Astrofotographie als Maturathema

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Zitat von Spacecadet:
Hallo,
vielleicht kannst du dein Thema auf Videoastronomie einschränken?! So würdest du deinen Aufwand auf ein vernünftiges Maß beschränken. Die Hauptschwierigkeit, das hochexakte Nachführen, würde dann nämlich entfallen.
Erste Hinweise bekommst du hier:
http://astrofotografie.hohmann-edv.de/grundlagen/
Grüße und viel Erfolg
Martin


Funktioniert das, was der herr macht auch mit dem EOS Movie Record tool mit meiner 1000D?
 
Hallo Vogler,

die 1000D ist zum filmen suboptimal. Für Planeten würde ich sie nicht einsetzen wollen. Such einfach nach Planetenbildern die mit einer DSLR gemacht wurden oder besser noch nach einem Tutorial dazu.

Ich verstehe nicht ganz, wieso die Empfehlungen jetzt Richtung Videoastronomie gehen, ist das i. A. doch lediglich fürs Sonnensystem geeignet. Wenn Planeten auf dem Plan stehen (für Sonne - VORSICHT!!! - und Mond ist die 1000D super geeignet und für Deepsky auch) dann benötigt man eine empfindliche CMOS oder CCD - Videokamera üblicherweise aus dem Astrobereich. Die besten Ergebnisse bekommt man mit einer SW Cam und einem Filterrad mit Farbfiltern. Auch recht gut sind dann Farbkameras wie bspw. die Astrolumina ALccd5L-IIc, welche noch recht günstig zu haben ist. Die Brennweite für Planeten sollte aber deutlich über 900mm liegen!

Jupiter ist gerade am Verschwinden und dann hättest Du noch Saturn. Klar, der ist mit seinen Ringen superniedlich aber das wars dann auch mit den Planeten. Sonne und Mond kannst Du wie gesagt auch mit der 1000D machen.

ABER BITTE - BEVOR DU WAS MIT DER SONNE MACHST - NOCHMAL GAAAAAANZ GENAU NACHFRAGEN!!! BITTE VORSICHTIG SEIN!!!

Mein Tip: Bleib kameratechnisch bei dem was Du hast. Bei Deinem vorhandenen Equipment ist die 1000D das Beste was Du hast. Mit dieser Kamera wurden bereits klasse Bilder von Sonne, Mond, Nebeln und Galaxien gemacht. Das wirst Du sicher auch schaffen!

Ich möchte nochmal auf Dein vorhandenes Equipment eingehen. Die Astro 3 und ein Newton mit ca. 900mm Brennweite wurden eigentlich noch nie einem Einsteiger empfohlen für DeepSky zu verwenden. Wirklich nicht. Es geht immer erst um die Montierung, dann erst kommt die Montierung und dann... das andere Geraffel.

Mein Vorschlag ist nach wie vor eine gebrauchte HEQ5 oder eine neue NEQ5 jeweils mit GoTo Steuerung. Wenn es Dir richtig Spass macht hast Du was brauchbares über Deine Matura hinaus und andernfalls wäre ein Wiederverkauf einfach und nicht sehr verlustbehaftet. Auf diese Montierung lässt sich auch Dein Newton gut befestigen (für Sonne und Mond) und mit der 1000D + Objektiv Aufnahmen der Milchstrasse, von Sternbildern und grossen Deepsky Objekten oder auch Kometen machen. Dieses Setup wäre zudem ausbaufähig mit einem kleinen Apo und Autoguiding - muss aber nicht. Je nach Lust und Laune und ob Du die 2. Hälfte des Budgets weiter einsetzen möchtest oder nicht.

VG,
Robse

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Moin, mal ganz kurz noch: Die Arbeit geht über 40 Seiten, für eine Abiturarbeit wohl zzgl. der wohl doch zahlreichen Fotos/Bilder.

Zitat von robse:
1. Saubere Nachführung (Thema äquatoriale Montierung , Einscheinern einer Montierung , Gleichlauf & periodischer Fehler, Guiding vs 30sec Frames, etc...)
2. Scharfstellen des astronomischen Objektes (Hilfsmittel zur Scharfstellung: Bathinovmaske - evtl. selbst basteln)
3. Sorgfältige Kalibrierung der Aufnahmen (Darks - Masterdark, Bias, Flats, Stacking, Farbgebung, Stretching etc...)

Dafür gehen alleine schon mal 12-15 Seiten drauf wenn man die Theorie einigermaßen genau und für Nicht-Insider verständlich darlegen will, Stichwort: Begriffserklärungen.

Eine neue gebrauchte Montierung ist zwar die beste Alternative (HEQ5 zum Beispiel), aber kein zwingendes Muss im engeren Sinne. Schrittmotoren an der EQ2 die du hast sind zwar eine Notlösung, funktionieren aber bei guter Einnordung und moderater Brennweite. Der Anbau pimpt die Arbeit zudem ein wenig...
Ich würde auf der EQ2 MIT Motorisierung nicht oberhalb von 500mm Brennweite (netto) arbeiten, die EQ5 packt da schon fast das Doppelte. Lade dir mal Stellarium, falls dus noch nicht hast. Dort kann man verschiedene Optiken als Templates einstellen, damit du einen Anhaltspunkt hast, wie groß Objekte später mit welcher Brennweite abgebildet werden.

Am Jahresende scheints noch nen Kometen zu geben der wohl bis Januar gut zu fotografieren sein dürfte, sollte er den Sonnentransit überleben. Gibt auch nochmal was her, sowohl von den mit einem Tele zu schießenden Fotos als auch vom Schriftlichen.

Da ich denke, dass dein Thema noch aktuell ist und du es nicht verworfen hast, hier eine kleine Anleitung zum Erstellen eines ersten Fotos mit recht einfachen Mitteln, die Idee des fernöstlich anmutenden Zeitgenossen finde ich top. Zwar zeitaufwändig, aber ohne Nachführung zu bewerkstelligen und daher revolutionär.

http://www.youtube.com/watch?v=e0JSTF8SGi4

Spannendes Thema übrigens, bleib am Ball und berichte mal weiter, ja? Lass dir nix einreden, M31 und M42 bekommst du auch ohne semiprofessionelles Equipment und mit ein wenig Geduld und Fleiß gut hin, sieht man ja an dem Video.

Viel Spaß und Erfolg!

PS: Mein allererstes brauchbares Bild mit 10 Jahren aus 1995 (Bildausschnitt): Mit nem handelsüblichen 50mm vom Stativ aus geknipst, selbstredend OHNE irgendeine Nachführung. Belichtung wohl so etwa 30s...so grün wie das Bild ist könnte das ein Fuji Provia 400F gewesen sein, bin nicht sicher.
Link zur Grafik: http://s7.directupload.net/images/130518/jizbotdg.gif

 
Hallo Vogler,

super, dass Du Dir heute schon Gedanken darüber machst, welches Thema Du behandeln willst und natürlich schön, dass Du Dich in Richtung Astronomie bewegst.

Ich habe keine Ahnung, welchen wissenschaftlichen Anspruch (D)eine Maturaarbeit haben soll. Prinzipiell lebt aber eine wissenschaftliche Arbeit ganz immens von der Fokussierung auf eine Fragestellung. Astrofotografie mit heute verfügbaren Mitteln von Amateueren ist da schon ein prima Ansatz nur vielleicht noch etwas weitgefasst. Natürlich ist das alles total faszinierend und man möchte alles mal ausprobieren. Aber dafür sind wir (die meisten von uns) Amateuere. Du willst das mit einem gewissen wissenschaftlichen Anspruch aufarbeiten. Wie gesagt, ich weiß nicht, wie hoch Dein Anspruch ist, bzw. sein muss.

Ich würde versuchen, die Fragestellung noch etwas einzugrenzen und zu überlegen, ob man neben einer reinen Funktionsbeschreibung der Astrofotografie das ganze mit einer wissenschaftlichen Theorie verknüpfen könnte.

Wenn ich in der Hinsicht mal überlege, was uns Amateure heute von denen vor 15 Jahren oder länger zurück unterscheidet, dann ist das ganz sicher die digitale Aufnahmetechnik und vor allem Bildverarbeitung. Und die ermöglicht uns vor allem eins: Viele Aufnahmen zu machen und sie zu kombinieren, letztlich hat gerade das zu den enormen Fortschritten der Amateurastrofotografie in den letzten zwei Jahrezehnten geführt. Theoretisch beschrieben wird dies durch das Signal-Rausch-Verhältnis.

Damit könntest Du einen theoretischen Teil über das Signal-Rausch-Verhältnis in Deine Arbeit einbauen, eine Teil, indem Du die Theorie auf die Astrofotografie überträgst und einen praktischen (Versuchs)-Teil, in dem Du das ganze mit Beispielbildern versuchst zu unterlegen und ggf. sogar zu messen.

Dann würdest Du halt keine Pretty-Pictures abliefern, aber mal ehrlich, welcher Lehrer soll die denn auch bewerten?

Vielleicht ist das als Projekt für eine Matura-Arbeit schon sehr anspruchsvoll, aber überlege mal in die Richtung. Sollte in einem Jahr mit dem vorhandenen Equipment machbar sein. Oder Du kannst Dir Deine Ausrüstung in diese Richtung auch ganz gut ergänzen.

Hoffe ich konnte Dir mit dem kleinen Denkanstoß etwas weiter helfen.

Viele Grüße
Axel
 
Es tut mir leid ein so altes thema wiederzubeleben aber es ist wieder ein bisschen neuer wind in die sache gekommen.

Ich konnte mich mit meinem Maturbegleiter mal die Sternwarte unsere schule anschauen (die zuletzt zum letzten venus transit in betrieb war) anschauen.
Ich habe soweit grünes licht diese zu benützen.

Nun, die frage an euch:

Auf dem dach war ein fest installiertes teleskop (ein dobson glaub ich) von der marke Meade Typ Lx200.
Hab bissl gegoogelt und bin mir jetzt nicht sicher ob es die 8" oder die 10" variante ist.
Ist dieses Teleskop brauchbar?
Was sind die möglichkeiten und was die grenzen?

Danke für allfällige Antworten :)
(Wenn ihr mehr wissen müsst fragt einfach.
 
Hi Vogler,
8" entspricht 8x25mm = 200mm, 10" entspricht 250mm. Lx200 ist also 8". Es gibt auch noch ein LX250, das wären dann 10".

Interessanter Thread. Hast du dir schon ein Konzept gemacht? Meine Meinung dazu: Neben vllt. einem theoretischen Teil, gib einen Überblick über die Amateur-Astrofoto-Szene: welche Arten, mit welchen Mitteln und Aufwand. Entscheide dich dann für ein Szenario was dich interessiert und was deinem Budget entspricht und mach dann das Beste was im verfügbaren Zeitrahmen möglich ist und beurteile deine Ergebnisse vergleichend und kritisch. Die Prüfer werden dich sicherlich nicht abstrafen, wenn du keine Ergebnisse abliefern kannst, die nur mit erheblichem Zeitaufwand und jahrelanger Beschäftigung möglich sind. Sie werden vielmehr beurteilen, wie ernsthaft und sorgfältig (z.B. Belege und Quellenangaben) du vorgegangen bist und wie sauber und vollständig du alles beschrieben hast.

Thomas
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi,
so wie ich das sehe ist LX200 eine Serie mit verfügbaren Öffnungen 8", 10", 12" und 14". Du müsstest bzgl. Öffnung also doch nochmal näher schauen - alles weitere die Meade-Spezialisten...
 
Das hatte ich wahrscheinlich von einem anderen Hersteller falsch in Erinnerung. Sorry!

Thomas
 
Ich habe mir schon viele gedanken gemacht.
Den punkt den du amsprichst mit den verschiedenen methoden und die geschichte der astrofotographie werde ich sicher mit einbeziehen, wenn möglich auch vergleich zwischen alten filmaufnahmen und den heutigen digitalen ccd bildern und stacking etc.

Wenn es jetzt ein 8" ist, was für belichtungszeiten sind maximal möglich für deepsky objekte?
Und sollte ich direkt mit nem t2 ring die kamera rein tun oder noch iwie was mit ner barlow linse machen für zb M31. Wie ist es mit planeten fotographie?
Lg Matthias
 
Hi Matthias,

mach doch bitte mal ein Foto vom Teleskop und Zubehör.

Dobsonmontierung und LX200 paßt nach meinem Verständnis nicht so recht zusammen.

Wenn es jetzt ein 8" ist, was für belichtungszeiten sind maximal möglich für deepsky objekte?
Und sollte ich direkt mit nem t2 ring die kamera rein tun oder noch iwie was mit ner barlow linse machen für zb M31. Wie ist es mit planeten fotographie?

wenn es ein Schmitdt-Cassegrain ist (kurze dicke Röhre mit "Glas" vorne), dann dürfte die Brennweite bei mindestens 2 Metern liegen. Damit bekommst Du die Andromedagalaxie nicht mehr formatfüllend mit einer DSLR auf den Chip, sondern nur noch einen kleinen Ausschnitt von ihr.

Dann wäre dieses Teleskop von der Brennweite her eher was für einzelne Mondkrater und Planeten, sowie Kugelsternhaufen und Planetarische Nebel.

Sitzt das Teleskop auf einer wagrechten Platte auf dem Stativ und wird in Azimut und Höhe verstellt (links/rechts, rauf/runter), dann bekommst Du bauartbedingt Bildfelddrehung bei längeren Aufnahmen. Dann gehen sowieso nur kurzbelichtete Bilder (Mondkrater, Planeten). Die werden jedoch üblicherweise nicht mit einer DSLR sondern mit einer Webcam gemacht.

Sitzt es dagegen auf einem "Polhöhenblock" (einer schräg in den Himmel zeigenden Vorrichtung), dann bekommst Du keine Bildfelddrehung, mußt diese Basis jedoch nach Norden auf den Himmelspol ausrichten.

Aus der Tageslichtfotografie kennst Du ja Belichtungszeiten zwischen 1/4000 und 1/60 Sekunden (Blitz).

Bei Planeten liegst Pie mal Daumen bei 1/30 Sekunde (da bräuchtest Du neben der Webcam noch ne 2x Barlow, beim Mond dürften es ohne Barlow eher 1/500 Sekunde sein, Deepsky-Objekte (Kugelsternhaufen, Planetarische Nebel) brauchen dagegen ebenfalls ohne Barlow eher 30 Sekunden bis 5 Minuten pro Einzelbild an Belichtungszeit...
 
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