Astrofotografie Anfängerfragen

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Ja, hab ich auch gerade bemerkt, dass es so einfach wohl nicht ist.
Ich habe nämlich gerade mal M31 anfahren lassen. Die Montierung ausgeschaltet, wieder angeschaltet, noch mal per "Guided Tour" M31 ausgewählt und die Montierung fährt nochmal in eine ganz andere Stellung. Wär ja auch zu schön gewesen.

Aber wäre das nicht in der heutige Computertechnik relativ einfach zu machen? Also als Beispiel, ich fahre per Handsteuerung ein bekanntes Objekt an und gebe die Koordinaten in den Steuerungscomputer ein. Alle anderen Objekte müssten der Steuerung doch dann auch bekannt sein, oder verändern die ihre Position relativ zueinander?
 
Du denkst zuviel :Trost:. Warte auf passendes Wetter und stelle Deine Montierung an einem Platz auf, der einen Blick zum Polarstern ermöglicht ( Parkplatz etc.) Dann Nordest Du die Montierung ein. Wenn alles passt, stellst du die Polhöhe schön fest. Die Polhöhe passt dann auch auf Deinem Balkon. Auf dem Balkon richtest du die Montierung Waagerecht aus ( Wasserwaage). Mit einem Kompass bestimmst du die Nordrichtung. Fertig, das langt allemal aus um mit Deiner Ausrüstung brauchbare ergebnisse zu erzielen.
Auf diese weise kannst Du Dich mit der Montierung vertraut machen. Dann fällt auch irgendwann der Groschen im bezug auf das Einscheinern. Wie Mein Meister immer sagte: "Rede nicht, tue es und wenn es nicht paßt, machst du es nochmal". ;)
Gruß Rudi
 
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Hallo Heinz,

... habe ich mir gedacht, ich lege mir diesen günstigen Refraktor hier zu:
http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=110224&SearchTerms=leitrohr
Mit dem probiere ich ein paar Monate herum, und wenn ich dann einigermaßen damit zurecht komme, lege ich mir einen vernüftigen ED80 oder ED100 zu und den "billigen" nutze ich dann als Leitrohr.

dieses Röhrle ist prinzipiell ein vernünftiges Teil. Damit hast ein Teleskop, das bereits prima Rohrschellen (justierbar!), eine lange Prismenschine und nen Tubus aus Metall mitbringt. Kein Plastikgeschlabber wie die Einsteigerteleskope ala Tschibo, Liedel oder sonstige Discounter...

Zum Lernen, wie das mit dem Scheinern geht, fehlt jetzt nur noch ein Fadenkreuzokular. Dann kannst loslegen. :super:

Laß Dich net kirre machen, mit diesem Röhrle kannst später mit einer empfindlichen Guidingcam wirklich was anfangen, und wenn Du Dir jetzt noch 2 oder 3 Okulare spendierst, kannst damit auch jetzt sofort anfangen, visuell zu beobachten. Natürlich muß dazu die Wolkendecke endlich mal aufgehen. ;)

Mit dem Röhrle sind Sonne (Achtung, immer mit Baaderfolie vor der Öffnung), Mond und Planeten machbar. Es gehen auch helle Deepsky-Objekte. Orionnebel, Plejaden, Andomedagalaxie und natürlich Sternhaufen sowie Doppelsterne. Für flächige, lichtschwache Nebel ist das Röhrle nix, aber Du setzt mit diesem Teleskop definitiv kein Geld in den Sand.

Natürlich schaut es erstmal witzig aus, wenn Du auf die massive HEQ-5 so einen Winzling draufpackst. Aber was solls? Damit lernst den Umgang mit Deiner neuen Montierung. Und nur das zählt.

Bei der Brennweite kannst sogar Deine DSLR dranfitten und durch das Röhrle Sonne und Mond fotografieren. Da die beiden nicht formatfüllend auf dem Chip der DSLR abgebildet werden, spielt hier die Vignettierung durch den 1 1/4" Okularauszug (bzw. das drunter liegende T2 Gewinde) eigentlich keine Rolle. An die Einnordung und Nachführung stellen diese beiden Objekte auch keinen großen Anspruch und Du hast sofort ein vorzeigbares Ergebnis. Und damit auch ein erstes Erfolgsergebnis. :)

P.S. Oder sind 900mm als Leitrohr für ein, sagen wir mal 80/600 zu kurz? Ich meine irgendwo mal gelesen zu haben, dass ein Leitrohr ca. die doppelte Brennweite der Aufnahmeoptik haben sollte?

Das ist heutzutage mehr als ausreichend. :Trost:

Zur Zeit der chemischen Fotografie mit dem Auge am Nachführokular gab es die Faustregel 2 bis 2,5 x Brennweite.

CS
Fee
 
Hallo,

Aber wäre das nicht in der heutige Computertechnik relativ einfach zu machen? Also als Beispiel, ich fahre per Handsteuerung ein bekanntes Objekt an und gebe die Koordinaten in den Steuerungscomputer ein. Alle anderen Objekte müssten der Steuerung doch dann auch bekannt sein, oder verändern die ihre Position relativ zueinander?

Das ist als 1-Stern-Initialisierung bekannt. Ist im Wesentlichen nichts anderes als das Referieren der normalerweise nur relativ bekannten Achsenstellungen auf absolute Werte (Deklination und Stundenwinkel).

Es funktioniert, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:
- Richtung der Polachse exakt auf Himmelspol
- Deklinationsachse steht exakt senkrecht zur Polachse
- optische Achse steht exakt senkrecht zur Deklinationachse
- Refraktion vernachlässigbar

Umgekehrt, wenn mit Hilfe eines Objekts die korrekte Richtungseinstellung der Polachse ermittelt werden soll, müssen Deklinationswinkel und Stundenwinkel des Achsenkreuzes von Anfang an bekannt sein, d.h. die Montierung müsste Winkelencoder mit Absolutwertausgabe haben.

Auch hier müssen die obigen Anforderungen zur Orthogonalität ("Senkrechtheit") erfüllt sein. Das dürfte übrigens bei der opt. Achse so gut wie nie der Fall sein. Deshalb muss aufwendiger (= mit mehr Objekten) kalibriert werden, wenn keine direkte Poljustage erfolgen kann.

Die dann dahinter stehende numerische Mathematik ist übrigens nicht von schlechten Eltern. Man kommt auf ein nichtlineares Gleichungssystem mit vielen transzendeten Termen, das iterativ per Annäherungsverfahren gelöst werden muss.


cs
Martin
 
Hallo,

P.S. Oder sind 900mm als Leitrohr für ein, sagen wir mal 80/600 zu kurz? Ich meine irgendwo mal gelesen zu haben, dass ein Leitrohr ca. die doppelte Brennweite der Aufnahmeoptik haben sollte?

Das ist heutzutage mehr als ausreichend. Trost

Zur Zeit der chemischen Fotografie mit dem Auge am Nachführokular gab es die Faustregel 2 bis 2,5 x Brennweite.

Spielt keine wesentliche Rolle bei Autoguiding mit Subpixel-Schwerpunktermittlung. Hier ist eher die Öffnung wichtig, da die Genauigkeit der Schwerpunktermittlung vom Signal/Rauschverhältnis für die vom Leitstern getroffenen Pixel abhängt. Über wieviele Pixel sich der Leitstern verteilt ist bei FH-Objektiven fast nur von der Öffnung abhängig, nicht von der Brennweite (über den vom CCD registrierten Wellenlängenbereich integriert).

Ich meine dass diese Faustregel auch zu chemischen Zeiten nicht wirklich wesentlich war, da nur wichtig ist welche Minimalabweichung vom Fadenkreuz man mit dem Auge erkennt. Eine kurze Brennweite mit Nachvergrößerung kann das genauso gut.

cs
Martin
 
Hallo Heinz,

nachdem etwas Wasser den Threadfluss heruntergeflossen ist habe ich einen Tip für Dich. Die Vorteile vorweg:

1. Preiswert
2. hat schon eine T2-Gewinde am OAZ. (T2-Ring für Nikon od. Canon, Kamera ran ... Fertig !)
3. mit F/5 kurze Belichtungszeiten
4. 100 mm Öffnung reichen

http://www.teleskop-express.de/shop...el-102-OTA---Gro-feldrefraktor-102-500mm.html

Der Farbfehler ist zum Üben erstmal sch..egal. Glaub mir, der erste Erfolg wird Dich ermuntern weiterzumachen. ;)

 
Hallo Tommy,

ich frage mich ernsthaft, wie man dieses Ding fotografisch einer Russentonne 90 f/5,6 vorziehen kann. Die Tonne hat Feldebnung, es gibt ebenso Kamera-Adapter für die gängigen Systeme und das Ding hat eben farbreine f/5,6 an Bord. Nur visuell ist es schwierig, in den Fokus zu kommen. Dafür taugt die kleine, schnelle Tonne nicht. Aber ich empfehle ja ohnehin, auch beim Start visuell und fotografisch zu trennen.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

es ist doch nur zum üben. Ausserdem hat er geschrieben, das er was braucht um ein wenig mit der Montierung zu üben. Dafür ist das Ding absolut super. Ausserdem legen sich hunderte von Hobby-Astros früher oder später einen Richfielder zu. Das sind sogar 3 Fliegen mit einer Klappe.
Als Farbreines Gerät holen sich die meisten eh einen APO.
Trotzdem es viele Leute gibt, die Pickel bekommen wenn sie nur diese Synta-Richfielder sehen, genau so viele schmunzelnde Fans gibt es. Ich selber habe so´n Ding immer noch und das auf einer AZ-3. Es gibt nichts, was schneller einsatzbereit ist. .... und Spaß macht das Skysurfen auch noch :))
 
Hallo Tommy,

warum man fotografisch zum Üben etwas kaufen soll, was visuell zwar nett, aber fotografisch eben unvernünftig ist, erschließt sich mir nicht. Man kann doch etwas kaufen, was man fotografisch auch länger benutzen kann, wenn man eben Fotografie will.

Wenn jemand einen Richfielder will, wird man die Russentonne eben auch nicht empfehlen.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

jetzt wirst Du komisch. Visuell ganz nett ? Er wollte ja eigentlich nur was visuelles zum üben. Wie kannst Du dann was von ´ner Russentonne erzählen, die visuell eben nicht gerade vernüftig ist ? Seinen Link mit dem Teleskop, das er ins Auge gefasst hat, hast Du schon gesehen ? Deshalb nochmal nur zur Info. Es war einfach nur ein Tip und Anregung, wenn man neben dem Üben auch mal kurz schon vorab fotografieren möchte. Das kann man damit nämlich sehr wohl.
1. T2 ist schon da
2. F/5
3. geringe Brennweite erlaubt Belichtung bis 1 Min ohne Guiding

natürlich kann man gleich einen 130 F/6 APO für 4000.- empfehlen. Davon hat man dann lange was.

Aber trotzdem kann man alles ganz anders anfangen und sich selbst einen Weg suchen. Deshalb sollten die Postings einem Anfänger zunächst Denkanstösse geben und nicht gleich Auflagen der Marke " Ich benutze das , wie kann man da überhaupt was anderes wollen (oder empfehlen)". Wenn Du mein Posting aufmerksam gelesen hättest, dann hättest Du das Wörtchen "Tip" eigentlich wahrnehmen müssen. In diesem Sinne ...
 
Hallo Tommy,

ich hatte das Gefühl es wäre nun um eine reine Foto-Optik (z.B. zusätzlich wie gern empfohlen wird) gegangen.

Es taugt nicht, zu versuchen, aus einem Richfielder-Achromaten einen Allrounder mit Foto-Option zu machen. Der Apo muss keine 4000 Euro kosten, sondern das Gerät was tatsächlich alles unter einen Hut bringt heißt schlicht 114/450 (500) Parabol(!) Newton, den man als Zukunftsoption auf 2" umrüsten kann. Das ist noch günstiger als dein 100/500 und optisch das bessere System, wenn damit vernünftig umgegangen wird.

Clear Skies
Sven
 
Hi Sven,

ich denke jetzt sind wir d’accord. Vorausgesetzt man akzeptiert ein Newton , ist das sicherlich noch die bessere Wahl. Das mit dem APO war etwas sarkastisch - ironisch gemeint.
 
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