Astrofotografie-wieder Anfängerfragen

Wersinkje

Mitglied
Hallo zusammen,
mein Name ist Jens, ich bin 53Jahre alt und möchte mich sowohl mit Beobachten als auch Fotografieren des Nachthimmels beschäftigen. Ich fotografiere tags mit einer Canon 6D und einer G7 II ( hauptsächlich unterwasser). Mit der 6D hab ich mit verschiedenen Objektiven und Fotostativ schon ganz nette Bilder von Orion, Mond usw. ohne Nachführung mit Stacken hinbekommen (Dank Katja Seidel). Nun sollen die Aufnahmen nachgeführt werden und ein Teleskop möchte ich mir zulegen. Nach monatelanger Recherche im Netz und Literatur zum Einstieg kann ich mich nicht zwischen einem 80er ED APO und einem 130 f5 Newton entscheiden, bei der Montierung denke ich über eqm35 pro, eq5 pro, exos2 jeweils mit goto oder nur einer SA nach. Für die SA natürlich nur 6D und Objektiv.
Ich wohne in Brühl, habe dort freie Sicht gen Süden mit erträglicher Lichtverschmutzung, konkrete Objekte sind ausdrücklich erst mal nicht vorgegeben, allerdings keine Planeten! Mir gehts um das Beobachten und das Gesehene (und hoffentlich noch mehr) im Bild festzuhalten.
Meine Fragen an euch:
Kennnt ihr einen Händler in der Nähe Kölns?
An welchen Teleskop der vorgeschlagenen Geräteklassen nutzt ihr die 6D?
Welcher Arbeitsabstand ist für die 6D nötig incl. Adapter Feldebner/Komakorrektor?
Welcher Okular/Auszugdurchmesser ist für KB erforderlich?
Macht es in Bezug auf die Gesamtkosten Sinn, wenn ich mir eine gebrauchte APS-C Kamera (EOS1000D o.ä.) kaufe und Teleskop usw. auf den kleineren Sensor anpasse?
Muss ich als Brillenträger bei der Okularwahl aufpassen oder sind alle gleich gut für Brillenträger geeignet? Könnt ihr welche im mittleren Preissegment (bis ca. 120€) empfehlen?
Warum sind alle lichtstarken Teleskope nicht anfängergeeignet? Wegen der Justierung?
Habt ihr andere Teleskop-Empfehlungen für mich, die mir dann auch als Fortgeschrittener genügend Spielraum lassen, wobei mir klar ist, das es nicht das Teleskop für alle Einsatzgebiete gibt. Aber ein qualitativ guter Kompromis mit dem man auch längerfristig zufrieden sein kann, denke ich, sollte mit eurer Erfahrung machbar sein.
Viele Fragen und sicher längst nicht alle- ich hoffe auf eure Hilfe!
Danke schon jetzt
Gruß Jens
 

frasax

Mitglied
Hallo Jens,

einen Händler in der Nähe von Köln kenne ich nicht, der nächste wäre Astrolumina in der Nähe von Düsseldorf. Ich bin mir aber garnicht sicher, ob die einen Showroom haben. Die Versandhändler sind aber prima! Ob nun Astroshop, Teleskop-Service oder Teleskop Austria. Bei letzterem bekommst du m.E. die beste Beratung in Sachen Astrofotografie, das Angebot ist aber längst nicht so groß wie bei den anderen. Wenn du bei Teleskop Servive an den richtigen gerätst, bist du aber auch sehr gut beraten. Ansonsten hier beraten lassen, da kaufen:)

Die SA hat den Vorteil dass sie schnell aufgebaut ist. Das ist wie mit Kameras, die beste Kamera ist die, die du am häufigsten Nutzt. Der Einsatzbereich ist allerdings begrenzt. Ich bin mir ganz sicher dass irgendeiner jetzt antworten wird, dass er einen Elefanten auf der SA nachführen kann, aber es ist wie es ist:) Also Pro: reisetauglich, schnell einsatzbereit, klein und leicht, kein extra Computer oder Autoguider, kostengünstig. Contra: Mehr als ein 200er würde ich nicht drauf schnallen.

APO vs Newton. Eine Frage so alt wie die Menschheit. APOs sind heute relativ günstig, und sie sind super kompakt, stabil und Justageunempfindlich. Drauf packen und loslegen. Der Newton ist sperrig und will justiert werden, und je schneller desto pingeliger. Die Frage was nun optisch besser ist!? Ich nutze nur APOs, aber wenn ich mal nen Newton nutze denke ich immer: Verdammt, ist der scharf:)
Wenn Newton, dann nur mit Korrektor. Abstände, Ausleuchtung etc. da muss der Händler Bescheid wissen. APO würde ich auch gleich einen mit Feldebnung kaufen. Z.Bsp. den Skywatcher Esprit.

Die 6D ist eine der besten DSLRs die man sich für die Astrofotografie vorstellen kann. Die einzutauschen gegen eine 1000D ist nicht zu empfehlen. Klar verlangt das Vollformat der Optik einiges ab, aber auch hier sollte dich der Händler beraten können/müssen/sollen. wenn schon APSc dann eine 60D oder 80D.

Ansonsten: Der Bauch will auch immer mit reden. Nichts von dem was du angeführt hast klingt unüberlegt oder würde man dir von abraten. Insofern, kauf dir das woran du glaubst am meisten Spaß zu haben. Es wird eh nicht dein erstes uns einziges Teleskop/Monti/Kamera bleiben:)

CS Frank
 

Mafir

Mitglied
Hallo Jens,

> Welcher Arbeitsabstand ist für die 6D nötig incl. Adapter Feldebner/Komakorrektor?

Das Auflagenmaß ist für alle Canon-EOS-Kameras gleich und liegt bei 44 mm. Der korrekte Arbeitsabstand und somit die genaue Konfiguration inklusive Abstandsringe etc. hängt davon ab, welchen Flattener/Korrektor du verwendest. Für einen TSRed379 von Teleskop-Service (TS), wie für Vollformat an APOs geeignet, wären das z. B. folgende:
Arbeitsbastand TSRed379 ist 61mm. Auflagemaß EOS + SKM48-EOS = 55mm + TSVF205 + 1mm Abstimmring = 61mm
Bsp. für einen Korrektor/Flattener (ME07545 von TS) an ein SC-System:
Arbeitsabstand ME07545 ist 85mm. 55mm (Auflagemaß+SKM48-EOS) + TSVF220 + TSSC-M48 = 85mm

Die genaue Konfiguration für deine Zwecke kannst du z. B. bei TS (und vermutlich auch bei den anderen größeren Online-Astroshops) erfragen. Die machen dir ggf. auch gleich ein passendes Angebot.

Gruß, Marco
 

DocHighCo

Mitglied
Hallo,

aber aufpassen. Laut Angaben von TS hängt der Arbeitsabstand des Reducers auch von der Brennweite ab:

"Abstand M48 Gewinde zum Kamerasensor
Der Abstand ist abhängig von der Brennweite des Refraktors:

♦ Brennweite bis 350 mm ... 70 mm
♦ Brennweite bis 420 mm ... 65 mm
♦ Brennweite 450-500 mm ... 61 mm
♦ Brennweite510-600 mm ... 58 mm
♦ Brennweite 610-700 mm ... 57 mm
♦ Brennweite 710-790 mm ... 56 mm
♦ Brennweite ab 800 mm ..... 55 mm"


Gruß

Heiko
 

Wersinkje

Mitglied
Hallo,
Danke für die Antworten.
Die ATT in Essen stand schon auf dem Plan um mal ein paar Live-Eindrücke zu bekommen.
Was das Teleskop angeht, gefällt mir dieses
mit
.

Das ursprünglich mitfavorisierte TS-Optics PHOTOLINE 80mm f/7 FPL53 Apo mit 2.5" Zahntrieb Auszug kommt mir mit dem notwendigen Zubehör insgesamt zu teuer, obwohl kompakter und einfacher in Bezug auf Justage.
Der Newton bietet dafür mehr Brennweite und Lichtstärke zu dem günstigeren Preis.

Was haltet ihr von der o. g. Kombination? Bei den Montierungen eqm35 pro, eq5 pro, exos2 erkenne ich nicht wirklich große Unterschiede. Sind die Steuerungen im Handling unterschiedlich?

Bezüglich Gesamtkosten hatte ich überlegt, mir eine mod. 1000D zusätzlich zu kaufen, weil die Kamera rel. große Pixel hat und vermutlich nicht so große Anforderungen ans Equipment stellt. Macht das Sinn?

An Okularen hatte ich mir die TS Planetary 5mm/58° und 15mm/58° ausgesucht, die sollen für Brillenträger geeignet und gut sein?

Gruß und danke
 

Der_Peter

Mitglied

Nasus

Mitglied
Hi Jens,

ich sehe das ähnlich wie Frank: Gerade an Anfang ist eine möglichst simple und unkomplizierte Ausrüstung von Vorteil, wie eben einfache Nachführeinrichtungen. Man nutzt die bei jeder Gelegenheit und hat vergleichsweise wenig Fallstricke und daher eine steilere Lernkurve. Auch später bleibt sowas interesant - sei es für unterwegs, wenn die Bedingungen nicht wirklich toll sind (die 5 Minuten zum Einrichten hat man immer) oder auch um parallel noch ein paar Widefields zu schießen.
Was dann als 'richtige' Montierung irgendwann kommt, muss man ausprobieren. Ein paar Kg hin oder her sind eher zweitrangig, wichtiger ist Zuverlässigkeit. Komfort wäre auch nett, aber leider utopisch - dazu bräuchte es einen integrierten Akku wie beim Akkuschrauber und einen integrierten Rechner.

Bei der 6D bin ich zwiegespalten - mehr Sensor fürs Geld bekommt man kaum, aber wenn man die auch tagsüber braucht, sind die Modifikationen schon recht kompromissbehaftet. Und ohne Astroumbau kommt man in der Domäne großer Sensoren und kurzer Brennweiten (--> Emissionsnebeln) nicht sonderlich weit. Da ist ein (gebrauchter und modifizierter) Zweitbody wie 1000d oder eine komfortablere 600d schon praktischer. Für eine leichte Reiseausstattung schadet so ein kleiner Body auch nicht. Wo man mittelfristig hin will (kb, aber dediziert oder CCD (bzw. cmos), da man eh nen Rechner im Feld hat) kann man dann immernoch entscheiden. Aber vielleicht reicht ja selbst eine 1000Da Jahrelang aus, bis sie zum schwächsten Glied wird.

Bei APO vs. Newton kommt meine Pauschale zwar selten gut an, aber dennoch:
Bei kurzen Brennweiten sind ED und APO im Vorteil und sogar bezahlbar. Falls der Reducer/Flattener dafür gerechnet und verschraubt ist, sogar sehr simpel; ähnlich wie ein Kameraobjektiv, das sich ausnahmsweise gut fokussieren lässt.
Ab 5" Öffnung kann man auch über Newtons nachdenken. Bzw. muss man... Und man muss sich mit den Abstimmungs- Justage- und Optimierungsmöglichkeiten auseinandersetzen.
Trotz der günstigen Preise sollte man aber keinesfalls blauäugig sehr große Öffnungen wählen die vielleicht gerade noch gehen, sehr schnelle Systeme die man wirklich gut Abstimmen und justieren muss oder gar ultraschnelle Astrographen. Derartige Teleskope sind zwar schon eine feine Sache - wäre aber wie einem Fahranfänger ein Motorrad ohne Synchrongetriebe und dafür mit Ersatzkabeln unter den Hintern zu schieben. Im Dunklen.
Aber im Bereich 5" oder 6" mit f5 liegst Du schonmal gut.

cs
Jürgen
 

lacrimosa

Mitglied
Hallo,
ei den Montierungen eqm35 pro, eq5 pro, exos2 erkenne ich nicht wirklich große Unterschiede. Sind die Steuerungen im Handling unterschiedlich?
da die Montierung am wichtigsten ist, würde ich eine Montierung wählen, deren Tragkraft am höchsten ist und die ich noch schleppen kann, falls ich mobil sein muss. Damit könntest Du erstmal nur mit Kamera und 200mm Objektiv fotografieren und Erfahrungen sammeln. Danach könntest Du Dir immer noch Gedanken über ein Teleskop machen.

Gruß
Ronald
 

Raumfisch

Mitglied
Hallo Jens,

schöne Hausaufgaben die du bereits gemacht hast!

Wie schon erwähnt ist die Montierung das Wichtigste und oft auch teuerste an der gesamten Ausrüstung.
Wähle eine Montierung, welche du für deine Zwecke einsetzen kann und willst, z.B. mobil mit dem Auto unterwegs, von der Garage in den Garten usw.
In der Beschreibung wird immer eine Traglast angegeben.
Da du Astrofotografie betreiben möchstet, solltest du ca. 70% der Traglast als dein Maximum betrachten.
Ratsam ist es auch keinen Exoten zu wählen. Wenn man Hilfe braucht bekommt man diese bei gängigen Montierungen im Forum quasi auf Anhieb (Skywatcher, Celestron, bedingt gefühlt iOptron).

Eine Star-Adventurer empfehle ich zum Einstieg keinesfalls, da das Auffinden und Positionieren von Hand passieren muss und das kannst du als Einsteiger mit einer GOTO Montierung bequemer, nein frustfreier bekommen.

Eine Vollformat-Kamera ist nicht immer ein Segen, da du sehr stark mit Vignette zu kämpfen haben wirst und dementsprechend auch dein Equip teuerer werden könnte (größere Filter, mehr Durchlass bei Flattenern etc.)
Ohne Astro-Umbau bist du auch sehr eingeschränkt was Objekte angeht, da die Kamera quasi Rot-Blind ist.
Eine umgebaute 600D oder 1000D in gebrauchter Form ist sicherlich ein guter Start in dieses Hobby.

Ein Newton ist schon ein schönes Gerät; Viel für wenig Geld!
130/f5 klingt ein wenig nach Skywatcher PDS. Die PDS Serie ist wirklich ihr Geld wert und zum Einstig bestens geeignet.
Aber... gehen wir mal von einer verwendeten APS-C Kamera aus, dann sind 650mm Brennweite für meinen Geschmack schon zuviel für den Start. Zwischen 350mm und 450mm wäre meine Empfehlung --> APO. Da bekommst du all die schönen "Anfänger-Objekte" eingefangen inkl. ein wenig Drumherum.
Für einen Newton brauchst du zusätzlich auch noch Know-How zum Kollimieren + Werkzeug (Laser, Filmdose, mit einer Barlow-Linse wirds nochmal einfacher...)

Hier kannst du ein wenig herumdoktorn was eine Kamera mit einer verwendeten Brennweite ablichten kann.
(Oben mittig noch auf Imaging Mode umstellen!)

Zubehör welches du evtl. noch nicht auf dem Wunschzettel hast:
- Beim Newton steht es oben
- Eine Taukappe oder Heizband (Nichts ist ärgerlicher als vereiste Optiken)
- Ein Fadenkreuz-Okular (Es erleichtert dir das einrichten der Montierung anfangs ungemein)
- LICHTVERSCHMUTZUNGS-Filter! Du wirst keinen Spaß haben ohne diese Filter
- Laptop und Software
- Autoguider

Wieder zuviel Text... Meine Empfehlung, welche du mit Sicherheit auch beim ATT anschauen kannst:

- Montierung: Celestron AVX (Das Einnorden und die Ausrichtung funktionieren hier per Steuerung - TOP!)
- Teleskop: TS 72/432 Lanthan Doublet mit zugehörigen Flattener TSFLAT72 55mm Abstand (T-Ring + Canon = passender Abstand)
- Als Laptop Ersatz, falls du ein Tablet nutzen kannst/möchtest: ASIAIR als Angebot mit Guiding-Kamera
- Als Sucherrohr eines mit Fokussier-Möglichkeit: z.B. dieses hier

CLIP-Filter wären vermutlich die beste Option für einen Lichtverschmutzungsfilter. Leider kenne ich mich damit nicht aus und möchte daher auch keine Empfehlung aussprechen. Das oben genannte Equip habe ich selbst im Einsatz und wenn ich das vor 1 Jahr auch schon als Einsteiger gehabt hätte, wäre mir viel Frust erspart geblieben.

Zu Okularen und Beoabchtung möchte ich dich an Sven Wienstein, hier aus dem Forum, verweisen. Er erklärt und testet auf seiner Homepage viel zum Thema Okulare. Das erworbene Wissen kannst du dann gezielt auf dein Telekop übertragen und dann sogar ggf. Gebraucht kaufen.

In diesem Sinne viel Spaß beim Lesen und wir sehen uns auf dem ATT ;)

Gruß
Dennis
 

Wersinkje

Mitglied
Hallo,
Nochmals danke für die Antworten.
@ Denis: Da der 80er APO mir wie gesagt zu teuer wird, hatte ich mir das 72 APO auch schon angesehen. Genauso interessant, aber ebenso teuer. Ein Newton 130 f5 ist günstiger und, so glaub ich zumindest, vielseitiger einsetzbar was Brennweite, Lichtstärke und damit Einsatzmöglichkeiten anbetrifft. Korrigier mich wenn ich da falsch liege.
Die Montierungen werden oft verwendet, sind also keine Exoten. Mir ging es darum, von euch bemerkte Vor-/Nachteile zu erfahren. Die vom Hersteller angegebenen Eckdaten sind ähnlich, die Praxis kann ich nicht einschätzen.
 

Optikus

Mitglied
Moin,

die beiden Alignment-Sterne musst Du allerdings auch finden! Ich weiß nicht, wie gut Du Dich am Himmel orientieren kannst. Die Aufgabe des Alignsments lautet ja in klardeutsch:

- richte die Montierung grob aus
- finde die beiden Alignment-Sterne und stelle Sie auf das Fadenkreuz, bestätigt dies zur Eichung der Montierung
- folge DANN den Anweisungen des Computers zum Polar Alignsment

Quasi "vollautomatisch" geht das nur mit Montierungen, die Kamerasysteme wie das Meade Starlock an Bord haben und via Plate-Solving ihre Position selbst erkennen können.

CS
Jörg
 

Marty_McFly

Mitglied
- Montierung: Celestron AVX (Das Einnorden und die Ausrichtung funktionieren hier per Steuerung - TOP!)
Sorry, da muss ich mal nachfragen. Es hilft hoffentlich auch dem Threadstarter bei der Entscheidung. Wenn ich mir die Artikelbeschreibung durchlese, scheint das Einnorden nicht so einfach zu sein, wie es hier klingen mag. Klar grob gen Norden hinstellen ist nicht schwer, aber man muss trotzdem selbst ein 2-Star-Alignment machen. Danach läuft ein Programm und dann hilft es das Einnorden durchzuführen. Sprich man muss selbst beide Knöpfe drehen usw.

Edit: Ich sehe gerade, dass Jörg das ja schon erwähnt hat...
 
Zuletzt bearbeitet:

Mondeoblue

Mitglied
Hallo,

egal was es wird, um das Gewicht der 6D (ist ja schon ein Brocken mit ca. 750g) adäquat tragen zu können,
und keine Abschattungen zu bekommen, solltest Du schon wert auf einen guten nicht zu kleinen Okularauszug (ab 2,5 Zoll) legen. Sonst wirst Du damit keinen Spaß haben. Das kostet natürlich entsprechend!

Gruß Ralf
 

Optikus

Mitglied
Moin,

guter Hinweis - auf jeden Fall explizit die Vollformattauglichkeit abchecken - mit APS-C wird das entspannter und billiger, da die meisten Geräte eher darauf getrimmt sind. Vollformat ist noch nicht unbedingt Standard.

CS
Jörg
 

DocHighCo

Mitglied
.. das Einnorden nicht so einfach zu sein, wie es hier klingen mag. Klar grob gen Norden hinstellen ist nicht schwer, aber man muss trotzdem selbst ein 2-Star-Alignment machen. Danach läuft ein Programm und dann hilft es das Einnorden durchzuführen ...
Hallo,

ich will es nicht unnötig kompliziert machen, aber ich habe den Eindruck das Alignment und Einnordung (polar alignment) hier wieder synonym gebraucht werden. Man sollte das eigentlich getrennt sehen.
Beim Einnorden geht es erst mal nur darum die Montierungsachse parallel zur Erdachse auszurichten. Das kann man über einen Polarsucher machen oder programmunterstützt (ich nutze immer das Polar-Alignment-Modul von Sharpcap).
Wenn das gemacht ist folgt das eigentliche Alignment, welches der Montierung quasi sagt, wie der Himmel über der Montierung ist und wie das Teleskop in Bezug zur Montierungsachse steht.
Über genügend Alignmentsterne müßte ein genügend schlaues Programm zwar auch modellieren können, wie die Montierungsachse im Vergleich zur Erdachse steht und das beim Nachführen kompensieren können. Ich weiß aber nicht bei welchen Montierungen das gut genug funktioniert und eine gute Einnordung halte ich für schneller und besser.
Ein 2-Star Alignment wird bei einer groben Einnordung nicht gut genug sein.

Gruß

Heiko
 

Wersinkje

Mitglied
Ich dachte Einnorden und Alignment sind prinzipiell das selbe. Es sind nur unterschiedliche Verfahren: Ausrichtung der Montierungsachse zur Erdachse mittels Polsucher und wenn der Polarstern nicht zur Verfügung steht dann z. B. über das 2Stern-Alignment mit Eingabe der GPS-Position und der Datum-Uhrzeitangabe woraus sich die Achsestellung auch ergibt. Mach ich da einen Denkfehler?
 

Raumfisch

Mitglied
Hallo zusammen,

Das Polar Alignment über SharpCap ist sehr gut, aber bei Celestron Steuerungen braucht man das nicht wirklich. Das im Detail zu erklären sprengt gerade den Rahmen. Dieses Video beschreibt es sehr schön!

Klar muss man noch an den Schrauben drehen, aber eben weil der Handcontroller es sagt und nicht ein zusätzliches extra gekauftes Programm. ASIAIR kann sas z.B. Noch nicht und da wäre es u.a. Nicht produktiv noch einen extra Laptop mitzuschleppen für SharpCap oder PoleMaster...

Die EQ Steuerung ist etwas zickig wenn man den Handcontroller benutzt. Daher meine oben genannte Empfehlung. Skywatcher ist aber keines Falls eine schlechte Wahl.

Der Newton ist im Prinzip genau so teuer wie ein kleiner APO. Ich hatte ganz vergessen, dass du einen Koma Korrektor benötigst. Wie schon oben angedeutet nimmst du den GPU und bist dann glücklich. 235€ oben drauf...

Wenn du Stellarium nutzt, kannst du dir auch dort die Brennweiten und Kameras einrichten und das Feld betrachten (450mm & 650mm) Nimm Objekte wie M31, Herznebel, Seelennebel, Elefantenrüssel, M42, M45...

Ich setz daher immer noch auf die Karte „kleiner Apo“ :geek:

Gruß Dennis
 

Wersinkje

Mitglied
130 f5 PDS 229€ + GPU 235€ = 446€
72 APO f6 FPL53 499€ + TSFLAT72 165€ =664€
Die 220€ würde ich lieber in Okulare investieren 😎
 

Optikus

Mitglied
Ich dachte Einnorden und Alignment sind prinzipiell das selbe. Es sind nur unterschiedliche Verfahren: Ausrichtung der Montierungsachse zur Erdachse mittels Polsucher und wenn der Polarstern nicht zur Verfügung steht dann z. B. über das 2Stern-Alignment mit Eingabe der GPS-Position und der Datum-Uhrzeitangabe woraus sich die Achsestellung auch ergibt. Mach ich da einen Denkfehler?
Moin,

das denken viele ...

Das Einnorden richtet die Rektaszensionsachse (Stundenachse) exakt auf den Himmelsnordpol aus, damit die Nachführung die scheinbare Himmelsdrehung über dem Standort aufheben kann.

Das Alignment bildet die Grundlage des Goto, in dem es der Montierung sagt, wohin sie gerade ausgerichtet ist.

Das braucht der Steuerungscomputer, damit er sinnvolle Befehle erteilen kann.

Im Falle der Celestron-Montierung liegt die Sache so:

1. Du richtest so gut es geht nach Norden und auf die geografische Breite ein. Das reduziert später den Korrekturaufwand.

2. Dann machst Du ein 2-Star-Alignment, sprich Du richtest das Teleskop manuell auf 2 Sterne aus, bis sie im Fadenkreuz stehen, bestätigst die Position und wieder holst das. Das Verfahren des Teleskops machst Du mit der Steuerung, damit diese weiß, wie sich das Teleskop bewegt hat. Daraus läßt sich die Ausrichtung ermitteln, das Teleskop sagt Dir dann, wie Du die Polhöhe und den Azimut verstellen musst und läßt Dich das Verfahren wiederholen. Damit näherst Du Dich der Optimalposition an. Das ist ggf. deutlich einfacher als die Arbeit mit dem Polsucher.

3. Mit der erfolgreichen Einnordung machst Du nochmal ein Alignment und eichst damit das Goto, das geht mit der entsprechenden Fotosoftware aber auch mit Plate-Solving und damit noch genauer.


CS
Jörg
 

Mondeoblue

Mitglied
Preislich wird sich das nicht viel geben (vernünftiger Okularauszug vorausgesetzt), Ich würde den Apo bevorzugen, da er keine Justierung benötigt, besser zu transportieren ist, und aufgrund des geringeren Gewichts weniger Ansprüche an die Montierung stellt.
Am besten sich mal mit Leuten kontakt aufnehmen, welche in Deiner Gegend wohnen und sich mal einen Newton und ein Apo real angucken und ausprobieren. Und wie Bereits geschrieben wurde, falls möglich die Astromesse in Essen besuchen.

Gruß Ralf
 

wynnie

Mitglied
Hallo !

Der 150PDS ist aber schon ca. 70-80€ teurer als der 130PDS, oder habe ich ein Sonderangebot übersehen?
EDIT : Ok, das bezog sich auf den APO, sorry.

In Sachen Komakorrektor würde ich mir auch mal den Max Field Korrektor von TS ansehen. Bei f5 macht der einen wirklich guten Job. Bei f4 mag der GPU besser sein, aber er ist 28mm länger und kostet 46€ mehr. Dieses Bild wurde mit dem Max Field aufgenommen, allerdings an einem 8" f5 Newton.

Viele Grüße
Michael
 

Wersinkje

Mitglied
Da hab ich mich vertan, der 150er war nicht die PDS Version.
Ich freu mich auf ATT am Samstag, da kann ich mir ein besseres Bild von den Geräten machen.
Kann man dort die Geräte auch kaufen oder ist die Messe eher eine Vorstellung der verfügbaren Technik?
 

DocHighCo

Mitglied
Ich dachte Einnorden und Alignment sind prinzipiell das selbe. Es sind nur unterschiedliche Verfahren: Ausrichtung der Montierungsachse zur Erdachse mittels Polsucher und wenn der Polarstern nicht zur Verfügung steht dann z. B. über das 2Stern-Alignment mit Eingabe der GPS-Position und der Datum-Uhrzeitangabe woraus sich die Achsestellung auch ergibt. Mach ich da einen Denkfehler?
Hallo,

auch wenn wir jetzt scheinbar zwei Diskussionen im gleichen Thread haben, noch mal kurz hierzu. Es kommt immer drauf an, wie genau man etwas haben will und was man als bekannt voraussetzt (oder voraussetzen kann). Jede zusätzliche Unbekannte verlangt im Prinzip nach einer neuen Gleichung - i.e. einer zusätzlichen Sternposition:
Polarachse in RA und DEC + 2 Sterne
Declinationsachse des Teleskops + 1 Stern
Konusfehler in RA und DEC + 2 Sterne
Ungenauigkeit der Zeitangabe + 1 Stern
Ungenauigkeit in der Position + 2 Sterne

Ich hoffe das Prinzip wird klar. Je mehr Alignmentsterne, um so genauer kann man den Status der Montierung samt Teleskop modellieren.

Gruß

Heiko
 

Raumfisch

Mitglied
Hallo Jens,

mit den 664 € beim kleinen APO bist du vom Teleskop her Einsatzbereit.
Beim Newton kommt ja das ganze Zubehör zum Kollimieren drauf. Da bist du locker bei mindestens 100€; Sorglos-Paket locker 200€. Ausserdem würde ich die Klemmung vom Okularauszug bei den PDS Newtons gegen eine Ringklemmung austauschen. Das hilft ungemein gegen Verkippung. Da schlagen auch nochmal 40-75€ zu Buche je nach Komfort (Baader Click-Lock :love:).

Du kannst natürlich anfangen hier und dort einzusparen (Koma Korrektor, Billig-Laser, usw.), aber ärgern du dich wirst würde Yoda sagen.

Der Okularauszug ist immer ein Faktor wenn es um mögliche Probleme geht bei der Fotografie. Der OAZ vom PDS trägt auch deine 6D noch gut genug (ich hab so um die 1000g unten dran hängen am 8" PDS). Der OAZ vom kleinen APO ist dennoch etwas solider.

Bei den 650mm Brennweite vom Newton wird der Anschluß der Kamera etwas umständlicher da laut GPU 53mm benötigt werden.
Es gibt kurzbauende T-Adapter, welche dann aber noch kleine Abstandshülsen und/oder -ringe benötigen --> knifflig.

Beim Flattener vom APO sollen es 55mm sein. Der normale T-Ring wird verschraubt und deine Canon oder die 600D/1000D ist im richtigen Abstand.

Thema ATT:
Ein Kauf ist evtl. möglich, aber geh mal lieber davon aus, dass nicht alle Artikel mitgeschleppt werden. Du kannst aber trotzdem kaufen/bestellen und dir einen schönen Messerabatt aushandeln.
Mein Tip: Lass dir am Stand von Teleskop Express den kleinen APO zeigen. Wenn dieser nicht vorhanden ist, schau dir ein FPL53/Lanthan Doublet mit 2,5" Auszug an. Die sind quasi baugleich.

Einen Skywatcher PDS Newton solltest du an welchem Stand auch immer mit Sicherheit zu Gesicht bekommen.
Wenn der 130er nicht dabei ist, versuch einen 130er von einer anderen Marke zu finden um die Größe abzuschätzen.

Eigentlich auch Quatsch dich aufm ATT damit alleine zu lassen wo wir doch auch dort sind... Ich schick dir meine Handynummer und wenn du Hilfe brauchst rufst du mich einfach an am Samstag dann schauen wir gemeinsam wenn du magst.

Gruss
Dennis
 

Wersinkje

Mitglied
Hallo zusammen,
Eure Vorliebe für APO's bis BW 600mm hält mich weiter am Grübeln😎
Daher würde mich eure Meinung zu diesen Geräten interessieren:
Und
Welchen Apo würdet ihr favorisieren?
 
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