Astrofotografie für lange Brennweiten

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starglow

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Hi,

ich schaue gerade nach der Optik, die folgende Kriterien erfüllen soll:

- Lange Brennweite (~ bis 2m)
- Öffnungsverhältnis (1/8) oder schneller
- Kein SC
- für größere CCDs wie SBIG ST-2000 gut ausgeleuchtet und keine Abberationen
- darf gern ein bischen schwerer sein
- 8" wäre eine Untergrenze, gerne mehr Öffnung
- gute Optik
- moderater Preis

Was bieten sich hier für Systeme an? Der Einsatz soll primär fotografisch sein, weniger visuell

Peter
 
Hallo,

das hört sich für mich wie ein VC200L von Vixen an.
 
Hi,

Du hast schon Recht, für 8" als Minimum wäre das schon OK. Aber was ist mit 10 oder 12".

Leute, die mehr Öffnung wollen, müssen zwangsläufig auf SC-Systeme zurückgreifen. Das SC ist sicherlich kein schlechtes Allround-System, allerdings ist ein Allround-System immer kompromisbehaftet. Was bleibt da noch ? Phillip Keller bietet z.B. Hypergrafen mit 14 und mehr Zoll an, aber was sind das für Preise...

Peter
 
Hallo,

Hmm, entweder das bereits genante Vixengerät, oder doch ein SC.

Wenn beides nicht, dann bliebe nur ein entsprechender Newton.
Mein 10-Zöller hat z.B. 1265mm bei f/5, mittels eines Baader FFC könnte man den locker auf 2m drücken, dann eben mit f/8.

Ansonsten wäre ein 12-Zöller Newton mit f/4 und demselben Trick noch eine Möglichkeit, dann wären es halt 2m bei f/6,7.

Da der FFC das Bildfeld vergrößert (wie eine Barlow eben) wäre die Ausleuchtung kein Problem, bei f/5, also ohne FFC, leuchtet der 10-er einen 24mm-Bildkreis zu 100% aus...das geht, wenn man knapp 30% Obstruktion in Kauf nimmt.

Leider gibts so einen Newton nicht von der Stange, weshalb ich meinen damals selber gebaut habe...IMHO für fotografische Zwecke sowieso zu empfehlen, da mir die Tuben so mancher Leichtbaunewtons nicht den Eindruck machen, als ob sie eine CCD nebst Filterrad einfach so verwindungssteif wegstecken.

Preislich bastelt man sich sowas für ca. 1500-2000.- Euro, wenn man auf etwas Markenware achtet bzw. solche verwendet, gewichtsmäßig läuft das dann auf ca. 18-20kg raus.

 
Hi,

ein SC hat zu viel Bildfeldwölbung und mithilfe eines Korrektors wird die Aufnahme eher "verschlimmbessert". Bei kleinen Chips wird man das nicht feststellen, bei größeren Chips schon.

Peter
 
Hi Frank,

Du favorisiert einen Newton mit Barlowlinse. Ausleuchtung wird hier keine Problem sein, aber was ist mit der Korrektur --> Koma. Ausserdem bringt man dann wieder eine Linse in den Strahlengang. Wenn die Barlow keine apochromatische Linsen besitzt, muss man wieder zusätzlich mit einem IR-Sperrfilter arbeiten...irgendwie nicht wirklich hilfreich.

Peter
 
Hallo,

Die Koma-Korrektur sollte bei einem Newton mittels KomaCorrector IMHO nicht unbedingt das Problem sein, zumindest gibt es in diesem Bereich die breiteste Auswahl und die besten Erfahrungen.

Der Baader FFC nennt sich ja "Flat Field Corrector", der sollte schon für ein halbwegs flaches Bildfeld sorgen können. Was die Farbkorrektur angeht, das Ding enthält meines Wissens eine CaF2-Linse, ich denke nicht, das Baader sich da einen Schnitzer erlaubt und das Teil nicht farbkorrigiert ist...ob das allerdings bis in den IR-Bereich gilt, ist eine andere Frage.

Das Problem mit IR hast du übrigens immer, lediglich ein reiner Newton ohne Korrektor käme ohne IR-Sperrfilter aus, wenn man es extrem genau nimmt...alle anderen Konstruktionen haben immer eine Linse im Strahlengang, viele davon sogar eine definitiv nicht chromatisch korrigierte (MAK, SC)...von daher dürfte ein Newton mit FFC noch die Lösung mit dem geringsten Farbfehler sein...die einzig denkbare Alternative wäre eine sehr große Schmidtkamera oder ein Hyper- bzw. Deltagraph, aber auch die enthalten AFAIK Korrekturlinsen. Ein SC mit einem Reducer ist IMHO in diesem Punkt definitiv schlechter als ein Newton mit FFC....

 
Hallo Peter,

ich schliesse mich der Meinung Antonius' an: Ein VC200L.

Vor einiger Zeit habe auch ich mich wieder intensiver mit der Frage beschäftigt. Mein C11 war zu voluminös und relativ schwer, die Auskühldauer zu lang - ich habe das Gerät schliesslich schweren Herzens verkauft. Stattdessen hielt ich Ausschau nach etwas besser zu meinen Bedürfnissen passenden: Am besten ein portables RC-System <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> mit einer Brennweite zwischen 1000 mm und 2000 mm sowie einem Öffnungsverhältnis besser als f/10 für den vorwiegend fotografischen Einsatz.
Hier im Forum hatte ich gefragt, die Meinungen waren genauso vielfältig wie die optischen Teleskopsysteme. Unter dem Strich blieben schliesslich ein PhotoMak 69 und ein VC200L übrig.
Das VC200L hat eine Brennweite von 1.800 mm, und mit Reducer eine Brennweite von 1.280 mm, somit f/9 beziehungsweise f/6,4. Es ist ähnlich wie ein RC korrigiert, kennt kein Spiegelshifting, ist qualitativ gut verarbeitet, mit sechs Kilo recht leicht und mit Handgriff auch einfach zu handhaben.
Fazit: Ich bin überzeugt, daß das VC200L die beste Alternative in der Größe darstellt.

Gruss, TJ
 
Hi Zusammen,

ich wollte grad noch erwähnen, daß das VC200L eines der wenigen 8" Cassegrain-Geräte ist, die trotz Reducer auch bei ca. f/6 noch das Kleinbild-Format ordentlich ausleuchten. Das ist bei größeren CCDs ja such von Belang, und ich könnte mir gut Vorstellen, daß die Zukunft auch mehr CCDs im vollen KB-Format bringen wird - allein schon um High-End 6x6 ablösen zu können, wird es in dieser Richtung Entwicklungen geben.
Da könnte man sich womöglich in 5 Jahren drüber freuen, wenn das Teleskop auch dieses Feld noch sauber korrigiert beleuchtet.

Clear Skies
Sven
 
Ciao,

... genau Sven, und vielleicht freut man sich dann noch mehr wenn man 6x6 ausleuchtet. Ein Traum ist natürlich: wenn Du was Gutes/Kostspieliges nicht verabscheust: Keller D=340mm Hypergraph mit 6x6 Feld bei f/8. 28kg Gewicht, Preis wird wohl so bei 11000 Euro liegen. Preisliches Hi-end, aber eben so gross wie ein C14 und dennoch für die photographische/CCD-Ewigkeit ...
http://www.astrooptik.com/

Völlig verarmte Grüsse, :-)
Peter
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Frank,

Danke für Deine Ausführungen. Es geht mir ja um Brennweite und einer sauberen Abbildung. Es fehlt mir allerdings der Nachweis, das der Baader FFC oder eine Barlowlinse in Verbindung mit einem Newton eine saubere Abbildung liefert für größere CCDs. Der Trend geht in diese Richtung, schau Dir die CCDs von SBIG an, Starlight springt ja auch auf diesen Zug auf.

Peter
 
Hi TJ,

die Vorzüge des Ein VC200L sind hinreichend bekannt und Du hast mit Deiner Schilderung Recht, für 8" ist es sicherlich aus fotografischer sicht mit Brennweit eine gute Empfehlung.

Das VC200L hat eine Brennweite von 1.800 mm, ...Es ist ähnlich wie ein RC korrigiert, kennt


Das stimmt so nicht! Ein Cassegrain hat einen paraboloiden Primärspiegel und einen hyperbolischen Sekundärspiegel. Der VC200L ist ein Cassegrain mit Korrektor. Ein RC weist 2 hyperbolische Spiegel auf und benötigt grundsätzlich keinen Korrekor.

Wenn man sich auf einen einschlägigen Seiten us-amerikanischer Astrofotografen bewegt, finden man dort häufig RC - System ab 10" <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" /> allerdings zu weniger netten Preisen

Peter
 
Hi Sven, Hi Peter,

Phillip Keller hat sich IMO aus dem Land der Amateure verabschiedet, da dieser nichts für den kleinen Mann anbietet. 14" oder auch 16" ist sicherlich für eine bestimmte Art von Amateuren noch machbar, aber die Masse wird nicht abgedeckt. Auf der Einstiegsseite wird man mit 60cm Spiegeln konfrontiert, unter Projekte wird es noch dramatischer 80 cm...

Wenn ich für einen 14" Hypergraphen 12.000 Euro hinblättern muss, ist da noch kein OAZ dabei, der kostet dann noch einmal 2.500 Euro, OK, er findet auch sein Klientel. Ich habe allerdings etwas anderes interessantes entdeckt, und zwar RCs bei AOM AOM RCs . Wie gut sind die denn?

Peter

 
Moin Peter,

ich schrieb "ähnlich", nicht gleich! Zumindest der Hauptspiegel ist abweichend von der rein paraboloiden Form. Zum Sekundärspiegel fand ich bislang keine weiteren Informationen.
Übrigens kann ein Korrektor in einem RC-System ebenfalls sinnvoll sein (siehe z. B. "Astro-Optik" von Uwe Laux).

Gruss, TJ
 
Ciao,

man sollte sich von seiner (veralteten) Webseite vielleicht nicht irritieren lassen und mal fragen ob er einem auch ein 300mm System baut - wenn man in die entsprechenden preislichen Grössenordnungen vordringen will. Wie gesagt ein solche Kiste ist eben dann auch für die Ewigkeit. Oder hat jemand schon so gute Aufnahmen wie die Hypergraphen mit einem sagen wir C14/Korrektor gesehen ?

Ausserdem findest Du auf seiner Page auch ein paar Infos zum Thema RC versus SC/Hypergraph. Ich empfehle auch das Laux Buch wenn es um Details geht. Auf jeden Fall hat auch das RC soweit ich weiss ausserhalb des Zentrums KEINE beugungsbegrenzten Sterne, es hat nur KEINE Koma (also Asymmetrische Stenabbildungen) soweit ich weiss. Die Sterne werden im Feld radial nach aussen gehend trotzdem grösser als die Beugungsbegrenzung und man braucht dann doch einen Korrektor (zumindest soweit ich mich erinnere an die Ausführungen im Laux).

Klar der Preis der Hypergraphen als Absolutwert ist brutal. Ich würde aber nicht sagen dass es nicht seinen Preis wert ist ... Neuerdings baut Phillip Keller übrigends auch einen Reducer/Korrektor (KB-Ausleuchtung) für reine Cassegrains mit Faktor 0.5. Kostet allerdings einige KEuro...

Vielleicht helfen Dir zumindest die Infos zu RC usw weiter ...

Schöne Grüsse,
Peter
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi TJ,

na klar, aber eine andere Hauptspiegelform ist ein grundliegendes anderes optisches Konzept. Ein Korrektor kann sicherlich sinnvoll sein, und zwar bei der Ausleuchtung großer Felder. Keller verbau ja Korrektoren in seine Cassegrains.

Gruß
Peter
 
Hi Peter,

laut Keller:

Das Richey-Chretien-System besteht aus einem hyperboloiden Hauptspiegel und einem
hyperboloiden Fangspiegel. Durch diese Spiegelformen hat es kein Koma, d.h. es produziert
immer runde Sternbilder, die mit zunehmendem Abstand von der optischen Achse zwar durch
Astigmatismus deutlich größer werden, aber auch in sehr großem Abstand von der optischen
Achse immer noch kreisrund bleiben. Aus genau diesem Grund wird es bei dem meisten
Großteleskopen eingesetzt. Für den fotografischen Einsatz ist das Ritchey-Chretien sehr
gut geeignet.

... man kann mit einer optimalen Abbildung rechnen, allerdings nur für eine bestimmte Feldgröße, danach geht es nur, wie Du sagst, noch mit einem Korrektor.
Die Frage ist jetzt, wie groß ist das standardkorregierte Feld (korrektorlose Feld) und ist es für größere CCDs nutzbar.

Peter
 
Hallo,

Schau mal bei Baader auf der Webseite, ich meine dort schon Aufnahmen mit einer ST-10 und einem FFC an einem APO gesehen zu haben....mit Newtons kenne ich allerdings auch keine Bilder.

Für was möchtest du denn >2m Bennweite mit CCD einsetzen ?
IMHO braucht man da ein Seeing, das es Deutschland selten hat...schließlich arbeitet man im Subbogensekunden-Bereich pro Pixel...
 
Moin Leute!

Das stimmt so nicht! Ein Cassegrain hat einen paraboloiden Primärspiegel und einen hyperbolischen Sekundärspiegel. Der VC200L ist ein Cassegrain mit Korrektor. Ein RC weist 2 hyperbolische Spiegel auf und benötigt grundsätzlich keinen Korrekor.

Einspruch euer Ehren! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Also was ich persönlich am VC 200L immer so bewundert habe, ist gerade der Umstand, dass ich zum Preis eines 8" Schmidt-Cassegrains eben ein System mit zwei hyperboloiden Flächen bekomme!

Das VC 200L ist also ein kleines RC, eben weil der Hauptspiegel ein Hyperboloid ist und der Fangspiegel natürlich auch.
Das ganze wird dann noch mittels einem kleinen Feldkorrektor Feldkorrigiert und so schafft man eben ein handliches kleines Flat-Field-RC System zum absoluten Discountpreis, was sich aber, jedenfalls die Spiegelformen betreffend mit den modernen Fertigungstechniken von Vixen erklären lässt, weil die Spiegel ja nur sphärisch geschliffen werden und der Rest der Form durch die Bedampfungsdicke hergestellt wird.

hyperbolische Grüße,
André
 
Hallo!

Also die Idee mit dem VC200L finde ich persönlich wirklich nicht schlecht.
Für die Arbeit mit kleineren CCD Chips könnte auch ein MakNewton wirklich interessant sein, da stimmt die Schärfe auch. So einen Mak Newton könnte man mit Sicherheit auch mit einem größeren Spiegel bestellen. Würde mich wundern wenns nicht ginge, dann wäre die Ausleuchtung noch etwas optimiert, was dann auch die Arbeit mit größeren Chips ermöglichen würde.

Inwieweit eignet sich eigentlich so ein Takahashi Mewlon für die CCD Arbeit? Ich meine Reducer gibts auch hierfür.
Könnte auch eine recht scharfe Angelegenheit sein.

Ich persönlich würde aber eventuell eher noch was anderes in Betracht ziehen, nämlich das universellste Teleskop überhaupt, und dies gleich in einer hochwertigen Ausführung:

Einen Newton! Entweder mit einem schweren aber robusten Stahlblechtubus oder aber mit einem Tubus aus Verbundwerkstoff, wie Kohlefaser, wobei mit Sicherheit auch noch ein robustes Pertinax Rohr funktionieren würde.
Da dann noch nen ordentlichen Fokusierer dran und man hat das Instrument überhaupt!

Mit einer Barlow würde ich fotografisch aber nicht unbedingt dran gehen, den ein Komakorrektor bringt eigentlich immer noch etwas mehr Schärfe ins Bild, und will man diesen noch mit ner Barlow koppeln, dann wirds schwierig, weil natürlich auch ein Komakorrektor nur ein Feldkorrektor wie jeder andere ist und man so auch drastischen Schärfe/Korrektureinbruch zu verzeichnen hat, wenn der Abstand zwischen Korrektor und Fokalebene von dem Abstand abweicht, für den der Korrektor eigentlich gerechnet ist.
Ich hatte diesbezüglich bei Baader mal vor einiger Zeit Informationen eingeholt, wie groß die Toleranzen z.B. beim Celestron/Baader MPCC sind.
Ich glaube es war damals die Rede von einer Toleranz von +/- 2mm in welcher die Fokalebene varriieren kann. Bei CCD Anwendungen kann diese Toleranz natürlich noch enger werden. Ich weiß nicht, ob man das dann mit einer Barlow zusammen noch so alles zum funzen bekommt.

Eine andere Alternative wäre dann ein Komakorrektor, der von Haus aus schon die Brennweite verlängert. Ich selbst habe zum Beispiel einen Koma Korrektor von Lumicon, der die Brennweite um den Faktor 1,4 fach, bzw. 1,8 fach verlängert.
Fotografisch konnte ich ihn leider noch nicht testen, aber visuell macht er einen hervorragenden Eindruck. Ich glaube von Tele-Vue gibt es neben dem normalen ParaCorr auch einen Koma-Korrektor der die Brennweite verlängert, oder hatte der Paracorr selbst eventuell sogar eine Verlängerung? Bin mir da nicht mehr so sicher.


Achso, eine exotische Möglichkeit für die CCD Fotografie hätte ich da noch, die aber Selbstbau erforderlich machen würde, dafür würde das ganze wohl recht günstig werden:

Wenn man eine Schmidtkamera zugrunde legt, diese aber mit deutlich übertriebener Brennweite baut, dann braucht ein solches Trumm bei 8" f/8 keine Schmidtplatte mehr, für die CCD Fotografie wäre sowas nutzbar, weil das Feld ja auch nicht so groß sein muss.

clear skies,
André



 
Hi starglow,

ein RC braucht sehr wohl einen Korrektor (z.B: nach Ross), einmal zur Bildfeldebnung, er ist ohne Korrektor nicht komafrei.
Korrigierte Grüße und
cs
jorgos
 
Hi starglow,
kleine Korrektur: der RC ist natürlich per se komafrei aber nicht astrigmatismusfrei übers Feld und hat gekrümmtes Feld. Das muss der Ross-Korrektor ausbügeln.
Nochmals Gtrüße und
cs
jorgos
 
Hallo Peter, André, Hallo Jorgos!

ich beschäftige mich auch gerade mit dieser Thematik, daher kann ich vielleicht etwas dazu beitragen.

@André

Inwieweit eignet sich eigentlich so ein Takahashi Mewlon für die CCD Arbeit? Ich meine Reducer gibts auch hierfür.
Könnte auch eine recht scharfe Angelegenheit sein.

Ich hatte vor einiger Zeit eine ST-10 (Chipgröße 14,9x10mm) am µ250, und dort gab es ein koma- und vignettierungsfreies Bildfeld, allerdings ist dieses System standardmäßig als f/12 ausgelegt und damit für astrofotografische Zwecke im Hinblick auf Ausbelichtungszeiten nicht ideal. Mithilfe eines AlanGee Reducers konnte ich das System auf ca. f/6 drücken, die Bildgüte ging aber danach in den Keller!

@jorgos

kleine Korrektur: der RC ist natürlich per se komafrei aber nicht astrigmatismusfrei übers Feld und hat gekrümmtes Feld. Das muss der Ross-Korrektor ausbügeln.
AOM Meier sagt zu seinem neuen 12" RC-System: Im Sekundärfokus liegt die koma-"freie" Bildfeldausleuchtung bei einer Diagonalen von 24mm (CCD).

Ph.Keller meint zum Vergleich Cassegrain/ RC:
..."Beide Geräte lassen sich visuell oder auf KB-Format verwenden, die Abbildungsqualität für größere Formate ist unzureichend. Aus diesem Grund ist für beide Gerätetypen bei der Verwendung von größeren Formaten ein Korrektor notwendig."

...daraus schliesse ich, das eine gute Abbildungsqualität auch für größere CCDs ohne Korrektoren erreicht werden dürfte, für KB wird es wahrscheinlich grenzwertig, für größere MF-Beldfelder geht es nicht mehr ohne Korrektor.

@Peter
auch ich schließe mich der Meinung meiner Vorredner an, das VC200L könnte das richtige Gerät für Dich sein. Du gibt allerdings 8" als Minimum an! Danach könnten der 12"Zöller von AOM vielleicht interessant sein, ansonsten werden m.E. bei uns keine Cassegrains oder gar RCs Deiner gewünschten Größe gebaut!

CS
Peter
www.starlightfriend.de
 
Moin Leute!

kleine Korrektur: der RC ist natürlich per se komafrei aber nicht astrigmatismusfrei übers Feld und hat gekrümmtes Feld. Das muss der Ross-Korrektor ausbügeln.

Jep!
Komafrei is so ein RC wirklich, nur der Astigmatismus steigt von der optischen Achse an immer mehr an und sorgt dafür, dass die Spotdurchmesser abseits der Achse immer größer werden, ABER! das dufte dabei ist eben der Vorteil, dass infolge der Komafreiheit die Spots immer absolut die Form der Eintrittspupille behalten - also schön rund bleiben, was es überhaupt erstmal möglich macht ein RC auch für die Astrometrie einzusetzten, was ja in der Forschung auch gemacht wurde/wird.

Dazu kommt eben noch die Bildfeldwölbung, die sich je nach Systemdaten mehr oder weniger bemerkbar macht.

Wirklich perfekt kann als wie schon gesagt so ein RC nur werden, wenn es im Vorfeld so berechnet wird, dass es mit einem bestimmten Korrektur zusammen funktionieren soll.
Der schon bennante Korrektor nach Ross stellt hier noch die einfachste Variante dar, wobei es auch hier mehrere Ross Arten gibt.
Bei RCs wohl weiter verbreitet sein dürfte der Korrektor nach Baker, oder ein Meniskuskorrektor nach Wynne. Bei Großteleskopen gibt es auch noch ein System nach Gascoigne.

Nur mit solchen Korrektorgliedern kann man ein RC wirklich großfeldtauglich bekommen.

Ein besonders gutes Beispiel vom Markt fällt mir hier auch noch ein:
Der Takahashi BRC-250, oder der neuere FRC-300.

Beim BRC-250 handelt es sich z.B. um ein nach Baker korrigiertes RC System, mit 10" Öffnung und f/5. Das ganze ist für mich ein absolutes Traumgerät, es bringt eine traumhafte fotografische Leistung (visuell durch 50% Obstruktion eher nicht zu gebrauchen) und ist dazu als Mittelformatastrograph konzipiert.

Und das kleine Vixen VC200L ist eben auch ein solch kleines RC mit Korrektor, nur Vixen nennt das gesamt System eben VISAC (Vixen Sixth Order Aspheric Cassegrain, oder so ähnlich).

clear skies,
André
 
Danke noch einmal allen für Eure Ausführungen!

Das Vixengerät scheint für 8" wohl eine gute Wahl darzustellen. Allerdings sind es auch nur 8" mit f/9, Aufnahmen mit dem f/6,3 Reduzieren habe ich noch nicht gesehen. Interessant ist vielleicht auch der RC von AOM, dann als 10" oder 12" Gerät.

Peter
 
Hallo Peter!

Also der VC200L scheint in der Tat ein wirklich klasse Instrument zu sein.
Größere RCs freilich auch, aber hast du dich schonmal informiert, was solch ein System kostet?

Ich finde die große Stärke des VC200 liegt im, für dieses Optikdesign, günstigen Preis!

Es ist schon ein Unterschied, ob es eben ein VC200 sein soll, für vielleicht 1500 oder 1600€ oder aber soetwas wie ein 10" oder 12" für ca 10000€!

clear skies,
André
 
Hallo André,

Du hast natürlich völlig Recht, das 8" Gerät ist überaus preislich interessant - es sind aber eben nur 8". Leider steigen die Kosten mit der Öffnung überproportional, und wenn dann noch Qualität und eine gute Performance hinzukommt, muss man leider viel Geld hinblättern. Was das den Leuten das Wert ist, sieht man an den verhältnismäßig teuren Apos bei verhältnismäßig kleiner Öffnung - das ist aber ein anderes Thema.

Peter
 
Hallo Andre,

ich habe die Lumicon Barlowlinse fotografisch an meinen 212-Newton f/3.9 getestet und sie ist durchgefallen (ich kann Dir gerne Testbilder zumailen). Bildausleuchtung war ungleichmäßig (Ringe), am Rand waren die Sternpunkte verzerrt (bei Faktor 1,5 mehr als bei Faktor 1,8) und die Spikes (bei M45) waren doppelt vorhanden (mangelhafte Vergütung ??), für den Preis fand ich es eine Unverschämtheit !!
Zuvor hatte ich folgende Barlowlinsen im Test: Vixen f/7.5 Konverter, Urteil: mangelhaft und den FFC. Der FFC hat leider einen zu langen Verlängerungsfaktor für chemische Filme, der minimale Faktor ist 2,25. Bei diesem Faktor bildet er leider auch nicht das Kleinbildformat perfekt ab, für CCD könnte es aber reichen (auch hier habe ich Testaufnahmen).
Jetzt habe ich die Televue Powermate 2-fach, das ist bisher die beste Barlowlinse!
Aber das VC200L ist deutlich besser als die Kombination Newton+Barlowlinse, leider habe ich es in Termeriffa und kann es hier nicht benutzen, deshalb habe ich mit Barlows experimentiert.

Viele Grüße
Michael
 
Hallo Frank,

das Problem mit dem FFC ist, das er eigentlich erst ab Faktor 3 funktioniert. Ich habe ihn mal mit Faktor 2,25 (also Kleinbildkamera direkt hinter den FFC) am Newton f/3.9 angeschlossen und das Ergebnis war nicht besonders berauschend (starke Verzerrungen der Sternpunkte am Rand des Kleinbildformats). Für CCD und etwas größeren Verlängerungsfaktoren sollte er aber funktionieren, das weiß ich aber nicht ...

Viele Grüße
Michael
 
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