.
Gibt es ein Kokurrenzprodukt vergleichbarer Dimensionierung, dass da mithalten kann? Ich kenne kein einziges Gerät. Von daher müsste der 130mm-Astrograph aufgrund seiner Monopolstellung viel teurer sein, aber das entspricht sicher nicht der Denkweise seiner "Väter".

Von daher kann man Peter und Ralf nur viel Erfolg wünschen!!!
Und wenn ich daran denke, dass das Sortiment auch noch mit größeren Durchmessern erweitert werden soll, möchte ich schon mal konkreten Bedarf anmelden!

Schöne Grüße aus Mecklenberg

Felix
 
Hallo Markus,

leider muss deiner Vorstellung widersprochen werden.
Ein moderner Triplet hat oft dennoch eine bessere Farbkorrektur

das stimmt so nicht ganz.
Klar schnelle Doublets sind bezüglich Farbkorrektur einem Triplet unterlegen.
Bei langsameren Doublets kann das aber durchaus etwas anders aussehen.
Man muss hier grundsätzlich immer auch Fertigungstoleranzen bedenken wenn man konkrete Vergleiche anstellt.
Das sekundäre Spektrum der konkreten Schmelzen kann durchaus deutlich differieren.
Die Lage der Schnittweiten kann von Exemplar zu Exemplar differieren.
Also bitte keine pauschalen Aussagen, nur weil in deinem Vergleich das Triplet vorne lag heißt das nicht das das immer so sein muss.

Grundsätzlich lässt sich ein Doublet mit der gleichen Farbkorrektur verwirklichen wie ein Triplet, das Doublet muss nur entsprechend langsamer sein.
Ich hatte ja erst kürzlich eine ED Doublet mit einer Farbkorrektur auf dem Level eines super APOs hier vorgestellt und mit einem im Vergleich zum Doublet schnellerem Triplet verglichen.

http://forum.astronomie.de/phpapps/...28/Doublet_als_super_APO_geht_das#Post1170028

Da müssen wir nicht diskutieren, das f/12 Doublet ist dem f/8 Triplet im wichtigem Spektralbereich sogar überlegen.
Und da ist das Triplet mit f/8 ja schon für heutige Verhältnisse recht langsam.

Langer Tubus hat mehr Luftvolumen zum Auskühlen als kurzer ...in der heutigen Zeit hat aber niemand mehr die Gedult zu warten

Aber Markus was soll das denn nun wider.
Natürlich hat ein langer Tubus ein größeres Volumen aber er hat auch eine größere Mantelfläche.
Nicht das Volumen allein ist entscheidend für den Wärmeaustausch sondern das Verhältnis Volumen zur Mantelfläche.
Verdoppelt man die Länge eines Rohres verdoppelt sich zwar das Volumen aber die Mantelfläche verdoppelt sich ebenfalls und darum kühlt das Lange genauso schnell aus wie das Kurze.
Verdoppelt man hingegen den Durchmesser und lässt die Länge konstant dann vervierfacht sich das Volumen aber die Mantelfläche verdoppelt sich nur.
Das Verhältnis Volumen zu Mantelfläche ist hier also doppelt so groß und darum kühlt das kurze dicke Rohr langsamer aus als das lange Dünne, auch dann wenn das lange Dünne das gleiche Volumen hat wie das kurze Dicke

Du musst bei einem langen Tubus also nicht länger warten.
Du musst aber bei dem dicken Linsenstapel der im Triplet steck wesentlich länger warten als bei einem Doublet.
Die mittlere Linse eines Triplets kühlt extrem schlecht aus, ein Luftspalt verschärft das Problem noch.
Diese Linse sitzt praktisch wie in einer Thermoskanne gut isoliert zwischen den beiden Äußeren Linsen.
Ein Doublet kühlt da wesentlich schneller aus.
Ist das Öffnungsverhältnis obendrein noch ein langsames ergeben sich große Krümmungsradien für die Linsen und das bedeutet die Linsen können sehr dünn gehalten werden.

Ein langsames Öffnungsverhältnis bedeutet also immer dünnere Linsen und damit noch schnelleres Auskühlen.

So ein Doublet ist schon gegenüber einem Doublet mit schnellem Öffnungsverhältnis im Vorteil und erst recht gegenüber einen schnellen Triplet.
Das schnelle Triplet leidet zum einen unter dem ohnehin schon dicken Linsenstapel und zum anderen an den wegen des schnellen Öffnungsverhältnisses kleineren Krümmungsradien der Linsen weshalb diese dann deutlich dicker gehalten werden müssen was den ohnehin schon dicken Linsenstapel noch dicker macht.
Bezüglich Auskühlen hat das Triplet mit schnellem Öffnungsverhältnis also die mit Abstand schlechtesten Eigenschaften.

Grüße Gerd

 
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Hallo zusammen

Mich würde es interessieren wie sich der 160er mit FPL 51 gegenüber einem LZOS 152 Duplet mit OK4 so schlägt?
Der 160er hat F/10 der LZOS F/8, jedoch soll ja das OK4 dem FPL 53 änlich sein.

Sind die Optiken überhaupt vergleichbar?

Gruß Uwe
 
Hallo Uwe,

Mich würde es interessieren wie sich der 160er mit FPL 51 gegenüber einem LZOS 152 Duplet mit OK4 so schlägt?

vergleiche doch einfach die Strehlkurven.

Link zur Grafik: http://bilder.apm-telescopes.de/images/lagerliste/523_2.jpg
http://www.astro-theke.de/astro-optik-manufaktur/visueller-apochromat/

Link zur Grafik: http://www.astro-theke.de/site/assets/files/1052/strehlkurven_2-linser_apo.png

@ Torsten


Ach so na dann.

Grüße Gerd
 
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Hallo Ralf,
auch mich interessiert das photographisch nutzbare Gesichtsfeld des 130/520.
Könntest Du das im Forum mitteilen?
Gruß Willi
 
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Hallo Gerd

So wie ich das sehe ist der 160er besser korrigiert. Im blauen ist der 160er nur minimal besser, im tief roten ist er jedoch länger über der Beugungsgrenze als der LZOS 152.

Deshalb ist der LZOS 152 wohl nur ein Semi APO und der 160er noch ein echter APO.

Mich würde interessieren wie sich beide in der Praxis schlagen, ob man zwischen beiden einen großen Unterschied in der Farbwiedergabe erkennen kann.

Meine Erfahrung mit ED- Zweilinser geht dahin, dass das Bild zwar keine Farbsäume mehr zeigt jedoch im hochvergrößerungs Bereich mehr oder weniger bräunlich wirkt, wo ein echter APO weiß bleibt.

Gruß Uwe



 
Hallo Willi,
das Feld, das für die phtografische Nutzung angesetzt wurde ist 50mm im Kreisdurchmesser.
Die letzten Linsen haben 63mm freien Durchmesser und der Strahlengang geht von hier fast parallel.
Die 50mm Feld sind mit so geringer Vignettierung ausgelegt, das Aufnahmen ohne Flatkorrektur im Vollformat gemacht werden können.
Die Angaben von Takahashi enhalten Feldgrößen mit zugeordneter Vignettierung. Die Frage ist dann was noch erträglich für CCD Aufnahmen sind.
Wenn ich eine Rechnung zur Ausleuchtung für 61mm Feld habe, was der Diagonalen des KAF 50100 entspricht, kann ich mehr sagen.
Sicher ist dann Vignettierung in den Ecken dabei, es kommt eben auf den Betrag an.

@Uwe
Bei Interesse am 160/1600mm einfach vorbeikommen und durchsehen. Die Wahrnehmung von Farben ist ungefähr so unterschiedlich wie die Toleranz der Beobachter zu dem Thema.
Jetzt kommt noch die praktische Ausführung der Optik dazu und das noch unter realen Bedingungen. Gerade die tatsächliche Ausführung der Flächen, Justierung, sphärischer Korrektur usw. macht in der Klasse den Unterschied.
Deswegen bleibt nur durchsehen und die eigenen Maßstäbe ansetzen.

Besten Gruß
 
Hallo Gerd,

hast Du das obere Beispiel auch auf grün fokussiert? So ist das obere Beispiel so fokussiert, daß ein maximaler beugungsbegrenzter Wellenlängenbereich erzielt wird - aber im Grün nicht ganz optimal scharf wird - deutlich sichtbar an der Eindellung der Strehlkurve. Die Kurve von Ralf ist auf grün fokussiert. Wenn man die auf Wellenlängenbereich fokussiert, weitet sich die Kurve auch. So ist das nur sehr eingeschränkt vergleichbar.

Clear skies

Tassilo
 
Hallo Tassilo,

die Strehlkurve oben ist nicht von mir und es ist nicht die zu meinem Design mit dem FK61 bzw.
FPL51.
Es ist die zum ED152 von LZOS mit Riccardi Design und dem OK4.
So wie es Uwe angefragt hatte!
Der Fokus ist hier wie man unschwer an der M Form der Kurve erkennt polychromatisch richtig.
Wie er bei der Kurve von Ralf ist lässt sich nicht so ohne weiteres sagen.
Die Glaskombination ZK/ / FPL51 hat nämlich ein extrem kleines sekundäres Spektrum.
Ein Farblängsfehler ist hier daher im betrachteten Spektralbereich so gut wie nicht existent.
Den Verlauf der Strehlkurve bestimmt hier fast ausschließlich der Gaußfehler.
Es spielt daher auch so gut wie keine Rolle ob der Fokus hier poly oder monochromatisch gewählt wurde.
Deshalb sind die Kurven auf jeden Fall gut vergleichbar.

Grüße Gerd
 
Hallo an die Interessierten zu unserem Astrografen,
ich haben nun die Berechnungen zu dem erweiterten Astrografen Bildfeld bekommen und kann Werte nennen:
Bei einem Bildfelddurchmesser von 50, 52 und 61mm beträgt die Ausleuchtung ca. 100, 99 und 87% .
52mm entspricht der Diagonalen eines KAF-16803 und 61mm eines KAF-50100.

Die Bildqualität ist auch bei 61mm Bildfelddurchmesser unverändert gut geblieben. Aus der geringen Vignettierung in den Bildecken ergibt sich eine kaum merkbare Asymmetrie in den entsprechenden Spots ohne praktische Auswirkung. Es kann also auch ein KAF-16803 eingesetzt werden.

Besten Gruß
Ralf



 
Hallo Leute,
wie sieht es aus? Die von Ralf vorgelegten Werte zum Astrografen sind super. Nun müssen Taten seitens der potentiellen Käuferschaft folgen damit aus diesem mutigen Versuch eine Erfolgsgeschichte werden kann...

Gruß und CS

Jörg

 
Hallo Ralf, Torsten,

also wenn wir uns hier auf die Ausleuchtung und das Feld in mm beziehen dann ist der FSQ nicht generell besser.

http://www.takahashiamerica.com/documents/TAKAHASHI FSQ-130ED.pdf

Die Vignettierung des FSQ ist zwar wesentlich weicher weil hier offenbar eine begrenzende Blende weiter vor dem Fokus liegt aber dafür beginnt der FSQ 130/650 bereits ab 30mm Bilddurchmesser zu Vignettieren, der 130/520 von Ralf erst bei 52mm Bilddurchmesser.
Nur bei größeren Bilddurchmessern kann der FSQ etwas Boden gut machen, er liegt bei 64mm noch bei 92% Ausleuchtung.

Beziehen wir uns auf den Winkel dann ist der 130/520 von Ralf immer vorne.
Winkel FSQ 130/650 bei 64mm Bilddurchmesser 5,6° Ausleuchtung 92%
Winkel 130/520 bei 52mm Bilddurchmesser 5,7° Ausleuchtung 99%

Vergleichen wir die Situation mit dem FSQ130 + 0,7 Reducer
Ausleuchtung bei 44mm Bilddurchmesser 90% Winkel 5,5°
Ausleuchtung bei 64mm Bilddurchmesser 60% Winkel 8°
Die 60% bei 64mm beim FSQ mit 0,7 Reducer scheinen mir doch unzureichend also nicht von der Werbung mit dem 70mm Bildkreis täuschen lassen!

@Ralf

Die letzten Linsen haben 63mm freien Durchmesser und der Strahlengang geht von hier fast parallel.

Nur um sicher zu gehen, es wurden in der Berechnung der Ausleuchtung aber schon alle begrenzenden Faktoren berücksichtigt, auch die weiter vorne liegenden?

Grüße Gerd
 
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Hallo Gerd,
Zitat von Gerd_Duering:
Nur um sicher zu gehen, es wurden in der Berechnung der Ausleuchtung aber schon alle begrenzenden Faktoren berücksichtigt, auch die weiter vorne liegenden?

die Berechnung habe ich nicht selbst gemacht und könnte das auch nicht. Wenn ich solche Angaben von Dr. Pudenz bekomme habe ich aber sehr großes Vertrauen und bisher haben seine Rechnungen in unseren gemeinsamen Projekten immer das gewünschte Ergebnis gebracht.

Der Achtlinser ist als gesamtes System zu betrachten und die Spotdiagramme wurden ja ebenfalls auf das Feld von 61mm hin überprüft.

@all

Für dieses System spricht auch die interne Temperaturkompensation, die 2/3 des Fokusshifts durch Temperaturänderung ausgleicht. Erste Messungen haben ergeben, dass bis 4Kelvin Temperaturänderung der Fokus stabil bleibt.


Zeichnung und weitere Informationen zum Gerät findet man hier:
http://www.astro22605.de/Asto_Bilder/Astrograph_130_520.html
Herr Poschinger arbeitet intensiv mit dem Gerät und es gibt auf der Seite schon erste Bilder, die mit einer STXL11002 am Astrographen gewonnen wurden.

Besten Gruß
 
Hallo Torsten,
gleich noch ein paar mehr Daten:

- Backfokus ab Anschluss M82x1 94,5mm
- Temperaturkompensation bis 4°Kelvin
- Aluminium Tubus
- Tubuslänge 712mm
- Größter Durchmesser 183mm
- Durchmesser Rohrschellen 165mm
- Astro Physics Auszug mit Starlight Untersetzung
- Gewicht 12,6kg

Besten Gruß
Ralf
 
Zitat von Quanten:
Hallo zusammen

Mich würde es interessieren wie sich der 160er mit FPL 51 gegenüber einem LZOS 152 Duplet mit OK4 so schlägt?
Der 160er hat F/10 der LZOS F/8, jedoch soll ja das OK4 dem FPL 53 änlich sein.

Sind die Optiken überhaupt vergleichbar?

Gruß Uwe

Hallo Uwe,
am Freitag gab es ein sechs Stunden lang dauernden Vergleich zwischen einem LZOS 152 Triplet und dem 160er Doublet.

Wenn man sich jetzt mal von Triplet und Doublet sowie den Glassorten frei macht und einfach vergleicht liegen die Geräte ganz dicht zusammen.
Farbliche Unterschiede waren so gut wie nicht herauszufinden, wenn überhaupt an Vega ganz leicht zugunsten des LZOS.

Im Hochvergrößerungsbereich am realen Stern und am künstlichen Stern bei 640x Vergrößerung lag der 2-Linser sichtbar vorne. Das Kernbild war beim 160er sehr sauber und stetig sichtbar während beim hochstrehligen LZOS einzig die interne Luftunruhe auch nach 6 Stunden Beobachtung ein solches Bild nur für Sekundenbruchteile zeigte. Die Geräte standen drei Meter auseinander so dass die äußeren Bedingungen identisch waren.
Die gemessenen Linsentemperatur an der Oberfläche zu Beobachtungsbeginn waren 19°C für den 160er und 18°C für 152er. Nach einer Stunde lagen beide Geräte ungefähr gleich bei 13°C, später war der 160er dann um 2Kelvin kälter.

Ich war nach der langen Nacht selbst überrascht über das Ergebnis das ich so nicht erwartet hätte.

Wer es nicht glaubt, kann sich gerne selbst überzeugen.

Besten Gruß

 
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Zitat von ralfmuendlein:
- Temperaturkompensation bis 4°Kelvin
- Aluminium Tubus

Hallo Ralf,

hier muss ich nochmal nachhaken, weil...

Ein bisschen Temperaturkompensation ist zwar nett, aber wenn man schon den Aufwand treibt, was steht einer vollständigen Kompensation im Wege? Kann man nicht einen Teil des Alutubus durch ein Material mit höherem Ausdehnungskoeffizienten ersetzen, so dass es in Summe genau passt? Ein geeigneter Kunststoff sollte sich finden lassen.

VG
Torsten
 
Hallo Torsten,
es funktioniert in der Praxis so wie es ist sehr gut und 2/3 Ausgleich ist mehr als ein Bischen. Ob es sich durch ein Zwischenstück aus Kunststoff noch weiter oder völlig kompensieren lässt kann ich Dir nicht sagen. Acht Linsen in drei Gruppen mit verschiedenen Glassorten ist nun mal eine Frage der Optikrechnung und das führte zu der verwendeten Lösung.
Hier werden zwei Linsengruppen auf einen festen Abstand gehalten ganz im Gegensatz zu Deinem Ansatz wo die Bewegung des Tubus die optische Fokusänderung des Systems ausgleichen soll. Ob Dein einfacher Ansatz bei so einem komplexen System linear funktioniert das damit eine 0-Kompensation erreicht wird?

Jedenfalls muss hier während einer Belichtung nicht nachfossiert werden; wie es sich beim FSQ verhält weißt Du ja bestimmmt.

Allerdings müssen die Linsengruppen zueinander auf 1/100mm genau justiert werden, was man bei der Konstruktion berücksichtigen muss. Das setzt der Experimentierfreude doch Grenzen.

Ist eine 0-Kompensation für Dich wirklich das k.o. Kriterium?

Besten Gruß
Ralf

 
Zitat von ralfmuendlein:
Ob Dein einfacher Ansatz bei so einem komplexen System linear funktioniert das damit eine 0-Kompensation erreicht wird?
Das weiß ich natürlich nicht. Aber irgendwie muss die Längenänderung des Alutubus ja mit in der Rechnung drin sein und die Frage ist, ob man da noch optimieren kann?

Zitat von ralfmuendlein:
Ist eine 0-Kompensation für Dich wirklich das k.o. Kriterium?
Nein. Eher ein Wunsch. :cool:
 
Hallo Ralf

wenn ich dich richtig Verstehe kühlt deine Frontlinse also schneller aus als das BK 7 ( K8 ) von LZOS ? Nun das musst du mir bitte mal anhand der Phyisk und Katalogdaten erklären.
Mit erscheint das nach den Gesetzen der Physik unmöglich.

Es sei denn dein Tubus hat eine einfache zurück geschobene Taukappe und beim LZOS hast du die lange Taukappe mit Innenblende ausgefahren, dann ist es auch logisch. Hat in der späteren Nacht dann aber den gewollten Vorteil beim LZOZ das dieser später beschlägt.

Dann weiter : am künstlichen Stern glaube ich dir dein Ergebniss nicht, denn ein künstlicher Sterne nutzt man im Raum wo es keine Luftunruhe gibt. Das must du mir dann bitte mal erklären.

Ja ich möchte mich gerne von deinem A-B Vergleich überzeugen, wann und wo kann ich dies tun ?

Übrigens gibt es sehr wohl eine 0 Kompensation bei Astrographen, so ist das jedenfalls bei unserem kommenden Riccardi SuperApo ( photo-visueller Flat-Field Petzval Super Apo) Astrograph entwickelt 140 mm F/5 ( > 5 Grad Feld mit und nur 6 % Randvignetierung ) und 160 mm F/6.5 ( > 4 Grad Feld mir nur 5 % Randvignetierung)....dazu bedarf es jedoch enormer Entwicklungsarbeit, weswegen wir bereits seit Jahren mit LZOS hier am Entwicklen sind.

Wie sieht dein Ergebniss aus wenn du deine Vergleiche emit Geräten von Skywatcher ( Esprit) Astro-Physics EDF , TEC, CCF, Takahashi machst ???
 
Hallo Torsten,

O Temperaturgang ist extrem schwierig. Man kann den Tubus so gestalten, daß er bei 0°C und 20°C den gleichen Fokus hat. Aber auf dem Weg dorthin kühlen die Linsen und der Tubus unterschiedlich schnell aus - da kann eine Menge passieren. Da ist eine tatsächlich gemessene Stabilität bei 4K Differenz schon sehr gut - lass Dich da nicht von Leuten ablenken, die noch nichts messbares vorliegen haben.

Clear skies

Tassilo
 
[/quote]Nein. Eher ein Wunsch. :cool: [/quote]

Hallo Torsten,
Dein Wunsch ist natürlich berechtigt und nachvollziehbar.
Ob dieser Wunsch bei dem Gerät künftig erfüllbar sein wird, kann ich hier und heute nicht sagen oder versprechen.
Bei der nächsten internen Besprechungsrunde bringe ich das Thema ein.
Wenn sich ingesamt die Bauweise auch in den kommenden Wintermonaten als praktisch gut funkionierend herausstellt wird darauf aufgebaut werden. Die laufenden Tests müssen wir abwarten..
Das bringt dann den Vorteil für die Interessenten ein erprobtes System zu erhalten. Bei großen Änderungen müsste wieder ein langer Testlauf gestartet werden.

Soweit der Stand heute

Besten Gruß


 
Hallo Markus,
unsere 2-Linser sind noch recht neu und viel Vergleichserfahrung kann ich nicht beisteuern. Bei den 130ern gab es bereits Vergleiche mit TOA 130 und APQ 130. (Auch mit FS 128 gab es einen direkten Vergleich bei einem Teleskoptreffen, wobei hier nicht vom Warmen heraus begonnen wurde so dass in dem Fall kein Unterschied feststellbar war.) In der Auskühlzeit liegen unsere Zweilinser genau in der Mitte der beiden Geräte, also der APQ 130 war am Schnellsten und der TOA war phasenweise hintendrann. Zeit zum Anpassen brauchen aber alle Geräte was jeder Beobachter kennt. Mir scheint auch der Tubusdurchmesser/Taukappendurchmesser eine Rolle zu spielen weil wir bei gleichen 130er Optiken und anderen Tuben auch Unterschiede in der Auskühlzeit bemerkt haben.

Bei jedem Gerät gibt es Vor- und Nachteile und diese Zweilinser haben mit Ihrer Baulänge und photografischen Lichtschwäche Einschränkungen. Da muss man eben wissen ob das Gerät zu den eigenen Vorstellungen passt. Die Gläser können bei f/10 jedoch dünn gehalten werden und die vordere Linse hat in der Mitte an der dünnsten Stelle nur 6mm Dicke. Vielleicht ein Grund für den Messwert?

Ob die Messung mit einem Pyrometer bei einem Linsenaufbau tatsächlich nur die Oberflächentemperatur misst wüsste ich auch gerne. Prinzipiell ist Glas für so eine Messung aber ein geeignetes Material.

Der künstliche Stern und das Pyrometer wurden mitgebracht, sind also nicht meine eingesetzten Prüfmittel.

In dem Fall hatte der künstliche Stern unten ein 1/4" Gewinde und wurde auf ein Photostativ geschraubt. Das voll ausgefahrene Stativ dann auf der direkt neben der Terasse liegenden Wiese in geschätzt 40Meter Entfernung aufgestellt.
Das Seeing war hier ruhiger als am realen Stern, jedoch weit schlechter als üblicherweise in Räumen mit optischer Bank.

CS



 
Hallo Ralf,
nun habe ich aber doch noch eine Frage: Sind die Objektive 130/1200 und 160/1600 mit oder ohne Glasweg berechnet, und wenn mit, wie sind die Parameter des in die Rechnung einbezogenen Glaswegs?
Besten Dank und Gruß
Willi
 
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