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Astrofotografie möglich mit Nexstar Evolution 6

bento124

Mitglied
Hallo zusammen,

Ich bin ein blutiger Anfänger in der Astronomie und kürzlich überraschend Besitzer eines Nexstar Evolution 6 geworden (SC 150/1500), was mich natürlich sehr freut. Ziel der Begierde sind fürs erste unsere Planeten (wobei mich DSO auch ganz-schön kitzeln). Nach dem der Himmel die letzten Tage leider sehr bedeckt war, konnte ich die neue Errungenschaft bisher kaum nutzen. Ich nutze ein Teleskop im Moment ausschließlich auf meiner Terrasse.

Seit langer Zeit wollte ich schon mal erste Schritte in der Astrofotografie unternehmen. Jetzt hat mir ein Bekannter aber davor abgeraten mir einem SC Teleskop überhaupt Fotos machen zu wollen. Er hat mit dem ungünstigen Abbildungsmaßstab argumentiert und gesagt ich müsste, wenn überhaupt, dann eine Kamera nutzen mit einer Pixelgröße von MINDESTENS 5 μm. Ich dachte immer je kleiner die Pixelgröße, desto besser die Auflösung – aber ich raffe es halt noch gar nicht.

Kann mich zu dieser Diskussion jemand generell aufklären, damit ich das auch nachvollziehen / lernen kann?

Sollte es doch eine Möglichkeit geben mit dem Evo 6 erste Schritte in der Astrofotografie zu machen, würde mich interessieren, worauf ich bei einer Kamera achten muss (DSLR vs. Astrokamera). Wie sind denn diese Geräte mit ihren unterschiedlichen Parametern zu bewerten (Pixelgröße, Megapixel, etc.)? Was ist denn wirklich wichtig für mich?

Für jeden Tipp bin ich sehr dankbar. Beste Grüße
 

markusd112

Mitglied
Klar kannst Du mit einem SCT Astrofotographie betreiben.

Fang aber erstmal "klein" an und steigere Dich: der Mond ist ein dankbarer Kandidat, Planeten sind dann schon etwas schwieriger. Und fange mit dem an, was Du sowieso schon hast. Je nach DSLR kannst Du sogar Videos damit aufnehmen, die Du dann später weiterbearbeiten und stacken kannst.

Bei DS-Fotographie mit langen Belichtungszeiten wirst Du mit einer azimutalen Montierung an Grenzen stoßen. Hier gibt es z.B. Polhöhenwiegen für die azimutalen SCT. Oder man legt sich dann irgendwann mal eine gute parallaktische Montierung, wie z.B. die EQ6-R zu.
 

DocHighCo

Mitglied
Hallo Bento,

wir leben heute in tollen Zeiten. Man kann da mit fast allem Bilder machen, wenn man weiß wie - auch Deep-Sky. Trotzdem ist es mit manchen Sachen einfacher als mit anderen. Dein SC auf der Alt/Az-Montierung ist da schon eine Herausforderung. Er ist relativ lichtschwach mit F/10. Das heißt, Du muß lange belichten um schwache DS-Objekte schön aufnehmen zu könne. Die NSE6 lässt aber keine langen Einzelbebelichtungen zu und außerdem bekommst Du eine Drehung des Bildfeldes über der Zeit damit. 1500mm sind auch sehr lang für den Anfang, wenn man die genau nachführen will. Das ist sogar auf einer für Astrofotografie gemachten sog. parallaktischen Montierung schwierig.
Ich würde Dir auch eher raten, fange mit was einfacherem an. Weniger Brennweite, stärkeres Öffnungsverhältnis und eine parallaktische Montierung - z.B. ein kleiner Refraktor oder Teleobjektive mit Nachführung.
Der SC auf der NSE6 geht aber schon gut für Mond, Sonne und Planeten. Da brauchst Du fürs erste dann entsprechende Adapter. Aber darüber sprichts Du am besten mit einem Teleskophändler. Der sollte Dir sagen können, welche bei Dir passen. Und wenn Du noch keine Kamera hast, würde ich für Mond und Planeten eher eine CMOS-Astrokamera statt einer DSLR nehmen.

Gruß

Heiko
 

maximilian

Mitglied
Hallo!

Und wenn Du noch keine Kamera hast, würde ich für Mond und Planeten eher eine CMOS-Astrokamera statt einer DSLR nehmen.

Allem was die Kollegen geschrieben habe, stimme ich zu. Aber hier würde ich für den Anfang zu einer digitalen Spiegelreflexkamera raten. Warum? Die kümmert sich um alles selbst, hat eine eigene Stromversorgung und ein Display, mit dem man Scharfstellen (das ist am Anfang bei weitem die größte Herausforderung!) kann. Muss nicht astromodifiert sein. Jede Canon der letzten 10 Jahre ist gut für Mond und Planeten, manche findet man schon für weniger als 200 Euro. Dazu ein Adapter und schon kann es losgehen.
In 9 Tagen ist die Konjunktion zwischen Jupiter und Saturn. Das lässt sich mit einem C6 prima fotografieren! Mit Monden.

Grüße
Maximilian
 

Der_Peter

Mitglied
... Was ist denn wirklich wichtig für mich?
Lesestoff für die vielen bewölkten Nächte oder die top-Nächte, in denen man doch nicht genug Zeit hat, z. B.:


 

bento124

Mitglied
Um das Thema mit der "zu großen" Brennweite anzugehen, wäre eventuell der Einsatz eines Focal Reducers eine Option für mich?
z.B. dieser:
oder
 

Der_Peter

Mitglied
Um das Thema mit der "zu großen" Brennweite anzugehen, wäre eventuell der Einsatz eines Focal Reducers eine Option für mich?
z.B. dieser:
oder
Morgen,

diese Frage kommt glaube ich von jedem SCT Einsteiger, der sich hier im Forum anmeldet. ;)
... und noch immer habe ich keine positiven Berichte von o.g. Teilen in Erinnerung. :rolleyes:

Nebenbei verringern auch die bewährten Reducer nicht nur die Brennweite, sondern auch den ausgeleuchteten Bildkreis; auch in der Optik gibt's nichts umsonst...

Probier' doch einfach aus, was mit deinem SCT geht; quasi nach der uralten "Weisheit", dass jedes Teleskop seinen Himmel hat.

Und wenn Du doch mal 2.000,- und mehr (kleines, günstiges Teleskop und irgendeine parallaktische Montierung etc. ) zusätzlich ausgeben möchtest, würde ich z. B. an sowas denken:

oder gar nur an einen einfachen StarTracker für die DSLR/DSLM in Verbindung mit eher kurzen Brennweiten, z. B. Teleskop-Express: iOptron SkyGuider PRO - Next Generation Kamera Tracker

Nachtrag: Ich halte Astrofotografie für keine Rocket Science; einsteigen kann man m. E. mit jeder Brennweite, kürzere liefern halt oft schnellere Erfolgserelebnisse.
Wichtig sind "nur" Wille, Geld, Zeit!
 
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bento124

Mitglied
An dieser Stelle möchte ich mich für die vielen wertvollen Hinweise für meinen Einstieg in die Astrophotographie bedanken, die ich von Euch bekommen haben. Hat ne ganze Zeit gedauert um die Flut an Information aufzuarbeiten und auszuprobieren. Insbesondre auch der Rat, dass ich mich um Literatur für vielen bewölkten Nächte kümmern sollte 😊, kann ich jetzt nachvollziehen. Das Buch
… ist wirklich sehr zu empfehlen.

Zur meinem NSE6 habe ich mir, wie von verschiedenen Seiten empfohlen, eine einen EOS 1300D gekauft. Damit ist mir – nach ersten Experimenten mit Fotos vom Orion Nebel – jetzt auch die Problematik um die Alt/Az-Montierung klar geworden. Nachdem ich anfänglich viele eierförmige Sterne aufgenommen haben, fand ich diesen ganz netten Aufsatz:
Grundsätzlich habe ich das verstanden, doch im Detail gibt es schon noch ein Verständnisproblem. Denn Bill Keicher gleich im 2. Abschnitt:​
  • "Die Feldrotation wird nicht durch das Teleskop vergrößert, sondern wirkt sich direkt auf die Bildqualität aus, indem die Fokusebene um die Sichtlinie bewegt wird."
Das würde aber dann bedeuten, dass die Feldrotation, bzw. die mögliche Belichtungszeit, nicht von der Brennweite des Teleskops abhängi ist.​
Das leuchtet mir garnicht ein, denn es gibt augenscheinlich einen deutlichen Unterschied, ob ich eine Aufnahme mit einem 50mm oder einer 1500mm Optik mache.​
Auf jedenfall komme ich, nachdem ich mit diesem – je nach Himmelsrichtung – jetzt auf Belichtungszeiten bis zu 30 oder 40s.​

Bei einigen meiner Fotos, die ich in der letzten Zeit so gemacht haben fielen mir folgendes auf:
Die Fotos sind in der Regel im Zentrum (soweit ich das bewerten kann) scharf, nicht aber im Randbereich.​
Ich kann das nicht einordnen. Ist das normal? Muss ich dazu das Teleskop etwa neu justieren? Siehe hier ein Beispiel:​
Ferner fällt mir auf, dass sich ein einjustiertes Objekt, im Laufe von vielleicht 100 Serienaufnahmen (~ 1 Std.), trotz dem vorab gemachtem 3 Punkte Alinement, sich auf meinem Sucher deutlich aus dem Zentrum bewegt.​
  • Muss ich da weiter mit dem Alinement trainieren, oder brauche ich da einen StarTracker um das richtig in den Griff zu bekommen?

Beste Grüße
 
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