Artefakte bei Bildbearbeitung von Planeten und Mondfotos

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Hi!
Jetzt hab ich mir auch mal die Originaldatei geschnappt und so bearbeitet, wie ich an meine Daten rangehen würde. Hier mit einer runde Dekonvolution (das ist nicht Wavelet! Deconvolution arbeitet basierend auf einem entweder gemessenen, aufgenommenen oder parametrisch erstelltem PSF, auf dessen Basis dann das Bild iterativ geschärft wird), und danach nochmal konventionelles Nachschärfen für die kleineren Details. Meines Erachtens schon etwas "hart" bearbeitet, kleine Krater bekommen schon einen dezenten Schliessmuskel, aber insgesamt noch verträglich.
Moon_205810_130222_lapl4_ap2098.jpg


LG Michael
 
Wavelets und Deconvolution sind grundsätzlich ganz verschiedene Algorithmen
Also ganz so fern sind die beiden Methoden nicht. Beide arbeiten mit einer Fouriertransformation, d.h. sie analysieren das Frequenzspektrum. Nur die Ausgangsfunktion ist eine andere. Das eine nimmt eine vorgegebene PSF an, meistens eine Gaussglockenfunktion, muss aber nicht sein, das andere ein Wellenpaket.

Aber wie gesagt, bin kein Mathematiker.
 
Ok, das sie grundverschieden sind, war etwas übertrieben, sorry ;), aber es sind schon zwei paar Schuhe. So, jetzt habe ich das Bild nochmal auf maximales Herauskitzeln von Details bearbeitet, ist zwar jetzt etwas überschärft, aber das subjektive Detaillevel ist höher. In der anderen Bearbeitung sind genau so viele Details, aber eben nicht so akzentuiert. Und was gefällt besser?

Moon_205810_130222_lapl4_ap2098_maxdetail.jpg


LG Michael
 
Mir gefällt Bild 3 am Besten, also das, welches zwischen den beiden ausgearbeiteten liegen würde. :D:y:

lg
Niki
 
Hast ja Recht, Niki!
So, jetzt höre ich auf, den Tread zu spammen und stelle hier mal meine "finale" Bearbeitung rein, Schärfe zwischen den beiden Versionen + Gradation und etwas den "Nebel" entfernt. Ich finde, für 8" kann sich das echt sehen lassen!

Moon_205810_130222_lapl4_ap2098_mix_cc2.jpg


LG Michael

EDIT: Hatte das falsche Bild erwischt!
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja, da wird man schnell betriebsblind und tendiert dazu, etwas zu viel des Guten zu machen. Nicht umsonst wird hier oft mal empfohlen, dass Zeug nach der Bearbeitung erstmal einen Tag auf der Platte zu lassen und dann nochmal mit frischen Augen draufzuschauen, bevor man es ins WWW entlässt. Naja, jetzt gibt's auf jeden Fall drei neue Bearbeitungen zur Diskussion.

LG Michael
 
dass Zeug nach der Bearbeitung erstmal einen Tag auf der Platte zu lassen und dann nochmal mit frischen Augen draufzuschauen,
Was meinst Du, wie es den Tontechnikern im Studio geht... nach 6 Stunden mischen und immer denselben Song hören ist man eigentlich klinisch tot. Und solange wir nicht auf demselben Monitor in derselben Größe mit derselben Auflösung schauen (also 100%, etc.) sind unsere Aussagen auch ziemlich für den Topf. :coffee:

lg
Niki
 
Detaillevel ist höher. In der anderen Bearbeitung sind genau so viele Details, aber eben nicht so akzentuiert. Und was gefällt besser?
Dieses Bild von diesem Post. Die Strukturen fallen besser ins Auge und sofern die Details da sind ist doch alles ok.
Welche Bearbeitung gefällt euch besser?
Der Informationsgehalt ist in beiden Fällen derselbe!
Das weichere würde ich als Planetenbild vorziehen.
Für einen besseren Vergleich sollten die Abbildungsmaßstäbe gleich sein. Wenn das weichere Bild gleich groß dem
härteren ist, und die interne Auflösung gleich ist, wird das weichere auch etwas härter
Bilderscheinung bedeutet) mit z.B. 1/30 Sekunde Belichtungszeit und einer Bildfolge von 180 Bildern pro Sekunde...
So was geht nicht, die Belichtungszeit muss immer kleiner der Bildrate sein 180*1/30 passen nicht in 1 Sek.
Wahrscheinlich ein Schreibfehler...
Ergo: Unschärfe lässt sich nicht durch Kontrasterhöhung eliminieren...
Im Grunde genommen alles richtige Argumente von Niki und auch Fakten. Ich möchte meine Bilder nicht so flach halten, und denke das Grenzen auch im gewissen Rahmen überschreitbar sind. Seit ich hier im Forum bin (1/2 Jahr) habe ich bei der Bearbeitung meiner Bilder (meist Mond) dazugelernt. Meine ersten Bildbeiträge sind noch viel
'schlimmer' als das von mir nachträglich bearbeitete Bild von Jozef. Ich möchte keinem zu nahetreten aber nur zwei
Beispiele von mehreren nennen, wo es meiner Meinung besser geht:
Letztes Mondbild aus der Galerie: Hevelius, Reiner 140422 - Würde heller besser wirken und nichts verlieren.
oder schon länger her: Mondmosaik_Rupes_Recta_3200_ICE_GBR_IR_20220309 - Ja, das im Titel benannte Objekt ist kaum zu erkennen (versinkt in der Dunkelheit) , obwohl hier kein Schatten ist und die Sonne bis zum Krater Nicollet scheint. Birt wirft einen deutlichen Schatten. Hier geht Information verloren, die man sich erst 'wiederherstellen' muss, wenn sie gesehen werden möchte.
Alles vom Ergebnis wunderbare detailreiche hoch aufgelöste Bilder. aber wie ich finde manchmal falsch präsentiert.

Sorry habe oben das Hallo zusammen vergessen.

Alles höchst Interessant, manchmal sind einfache Dinge weit entfernt, wie z. B. negieren von SW-Vorlagen
bei der Bildbearbeitung - Klar dreht sich ja alles um, auch angewendete Funktion (von Holger).
Zum Schärfen nehme ich den selektiven Scharfzeichner (smart sharpen) in PS mit mehrfacher Anwendung verschiedener Parameter. Geht das in Richtung Deconvolution oder Wavelet? Kennt sich da jemand aus? Funktioniert auf alle Fälle besser als andere Methoden wie z. B. einfaches schärfen oder unscharf maskieren. Das geht eigentlich in Summe gar nicht.

VG spa
 
Hi,
Deconvolution ist nicht mein Ding, damit komme ich einfach nicht klar.

Ich verwende fitswork: gauss schärfen und Wavelet Detailsverstärkung.
ich vermute aber, dass hinter den Kulissen beim 'gauss schärfen' auch eine Art Deconvolution Algorithmus werkelt. Aber es existieren wohl unterschiedliche Ausführungen desselben Grundprinzips. Ich verwende z.B. ein Deconvolution-Modul einer X Jahre alten SIRIL Installation, wohingegen ich mit dem Deconvolution Modul in der neuesten SIRIL Version nicht klar komme.

nach 6 Stunden mischen und immer denselben Song hören ist man eigentlich klinisch tot.
ich glaube, die Stundenzahl hängt auch sehr von der jeweiligen Musik ab. Bei Helene Fischer z.B. reichen schon ein paar Minuten, um den beschriebenen Zustand zu erreichen. :ROFLMAO:

-cb
 
Ich habe auch mal zwei Versionen mit dem Wavelet Tool in Registax gemacht, damit man den Unterschied zur Deconvolution sieht. Eine etwas schwächere, die ich nur mit Registax geschärft und mit Gimp etwas gestreckt habe. Und eine etwas stärkere, die ich in Gimp nochmal mit einer unscharfen Maske nachgeschärft habe (einer handgemachten, nicht das Tool) und mit einem Hochpass versehen habe. Die stärkere Version habe ich noch in Fitswork entrauscht.

Moon_205810_130222_lapl4_ap2098d.jpg

Moon_205810_130222_lapl4_ap2098e_2.jpg
 
Vielen Dank an alle für die nochmal überarbeiteten Bilder!
Ich muss zugeben: alle gefallen mir besser als mein eigenes Resultat.
Aber wie schon mehrfach gesagt: letztlich ist es auch Geschmacksache.

Ich lege bei Mondbildern doch einen Fokus auf Details. Meine eigenen Mondaufnahmen beurteile ich oberflächlich gerne nach den
erkennbaren Kleinkratern im Krater Plato, der Darstellung der Hadley Rille oder den Kratern in Clavius.
Michaels Version in #33 wäre daher mein persönlicher Favorit: schöne Details, passend entrauscht und nicht zu hart.
Zumindest auf meinem Display; muss ich ja schon dazu sagen...

Und nochmal: Tolle Diskussion der verschiedenen Bearbeitungsmethoden!

Mit bestem Gruß
Klaus
 
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