Astrofotografie Equipment für Einsteiger

#1
Hallo,

ich würde mich freuen, wenn mir hier jemand weiterhelfen kann.

Im Augenblick habe ich das Gefühl, dass ich, je mehr ich zum Thema lese, nur noch verwirrter bin als vorher...

Ich würde mich gern etwas intensiver mit der Astrofotografie beschäftigen (vorzugsweise Deep Sky mittels fokaler Projektion). Mit der bereits vorhandenden Ausrüstung (u.a. 6D, 200mm L, 50mm, Kenko DGX MC7 2,0fach) habe ich oft Übersichtsaufnahmen, den Mond und auch die Sonne (Baader AstroSolar) fotografiert.

Vor einigen Wochen habe ich mich an M 42 versucht (200mm + Kenko) und war sehr überrascht, dass selbst bei dieser Brennweite tatsächlich schon leichte Strukturen im Nebel erkennbar waren (aufgenommen habe ich mehrere Lightframes, Darkframes und Biasframes).

Länger als 2 Sek. konnte ich aber leider ohne Nachführung nicht belichten (selbst bei 2 Sek. sind schon leichte Spuren erkennbar).

Da es wirklich unglaublich war, ein so weit entferntes Objekt tatsächlich selbst zu fotografieren, kam natürlich (mal wieder) der Wunsch auf, diesem Bereich der Fotografie etwas mehr Zeit zu widmen.

Als Teleskop habe ich ein Skywatcher N 150/750 PDS Explorer BD OTA bzw. ein N 130/650 Explorer 130PDS OTA näher in Betracht gezogen (je nachdem, welche Variante für meine Zwecke vorteilhafter ist?).

Mein größtes Problem ist derzeit vermutlich die Nachführung bzw. die Montierung.

Gern würde ich als Montierung die Star Adventurer verwenden, da mit dieser die Nachführung auch für Anfänger recht einfach sein soll (?). Nach allem was ich bisher gelesen habe, wird die Nachführung aber wohl weder mit 200mm + Kenko, noch mit den oben genannten Teleskopen funktionieren, da alle Varianten viel zu schwer sind?

Welche Möglichkeiten habe ich, wenn ich die Kosten zunächst so gering wie möglich halten möchte?

Bisher habe ich zunächst immer sehr günstig gekauft um zu testen, ob mir bspw. die Brennweite überhaupt zusagt, sie für mein Vorhaben geeignet ist, etc. (dass ich vorerst Abstriche bei der Abbildungsleistung mache, habe ich natürlich einkalkuliert). Erst wenn ich dbzgl. sicher war, habe ich auch viel Geld für ein Objektiv ausgegeben. Zumindest konnte ich mir auf diese Weise schon einige (teure) Fehlkäufe ersparen.

Ähnlich wollte ich nun auch in diesem Bereich der Fotografie einsteigen, was mir allerdings zunehmend unmöglich erscheint...

Ich hätte für den Anfang gern eine Ausrüstung, die mich nicht komplett überfordert und mir jeden Spaß an der Sache nimmt.

Das Angebot ist (zumindest für Einsteiger) sehr unübersichtlich, und es ist schwierig sich einen Überblick über die verschiedenen Varianten zu verschaffen.

Deshalb hier die Frage: Gibt es sinnvolle (zunächst eher günstige) Varianten für mein Vorhaben, insb. im Hinblick auf die Nachführung? Gibt es geeignete (Deep Sky) und erschwingliche Anfänger-Teleskope, die im Hinblick auf ihr Gewicht zusammen mit der 6D unproblematisch auch an einer Star Adventurer genutzt werden können?

Vielen Dank im Voraus!

 
#2
Astrofotografie und günstig is leider nicht.
Mit Autoguding etc. sind schonmal 2000 bis 2500€ einzuplanen wenn es auch längerfristig genutzt werden soll und Spaß machen soll.

Star Adventure ist halt nur für Kameras geeignet und nicht für Teleskope ...


Montierung mit Goto bzw. Nachführung ab EQ5 Klasse neu ca. 800€ ... Teleskop, Korrektor, Leitrohr / Sucher zum guiden, Guding Cam, Notebook, Stromversorgung ... all das kostet gute Geld.
Mit dem 130PDS bekommt man z.b. Andromeda gerade noch so auf nen APS-C Sensor da das Objekt so groß ist.
Andere Galaxien sind dann eher klein.

Gruss
Marco
 
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#3
Hi Ines
Zitat von Ines_:
Mein größtes Problem ist derzeit vermutlich die Nachführung bzw. die Montierung.
Gut erkannt - das ist das A und O bei der Astrofotografie.

Zitat von Ines_:
Welche Möglichkeiten habe ich, wenn ich die Kosten zunächst so gering wie möglich halten möchte?
Die billigste Möglichkeit, Aufnahmen nachzuführen ist eine sog. Barndoor. Bis zu 50mm lassen sich auch mit einfachen Varianten nachführen, bei 200mm reichen Heimwerkermöglichkeiten idr. nicht mehr aus.
Ein billiger Käuflicher Einstieg wäre eine Uhrwerksmontierung für etwa 150€. 50mm sollten damit gut gehen, mit etwas Übung kann man sich auch an 85 oder gar 135mm versuchen; manche haben damit schon 300mm geschafft, aber das halte ich insbes. am Anfang für utopisch.

Die nächste Stufe wären dann kleine Nachführungen wie der Star Adventurer. Ich hab einen und nutze ihn sehr gern - aber jenseits von 200mm ist der Spassfrei (auch wenn Profis damit auch um die 400mm verwenden).
Stattdessen würde ich eine EQ3 mit 2-Achssteuerung und ST-4 Anschluss nehmen. Kostet nicht wesentlich mehr als der Star Adventurer, hat aber dank Autoguider etwas Luft nach oben, z.B. für den 5" Newton oder für etwas größere Sicherheitsreserven ein kleiner Apo.
Anfangs würde ich aber max 200mm verwenden, das geht noch ohne Autoguiding. Und Du wirst überrascht sein, was bei der Pixelgröße schon mit 50mm sichtbar ist, wenn man lange genug nachführen kann.
Ausbauen lässt sich das natürlich auch, wie eben mit einem Autoguider für höhere Brennweten und 'richtigen' Teleskopen.
Hochskalieren geht natürlich auch, also statt der EQ3 eine EQ5 oder gleich etwas richtig präzises/belastbares - aber dann eben auch schweres/sperriges und v.A. teures.

cs
Jürgen
 
#4
Hallo Ines,

Willkommen auf Astronomie.de. :)

Ich habe ebenfalls eine Star Adventurer und das 200mm L. Ich halte das für eine gute Kombination, längere Brennweiten halte ich für nicht zielführend. Also vergiss den Kenko. Mit dem 200mm kommst Du bei 30s Belichtungszeit zu erträglichen Ausschussraten aufgrund des Gleichlauffehlers des Antriebs. Dann machst Du in einer Nacht so um die 200 Frames und stackst sie dann. Da geht schon so einiges. Wenn Du längere Belichtungszeiten anstrebst, führt auch bei 200mm kein Weg an einer (teuren) Guidinglösung vorbei. Mit kürzeren Brennweiten kannst Du natürlich auch länger belichten. Faustregel: halbe Brennweite, doppelte mögliche Belichtungszeit. Bei 50mm also um die zwei Minuten, vielleicht auch länger.

Die SA ist nicht viel billiger als eine EQ-3-2, weniger tragfähig und nur in einer Achse guidebar. Der Vorteil: sie ist leichter und kompakter als Reisemontierung zu verstauen. Wenn Du eh im eigenen Garten bleiben willst, solltest Du eher eine EQ-3-2 ins Auge fassen. Komplizierter zu bedienen ist sie nicht.

Und allgemein gilt noch eine altbekannte Weisheit:
Astrofotografie geht ins Geld und kostet Nerven.

Willkommen im Club:
Marcus
 
#5
Hallo Ines,

schau mal in meinen Einsteiger-Guide , da sollte dir auch schnell klar werden, wo die Stärken der Star Adventurer liegen und warum eine Montierung der EQ5-Klasse dann doch eine echte Alternative dazu ist.
 
#6
Vielen Dank für Eure Antworten und den Link zum Einsteiger-Guide (sehr hilfreich, dankeschön!)

Zitat von alffrommars:
Astrofotografie und günstig is leider nicht.
Mit Autoguding etc. sind schonmal 2000 bis 2500€ einzuplanen wenn es auch längerfristig genutzt werden soll und Spaß machen soll.
Das ist eben die Frage: Ich weiß (noch) nicht, ob ich nur hin und wieder Mal einige Aufnahmen machen möchte, oder ob ich tatsächlich so viel Spaß daran habe, dass ich jede Gelegenheit nutze (so wie bei Tageslicht). Die ganze Angelegenheit ist schließlich auch mit einer Menge Aufwand verbunden (Uhrzeit, Fahrt, Transport, Aufbau, etc.).

Zudem bin ich der Meinung, dass ich mir ein richtig gutes und teures Equipment auch zunächst "verdienen" muss. Als ich meine erste (gebrauchte und schon ältere) DSLR + Kit-Objektiv hatte, war ich der Meinung, dass richtig gute Bilder mit dieser Kombi eben schlicht nicht machbar sind. Ein Blick auf Pixel-Peeper brachte dann die ernüchternde Erkenntnis, dass nicht die Töpfe, sondern der Koch das gute Essen zaubern :) (mit einer Top-Ausrüstung würde ich derzeit also mit hoher Wahrscheinlichkeit ohnehin nur Pixel-Brei zustande bringen :)). Aus diesen Gründen habe ich derzeit eben Hemmungen gleich zu Beginn eine sehr hohe Summe auszugeben.

Zitat von mettling:
Wenn Du längere Belichtungszeiten anstrebst, führt auch bei 200mm kein Weg an einer (teuren) Guidinglösung vorbei.
Ich würde wahnsinnig gern länger belichten, insb. auch um den ISO Wert niedriger einstellen zu können (wenn ca. 30 Sek. pro Bild sauber funktionieren, wäre ich für den Anfang sicher schon mehr als zufrieden). Bei 400 mm und 2 Sek. sind die Sterne natürlich schon mehr oval als rund (ich weiß nicht, ob ich hier in diesem Bereich das Bild von meinem ersten M 42 - Versuch einstellen darf?).

Vielen Dank auch für den Tipp hinsichtlich der EQ3!

Wäre diese Kombination auch für Anfänger im Bereich der Nachführung geeignet: Skywatcher Montierung NEQ-3-2 + Skywatcher EQ-3-2 Motorset RA und DEC mit ST4-Autoguider Interface

Ist diese Montierung grundsätzlich auch geeignet, um später eines der oben genannten Teleskope zu verwenden? Sofern das noch machbar wäre, wäre ich preislich in dem Rahmen, den ich mir zum Einstieg ungefähr vorgestellt habe :)



 
#7
Zitat von Ines_:
mit einer Top-Ausrüstung würde ich derzeit also mit hoher Wahrscheinlichkeit ohnehin nur Pixel-Brei zustande bringen
Astrofotografie ist eher technische Fotografie - mit sehr viel Bildverarbeitung, die so gut wie nichts mit Photoshop zu tun hat. Eine zuverlässig funktionierende Ausrüstung ist dabei einfacher zu beherrschen.

Zitat von Ines_:
Skywatcher Montierung NEQ-3-2 + Skywatcher EQ-3-2 Motorset RA und DEC mit ST4-Autoguider Interface
Ist diese Montierung grundsätzlich auch geeignet, um später eines der oben genannten Teleskope zu verwenden?
Der 5" dürfte gerade noch gehen. Beim Teleskop kommt aber noch ein Komakorrektor dazu (es ist zum Glück recht gut verbreitet, insofern findest Du den korrekten Arbeitsabstand relativ schnell heraus und auch was man noch optimieren muss, wie z.B. die Innenausschwärzung).
Bei der Montierung kommt noch der Polsucher hinzu - ohne den hast Du keine Chance.
Bei der Brennweite geht es aber ohne Autoguider nicht mehr. Die Anzahl der brauchbaren Einzelbelichtungen wird sehr gering sein und selbst die werden nicht lang genug - also Hintergrundlimitiert - belichtet sein, um eine stressarme Verarbeitung zu ermöglichen.
Ferner wäre noch abzuklären, ob der recht einfache Okularauszug deine 6D verkippungsfrei trägt und ob sowohl Ausleuchtung als auch Korrektur für Kleinbildsensoren ausreicht.

cs
Jürgen
 
#8
Zitat von Nasus:
Astrofotografie ist eher technische Fotografie - mit sehr viel Bildverarbeitung, die so gut wie nichts mit Photoshop zu tun hat.
Zur Bearbeitung eine (möglicherweise ganz dumme) Frage: Wie geht man eigentlich mit den Farben bei DSO um, wenn jede Vergleichsmöglichkeit aus dem Alltag für eine möglichst korrekte Farbgebung fehlt? Bei meinem erstem Versuch an M 42 ist der weiße Kern bspw. türkis / blau umrandet und ich bin nicht sicher, ob das farblich so passt (ich habe die Sättigung nicht zusätzlich erhöht, eher sogar etwas verringert und die Farben einfach übernommen).

Zitat von Nasus:
Ferner wäre noch abzuklären, ob der recht einfache Okularauszug deine 6D verkippungsfrei trägt und ob sowohl Ausleuchtung als auch Korrektur für Kleinbildsensoren ausreicht.
Wäre ein RC-Teleskop dann grundsätzlich besser geeignet (zB TS-Optics 6" Ritchey-Chrétien Pro RC Teleskop 154/1370 mm OTA)?

Sorry, viele Fragen (ich habe gerade das Gefühl, es werden immer mehr und nicht weniger :confused:)
 
#9
Hallo,


Zitat von Ines_:
Gern würde ich als Montierung die Star Adventurer verwenden, da mit dieser die Nachführung auch für Anfänger recht einfach sein soll (?). Nach allem was ich bisher gelesen habe, wird die Nachführung aber wohl weder mit 200mm + Kenko, noch mit den oben genannten Teleskopen funktionieren, da alle Varianten viel zu schwer sind?
Du könntest Dir für das 200er eine Reisemontierung wie z.B. die Star Adventurer oder die teuere Astrotrack zulegen.
Damit könntest Du das 200er erstmal ausreizen und Erfahrungen sammeln.

Auf dieser Seite siehst Du, was damit möglich ist:
Astrofotografie mit kleinen Brennweiten


Später könntest Du Dir immer noch eine Montierung kaufen, die ein Teleskop tragen soll.
Zwar würdest Du dann am Ende zwei Montierungen haben, aber eine Reisemontierung ist eigentlich kein Fehlkauf, da man sie weiterhin auf Reisen verwenden kann.

Gruß

Ronald
 
#10
Zitat von Ines_:
Wie geht man eigentlich mit den Farben bei DSO um, wenn jede Vergleichsmöglichkeit aus dem Alltag für eine möglichst korrekte Farbgebung fehlt?
Weissabgleich (wie bei einer Graukarte) an einer 'leeren' Stelle im Bild reicht meistens aus, man kann aber auch die Farbtemperatur von bekannten Sternen als Referenz nehmen. Freakig wird es erst bei Schmalbandaufnahmen....
Zitat von Ines_:
Wäre ein RC-Teleskop dann grundsätzlich besser geeignet (zB TS-Optics 6" Ritchey-Chrétien Pro RC Teleskop 154/1370 mm OTA)?
Nein, damit handelst Du dir erst recht Probleme ein, angefangen von der Justage bis erforderlichen Nachführgenauigkeit bei der hohen Brennweite.
Der 5"-Newton ist zum Einstieg schon ok - nur solltest Du eben vor dem Kauf herausfinden, mit welchem Komakorrektor dein Sensor nutzbar ist, ob die Ausleuchtung zumindest mit Flats ausreicht, ob der Okularauszug das ohne Verkippen hält und v.A. ob die erforderlichen Arbeitsabstände eingehalten werden können.
Wenn das nicht geht, würde ich entweder einen APS-C Body nehmen oder statt dem Newton einen kleinen APO.

cs
Jürgen
 
#11
Vorab: Danke dafür, dass alle Fragen hier so geduldig und ausführlich beantwortet werden (ähnlich oder exakt in dieser Form wurden sie sicherlich schon 1000 x beantwortet)!

Zitat von lacrimosa:
Später könntest Du Dir immer noch eine Montierung kaufen, die ein Teleskop tragen soll.
Zwar würdest Du dann am Ende zwei Montierungen haben, aber eine Reisemontierung ist eigentlich kein Fehlkauf, da man sie weiterhin auf Reisen verwenden kann.
Ich denke, darauf wird es für den Anfang zunächst hinauslaufen :) Danke auch für den Link! Da ist die Messlatte aber schon sehr hoch gesteckt nur entfernt so gute Bilder (ganz unabhängig von der Ausrüstung!) zu machen! :)

Zitat von Nasus:
Zitat von Ines_:
Wäre ein RC-Teleskop dann grundsätzlich besser geeignet (zB TS-Optics 6" Ritchey-Chrétien Pro RC Teleskop 154/1370 mm OTA)?
Nein, damit handelst Du dir erst recht Probleme ein, angefangen von der Justage bis erforderlichen Nachführgenauigkeit bei der hohen Brennweite.
Danke für den Hinweis! In den Artikelbeschreibungen klingt es gerade so, als sei ein RC-Teleskop genau das Richtige für Einsteiger in der Astrofotografie mittels DSLR... Für Anfänger mE alles andere als einfach, sich zwischen all diesen Angeboten und Beschreibungen zurechtzufinden...

Zitat von Nasus:
Der 5"-Newton ist zum Einstieg schon ok - nur solltest Du eben vor dem Kauf herausfinden, mit welchem Komakorrektor dein Sensor nutzbar ist, ob die Ausleuchtung zumindest mit Flats ausreicht, ob der Okularauszug das ohne Verkippen hält und v.A. ob die erforderlichen Arbeitsabstände eingehalten werden können.
Wenn das nicht geht, würde ich entweder einen APS-C Body nehmen oder statt dem Newton einen kleinen APO.
Ich denke, ich werde mich nach einem gebrauchten APS-C Body umschauen (vorzugsweise astromodifiziert) und zunächst mit den vorhandenen Objektiven und einer kleinen Reisemontierung allgemein und insb. auch die Bildbearbeitung üben.

Das Bild ist eine Katastrophe (ISO 5000, 2 Sek.) :erschreck:

http://abload.de/img/orion.k2hu74.jpg

Macht ohne Nachführung einfach keinen Spaß (zumindest dann nicht, wenn man keine andere Wahl hat und nur ein wenig experimentieren möchte....). Auch diese hohen ISO-Werte sind (trotz 6D) nicht lustig :confused:

Zu der Montierung habe ich noch eine Frage:

Alternativ zu der NEQ-3 werde ich auch nach einer gebrauchten Montierung mit etwas mehr Tragfähigkeit Ausschau halten. Ist es in der Praxis unerheblich, ob ich bspw. eine Skywatcher NEQ-5 oder Bresser Messier EXOS-2 Montierung kaufe? Ich frage deshalb, weil ich nun mehrfach gelesen habe, dass bspw. der Begriff "EQ-3" nicht geschützt ist, und es deshalb, je nach Hersteller, große Unterschiede hinsichtlich der Tragfähigkeit und auch in Bezug auf die Nachführung gibt.

Sofern ich innerhalb der nächsten Wochen zumindest 30 - 60 Sek. unproblematisch nachführen kann: Welche DSO eignen sich zu dieser Jahreszeit als Übungsobjekte (für M 31 und M 42 ist es im Frühling sicher schon zu spät)?
 
#12
Hallo Ines,

anbei der LINK zu einem netten Angebot, kannst Du Dir ja mal durch den Kopf gehen lassen... Polsucher, Motor(en) etc. sind natürlich noch zusätzlich zu erwerben

Viel Erfolg beim Fotografieren, mit was auch immer :)

CS

Markus
 
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#13
Hi Ines,

mechanisch gibt es zwischen EQ-5 und Exos2 keine allzugroßen Unterschiede - beides sind Chinesische Nachbauten der Vixen GP. Bei der Exos2 soll es aber wohl Probleme mit der PC-Anbindung geben.
Der Begriff "EQ" ist tatsächlich nicht geschützt und kann auch nicht geschützt werden, ist ja schließlich nur ein Kürzel. Wenn wir allerdings von einer EQ-Irgendwas reden, sind die von Skywatcher gemeint.

cs
Jürgen
 
#14
Die Exos2 hat keine PC Anbindung ...wird auch nie werden.

EQ2 und 130er PDS finde ich nicht wirklich zu empfehlen für Astrofotografie.

Mit DSLR, Suchern etc. brauch ich zwei 5KG Gegengewichte bei meiner EQ6 um das Teleskop samt Zubehör auszubalancieren.

Gruss
Marco
 
#15
Hallo Marco,

Zitat von alffrommars:
Astrofotografie und günstig is leider nicht.
Anbei ein Astrofoto unter 600€. Aufgenommen mit gebrauchter EQ3-2 und neuem 130er, ähnlich wie im netten Angebot. Und gebrauchter Standard-1100D. Kein Guiding, kein Korrektor, kein Crop :)

Genauso wenig wie der Beitrag im Test-Forum ist das etwas für die Ästheten des hiesigen Forums. Es gelingen jedoch durchaus Spassbilder mit Deep-Sky-Effekt :)

Hierbei handelt es sich um meine subjektive Meinung, selbstverständlich möchte ich bezüglich Equipmentempfehlungen niemanden in eine unpassende Richtung manövrieren und bin wieder raus.

Klaren Himmel allen Mitlesenden!

Markus
 
#16
Klar so hab ich auch angefangen ... war auch nett und man wollte mehr weil es einen nicht "befriedigt" hat z.b das Koma.
Oder das man nur vll. ne Minute bei guter Einrichtung belichten konnte ohne das die Sterne im Zentrum Eier wurden.

So war das zumindest bei mir ... ich hab mit ner AZ4 an M35 probiert aus Neugier was denn so geht mit ner EOS1300 :D
Eine Sekunde belichtet und dann 100 Bilder gestacked und erstmal ... WOW Effekt was man so erkennt ... mit Eier Sternen.

So flog dann auch die Exos2 weg da sie nicht zum guiden geeignet war oder ich zu doof?

Die EQ6-R klappte beim ersten mal auf anhieb und ich bin keiner der scheinert sondern per Kochab pi mal Daumen so gut wie es geht einnordet.

Leider konnte ich die EQ6-R erst zwei mal nutzen, dank des guten Wetters :(

Und Profi bin ich deswegen noch lange keiner ... die Lernkurve ist extrem steil.
Sowohl der Umgang mit dem Equipment, als auch mit der EBV.
Da wurde mir hier schon viel geholfen :)

Gruss
Marco
 
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#17
Hallo Markus und Marco,

klar ist das was ihr oben zeigt und erwähnt schon Astrofotografie. Vor 20 Jahren und in Zeiten der chemischen Fotografie hätte man sich danach die Finger geleckt. EAA-Enthusiasten geben sich damit auch schon zufrieden - Hauptsache es geht schnell.
Astrofotografie fängt ja nicht erst an, wenn man 12 Stunden lang Dunkelnebel mit Ausrüstung im fünfstelligen Eurobereich ablichten kann mit nadelfeinen Sternen bis in die hinterste Ecke.
Wenn man sich englischsprachige Foren anschaut, dann traut man sich dort wesentlich "schlechtere" Bilder zu zeigen als hier und sich nicht dafür zu schämen. Vielleicht sollte man auch hier etwas lockerer werden. Ständig entschuldigen sich hier Leute, dass Sterne in den Ecken nicht perfekt punktförmig sind etc. - so what. Wer so etwas hinbekommt hat meine Bewunderung, wer es noch nicht kann, sollte trotzdem seine Bemühungen die Wunder des Alls zu fotografieren ohne Entschuldigungen zeigen dürfen.
Die "Ästheten hier im Forum" bestimmen doch nicht wer mit was Astrofotografie machen und Spass am Hobby haben darf. Die gibt es aber wahrscheinlich auch gar nicht, wir unterwerfen uns nur oft unnötiger Selbstzensur und -kritik.

Viele Grüsse

Heiko

 
#18
Hallo Ines,

die NEQ3 und deren Clone halte ich pers. für eine absolute Sackgasse! Die Montierung ist mit ihrer Tragfähigkeit und Größe genau zwischen Bier und Schaum und auch wenn es hier Koryphäen gibt, die ein C8 darauf betreiben, sollte man das nicht als "Normal" betrachten. Im Vergleich zur Star Adventurer trägt die EQ3 kaum mehr, ist dafür aber schon recht schwer und sperrig und wenn man schon bei schwerer und sperriger ist, warum dann nicht gleich etwas in der Größenordnung einer EQ5? Sowohl Star-Adventurer als auch EQ5 haben auch längerfristig das Potenzial Ein- und Aufsteiger in der Astrofotografie auf Ihrem Weg zu begleiten, entweder als leichte Reisemontierung für den Rucksack (Star-Adventurer) oder im Falle einer EQ5 als immer noch recht mobiles Setup, wenn man sich für den heimischen Garten z.B. eine NEQ6 gönnt...

Am besten wäre es aber, wenn du mal ein Teleskoptreffen, Volkssternwarte, Stammtisch, Händlerraum, ... aufsuchen würdest, damit du dir mal ein Bild von Größe und Gewicht machen kannst. Alternativ gibt es in deiner Nähe mit Sicherheit auch Forenmitglieder die dir das Thema mal in der Praxis zeigen könnten.

Zitat von Nasus:
mechanisch gibt es zwischen EQ-5 und Exos2 keine allzugroßen Unterschiede - beides sind Chinesische Nachbauten der Vixen GP.
Und wo wir gerade bei der EQ5 sind, die EXOS-2 lässt sich definitiv nicht mit einem PC verbinden im Sinne eines Planetariumsprogramms, das die Positionierung des Teleskops steuert, was aber nicht bedeutet, dass man nicht auch eine Kamera zum Guiden an den ST4-Port der Montierung hängt und dann ggf. per Laptop automatisch guidet. Im Vergleich zu den anderen EQ5-Clonen hat in Sachen Mechanik die EXOS-2 im übrigen die Nase ganz weit vorn, vor allem da die Achslager überarbeitet wurden und die Schneckentriebe mittlerweile kugelgelagert sind und nicht wie bei den anderen EQ5en mit Fett in einer Gehäusebohrung (ohne Kugellager) werkeln. Der "Königsweg" in dieser Größenordnung wäre meiner Meinung nach eine EXOS-2 mit dem Skywatcher Goto-Set auszustatten, damit wäre dann auch die Steuerung per PC möglich.

Zitat von DocHighCo:
Die "Ästheten hier im Forum" bestimmen doch nicht wer mit was Astrofotografie machen und Spass am Hobby haben darf. Die gibt es aber wahrscheinlich auch gar nicht, wir unterwerfen uns nur oft unnötiger Selbstzensur und -kritik.
So ist es! Nur aus nicht perfekten Bildern kann man Lehren ziehen, also haut die Dinger raus, aber dann auch nicht böse sein, wenn es konstruktive Kritik gibt!
 
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#19
Zitat von markusbodensee:
Viel Erfolg beim Fotografieren, mit was auch immer :)
Danke für den Link zum Angebot! Meine Liste wird gerade immer länger statt kleiner :D

Ich habe nun auch den Skywatcher AP 72/420 EvoStar 72 ED DS Pro OTA gesehen. Wäre dieser auch für mich geeignet (DSO, Handhabung, etc.)? Der AP 72/420 wiegt laut Datenblatt im Vergleich zum Newton deutlich weniger, nur 1,96 kg statt 4 kg und erscheint, zumindest auf den Bildern, auch handlicher wenn es um den Transport geht (ich habe es oben vergessen zu erwähnen, aber wichtig wäre tatsächlich noch das Gesamtgewicht wenn ich allein unterwegs bin und folglich auch alles allein tragen muss :) ).

Als Kamera würde ich zukünftig übrigens eine 550D statt der 6D verwenden (ich habe die 550D gestern wirklich sehr günstig bekommen und werde sie noch umbauen lassen). Lohnt sich der Aufpreis für die "Astromodifikation SPEZIAL" bei AstroTEC im Hinblick auf Lichtverschmutzung?

Zitat von Sodiac:
Der "Königsweg" in dieser Größenordnung wäre meiner Meinung nach eine EXOS-2 mit dem Skywatcher Goto-Set auszustatten, damit wäre dann auch die Steuerung per PC möglich.
Sind Nachführmotoren von anderen Herstellern für die EQ-5 tatsächlich unproblematisch mit der EXOS-2 kompatibel?

Zitat von Sodiac:
Nur aus nicht perfekten Bildern kann man Lehren ziehen, also haut die Dinger raus, aber dann auch nicht böse sein, wenn es konstruktive Kritik gibt!
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/topics/1329336#Post1329336

Ich kann jeden Tipp gut gebrauchen (insb. zur Bildbearbeitung) :)
 
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#20
Zitat von Ines_:
Ich habe nun auch den Skywatcher AP 72/420 EvoStar 72 ED DS Pro OTA gesehen. Wäre dieser auch für mich geeignet (DSO, Handhabung, etc.)?
Klar. Vom Handling, insbes. der Justage ist der einfacher als ein Newton und die kürzere Brennweite sowie die kleinen Abmessungen stellen auch geringere Anforderungen an die Montierung und Nachführgenauigkeit.
Ich wollte den kürlich auch, hab mich dann aber dazu entschieden rund 100€ draufzulegen und den kleinen Photoline von TS zu kaufen - bessere Glaspaarung, besserer Okularauszug, extra dafür gerechneter Korrektor und zudem ist alles verschraubbar.

Zitat von Ines_:
Als Kamera würde ich zukünftig übrigens eine 550D statt der 6D verwenden (ich habe die 550D gestern wirklich sehr günstig bekommen und werde sie noch umbauen lassen). Lohnt sich der Aufpreis für die "Astromodifikation SPEZIAL" bei AstroTEC im Hinblick auf Lichtverschmutzung?
Gute Entscheidung. Da hab ich letztes Jahr meine 600d auch umbauen lassen, allerdings für Infrarotaufnahmen; Astro geht dann mit CLS-CCD Filter aber auch mit guten Optiken.
An der Lichtverschmutzung ändert so ein Umbau allerdings nichts - man bekommt eben eine deutlich höhere h-alpha empfindlichkeit, d.h. man kann diese roten Nebel im Gegensatz zu einer normalen Kamera sehen.
Gegen Lichtverschmutzung braucht es Filter, die nur die interessanten Bereiche durchlassen, das "Schmutzlicht" aber nicht, wie z.B. CLS oder UHC; oder im Extremfall Schmalbandfilter, die aber andere Kameras benötigen.
CLS und UHC funktionieren aber immer weniger gut - früher waren hauptsächlich Gasentladungslampen für die Lichtverschmutzung verantwortlich, die sich sehr gut herausfiltern lassen. Mittlerweile wird Licht aber immer mehr durch LED verschwendet, die auch in 'unseren' Bereiche emittieren.

Zitat von Ines_:
Ich kann jeden Tipp gut gebrauchen (insb. zur Bildbearbeitung) :)
Fang am einfachsten mit Deep Sky Stacker an. Daazu gibt es auch einige Tutorials (aber imPrinzip reicht es aus, den alles automatisch machen zu lassen). Die weiterverarbeitung geht dann mit fitswork, auch dazu gibt es insbes. auf Youtube gute Einführungen.

cs
Jürgen
 
#21
Vielen Dank für die Rückmeldung!

Nachdem ich nun gefühlte 1.000 Seiten gelesen habe, habe ich mich nun zunächst für die Mini Track LX2 entschieden. Als sehr kleine und handliche Reisemontierung für den Rucksack und für die bereits vorhandenen Objektive, werde ich diese sicher häufiger mitnehmen, so dass die LX2 auf Dauer bestimmt kein Fehlkauf für mich ist.

Bzgl. der Montierung halte ich nach einer gebrauchten EXOS-2 oder EQ5 Ausschau. Aufgrund der Handhabung (insb. im Hinblick auf Größe und Gewicht) wird es sich beim ersten Teleskop dann wohl um einen Apo mit kleiner Brennweite handeln (ich habe mir viele Bilder angesehen, und bei der doch recht beachtlichen Größe einiger Newton Teleskope bin ich fast sicher, dass ich es mir 10 x überlegen würde, alles in den Kofferraum zu verstauen um die komplette Ausrüstung dann wieder auszuladen und in absoluter Dunkelheit auf ein Feld zu schleppen :confused:).

Zitat von Nasus:
An der Lichtverschmutzung ändert so ein Umbau allerdings nichts - man bekommt eben eine deutlich höhere h-alpha empfindlichkeit, d.h. man kann diese roten Nebel im Gegensatz zu einer normalen Kamera sehen.
Gegen Lichtverschmutzung braucht es Filter, die nur die interessanten Bereiche durchlassen, das "Schmutzlicht" aber nicht, wie z.B. CLS oder UHC; oder im Extremfall Schmalbandfilter, die aber andere Kameras benötigen.
Ich habe bisher leider keine Angaben darüber gefunden, welcher Filter beim Umbau "Astromodifikation SPEZIAL" verbaut wird (handelt es sich dabei um einen fest verbauten CLS-CCD Filter?).

Irgendwo habe ich gelesen, dass es im Hinblick auf Galaxien nicht unbedingt sinnvoll ist, entsprechende Filter fest zu verbauen (den entsprechenden Link finde ich leider nicht mehr)? Ich werde bei der 550D also nur den Sperrfilter entfernen lassen und irgendwann ggf. einen Clip-Filter kaufen.

Nochmals vielen Dank für all die Antworten! Wenn ich mir meine ursprüngliche Einkaufsliste so anschaue, hätte ich voraussichtlich 5 min. Spaß gehabt (gleich nach dem Aufbau wäre, aufgrund des Missverhältnisses zwischen Teleskop Gewicht und Tragfähigkeit der Montierung, vermutlich alles schneller nach vorne gekippt als ich hätte durchgucken können :D ).
 
#22
Hallo Ines,

da du leider noch nicht für die Foren-PM freigeschaltet bist, hier der Tip, mal bei Bresser unter "Austellungsware" zu schauen: https://www.bresser.de/Sale/Ausstel...hparam=&cnid=b96abee08660a2f682e3561345b8593a

Dort findest du aktuell sowohl eine "nackte" EXOS-2 also ohne Motoren und Steuerung, die du dann mit den Sysnscan-Kit von Skywatcher aufrüsten könntest (so weit ich weiß ist das nur bei den Motorgehäusen ein wenig "fummelig"), oder auch eine EXOS-2 mit Goto von Bresser.

Was den Umbau SPEZIAL betrifft wird auf jeden Fall KEIN "Lichtverschmutzungsfilter" verbaut, sondern je nach Anbieter ein IR-Filter oder auch teilweise "nur" Fensterglas um nach wie vor in den Fokus normaler Objektive zu kommen.

Bei Galaxien, Sernhaufen und anderen Kontinuumsstrahlern ist jeder Filter eher schädlich. CLS und UHC "wirken" am besten bei den großen Nebelgebieten, versauen dir aber die Sternfarben. Wenn schon, würde ich die IDAS LPS V4 (sehr extrem) oder den IDAS LPS P1 (noch recht natürliche Farben, aber auch nicht ganz so effektiv gg. Lichtverschmutung) einsetzen.
 

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