Astro-Fernglasauswahl 7x50

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nutator

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Hallo Astronomiefreunde und ein frohes (ereignisreiches -> z.B. Venustransit) neues Jahr :)

Wie man bereits aus dem Betreff erdenken kann, möchte ich mir ein Fernglas für astronmische Beobachtungen zulegen. Ich habe mich schon ein wenig auf diversen Seiten hier im Forum und extern belesen (u.a. auf 'Schäfi's Homepage' und Holger Merlitz Seite). Obwohl ich zwar viele einzelne Ideen und Auswahlkriterien mitgenommen habe, habe ich (logischerweise) nicht exakt das an Informationen gefunden wonach ich gesucht habe.

Daher werde ich mal meine Wünsche/Ideen posten und hoffe, dass ich ein paar detaillierte Meinungen von erfahrenen Beobachtern einholen kann ;)

Bauart: Porro
Grund: Bei gleicher Qualität günstiger herzustellen als Dachkantgläser.

Vergrößerung: 7-fach
Grund: Ich habe schon höhere Vergrößerungen in der Hand gehabt und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich die 7-fache Vergrößerung noch annehmbar in der Hand halten kann ohne zu sehr zu verwackeln (frei als auch Arme abgestützt).

Öffnung: 50mm
Grund: Ich habe recht gute Lichtbedingungen (Land/kleines Dorf) und habe auch meine Pupillenöffnung Messen lassen (etwas über 5mm bei Tag im Optikerladen) sodass ich davon ausgehe, dass ich die Austrittspupille von 7,1mm in der Nacht ausnutzen kann.

Gewünschtes Sehfeld: =7°
Grund: möglichst gute Übersicht zur Orientierung/ Randundschärfe fällt nicht so sehr ins Gewicht.

Vergütung:Multi/Voll

Glasmaterial:(BaK-4)

Preisgrenze: 400€ (wenn es 420€ werden tut das dem Kauf kein Abbruch)

Dinge, die ich für nicht unbedingt Entscheidungsrelevant halte:
- Stickstoffgefüllt
- Stativanschluss
- Spritzwasserschutz
- Randunschärfe -> ohne Stativ holt man sich das zu beobachtende eh in die Mitte
- Brillenträgerokulare (es sei denn, Brille tragen macht Sinn; siehe weiter unten)
- Augenabstand (siehe Brillentrögerokulare; 'rundes Bild' beim Beobachten ist trotzdem wichtig, dafür muss ich das FG aber in der Hand halten, bzw. mir eigene Referenzen beschaffen)
- Zentral/Einzelfokkusierung (hier bin ich im Zwiespalt: weniger Mechanik (Einzel) vs. auch mal Tagsüber benutzen (Zentral))


Meine Fragen und Bitten an euch sind folgende:

- Ich habe eine Brille (l: -0,75dpt; r: -0,5dpt), schaue damit aber nicht gerne durch Ferngläser (kann man ja sehr leicht ausgleichen mit dem FG). Sollte man wegen irgendwelcher Farbverfälschungen sich eventuell trotzdem angewöhnen die Brille beim Beobachten zu tragen?

- Ich habe Gläser mit einem Gewicht bis zu 1,6kg in meiner Auswahl. Hat jemand Erfahrungen mit solchen 'Schwergewichten' (ohne Stativ) gemacht? -> bringt es so viel Stabilität dass es sich im trotz der Armermüdung lohnt und man einfach häufiger absetzt?

- Wo kann man noch gut Ferngläser vergleichen? (Ich war bis jetzt auf optik-pro.de)


Ich habe schonmal eine kleine Vorauswahl getroffen zu der ich gerne eine Stellungnahme hätte:

- Vixen Fernglas Foresta CF
- Bushnell Fernglas Marine
- APM Fernglas HD Marine
- William Optics Fernglas ED ED-Glas = BaK-4 Glas? (Ich habe das FG auf einer anderen Seite mit Bak-4 gelistet gesehen)
- TS MX - MARINE
- TS Wildlife baugleich mit dem William Optics?

- Ich habe die Möglichkeit an ein (angeblich noch nie benutztes) Carl Zeiss Jenoptem heranzukommen. Das werde ich mir im laufe der Woche anschauen.

- von der Firma Nikon habe ich Abstand genommen, da ich schon welche in der Hand hatte und die mir nicht sehr gut verarbeitet (billig) vorkamen. Dies wurde mir schon von einem Optiker prophezeit und hat sich bewahrheitet. (Ich muss gestehen, dass hier auch ein wenig nicht-rationales mit reinspielt. Wer einmal mit einer Firma eine schlechte Erfahrungen gemacht hat, kauft eben auch nichts anderes mehr dort.)

Soweit soll das erstmal an Informationen reichen. Ich hoffe, dass sich mir jemand annimmt und helfen kann :)
Wenn noch weitere wichtige Fragen zu klären sind, an die ich nicht gedacht habe stellt sie bitte ;)

Danke schonmal fürs durchgelesen haben.
 
Hallo nutator (ein seltsamer Name ...),

ich würde mich für das Jenoptem entscheiden, wenn es denn absolut okay ist. In dieser Preisklasse (bis ca. 200 EUR) dürfte es bezüglich Schärfe und Kontrast konkurrenzlos sein. Ich habe vor einigen Monaten ein Jenoptem 10x50W für 150 EUR "geschossen" und noch nichts besseres für diesen Preis gefunden.

Mir persönlich sind die ganzen Marine- und Wildlife-Gläser zu wuchtig (obwohl ich recht großes Hände habe) und auf Dauer zu unhandlich. Das Jenoptem ist deutlich schlanker, allerdings auch kein Leichtgewicht.

CS
Michael
 
Delta Optical Titanium 7x50
Übrigens generell eine gute Seite, wenn es auch (noch) nicht allzuviele Rezensionen gibt, diese sind dafür genau. Man findet viele Fernglasdaten versammelt.
Ich persönlich halte Ferngläser, die 1kg Gewicht überschreiten (für längere Beobachtungszeit sogar schon 900g) für freihändig "nicht tragbar".
Zu beziehen wäre dieses nicht eben omnipräsente Glas z.B. über teleskop-austria.at für 159 Eu, excl. Versand. Habe nicht nach anderen Anbietern gesucht.

LG
Herbert
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Im oben genannten Testbericht auf albinos.com wird das Delta Titanium u.a. mit dem (hier oben genannten) Zeiss Jena-Glas verglichen. Fazit: Das Zeiss hat eine Mechanik für Jahrzehnte, das Delta Optical (und andere dort genannte moderne Gläser) die besseren Vergütungen und Transmissionskurven. Das ist gerade bei lichtstarken Gläsern wichtig, weil nat. nur so die annähernd volle Lichtstärke auch in Kontrast umgesetzt werden kann.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Kauf doch ein 7x50 APM /TS Marine. Damit hast du bestimmt ein sehr gutes Glass. Habe so ein damals selbst gehabt, ist fuer's Geld sehr gut! Und hat dazu auch das beste Euro/Kilo verhaltnis. Jetzt habe ich das Fujinon, ca. gleiche Gewicht und ca. gleiche Qualität, (und ein bisschen teuerer...)
Himmelreich.nl
 
Vielen Dank schonmal für eure Posts.

auf albinos.com werde ich mich mal umschauen, auch wenn da leider nur sehr wenig Informationen gegeben sind.

Ein paar Ergänzungen noch:

- ich habe recht kleine Hände (große/schwere FG sehr ungeeignet?)
- Wie stelle ich fest ob ein glas leicht dejustiert is?; eine starke Dejustierung kann man ja an einer Dachkante oder ähnlichem ausmachen aber wie ist das mit einer kleinen, die meine Augen korrigieren? (auf längere Zeit bekommt man Kopfschmerzen etc. aber gibt es eine Möglichkeit das schnell festzustellen?) Nachts kann man ja einfach einen Stern fokussieren, ein Auge scharfstellen und das andere unscharf und dann schauen, ob der Stern als Punkt in der Mitte des unscharfen Kreises ist. -> gibt es eine gute Möglichkeit das auch am Tage (wenn Geschäfte geöffnet haben) festzustellen?
 
Hallo nutator,

ob kleine Hände ein Hinderungsgrund für´s problemlose Verwenden großer, schwerer Ferngläser sind, kann ich schwer beurteilen, ich bezweifle es aber eher. Möglicherweise könnte man Schwierigkeiten haben, an einem Mitteltrieb ohne Umzugreifen zu fokussieren. Beim astronomischen Einsatz stellt man aber ohnehin nur einmal scharf (auf unendlich), egal ob an einem Mitteltrieb oder an Einzelfokussierungen.
Problematisch empfand ICH immer Ferngläser, die 1kg (oder schon 900g) überschreiten, wegen des GEWICHTS. Nach zu kurzer Zeit "fallen einem die Arme ab" bzw. das unnötig hohe Zerren an den Armen nervt und stört gewaltig. Man will ja beobachten, und zwar die Objekte und nicht seinen Armschmerz! Deshalb mein Hinweis auf das Delta Titanium, das trotz seines rel. niedrigen Gewichts ein rel. großes Sehfeld bietet (bei den "Ofenrohren" mit AP 7 auch wichtig!).
Ein 7x50 auf´s Stativ zu schrauben erscheint MIR auch wenig sinnvoll. Es fehlt dazu an Vergrößerung und an subjektivem Sehfeld. 7x50 betrachte ich als typisches Freihand-Format.

(Leicht) Dejustierte Ferngläser erkenne ich immer quasi "emotional": Wenn man die Knickbrücke umsichtig auf den richtigen Augenabstand einstellt, richtig fokussiert (inkl. DIOPTRIENAUSGLEICH!, notfalls hierfür auf einem Stativ), so kann und darf es nichts mehr geben, das den Seheindruck irritiert und dadurch auch nur etwas unangenehm macht. Man spürt das recht deutlich, ob es passt oder nicht. Wenn man ein gut justiertes Vergleichsglas hat oder kennt, ist es nat. noch leichter. Die beiden Fernglashälften sollen in Einklang sein (können) wie zwei Musikinstrumente, die man zueinander stimmt - solltest du Musiker sein. Viell. keine sehr "präzise" Auskunft, aber so mach(t)e ich es immer und ich bekam mehrmals dejustierte Gläser geliefert, die dann nat. zurückgingen. Am besten macht man das in Ruhe zu Hause, durchaus auch am Tag. Im Geschäft herrscht doch meist eine irgendwie gedrängte/wenig entspannte Atmosphäre vor und man kann nicht zwischendurch das Glas weglegen, nach einer (Erholungs)Stunde wieder dazu gehen usw.
(Ach ja, auch den Pupillenabstand müsste man eventuell noch richtig einstellen - falls man Drehaugenmuscheln hätte.)

Hoffe, ich konnte doch etwas helfen.

LG
Herbert
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Vielen Dank Herbert.

Da ich mir morgen unter anderem das Zeiss Jenoptem angucken werde waren das die richtigen Tips zu richtigen Zeit. Ich denke dass ich auf jeden Fall Gläser zum Vergleich da haben werde um die Justage zu prüfen. Dann lasse ich mal mein Gefühl walten ;)

Deine Gründe gegen ein 'Schwergewicht' leuchten mir durchaus ein...Es gibt ja auch genug Gläser die weniger wiegen und gleiches/ähnliches leisten.


Bei meinem Ursprünglichen Beitrag fehlte noch ein FG das zur Auswahl steht:

Vanguard Mariner -> kann mir jemand sagen was da oben drauf ist/was für eine Funktion sich dahinter verbirgt (das runde Teil auf der rechten FG-Seite)?

Und das gewünschte Sehfeld ist natürlich nicht =7° sondern größer oder gleich 7°
 
Dankeschön matokla. Ich habe mir das schon gedacht, war aber etwas verwirrt da ich die Angabe eines Kompasses in der Beschreibung vermisst hatte.

Es gibt leider ein kleines Update bzgl. meines Topics: Das Jenoptem ist bereits verkauft.

-> kann man es riskieren ein gebrauchtes bei eBay zu kaufen (gewerblicher Verkäufer) oder ist davon eher generell abzuraten?
 
Hallo nutator,

ich habe vor ca. 1 Jahr über ebay ein gebrauchtes Jenoptem 10x50W bei einem gewerblichen Händler gekauft und es nicht bereut. Zuvor hatte ich allerdings eines privat gekauft, das sich als Optik-Schrott entpuppte, und mir damit eine Menge Ärger eingehandelt, bevor ich letztlich aber doch mein Geld zurückbekommen habe.

Meine Tipps:

- Nur bei einem gewerblichen Anbieter kaufen, dann kannst du innerhalb 14 Tagen ohne Angaben von Gründen vom Kauf zurücktreten. Das erspart eventuelle lästige Diskussionen, ob das Glas nun in Ordnung ist oder nicht.

- Beim Anbieter auf eine möglichst optimale Quote positiver Bewertungen achten. Eventuelle neutrale oder negative Bewertungen anschauen (Begründungen?).

- Bezahlung nur per PayPal, das erleichtert es das Geld zurückzubekommen.

- Bei einem sehr günstigen Angebot eine eventuelle Optimierung (z.B. durch OPTIXXX Simone Hauptmann, ca. 50,- EUR) einplanen.

- Geduld!!! Auf das "richtige" Angebot warten ...

Wenn du diese Punkte beachtest, hast du eine sehr gute Chance für 150,00 bis 200,00 EUR ein gutes Jenoptem 7x50 oder Binoctem 7x50 zu bekommen.

CS
Michael
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo nutator,

ich komme auch von den Jenaer Gläsern und kenne Binoctem,Dekarem,Pentekarem,Nobilem... alle sehr genau und weiß sie wirklich zu schätzen.

Nun lese ich, dass du ein 7x50 mit 7° Öffnung suchst und da möchte dir noch einen anderen Tipp geben.

Kürzlich, auf der Suche nach einem Fotoapparat, entdecke ich bei SATURN eine kleine Fernglasauswahl und kann natürlich nicht vorbei... Da liegt neben den Standards (Steiner Safari usw. ) ein BURRIS CARIBEAN 7x50 mit 7°. Ich kannte den Namen nicht, kommt aus den USA, das Glas jedoch natürlich aus China. Es ist ein Glas mit Einzelokulareinstellung und für den nautischen Einsatz gedacht....
Alles egal, ich setze es also testhalber an und bin sofort angenehm von Schärfe und Kontrast überrascht, und überhaupt, das Einblickverhalten.., irgendwie nehme ich es immer wieder hoch. An nächsten Tag komme ich wieder und kaufe es (149,-) ich muss wissen wie es bei Tageslicht und am Sternenhimmel performt.
Nun habe ich es seit einigen Tagen und bin immernoch sehr begeistert. Ich nutze normalerweise keine Gläser ohne Mitteltrieb, dieses jedoch macht mir auch ohne sehr viel Freude.

Das Sehfeld ist sehr gut Ausgeglichen, die Optik ist gut gerechnet, Farbsäume sind kein Thema und die vollvergütete Porrooptik ist exellent scharf. Die Okulare sind sehr stabil konstruiert und lassen sich gut einstellen. Dabei laufen sie satt und präzise. Eine minderwertige Fukussiermechanik wie heute bei den meißten Porros mit Fokussiereinheit verbaut, ist nicht vorhanden und so störe ich micht auch nicht daran.


Als Alternative zun Jenaer Jenoptem/Binoctem 7x50 sehr zu empfehlen weil:

> neu, 10 Jahre Garantie
> besser vergütet, bessere Sehfelebnung und Randschärfe
> abgedichtete und gasgefüllte Optik
> sehr angenehme Kunststoffarmierung
> sehr gut mit oder ohne Brille nutzbar

Es hat eben nur keinen Mitteltrieb, jedoch bei Astroeinsatz und gelegentlich Natur sollte dieser Punkt nicht überbewertet werden. Auf Unendlich eingestellt ist es ab ca. 20m Entfernung bis Unendlich scharf. Am Sternenhimmel ist es ein wunderbares Glas. Hochfeine punktförmige Sternenabbildung, deutlich Randschärfer als Binoctem.

Ich nehme das Glas immer wieder in die Hand, kann es nicht stehen lassen und gucke nur um des Gucken willen weil es mir Freude macht. Es liegt mir unheimlich gut in den Händen und ich kann es sehr sehr lange ermüdungsfrei halten da es gut ausgeglichen wurde. Einen Stativanschluss besitz es auch. Hier kann ein Einbein mit Kugelkopf direkt ohne Adapter angesetzt werden! Das ist ungemein praktisch und bring auf die Schnelle völlige Ruhe ins Glas. Die angbrachten Objektivabdeckungen sitzen bombenfest wenn sie eingedrückt sind und fliegen nicht von alleine weg.

Ok genug, wenn du interessiert bist probier es aus, es lohnt sich aus meiner Sicht.

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Guten Morgen,

mehr als Spielarten desselben Teleskoptyps sind Ferngläser "Geschmackssache". Wenigstens zwei Elemente, in denen sich verschiedene Beobachter uneins sein können, wurden schon angesprochen: Rand(un)schärfe und Brillentauglichkeit.
Ein Fernrohr wird vielleicht nach ein paar Jahren gegen etwas Größeres getauscht, ein Fernglas hat man lebenslang. Grund genug, gründlich an die Sache heranzugehen und nicht den letzten Cent zu sparen, wie es nutator ja auch vorhat.
Ich möchte jetzt kein konkretes Modell empfehlen, sondern ein paar Hinweise zur Auswahl geben:

- mechanische Stabilität: Die Achsen müssen parallel bleiben, insbesondere die Knickbrücke ist bei preisgünstigen Modellen ein Problem
- parallele optische Achsen: Beim Hineinschauen sollten die Bilder sofort zu etwas räumlichen verschmelzen. Wenn dies eine Weile dauert oder überhaupt nicht möglich ist, dann stimmen die Achsen nicht. Zu Hause auf einem Stativ geht es noch einfacher. Man richtet das Glas in die Ferne, stellt scharf und schaut zuerst auf die Landschaft. Wenn man jetzt die Austrittspupillen ansieht, dann müssen diese exakt in derselben Höhe sitzen. Es ist gut, wenn ein Glas eine leicht bedienbare Justagemöglichkeit hat, falls es mal einen Stoß abbekommt und die Prismen verrutschen.
- Kontrast an harten Kanten, am Tage sichtbar an Stromleitungen und Kirchturmspitzen: Hier offenbart sich die optische Qualität. Blausäume sind nicht selten und in einem gewissen Maß auch verkraftbar.
- Reflexfreiheit: Ein Planet oder ersatzweise eine Lampe im Gesichtsfeld sollte keine Doppelbilder erzeugen und auch keinen milchigen Schimmer über das Bild legen. Ein besonders kritischer Test ist eine Lichtquelle knapp außerhalb des Gesichtsfeldes – hier reagieren viele Gläser mit Geisterbildern oder Schleier. Dies völlig zu beseitigen ist teuer, man muss über Kompromisse nachdenken.
- Bildfeld: Oft werden in Ferngläsern Plössl-Okulare verbaut, mit nur 50° scheinbarem Bildfeld. Ein wirklich komfortabler Einblick ergibt sich erst jenseits der 60° scheinbares Bildfeld, meist realisiert mit Erfle-Okularen. 7x50-Gläser haben das Problem, dass ein weites Bildfeld nicht durch die Prismen passt. Nur wenige Gläser haben ausreichend große Prismen für WW-Okulare. Die Forderung nach dem Bildfeld beißt sich mit der Randschärfe und dem Augenabstand (brillenträgertauglich), wenn es bezahlbare Okulare bleiben sollen.
- Neutrale Bildfarbe: Manche Gläser liefern deutlich getönte Bilder, oft gelblich. Das ist am Tage ggf. hilfreich für die Fernsicht, für astronomische Anwendung aber störend. Minimale Farbstiche findet man fast immer, das ist unkritisch.
- Bequeme Handhabung, lässt sich das Glas leicht in der Hand halten?
- Masse: Sehr leichte Gläser (wird bei 7x50 nicht vorkommen) hält man nicht so leicht ruhig. Sehr schwere Gläser jenseits 1 kg führen schnell zur Ermüdung bei Freihandbenutzung
- Ausstattung: Stativanschluss, Gummiarmierung, Kappen, Riemen, Schutzhülle, Gewährleistungszeit: Manches ist persönlich wichtig , anderes weniger.

Ich empfehle, dass du dir erst mal einen Überblick verschaffst, in welche Qualitätsliga du kommen kannst und wo du Abstriche machen musst. Beispiel: Als Brillenträger ist es sicher wichtig, wenn sich ein Glas vernünftig mit Brille benutzen lässt, z.B. wenn man abwechselnd auf eine Karte und in den Himmel schaut. Es erwächst die Forderung nach einem reichlichen Augenabstand, welcher die Okularkonstrukteure vor das Problem stellt, etwas anderes zu opfern: Meist Bildfeld.

Ich empfehle, in eine Großmarkt (z.B. Saturn) zu gehen und dort alle Gläser im Bereich 4-5 cm Öffnung in die Hand zu nehmen und in der Halle zu testen. Der Kontrasttest lässt sich an einer Lampe leicht ausführen, eine harte Kante zu finden ist etwas schwieriger. Aber einen ersten Eindruck bekommt man.
Auf jeden Fall kennst du dann die Unterschiede zwischen einem 100€- und einem 1000€-Glas und weißt, wofür man das viele Geld ausgeben kann. Man bekommt nämlich auch etwas dafür. Die Kompromissentscheidung ist dann einfacher. Vielleicht hat der Großmarkt sogar ein akzeptables Glas, ansonsten kommt der Versandhandel ins Spiel.

Vieles lässt sich jetzt aus technischen Daten entnehmen, z.B. weißt du, welchen Pupillenabstand du benötigst (wenn du die Daten der geprüften Gläser im Nachhinein ansiehst). Ein Maß für die Reflexfreiheit ist die vollständige Multivergütung (an den Prismen wird mitunter gespart), aber das reicht nicht: Es sind weitere interne Maßnahmen z.B. Blenden nötig. Angaben zur Justierbarkeit findet man am ehesten in Foren wie diesem hier.

Ich würde dann bei einem Händler zwei oder drei Gläser zur Auswahl bestellen, das kann man ruhig so beschreiben. Vielleicht auch dort beraten lassen. Wissend das diese Beratung in Richtung hochpreisig geht. Na klar, der Umsatzplan will erfüllt werden. Aber kein Händler will Geräte verschicken, die er wieder zurückbekommt. Vor deutlichen Enttäuschungen wirst du vom Händler im Eigeninteresse gewarnt, wenn du weißt, worauf es dir ankommt.

Zur 7x50-Auswahl: Diese ist unter den Vorgaben (ruhiges Bild bei 10x nicht „drin“) vernünftig. Es gibt das Problem des kleinen Gesichtsfeldes. Ein Zeiß-Jena-7x50 zeigt genauso viel Himmel wie ein 10x50, müsste aber ein Drittel mehr zeigen. Es gibt wohl nur einen Hersteller, der überdimensionierte (eigentlich: richtig dimensionierte) Prismen verbaut. Ich würde wählen: Entweder Beobachtung erfolgt mit Brille, dann muss man ohnehin Feld gegen Augenabstand opfern oder die Beobachtung erfolgt idR ohne Brille, dann ist ein 7-8x42 mit weitem Bildfeld auch noch in Betracht zu ziehen. Vom Bildfeld hat man wirklich was, man sieht mehr Himmel, die Orientierung ist einfacher. Auch bei Tagbenutzung von Vorteil, ein Tier ist mit größerer Wahrscheinlichkeit im Blick.

 
Zitat von UwePilz:
Guten Morgen,

- parallele optische Achsen: Beim Hineinschauen sollten die Bilder sofort zu etwas räumlichen verschmelzen. Wenn dies eine Weile dauert oder überhaupt nicht möglich ist, dann stimmen die Achsen nicht.

Danke Uwe für deinen Umfangreichen Beitrag. Dem konnte ich auch noch etwas sehr nützliches Entnehmen.

Ich vergleiche das von mir vorgeschlagene BURRIS gerade mit dem TS 7x50 Wildlife mit Zentralfokus. Ich möchte ausloten wie wichtig mir der Fokus im Vergleich zum BURRIS (ohne) tatsächlich ist. Ich möchte deine Anhaltspunkte gern einmal für einen Vergleich der beiden Gläser nutzen.

Sehfeld, Vergrößerung, Öffnung, soweit alles Identisch. Dennoch passte mir beim Wildlife von Anfang an etwas nicht. Jetzt weiß ich was es ist, die Achsen passen nicht, genau wie du es beschrieben hast. Es dauert 2-3 Sekunden bis das Bild räumlich wird und dann ist es nicht entspannt. Setze ich das BURRIS an bin ich sofort mittendrin, alles passt. Der Seheindruck ist deutlich komfortabler und auch der Schärfentiefebereich ist spürbar größer (wohl dem fehlenden Mitteltrieb angepasst).
Der Mitteltrieb des Wildlife hingegen wie eingefrohren, nur schwerst zu bewegen, katastrophal. Auf diese Art Mitteltriebe kann ich gut verzichten und mit dem BURRIS mache ich mich jetzt davon frei. Ich habe damit von 20m bis unendlich alles sehr hochqualitativ scharf und lasse meine Augen fokussieren. die können es ohnehin treffsicherer als jede Mechanik. In Punkto Farbtreue ist das BURRIS dem Wildlife ebenfalls deutlich überlegen. Ich kann beim BURRIS keinen Farbstich erkennen, das Wildlife hat am Tag einen deutlichen rotstich. Das Wildlife ist nach eigener Messung nur 50g schwerer als das BURRIS jedoch gefühlt ist das Wildlife deutlich schwerer, es ist nicht gut ausgeglichen, zumindest im Vergleich zum BURRIS.

Es ergibt sich folgendes Ergebnis:

BURRIS CARIBBEAN 7x50 >vs> TS WILDLIFE 7x50

>Vergütung: nahezu farbneutral >> rotstich
>parallele optische Achsen: passt >> ungenau
>Kontrast an harten Kanten: sehr gut >> sehr gut
>Reflexfreiheit: Tag(Sonne) sehr gut >> Tag(Sonne) Verspiegelung untere Sehfeldhälfte
>Bildfeld: 7°/122m weitreichend Randschart >> 7,2°/126m weitreichend randscharf (visuell ist der Unterschied nicht auszumachen)
>Farbsäüme: sehr gut unterdrückt >> treten schneller in Erscheinung
>Handhabung: sehr gut austariert, Armierung griffig >> eher wuchtig, wirkt schwer, Armierung glatt, Plastikgefühl
>Masse(eigene Messung): 1100g >> 1150g
>Objektivschutz: Objektivabdeckungen greifen fest(innenseitig) >> billige Überstülper die leicht runterrutschen
>Preis: 149,- >> 159,-

Fazit:
Ich bin sehr froh das BURRIS einmal näher untersucht zu haben und werde es ganz sicher nicht zurückgeben. Das Preis-Leistungsverhälznis ist meines Erachtens nach exellent. Bei voll ausgefahrenen Okularen lässt sich auch eine Blumenwiese ab ca. 5m Distanz untersuchen, der Schärfentiefebereich erlaubt dann einige Meter weit scharfen Beobachtungsbereich. Das TS geht zurück, der Mitteltrieb bringt keinen entscheidenen Vorteil und ist bei diesem Glas aufgrund seiner Steifheit eher unpraktisch. Das Glas ist insgesamt eher unpräzise gefertigt und müsste zunächst in einer Fachwerkstatt eingestellt werden. Für einen Neukauf empinde ich das als inakzeptabel.

Grüße
Stefan






 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Vielen Dank für die rege Beteiligung!

Jetzt habe ich wieder ein paar mehr Anhaltspunkte nach denen ich einfach mal schauen kann. Das erleichtert meine Entscheidung zwar nicht unbedingt aber da es eine Investition fürs Leben ist, kann man sich damit auch ein bisschen mehr auseinandersetzen.

Da ich beobachten mit Brille als sehr unangenehm empfinde und diese auch nicht zum lesen brauche, ist dies bei mir kein allzu gewichtiges Kriterium.

Mein Saturn 'vor Ort' hatte leider nur drei FG zur Auswahl von denen zwei Dachkantprismen hatten...
Anfang Februar bin ich allerdings kurz in Berlin und habe dort die Möglichkeit mich ergiebig umzusehen :)
 
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