App für Sternzeit und Planetenephemeriden gesucht (iOS)

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Kerste

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Hallo allerseits,

kennt jemand eine iOS-App, die die aktuelle Sternzeit plus die Koordinaten der großen Planeten anzeigt?

Anwendungszweck: Wir haben ein großes Teleskop in der Kuppel, das noch manuell per Sternzeit und Koordinaten eingestellt wird. Da die Sternzeituhr in die Jahre kommt, wäre ein altes iPhone/iPod an der Wand eine Alternative.

Aktuell verwende ich SkyTime für die Sternzeit, aber Planetenkoordinaten wären nett – nur ist ein Sternkartenprogramm wie SkySafari da zu viel des Guten und an der Wand montiert zu klein.

Beste Grüße,
Alex
 
Ah, ich glaube, ich habe was brauchbares gefunden:
Astro Informations, ist sogar umsonst und läuft auch auf dem M1-Mac :)

Falls sonst noch jemand was hat, gerne her damit.

Beste Grüße,
Alex
 
Wir haben ein großes Teleskop in der Kuppel, das noch manuell per Sternzeit und Koordinaten eingestellt wird
Hallo Alex, wozu brauchst du überhaupt die Sternzeit? Ich nehme an, euer Teleskop hat Teilkreise und eine motorische Nachführung. Wenn du die RA von einem hellen Stern wie Wega oder Arktur einstellst und den Stern dann anfährst, ist die Montierung ja sternzeitmäßig automatisch kalibriert und bei laufender Nachführung bleibt das auch so für die Nacht. Wenn du wolltest, könntest du die Sternzeit dann jederzeit vom Teilkreis ablesen, aber wozu?

Gruß, Peter
 
Ciao,

Es gibt Algorithmen um aus Datum, Uhrzeit, Ortskoordinaten (nur geogr. Länge natürlich) die lokale Sterzeit auszurechnen.

Guxtu z.B.: Sternzeit – Wikipedia

Wenn man den Algorithmus in javascript nachbaut, kann man sich eine lokale HTML/JS Webseite mit beliebig grosser Schrift bauen, die mittickt (kontinuierlich aktualisiert). Ein Windowsrechner steht ja meist in Kuppeln rum. Aberso ne Webseite geht auch auf jedem modernen Browser auf jedem OS dann. Und man muss es nicht installieren (wie z.B. Apps), sondern (auf einem Webserver gehostet) von überall aus der Welt aus aufrufen. Müsste mal jemand bauen und ins Netz stellen... :)

Gruss, Peter (noch einer)
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi!

Das ist ein alter Zeiss Jena Coudé-Refraktor von 1983, 150/2250, mit einem 70mm Mittenzwey-Okular als Übersichtsokular (das an so einem schnellen Gerät mit f/15 eine ziemlich miese Randabbildung hat). An dem Gerät ist es nicht ganz einfach, einen hellen Stern ohne Koordinaten zu finden – am Tubus entlangpeilen geht nur, wenn man auf halbe Höhe hochklettert.
Coude-DSC_2635.jpeg


Da ist es tatsächlich einfacher, die Koordinaten einzustellen und dann nur noch ein wenig in RA zu schwenken (weil die Koordinaten im Vehrenberg auch nicht mehr ganz aktuell sind – für die typischen Standard-Objekte habe ich eine Objektliste aus Guide ausgedruckt, die für das aktuelle Äquinoktium gilt), als nur einen Stern anzupeilen.

Das Teleskop hat einen Rechenschieber, um die Sternzeit einzustellen und dann einfach nur noch die R.A aus dem Katalog einzustellen.
Rund um den Tubus siehst du zwei Teilkreise, am drehbaren äußeren wird die Sternzeit eingestellt, und dann wird der Tubus so gedreht, dass die Markierung in dem "Fenster" auf die R.A. zeigt.

Und durch den Kuppelspalt ist es auch nicht ganz einfach, einen Himmelsabschnitt anzupeilen.
Coude 2 Zoll DSC_7348.jpeg

Hier sieht man es noch etwas besser:
DSC_2253.jpeg

Der innere Ring ist für terrestrische Objekte, der äußere ist die Sternzeit, und die beiden Markierungen in dem viereckigen Fenster dienen zum Einstellen der Koordinaten von terrestrischen Objekten (unten) bzw. Himmelsobjekten auf dem Sternzeitring (oben/außen).

Früher hatten wir eine Sternzeituhr, die an das Zeitsignal der Stadt gekoppelt war, bis das im letzten Jahrhundert abgestellt wurde. Aktuell hängt eine Funkuhr an der Wand, die die Sternzeit errechnet, aber ihre Probleme mit dem Empfang hat (Kuppel mit Blechverkleidung, und mittlerweile einiges mehr an Elektronik). Daher die Idee mit der App – WLAN für ein Zeitsignal übers Internet gibt's. Im Himmelsjahr gibt es glaube immer noch die Liste mit der Sternzeit zum selber-ausrechnen, die hatten wir auch mal genutzt (und dann eine mechanische Uhr, die die 4 Minuten am Tag "falsch" ging", aufgezogen und auf die Sternzeit eingestellt).

Da das Teleskop für öffentliche Führungen genutzt wird, kostet das Eichen an einem Stern zu viel Zeit – auch wenn wir das während einer Führung durchaus mal machen, ist es für das erste Objekt etwas zu zeitaufwändig, wenn 20 Leute oder so um dich rumstehen und du am Teleskop rumturnst, um einen Stern zu finden.

Computer steht in der Kuppel tatsächlich keiner, aber für ein iPhone an der Wand wäre noch Platz. Aktuell hängt da wie gesagt eine selbstgebaute Sternzeituhr, im Gehäuse einer alten Diskettenbox – 3D-Drucker gab es noch keine, als die gebaut wurde ;)
Sternzeituhr.jpg


Beste Grüße,
Alex
 
Oh Rock 'n' Roll ! - Okay..., ja dann 2 Ratschläge /Ideen noch.

1. Mal ein neues Okular ran an die Kiste und (zuerst) einen modernen/normalen 2" Standard OAZ. Oft sind vor allem die alten Okulare totale Grotte !!! An f/15 sollten moderne Okulare hervorragend funzen. Wenn man erstmal einen 2" Oaz hat, kann man ja alles ausprobieren was an Okularen am Markt ist. Wenn man mal ein 82° Okular versucht hat man vielleicht auch genug Feld fürs Rumsuchen, wenn mal das Pointing nicht 100%ig ist. Z.B. ein Explore Scientific 82° f=30mm hätte V=75x und 1.1° Feld. Gar nicht sooo schlecht, und macht Spass beim Durchgucken... Mehr als FG_max = 1.35° Feld bekommt man sowieso rein geometrisch mit KEINEM 2" Okular. Nagler 31mm geht auch, allerdings 3x so teuer.

2. Telrad Pointer gibts mit Erhöhung, oben am Tubus montieren ! . Ich schätze damit könnte man auch auf die Entfernung dann passabel peilen (man muss am Beginn der Nacht allerdings die Telrad-Kreise einschalten am Gerät). Ok, Kuppelspalt ist natürlich 'Pain, George'.

Aber schon ein Wahnsinn was die Zeit mit so einer Mega-Investition anrichtet. Ich hab heute einen D=150mm Newton als Sucher an meinem 20"Dob... Bild - oh my god ! ;-)

Good luck,
Peter
 
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Hi!

Auf 2" haben wir den schon länger aufgerüstet, wobei das weniger Bildfeld liefert als das alte System 64 von Lichtenknecker – aber für einen Lichtenknecker-Okularrevolver gibt es zu wenig Backfokus. So haben wir eine Clicklock in der Adapterplatte versenken müssen, aber jetzt ist ein angenehmerer Einblick möglich. Früher ging nur geradsichtig, also parallel zur Erdachse nach oben (hier mit dem 70mm Lichtenknecker):
LK 2 DSC_6485.jpeg

Das schwarze U-Boot-Rad am Übergang zum hellen Teleskoptubus ist die Scharfstellung. Im letzten Post von mir sieht man die alternative 2"-Ansatzplatte - mit 2"-Zenitspiegel sind wir fast am inneren Anschlag.

Mit modernen 2"-Okularen ist halt bei gut einem Grad Bildfeld Schluss, da sind wir mit 36mm Hyperion (2,4mm AP, 1,15°), 42 mm TSWA (2,8 mm AP) und 50mm TSWA (4,5mm AP, ebenfalls 1,15° am Himmel) unterwegs. Da passt der Mond schön rein, mit etwas Luft rundrum. Für höhere Vergrößerungen gibt's ein paar Morpheus-Okulare, macht schon Spaß. (Wobei ich noch einen Lichtenknecker Schiefspiegler 125/3500 habe – da liefern die langbrennweitigen Lichtenknecker-Orthos auch ein wirklich schönes Bild, und bei den Brennweiten passt auch der Augenabstand.)

Telrad bringt wenig... ich hatte vor einigen Jahren zwei Alu-Schienen als Peilrohr angeklebt (rechts und links am oberen Gelenk/Umlenkspiegel), um besser am oberen Tubus entlangpeilen zu können, um Mond, Venus und Jupiter auch so zu finden.
Coude DSC_3574.jpeg

Das Problem ist, dass das ein Coudé-Refraktor ist – die Feineinstellungen sind fix unten am Okular (also immer im Süden), und um am oberen, beweglichen Tubus entlangzupeilen, muss man aufs Teleskop klettern, um überhaupt den Teil zu sehen, der aus der Kuppel rausschaut - man muss also selbst auf gut 2m Höhe kommen. Wenn man sich dann an der Nordseite der Säule festhält, kann man die beiden oberen Tubussegmente schwenken, wenn die Klemmungen gelöst sind. Wenn man z.B. nach Süden schaut (wir nutzen das Teleskop meist für das Planetensystem plus etwas Deep-Sky, vor allem Doppelsterne – nebenan steht ein C14 für Deep-Sky), ist man von den Feintrieben halt maximal entfernt, weil die auch im Süden stehen. Man muss also den Tubus anpacken, genauer gesagt das obere Tubusdrittel - und das klappt meist nicht, solange man auf dem Fußboden steht. Der große Vorteil vom Telrad – dass er auch aus der Entfernung funktioniert – bringt dann nicht mehr viel. Schon, weil dann rasch die Kuppelwand kommt;)

So sieht das beim Blick nach oben aus, Blick flach nach Süden habe ich gerade kein Foto parat:
Coude DSC_8554.jpeg

Zum Größenvergleich: Die Türe hat fast normale Türhöhe, ich muss mich kaum bücken, wenn ich in die Kuppel gehe. Die Stange links ist der R.A.-Feintrieb, die Querstange rechts ist der Deklinations-Grob- und Feintrieb, der sich mit dem Teleskop mitdreht.

Der Kuppelspalt wirkt auf den Weitwinkelaufnahmen auch größer – vor dem Krieg stand ein ca. 11cm-Refraktor in der Kuppel, dafür war sie ausgelegt. Mit dem 15cm-Teleskop ist der Spalt schon maximal ausgereizt.

Und Zeiss hat für den gerade mal 6" großen Refraktor massiv gebaut – mit Säule wiegt der eine Dreivierteltonne. Deutsche Wertarbeit, komplett overengineered – auf Cloudynights gibt's einen Thread von einem, der so ein Gerät neu restauriert hat:
Aber der Coudé hat jetzt 40 Jahre Schulbetrieb überlebt, kürzlich einen neuen Motor erhalten und läuft einwandfrei, auch wenn die Vergütung teilweise hinüber ist.

Und es wirkt einfach professioneller, wenn dir beim Einstellen Sternzeit, Rektaszension und Deklination diktiert werden, als wenn du am Teleskop rumturnst, um was einzustellen :) (Wobei es auch sehr gut kommt, wenn wir draußen auf der Plattform einen normalen Refraktor aufbauen, und man Jupiter einfach so mit langpeilen am Tubus einstellt. Da hat mich schon manch Führungsgast gefragt, wie ich den eingestellt habe – und war verwundert, als ich gesagt hatte, das ist der helle Stern da oben, einfach anpeilen).

Für die Planeten hat ein Vereinskollege ein ähnliches Display gebaut wie für die Sternzeit, das die Planetenkoordinaten anzeigt. Das ganze in der alten, engen Kuppel macht schon Spaß. Mit der Astro Informations App von oben wären dann beide Sachen (Sternzeit und Planetenephemeriden) vereint (ohne dass ich was neu erfinden muss:)). Mal schauen, vielleicht wandert irgendwann ein altes Smartphone an die Wand.

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo Alex, wozu brauchst du überhaupt die Sternzeit? Ich nehme an, euer Teleskop hat Teilkreise und eine motorische Nachführung. Wenn du die RA von einem hellen Stern wie Wega oder Arktur einstellst und den Stern dann anfährst, ist die Montierung ja sternzeitmäßig automatisch kalibriert und bei laufender Nachführung bleibt das auch so für die Nacht. Wenn du wolltest, könntest du die Sternzeit dann jederzeit vom Teilkreis ablesen, aber wozu?
Hi Peter,

ich glaub ich bin verwirrt. Dachte immer, das geht anders herum? Man kennt die RA/DEC des Objekts und hat dann über die Ortssternzeit den Stundenwinkel, wodurch man das Objekt dann "anfährt" und nicht suchen muss. Wenn man das Objekt ohnehin sieht (Sucher?) und gleich anfährt, wozu braucht man dann überhaupt was?


cs,
harald

--
 
Ciao Harald,

Wenn man die Teilkreise an einem bekannten Objekt auf die bekannte Alpha Koordinate eicht, dann kann man die ganze Nacht die tatsächliche Alpha Koordinate daran ablesen (nicht die Sternzeit wie er - denke ich versehentlich - schrieb).

DAS war in 'alten Zeiten' *VOR* Goto, Computern und vollmotorischen Montierungen mit Encodern/Schrittmotorsteuerungen pipapo der Weg blind Objekte zu finden/einzustellen. Und natürlich sieht man nicht alle Objekte gleich im Sucher (selbst wenn man einen hat, und wenn man Starhoping kann). Und: An Profiteleskopen stellt man IMMER blind ein. (Praktisch) keiner kennt sich da am Himmel aus wie die Amateure ! Bestenfalls guckt man noch auf die GuideCam und identifiziert das Objekt vorsichtshalber...

Gruss,
Peter (ohne underscores)
 
Zuletzt bearbeitet:
Ciao Alex,

Ja die Kuppel hab ich - bezüglich Telrad - natürlich gar nicht bedacht, stimmt.
Alles klar, ich bleib definitiv bei 20" Dob mit 6" Bigfinder auf offenem Feld mit Horizontsicht :)

Ich hab früher mal hin und wieder Führungen mit dem ( auch Kuppel!) Bruce-Teleskop der LSW Heidelberg gegeben. Das war auch immer ein Krampf, aus der Rückschau betrachtet. Okulare von Anno Tobak (natürlich kein 2") usw usw. Kann ich also voll Nachfühlen alles ;-)

Dann good luck und viel Spass mit dem Ding,
Peter
 
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Hi!

Den haben wir!:)

Beste Grüße,
Alex
 
Wenn man das Objekt ohnehin sieht (Sucher?) und gleich anfährt, wozu braucht man dann überhaupt was?
Ja, das war ja auch meine Rede, eben unter der Annahme, dass man einen hellen Stern mit bekannter RA anpeilen kann.

Aber Alex hat ja dann klargestellt, dass das mit dem Coudé in der Kuppel nicht so einfach ist, zumal es da nicht mal einen gewöhnlichen Sucher am Teleskop gibt.

Gruß, Peter
 
Solche Sternzeitrechner findet man ja auch im Internet, wobei die meisten allerdings statisch sind, in dem Sinn, dass sie die Uhrzeit nur für einen fixierten Zeitpunkt umrechnen.

Die folgende App funktioniert, ähnlich wie die von Harald im Echtzeitmodus, also wie eine richtige Uhr mit fortlaufenden Sekunden:

Sternzeit.jpg

Credit: http://www.jgiesen.de/astro/astroJS/siderealClock/

Die Uhrzeit wird laufend und automatisch vom Computer übernommen. Daraus wird dann für die Longitude des Standorts die ebenfalls laufende Sternzeit berechnet (Local Mean Sidereal Time).

Gruß, Peter
 
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