Astrofotografie mit CANON EOS 2000D

spike77

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Hallo liebes Forum,


ich habe einmal versucht mit meiner Kamera den Sternenhimmel zu fotografieren. Dazu habe ich eine ganze Reihe von Artikeln gelesen, über die Einstellungen, die man dafür vornehmen sollte. Ich bin mir auch darüber im Klaren das meine Kamera und vor allem das Objektiv, das ich zur Verfügung habe, überhaupt nicht gut für dieses Vorhaben sind. Aber auf anderen Seite soll es ja nur zum Spaß und aus Interesse sein und die Kamera ist zwar eher einfach, aber ja immer noch besser als das was die Menschen früher hatten. Also dachte ich mir, irgendetwas muss man damit doch hinkriegen können.

Vielleicht könnt Ihr mir ja einige Tipps geben, wie ich das Ergebnis noch verbessern kann?

Ich habe folgende Kamera verwendet:

- CANON EOS 2000D (digitale Spiegelreflexkamera)
- Objektiv von Canon, EFS 18-55mm (AF/MF)
- ein kleines Stativ von Hama

Ich habe mit am vergangenen Dienstagabend bei wolkenfreiem Nachthimmel eine Reihe von Aufnahmen mit verschiedenen Einstellungen gemacht und habe unten an diesen Beitrag einmal das beste Bild als Beispiel rangehangen. Für das Foto habe ich folgende Einstellungen vorgenommen:

ExposureTime - 15 seconds
FNumber - 5.60
ExposureProgram - Manual control
ISOSpeedRatings - 800
Recommended Exposure Index - 800
DateTimeOriginal - 2024:10:22 21:39:02
ComponentsConfiguration - YCbCr
ShutterSpeedValue - 1/18446744073709552000 seconds
ApertureValue - F 5.66
FocalLength - 18 mm
ColorSpace - sRGB
Self timer - 20/10 sec
Quality - RAW
Flash mode - Not fired
Focus mode - MF

Habe auch mal ISO auf 3200 gestellt oder auch mit der Belichtung rumexperimentiert, aber die Ergebnisse waren nicht so gut. Vor allem sind die Sterne sehr unscharf und je höher ich den ISO-Wert stelle, desto schwammiger die Sterne.

Ich hatte die Belichtungszeit von 15 Sekunden errechnet mit der Formel 300 / Brennweite (habe ich im Internet so gefunden). Demnach 300/18=16,66 Sekunden, also der Einfachheit halber 15 Sekunden.

Grundsätzlich muss ich sagen, dass ich das Foto nicht schlecht finde für meinen ersten Versuch und es zeigt mir zumindest deutlich mehr Sterne als ich mit meinen (nicht mehr sehr guten) Augen sehen kann. Dazu kommt, dass ich in Berlin wohne und hier alles überall sehr hell ist.

Habt Ihr noch Tipps für mich, wie ich die Ergebnisse verbessern kann?

Und noch eine Frage zu dem, was da zu sehen ist. Das Foto ist von ca. 21:39 Uhr, Richtung Nord-Nordost. Also laut der Stellarium-App war der helle leuchtende Stern im mittleren unteren Bildbereich knapp über den Bäumen der Jupiter. Ist es möglich zu erraten, was der Haufen blauer Punkte in der Mitte der rechten Bildhälfte ist? Sind das etwa die Plejaden?


Vielen Dank schon einmal für Eure Antworten,

ich hoffe, ich kann aus der Kamera noch etwas rausholen!

BG

Stephan
 

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Hallo Stephan,

Zur Fototechnik kann ich gar nichts sagen. Ich bin nur Beobachter :)

Ohne jetzt bei Stellarium nachzusehen... nur vom visuellen Eindruck -> ja, das sind die Plejaden.

Viele Grüße Mark
 
Hallo Stephan, ist doch schön wenn man die ersten Erfolge hat. So wie ich sehe hast du mit einer Blende von 5,6 fotografiert. Wenn dem so ist dann kommt da natürlich wenig Licht auf den Chip. Hier wäre eine lichtstärkeres Objektiv sinnvoll. Ich würde lieber 10 sec nehmen und dann mehrere Aufnahmen stacken. So kommt mehr Belichtungszeit zusammen. Probiere das mal aus. Du wirst sehen das dann schon mehr siehst. Und dann kannst ja weiter sehen was noch aufrüsten willst. ;-)
 
Hallo Stephan,

ein Anfang ist gemacht und ich finde es gut erst einmal mit vorhandenem Equipment die ganze Materie kennenzulernen.

1) Fokus
Den hast du leicht perpasst. Versuch da demnächst erst einmal einen hellen Stern zum Scharfstellen zu verwenden.
Am einfachsten im Liveview und da voll reinzoomen.
Dann langsam an den richtigen Fokuspunkt herantasten. Mal drüber, mal drunter und dann exakt einstellen.

2) Belichtunsgzeit / Iso
Iso 800 ist bei meiner Canon 1000D ein guter Wert, sollte auch bei dir passen.
Wie Frank sagte, besser 10 Sek. wobei das in deinem 15 Sek. Beispiel punktförmig aussieht.

3) Gesamtbelichtungszeit
Jetzt kommt der entscheindende Punkt um mehr sichtbar zu machen.
Nimm mal 60 x 10 Sek. Bilder hinereinander auf. Dann kommst du insg. auf 10 Minuten Belichtungszeit.
Anschließend die 60 Bilder in einen Ordner packen und zu einem Summenbild stacken.
RAW Format muss gegebenenfalls vorher umgewandelt werden, z.B. in Tiff
Oder du testet erst einmal mit jpg aber natürlich in bester Qualität. ( Deine Kamera kann bestimmt wie meine auch beide Formate gleichzeitig speichern)

Meinen Kometen habe ich zuletzt auch nur mit jpg´s gemacht:
Komet-55mm-141024nr1c.jpg

Das waren 12 x 2 Sek. gestackt mit der fitswork (Freeware) Stapelverarbeitung.
Anfangsdatei auswählen - Häkchen bei: Alle Dateien im Ordner
Pfeil nach rechts für den nächsten Schritt
Funktion: Zur Zieldatei addieren
Anzahl Markierungen: 2
Methode: Sigma

Start !

Danach zwei verschiedene Sterne markieren (mit der linken Maustaste ein Fenster aufziehen)
Sternkontrolle: Häkchen bei keine Kontrolle mehr
OK weiter
Nächsten 2 Fragen mit Ja beantworten und die Bilder werden gestackt.
Bei Problemen muss man die Fenster wieder auf die ausgewählten Sterne verschieben.

Es gibt natürlich auch andere Stackingsoftware aber fitswork ist da sehr schnell, simpel und kommt mit Verschiebungen gut zurecht.
Ich würde das sogar einfach mal nur mit jpg´s ausprobieren, ist der wenigste Aufwand.
Es sei denn, du bist das Umwandeln von Raw Files gewohnt.

Gruß,
Holger
 
Das wichtigste hat Holger ja schon geschrieben.

Ich möchte noch hinzufügen das es speziell für diese Art von Aufnahmen (Milchstraße) die kostenlose Software Sequator gibt, und dazu auch einige Tutorials, z.B. Astrofotografie-Guide: Milchstraße fotografieren & entwickeln mit darktable, GIMP & Sequator (Einstellungen & Entwicklung) - FOCUStoINFINITY.de
(die nervigen Amazon Links einfach ignorieren)

Zusätzlich wird da noch die ebenfalls kostenlose Software Gimp, sowie Darktable verwendet.

Ich denke damit kannst du mit deiner Ausrüstung schon ganz brauchbare Ergebnisse erzielen.

Gruß

Simon
 
Fertige zusätzlich Bias, Darks und Flats an. Der Aufwand ist gering.
Stehe selbst auch noch am Anfang, Fummel mich derzeit durch Siril durch und komme ganz gut damit zurecht. Auf der Webseite "Eifelpanorama" gibt es ein schönes Tutorial, wie man in Siril ohne Scripte stacken kann.
Der Rest wird dann mit GIMP gemacht.

Wahrscheinlich hab ich das gleiche Objektiv wie Du - damit lässt sich schon was machen, wenn man die äußeren 10% des Bildes außen vor lässt. Die Verzeichnung fällt dort gerade bei kleiner Brennweite schon recht brutal aus.
Den richtigen Schärfepunkt finden, ist offenbar die größte Herausforderung - momentan nutz ich dafür Jupiter, weil der hell genug ist um ihn durch den Sucher zu erspähen.
 
Hallo,

vielen Dank an alle für die Antworten.

leider kriege ich keine schärferen Fokus-Einstellungen mit meinem Objektiv hin. Das ist das schärfste was mit Brennweite 18mm geht. Wenn ich auf 55mm stelle geht es zum Beispiel überhaupt nicht scharf. Mhh da muss ich noch mal mehr nachlesen.

3) Gesamtbelichtungszeit
Jetzt kommt der entscheindende Punkt um mehr sichtbar zu machen.
Nimm mal 60 x 10 Sek. Bilder hinereinander auf. Dann kommst du insg. auf 10 Minuten Belichtungszeit.
Anschließend die 60 Bilder in einen Ordner packen und zu einem Summenbild stacken.

Da heute wieder laut Wolkenradar ein freier Himmel über Berlin war, habe ich mich mal wieder zur Sternwarte aufgemacht und das einmal ausprobiert. Leider habe ich hier keine Möglichkeit 60 Fotos auf einmal zu machen. Die Kamera hat nur 5 Modi. Einzel, Reihenaufnahme (die geht nur mit gedrücktem Auslöser), Timer 10 Sekunden, Timer 2 Sekunden und das letzte ist Timer mit jeweils 2 bis 10 Aufnahmen. 10 ist also das Maximum, soweit ich das bei meiner Kamera herausgefunden habe.

91463416f354433d8ae4312e3406ea2d_G0177999.gif


Habe daher mal den Vorschlag von Holger angepasst und jetzt 10 Aufnahmen mit jeweils 10 Sekunden Belichtungszeit gemacht. So komme ich zwar nicht auf 10 Minuten aber immerhin auf 1 Minute und 40 Sekunden.

Als nächstes versuche ich mich dann mal in die Programme einzuarbeiten, die ihr empfohlen habt und die Bilder damit irgendwie zusammenzufügen. Bin schon sehr gespannt.

Was ich auf jeden Fall schon einmal sehen kann, völlig ohne stacken, ist dass die Sternbilder (habe Kassopeia und die Plejaden fotografiert) mit jedem Bild ein Stück weitergewandert sind. Auch toll, das mal so zu sehen =)

Leider ist der Himmel hier wirklich schweinehell. Aber ich bleibe am Ball und probiere mein Bestes! Wenns alles nichts wird, kann ich immer noch probieren mit der Kamera Mondfotografie oder so zu machen :LOL:

Gruß
Stephan
 
Gestern war ich noch auf dem freien Acker um Bilder zu machen.
Mein Vorgehen zum Auffinden des Schärfepunktes war wie folgt:
Fokus im Menü auf Spot, Objektiv auf MF, auf Jupiter Zoomen, Schärfe grob einstellen, Objektiv wieder auf AF, Auslöser leicht durchdrücken um den Schärfespot im Sucher zu sehen - der leuchtet ja kurz rot auf - ihn mit Jupiter in Deckung bringen und mittels Autofokus scharf stellen. Das kann ein paar Anläufe brauchen.
Danach Objektiv wieder auf MF umstellen und darauf achten, den Fokusring nur ja nicht zu berühren.

Den Auslöser kannst auch 6 mal drücken um 60 Bilder zu erhalten. Ist nicht ideal, aber besser als nichts.
Ansonsten bleibt Dir nur das Besorgen einer geeigneten Fernbedienung/Fernauslösung über.

In welcher Ecke Berlins wohnst'n Du?
 
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