Hallo Leute,
es gibt verschiedene Definitionen was ein Apo ist.
Die strengste die ich kenne ist von Abbe, eine weitere recht Strenge
und in der Praxis gute Definition ist die Definition des ebenfalls
schon verstorbenen T.M.Back. Diese Seite erläutert beide:
http://geogdata.csun.edu/~voltaire/tmb/definition.html
Eine triviale Definition für einen Apo ist die daß 3 Farben
einen gemeinsamen Fokus haben müssen. Das ist nun schon
die dritte Definition.
Und dann könnte man bissig sagen daß die vierte Definition lautet:
Ein Apo ist es wenn apo draufgepinselt wurde. Das mag für
manche "Apos" aus China zutreffen...
Zitat von Kerste:
Mit Variante 2 hast du zwar immer noch keinen echten Apo (der muss glaub drei Farben auf einen Punkt fokussieren, was mit nur zwei Linsen nicht geht)
Das ist halb falsch, halb richtig. Richtig daran ist:
Durch abblenden eines Achromaten bekommt man keinen Apo,
denn auch wenn das Teleskop bei kleiner Öffnung und seeehr
kleinem Öffnungsverhältnis visuell farbrein erscheint ist
die Forderung daß drei Fraben in einen Brennpunkt fallen
nicht erfüllt.
Falsch ist:
Man kann mit 2 Linsen tatsächlich 3 Farben in einen gemeinsamen
Brennpunkt bekommen. Um das zu schaffen braucht mn die richtige
Glas-Kombination und ein nicht zu lichtstarkes Öffnungsverhältnis.
Siehe dazu das Buch:
Uwe Laux: Astrooptik, 2. Auflage.
Abbildung 4.3. auf Seite 53 zeigt Farblängsfehlerkurven für
mehrere 100/1000mm Apos. auch das zweilinsige Zeiss AP Objektiv
aus den Gläsern BaK2 / CaF² (letzteres ist ein Kristall!)
schafft es 3 Farben in einem Brennpunkt zu bündeln.
DerFarblängsfehler ist nicht geringer als beim dreilinsigen
Zeiss APQ mit der Glas/Kristall-Kombination ZK2 / CaF² / ZK2 (!)
Die Sphärochromasie ist beim letzteren aber besser korrigiert.
MfG,Karsten