Betrachte mal nur die erforderliche Winkelauflösung und die daraus folgende Öffnung für die Optik, wobei wir auflösungsbegrenzende Effekte infolge von atmosphärischem Seeing außer Acht lassen. Gilt also für die Erkennbarkeit von Astronauten im ISS Außeneinsatz.
(1) Mit zunehmender Entfernung "z" schrumpft der Winkel "beta", unter dem ein Objekt von der Größe "Delta x" erscheint
beta = arctan (Delta x / z) ~ Delta x / z
wobei die Näherung im zweiten Schritt für große Entfernungen z >> Delta x gilt, wenn man den Winkel im Bogenmaß misst.
Wenn wir für einen Menschen eine charakteristische Dimension von
Delta x ~ 1 m annehmen und für die Entfernung z.B. den Abstand des Mondes nehmen mit z ~ 380 000 000 m, so ergibt sich für den Winkel
beta ~ 1 m / 380 000 000 m ~ 2.63 x 10^-9 radian ~ 0.000543" (Bogensekunden)
Das wäre also ein sehr kleiner Winkel!
(2) Die Winkelauflösung "alpha" eines Teleskops wird durch die Wellennatur des Lichts begrenzt. Nach dem
Rayleigh Kriterium berechnet sich dieses aus dem Öffnungsdurchmesser der Optik "D" und der Wellenlänge "lambda" zu
alpha = arcsin (1.22 lambda / D) ~ 1.22 lambda / D
wobei die Näherung im zweiten Schritt für große Öffnungen D >> lambda gilt, wenn alpha im Bogenmaß gemessen wird.
Um ein Objekt von der Größe eines Menschen aus der Entfernung des Mondes erkennen zu können, brauchen wir also eine Optik mit einer entsprechenden Winkelauflösung
alpha ~ beta ~ 2.63 x 10^-9
Wenn das Teleskop im sichtbaren Licht mit lambda ~ 500 nm arbeitet, beträgt die erforderliche Öffnung der Optik
D = 1.22 lambda / alpha ~ 1.22 * (500 x 10^-9 m) / (2.63 x 10^-9) ~ 232 m
Ein Teleskop mit einer Öffnung von 232 Metern!
Nun stell Dir mal vor, Deine Außerirdischen hätten ein Teleskop in einer Entfernung von 1 Lj ~ 9.46 x 10^15 m. Die erforderliche Öffnung wäre dann
D ~ (9.46 x 10^15 m /380 000 000 m) 232 m ~ 5.78 x 10^9 m ~ 5.78 Millionen km
Eine Optik mit einer Öffnung von nahezu 6 Millionen Kilometern: das entspräche etwa dem 8-fachen Durchmesser der Mondbahn!
Typische Sternentfernungen sind aber tatsächlich noch weitaus größer als 1 Lj.
Ähnlich absurde Anforderungen bekommt man, wenn man die Signalstärke, also die Zahl der detektierten Photonen pro Flächen- und Zeiteinheit betrachtet, aber das kannst Du Dir selber mal klarmachen.
Mit freundlichen Grüßen,
Peter